Einen Djinn Beschwören. Norah und Alim

Einen Djinn Beschwören. Norah und Alim

Beitragvon Kilian » 13. Mai 2016, 12:35

[17:40] ₪ Die Wasenmeisterei war wie leergefegt, nichts hatte den Anschein gelassen, dass noch vor kurzem jemand darin gehaust hatte. Gearbeitet hatte. Mal von den allgemeinen Bedingungen dieses Ortes abgesehen, auch von dessen Zustand und Eigenartigkeit, war selbst Norah klar gewesen, dass es die Schinderin woandershin verschlagen hatte. Noch dazu erhielt sie vor kurzem einen ziemlich merkwürdigen Brief in dem in knappen Worten soetwas wie ein Abschied angekündigt wurde. Bitter, weil es Norah bis zu dem Moment nicht glauben konnte, bis sie vor den verlassenen Räumlichkeiten der Schinderin gestanden hatte. Die Kürschnerin kämpfte mit aufkommender Zerschlagenheit und dem großen Funken Wehmut, zwar waren es die seltenen Stücke der Schinderin, die ihr Geschäft hätten in furchtbare Bahnen lenken können, zeitgleich jedoch waren es aber Erfahrungen die sie so weit gebracht hatten. Die Schwedin war sich sicher, dass noch nie jemand vor ihr jene Erkenntnisse und Erfahrungen damit machen konnte. Dank sei hier der Schinderin gewesen, die den besonderen Blick für das gewisse Etwas besaß, auch wenn es bis zum Ende absurde Abscheulichkeiten zum Vorschein brachte, vor die sich Norah mehr fürchtete als das sie diese als Herausforderung angesehen hatte. Mit der letzten Ware, die wie im Brief beschrieben, schon beim Gerber auf sie wartete, kehrte sie bei Nacht wieder in ihre Kürschnerei zurück. Sie stellte den robusten Sack neben ihren Tisch und entzündete die Kerzen in ihrem Laden. Der Drang den mittelschweren Schock darüber zu verarbeiten schien groß und unbedacht der Dinge hatte sie ganz vergessen dafür zu sorgen, dass kein anderer mehr durch die Ladentür passieren konnte. Zu solch später Stunde hatte es allerdings jedem bewusst sein müssen, dass auch die Kürschnerin für die Außenwelt geschlossen hatte. Ihren Umhang legte sie salopp über ihren Arbeitstisch und zog sich ihren kleinen Stuhl heran, der große Ähnlichkeit mit einem lehnenlosen Schemel hatte. In einer unbekannten Ruhe hatte die Rotgelockte die Zeit gefunden sich also zu setzen, zelebrierte die letzte Ware ganz auf ihre eigene Weise und öffnete im lauen Kerzenschein die Lederschnüre des Sackes und legte sie ebenfalls ordentlich auf ihren Tisch. Die Hände weiten den Sack und hellblau schlich der Blick in das noch unbekannte Dunkel, sie fasste hinein und fischte ein frisch Gegerbtes Bündel ins Licht. Sie roch das, sie fühlte es und sah es dem Leder förmlich an. Es war der enorme Wahnsinn, der in dieser Frau steckte und sich hinter der Arbeit tarnte. Sachte legte sie das zugeklappte und eingerollte Bündel auf ihrem Tisch ab und rollte das Leder langsam auf. Es war Mensch, das fühlte Norah inzwischen, die Haut eines Menschen war stets ein guter Lückenfüller, das wusste sie, das wusste die Schinderin, sonst wusste es eigentlich keiner mehr. Müde war das Lächeln der Rothaarigen als es auf einmal verebbte weil sich aus dem aufgeschlagenen Stoff ein Gegenstand präsentierte, der mehr unüblich gerade erscheint. Als wär es ein Präsent in diesem Stoff eingebettet. Flüchtig lenkte der Blick erst gen Sack, dann spähte Norah wieder auf die handgroße kegelförmig silberne Phiole. Man hatte sie als Anhänger benutzen können, hatte sie am Verschluss ein Band durchgezogen, welches keinen Zweifel daran lässt, dass man sie stets bei sich tragen konnte. Außergewöhnlich sah sie aus, ihre Aufmachung war nicht wie die eines Heilers oder eines Trinkers. Aufwändig granuliert und verziert, es war die Arbeit eines wahren Künstlers. Vorsichtig wurde sie von Norah inspiziert, im Kerzenlicht gedreht und es viel gleich auf, sogar Edelsteine am Rand hatte sie eingesetzt, funkelte leicht im Kerzenschein. Anders wie die Phiolen die Norah kannte, hatte diese einen mehr als robusten Verschlussteil, keinen Korken, es schien härter als Glas zu sein, vielleicht ein Gewinde integriert? „ Hm…“ ein Abschiedsgeschenk der Schinderin? Kurz lenkte sich die Kürschnerin ab und hielt in ihrer linken das gute Stück und mit der rechten durchforstete sie flink das Menschenleder nach irgendeiner möglichen Nachricht. Nichts. Sie fand Nichts. Dass sie mittlerweile schonwieder auf den Beinen stand, bemerkte sie noch nicht, stattdessen griffen die kühlen Finger um den Verschluss und drehten diesen vorsichtig auf...
[22:14] Alim Djinn Die feinen Finger einer Frau drehen an dem Verschluss des Fläschchens und damit beginnt es. Rauch wabert aus dem kleinen Spalt der sich bildet, erst wenig und dann immer mehr. Grau und schwer fließt er über das Flakon, über die Finger der Frau und selbst wenn sie versuchen sollte den Verschluss nun wieder zu schließen, wird sie merken, zwar spürt man den Rauch auf den Händen nicht, dennoch hat er Konsistenz und macht es dadurch unmöglich, das kleine Flakon auch wieder zu verschließen. Immer mehr und mehr Rauch ist es, Wabert hinaus und tropft nicht auf den Boden, viel eher ist es wie ein Nebeltuch das sich langsam hinunter bewegt und irgendwann den Boden zu berühren scheint, ohne jedoch zusammen zu laufen. Erste Konturen bilden sich, man kann zweifelhafte Umrisse erkennen, mal könnte man eine Hand erahnen, mal einen Fuß, ein Auge ein Bein. Das alles noch ungeordnet im Nebel verborgen. Immer weiter und mehr ist es und irgendwann ist die Nebelschwade, welche ganz nebenbei auch nur an einem Ort im Raum Zentriert schwebt, Mannshoch. Nach und nach bildet sich nun ein Körper aus dem Rauch, Beine, Hände, Füße, Kopf, alles wird langsam deutlicher, die Umrisse werden schärfer. Kleidung wird sichtbar, altertümlich, selbst in dieser Zeit schon Jahrhunderte nicht mehr getragen. Der Mann ist groß, die Haut in einem Blaugrau und der ganze Körper ist bedeckt mit etwas das aussieht wie Tätowierungen, selbst der Kopf ist davon nicht ausgenommen, schwarze Muster bedecken einen Großteil der freiliegenden Haut. Hier in dem kleinen Laden, aus dem Flakon heraus, hat sich gerade ein Djinn, aus dem Nebel gebildet. Jahrhunderte ist es her, dass dieses Fläschchen zum letzen mal geöffnet wurde, Jahrhunderte welcher der Djinn in einer Art Wachschlaf verbracht hat. Wie die Welt sich verändert hat, das war für ihn zu sehen, er konnte die Menschen beobachten, konnte sie in ihren Träumen sehen, sehen wie sie wuchsen, lebten und starben, wie sich alles wandelte und doch gleich bliebt. Nur sein eigenes Gefängnis, das blieb ihm stets verborgen, so das er den Weg den dieses nehmen würde, nicht selber kennen konnte und das wo er es, selbst wenn ihm der Blick darauf erlaubt wäre, nicht einmal beeinflussen könnte. Die letzten Rauchschwaben verschwinden, ziehen in den Körper des Djinn. Nun steht er da, mitten in dem fremden Raum, in einer fremden Stadt und steht seinem neuen Meister gegenüber. Eine Frau ist es, ungewöhnlich, zumeist sind es Männer denen er sich als Djinn zeigt, zumeist wissen diese Männer aber auch, was sie da in Händen halten. Das sein Flakon mit dem letzten Meister verschwunden ist, verschollen und man dessen nun erst wieder Habhaft geworden ist, diese Tatsache hat sich seiner Kenntnis entzogen. „Wie ihr Ruft, so komm ich und was ihr Wünscht, das tu ich Meister“. Spricht er die alten Worte und verneigt sich dabei vor der Frau. Man sollte sich nicht zu früh darüber freuen, einen Djinn zu rufen, natürlich ist dieser nicht allmächtig und vor allem nicht erpicht darauf den Menschen zu Dienen. Nicht alles kann er erfüllen, keine Toten erwecken, keine unendliche Macht verleihen, er kann keine Liebe schenken und vieles will er auch nicht tun, wird in den Wünschen nach Hintertüren suchen, wird sie auf die schlechte, nicht auf die gute Art erfüllen, wenn ihm der Spielraum gelassen wird. Er ist an seinen Meister gebunden, bis der dritte Wunsch erfüllt ist und bis dahin wird er nicht versuchen seinem Meister zur Macht zu verhelfen sondern während der Meister dies wünscht, wird ein Djinn sein eigenes Spiel treiben. „Drei Wünsche wird ich euch erfüllen.“ Erst damit richtet er sich wieder auf und Blickt der Frau entgegen. Die Mimik lässt nicht viel von dem erkennen was er denkt, die Züge sind ruhig gehalten, abwartend, fast lauernd darauf was nun kommt, denn viele Meister hat er erlebt und viel ist geschehen.
[00:26] ₪ Wenn Fräulein Hansson beschreiben müsste, was gerade in ihrer guten Stube passierte, würde sie es sich womöglich selbst nicht ganz glauben. Ganz genau genommen, hatte das liebe Kürschnerweib überhaupt nicht die Zeit DARÜBER nachzudenken, denn plötzlich schwabbelte unaufhaltsam der Nebel aus dem Handgroßen Gefäß. Nicht wissend, ob sie es fallen lassen sollte oder weiterhin festhalten – nicht wissend was passierte, hatte sie mit immer weiter werdenden Augen und offenem Mund dem Spektakel zugesehen. Typisch für ein Nordlicht, wie sie es war, trug sie helle Haut unter ihren Kleidern, jene jedoch gewann an Helligkeit, bleich wurde sie, vorallem um die Nase. Groß türmte sich der Nebel vor ihr als Gestalt auf und alles was sie tat, war blindlinks rückwärts zu laufen „För Guds skull...” war es die Heimatsprache die Oberhand gewann. Wie immer wenn sie der Glaube verlässt, wie immer, wenn sie eigentlich keine Worte findet, die sie schützen konnten. Sie stieß wenig energisch gegen einen hölzernen Oberkörper, der für das Anpassen von Kleidung hilfreich gewesen ist, dabei drückte sich ein feines Stecknädelchen schleichend in die linke Schulter und bewies der Schwedin, die unter dem schnell stechenden Schmerz aufzischte, dass das hier alles absolut kein Traum gewesen ist! Eilig fischte Norah die Stecknadel aus ihrem Gewand und steckte sie flink, jedoch enorm zittrig wieder in die Puppe zurück ohne dabei überhaupt den Blick von dem Schauspiel zu lassen, das sich hier soeben abspielte. War es Myrre? Weihrauch? Irgendwas hatte sich hier breit gemacht, streng nach Kräuter duftend oder war es doch Gewürz? Es legte sich stillschweigend über den altbekannten Lederduft den die Kürschnerin so schätzte. Es sprach auf einmal mit ihr. Einnehmend die Stimme, so voller Anmut die Haltung und überaus förmlich seine Worte. Waren jene Worte tatsächlich an sie gerichtet? Um sich dieser Tatsache zu vergewissern, blickte sie abgehackt nach links, auch nach rechts und hielt in den Händen zum einen die Phiole und in der anderen deren Verschluss. Auch darauf sah der Rotschopf und ließ eilig alles aus den Händen gleiten, es fiel zu Boden und ergeben abwehrend hielt sie ihre Hände hinauf „ Ich…ich…“ stammelte sie wirr, musste sich eingestehen ziemlich aufgebracht zu sein, aber das würde nichts nützen. Würde es nicht! Die hellblauen Augen standen noch immer glockenwach weit aufgerissen, ähnlich wie ihr Mund als das Etwas sich vor ihr tief verbeugte ”Meister?...” japste sie irgendwie nach Luft „ Ein Irrtum…“ behauptet sie schnell und geht sofort in die Hocke, sammelte die Phiole auf und schüttelte sie im halben Wahn gänzlich aus, nur…darin war nichts, was ausgeschüttelt gehörte „Ich weiß nicht, dass muss ein Versehen sein, ich …also ich …habe ich gerufen?!“ ein schweres Schlucken, die Kehle war staubtrocken auf einmal, die Stimme zitterte unkontrolliert und zwischen ihr und dem…Mann lagen gewiss eineinhalb Meter Abstand „Das ist ein schlechter Scherz…“ versuchte sie es nun auf die uneinsichtige Art. Herkömmlich wie es wohl ein jeder machen würde, fing sie an es für einen Schabernack zu halten. Natürlich! Bevor man das Unnatürliche als gewöhnlich betrachtet, musste schon einiges passieren. Die Kürschnerin besah sich ein weiteres mal die Phiole an, dann rutschte ihr wachsamer Blick wieder zu dem Djinn „…ich glaube…mir ist schwindelig.“ gestand sie dann ziemlich ehrlich und suchte sich daraufhin eilig eine Sitzgelegenheit und fand sie in ihrem kleinen Hocker relativ schnell, allerdings schob sie auch diesen etwas weiter fort, nur um den rhetorischen Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Als sie saß, etwas zur Ruhe kam, strich ihr rechter Handrücken über ihre Stirn „ Was sagtet Ihr noch gleich, wer seid Ihr?“ nun glaubte sie etwas nicht gehört zu haben, in all ihrer einschüchternden Angst, immerhin jedoch war es ein guter Schritt wie sie fand…ein Gespräch sorgte stets für Klärung!
[01:18] Alim Djinn || Kein Mensch kann sich vorstellen, wie es für einen Djinn ist, aus seinem schlaf zu erwachen. Alles was so lange unerreichbar war, ist plötzlich wieder greifbar. Er riecht, sieht, kann schmecken und kann fühlen. Nur leider sind all diese Dinge auch immer mit etwas verbunden, mit jemandem verbunden. Dieser Jemand steht dem Djinn jetzt gegenüber, gehört die Haut dieses Menschen wirklich so hell? Die Frau sieht blass aus, er kennt so helle Haut nicht, sein Flakon hat es das erste mal so weit in den Norden geschafft und dabei den Norden, aus welchem die Frau kommt, noch nicht einmal erreicht. Überrascht ist sie, war also nicht darauf vorbereitet, nicht auf ihn vorbereitet. Das ist gut und macht es ihm leichter, sie wird unvorsichtig sein, zwar kann er seinen Meister nicht belügen, doch er kann die Wahrheit falsch formulieren, beschönigen und auf Zweideutigkeiten setzen. Hat sie da gerad wirklich seinen Flakon fallen lassen? Das erste mal kann man eine sichtbare Regung auf seinem Gesicht erkennen, er verzieht die Lippen missbilligend und sein Blick ist von ihr, hinunter zum Boden gewechselt. Erst als sie es wieder aufhebt, geht der Blick zurück nach oben und bleibt wieder an der Frau, nicht an dem Flakon hängen. Auch das Gesicht ist wieder ruhig, sein Blick lauernd. Fast so, als wäre die kleine Entgleisung der Gesichtszüge nie geschehen. „ Ihr habt die Flasche geöffnet?“ Fragt er nach und will er wissen „ Dann seit ihr mein Meister, es ist kein Irrtum, kein versehen. Mit dem öffnen habt ihr mich gerufen und auch ein Scherz ist es nicht“ . Sie hat zu ende gesprochen, sitzt mittlerweile und erst dann antwortet er auf all ihre fragen mit einer gnadenlosen Ehrlichkeit, die Illusionen und raubt wenn man ihm glaubt, das die meisten der Fragen eher rhetorisch waren kümmert ihn dabei nicht. Eigentlich hat er das nicht einmal erkannt. Nur weil man die Menschen in den Träumen beobachtet, heißt es nicht, dass man sie auch verstehen lernt. „ Wünscht ihr, dass es euch besser geht?“ will er ihr gleich den ersten ihrer drei wünsche abspenstig machen. Es ist immer ein schrecklich zweischneidiges Schwert, sind die Wünsche schnell erfüllt, dann ist er den Menschen los, dauert es, bis alle erfüllt sind, dann hat er viel Zeit außerhalb des Flakons. Was genau in diesem Fall die bessere Wahl ist, das wird er noch sehen. Wenn er überhaupt die Möglichkeit hat, selbst etwas daran zu beeinflussen. „ Alim der Djinn“ , wieder antwortet er, dieses mal war es aber auch wirklich eine Frage, welche nach Antwort verlangt hat. „ Euch zu Diensten. Drei Wünsche kann ich erfüllen. Sagt wonach es euch verlangt. Reichtum, Männer ich kann euch geben was ihr wollt, nur den Tot kann ich nicht überwinden, kann euch keine Macht geben“ Magische Macht ist damit gemeint. „Kann keine Liebe erzwingen“ . Diesmal ist er sogar beinahe freundlich, er beantwortet mehr als ihre Frage eigentlich wissen wollte. Doch andererseits gehört das alles auch zu den Dingen, über die ein Djinn seinen Meister informieren sollte und irgendwie nimmt er sich damit ja auch selbst etwas Arbeit ab. Er muss nicht bei jedem Wunsch erst erklären warum der geht oder warum er nicht geht.
[02:04] Norah Hansson nickt ganz bedächtig auf seine aller erste Frage hin. Ja – sie war es, die das Fläschchen geöffnet hatte. Der Blick aus den hellen Augen wich von dem Fremden und beobachtete abermals und zum wiederholten Male ausgiebig den eigentlichen Übeltäter. Abgeschafft, so sieht sie für einen kurzen Moment aus wie sie zu ihm aufsieht, als er sie fragt, ob sie sich wünscht, dass es ihr besser geht – Norah lacht kurz auf, ein guter Witz, denkt sie sich und hatte seine kleinen Hintergedanken überhaupt nicht mit eingeplant. Nein, die Schwedin dachte gerade nur an sich und was sie angerichtet hatte. Ihr war überhaupt nicht danach, einen Djinn zu beschwören. Beschwören. Wieder lacht Norah auf. Als wär‘ sie jemals im Stande dazu gewesen! Irrsinn! Aufmerksam folgte sie seinen Ausführungen, er wies sie ein wenig in die kleine Macht ein, die sie ganz inklusive von diesem argwöhnischen Wesen geschenkt bekam. Mit großem Aberglauben erhob sich eine Augenbraue der Kürschnerin „ Und Ihr wollt nichts im Gegenzug? Verstehe ich das richtig?“ es ist beinahe so, wie aus den Sagen des fernen Ostens. Sie hatte sich lediglich berichten lassen, sehr belesene, gelangweilte Kunden sprachen von den abenteuerlichsten Geschichten, Getratsche das man aufschnappte und an den nächsten ungefiltert weiterträgt. Wenn das die Runde machte…Norah hatte nicht daran denken wollen, versuchte ihre Gedanken lediglich zu sortieren, einige davon zu fokussieren „ Ich bin ein bisschen überfordert.“ gibt sie wieder zu und fächert sich imaginäre Luft zu, ihr Schwindel wurde nicht unbedingt besser, eigentlich gar nichts wurde bessern „ Muss ich meine Wünsche sofort aussprechen? Wie viel Zeit habt Ihr, wieviel ich?“ folgendes passiert; Norah glaubte es zwar noch nicht ganz richtig, aber sie fing an Fragen zu stellen – warum? Weil sie überprüfen wollte wie gut sein Alibi gewesen ist und inwiefern sie diesem Wesen vertrauen konnte. War es vielleicht ein böses Beiwerk zu all den Sünden die sie in der jüngsten Vergangenheit getätigt hatte? War es der Fluch der Dryade, oder des Gestaltenwandlers? Warum sie und warum ausgerechnet heute? Sie war verflucht, ganz gewiss war sie es und darum seufzte sie fast stöhnend in die Stille. Sie blinzelte immerzu, blickte an sich herab, strich mit ihren Fingern über den Gegenstand Alims „ Norah…“ wedelte sie dann kurzerhand und wie in Trance mit der linken Hand dazu „ Mein Name ist Norah…“ Meister war nicht ansatzweise ein gelungener Name für sie Unmensch. Von Meistern lernte man etwas anständiges, ob Alim etwas lernen wollte? Wenn er so allmächtig war, wie er hier vor ihr zu sein schien, hätte er ihr vielleicht tatsächlich etwas erfüllen können. Nachdenklich wurden die Augen verengt, das Weib begann sich ernsthafte Wünsche einfallen zu lassen. Kläglich scheiterte sie offensichtlich daran, denn ihre Schultern verloren an Spannung. Da hatte sie doch tagein, tagaus die allerbesten Wünsche parat, nun hätte sie die Chance, sich helfen zu lassen und das einzige, dass ihr durch den Kopf schwebt handelte von dem entrissenen Geschäft, welches sie gemeinsam mit der Schinderin führte. Keine Erfahrungen mehr, kein nervenaufreibendes Handwerk mehr, keine frivole Kundschaft, auf die sie meist sowieso verzichten konnte, aber…das Geld! Schließlich hatte sie einen Laden zu führen UND zu halten, dass klang so viel einfacher, als es in der Tat gewesen ist. Ihr Blick wurde etwas entschlossener, sie lenkte ihn wieder auf Alim „ Ich überlege…“ gibt sie endlich bekannt und suchte eine passende Formulierung „ Wenn es wirklich so ist, wie Ihr sagt…dann…ja dann glaube ich, habe ich einen Wunsch. Und zwar wünsche ich mir, für meine Kürschnerei, eine Investition in Form einer Unterstützung, einer Hilfe, die zeitgleich zu einem Wachstum meines Kundenstammes führen soll. Also ihn erweitern soll. Den Kundenstamm. “ während sie ihre Worte spricht, hielt sie angestrengt die Augen leicht verengt und sprach in Etappen das aus, was ihr tatsächlich derzeit am meisten fehlte. Als sie jene Worte ausgesprochen hatte, durchfährt sie ein fremder Schauer und sie atmet hörbar tief ein „ Kann ich mir eigentlich noch mehr Wünsche wünschen?“ will sie im Grunde nicht maßlos wirken, aber sofern ihr Wunsch in Erfüllung gehen sollte, wäre es doch gut zu wissen, wenn man diese Gelegenheit öfter nutzen könnte, sie lächelt dennoch daraufhin irgendwie verzeihend, wohl auch, weil sie seinen Blick dazu erhaschte „ Schon gut, war rein informativ.“ entschuldigte sie sich ehrlich. Nun denn…gespannt, was er zu sagen hatte, horchte sie auf, sah ihn mit glanzvoller Erwartung entgegen und glaubte noch immer nicht wirklich daran…
[E] [04:18] Alim Djinn || Da ist er wirklich an eine seltsame Meisterin geraten, er versteht nicht warum sie plötzlich auflacht und das nicht bloß einmal. Er hatte nie die Absicht einen Witz zu machen, eigentlich kann man sogar ganz grundsätzlich sagen, dass er n i e scherzt. Alim ist mehr ein ernster Geselle seiner Art, und dabei sind die Djinns im Allgemeinen nicht sonderlich bekannt für ihre Charmante Art, den Witz und das Charisma. Noch immer steht er genau so da, wie zu Anfang, er hat sich kaum bewegt, die Arme hat er locker ineinander verschränkt, nur sein Gesicht zeigt manchmal, wenn auch selten, Emotionen. Was fragt sie da? Oh fast kann einem die Frau schon leid tun, sie scheint wirklich nicht viel von Djinns zu verstehen, oder sehr viel und sie führt ihn gekonnt aufs Glatteis Sie fragt ob er nichts im Gegenzug will, natürlich will er etwas dafür und deshalb lässt er seine Antwort auch so klingen, als wäre das ganze üblich und selbstverständlich. Auch wenn es das natürlich keinesfalls ist. „Zwei Wünsche die ich Ordentlich erfülle und dafür der dritte der mir die Freiheit schenkt. Das will ich von euch“ Das Problem bei dem ganzen? Er kann sich nie sicher sein, das er die Freiheit auch wirklich bekommt wenn er die Wünsche richtig erfüllt. Warum also das Risiko eingehen und die Wünsche so erfüllen wie es gewollt ist? Dann doch lieber so, das auch er etwas davon hat, wenn auch leider nicht die Freiheit. Das sie überfordert ist, das hätte sie nicht sagen müssen, er sieht es. Doch weiterhin bleibt er sich unsicher, das ganze könnte wirklich ein guter Trick sein, doch was soll dieser dann bezwecken? „ Ihr könnt die Wünsche aussprechen, wann ihr es wollt. Solange bleibe ich bei euch. Ich habe ewig Zeit, eure Zeit ist begrenzt auf die kurze Dauer eines Menschenlebens“. Wieder formuliert er es undeutlich „er bleibt solange bei ihr“ was er verschweigt ist, das er nur in die Flasche zurück muss, wenn sie es ihm eindeutig befielt. Die restliche Zeit ist er frei. So frei wie ein Djinn es eben sein kann. Wenn sie da nicht noch drauf kommt, dann könnte es sich wirklich als kleinen Fluch herausstellen, den Djinn stehts in der Nähe zu haben. Nicht weil er etwas tun würde. Das geht auch nicht, er kann seinem Meister nichts antun. Doch einfach deshalb, weil es die meisten Leute stört, wenn sie ständig vom gleichen unbekannten umgeben sind. Die Nennung ihres Namens nimmt er mit einer kurzen, angedeuteten, Verbeugung zur Kenntnis. So nennen wird er sie jetzt allerdings nicht. Er hat den Namen lediglich kennengelernt, das sie so genannt werden will ist für ihn nicht deutlich geworden. Da ist sie wieder, diese Barriere zwischen Mensch und Djinn, ihm muss man die meisten Dinge genau sagen, Andeutungen genügen nicht.
Ein Wunsch, tatsächlich formuliert sie den ersten Wunsch. Beobachtet man ihn genau kann man sehen, wie seine Konturen für einen Moment verwischen, nur einen Augenblick lang und schon steht er wieder klar und deutlich im Raum, nur um diese eine Frage zu hören, die Frage die beinahe jeder stellt. Er kann keine Macht schenken, das hat er bereits gesagt, neue Wünsche herbei zu zaubern, das wäre eine Form der Macht und somit ist es ihm nicht möglich. Wie oft hat er das bereits erklärt? Die Verärgerung und wie sehr diese Frage ihn nervt, das muss kurz auf seinem Gesicht zu sehen gewesen sein. Ihre Reaktion ist ein deutliches Indiz dafür, gut so, dann muss er es nicht wieder erklären, wenn sie sich doch damit zufrieden gibt. Die letzten Worte sind gerad gesprochen, da schwingt die Tür zum Raum ganz plötzlich auf, jemand betritt den Laden, schaut sich suchend um und beschließt dann nur schnell die Tür zu schließen und sich so zu stellen, das man ihn von außen nicht gleich würde sehen können. „ Der erste von drein, nun bleiben euch noch zwei“ . Alim hat sich nicht einmal herumgedreht, er wusste ja bereits wer dort durch die Tür kommt, zumindest aber warum er durch die Tür kommt. Ihre Frage war wunderbar offen Formuliert, was das jetzt mit sich bringt, das wird sie nach und nach schon merken.
Kilian
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Re: Einen Djinn Beschwören. Norah und Alim

Beitragvon Kilian » 5. Jun 2016, 03:05

[15:28] ₪ Wie ein Lyrikfanatiker, der an den Lippen eines Erzählers schmachtet, so hangen Augen und Geist der Rothaarigen an dem Wesen, dass sich vor ihr präsentierte. Also schien sie im Grunde nur zwei Wünsche frei zu haben, der dritte allerdings war für ihn gedacht. Es klang harmlos und für eine Frau des Handels sogar für einen Bruchteil der Sekunde nicht einleuchtend genug. Keine Antwort, nur ein bedächtiger Blick der Rothaarigen als sie augenblicklich darüber philosophierte wie lange Alim das schon so machte? Ein unausweichlicher Blick der besonders jener Statur und Bekleidung des Djinns gewidmet war, wanderte aufmerksam an ihm herab und erstmalig fand Norah ein wenig Zeit über die Kleidung zu urteilen. Der Stil war ihr wahrlich fremd, aber es waren edle Stoffe und eine gute Verarbeitung. Fehlerfrei angepasst, ideal auf den Körper des Djinns, erstaunlich. Gutes Handwerk, was auch schon der Phiole eingestanden wurde. Es blieb nicht lange so friedlich, mit einem Knall, den "etwas" gegen die Tür verursachte, galoppierte ein weiterer Schrecken ins Stüblein Hansson hinein. Rasant fährt Norah von ihrem Stuhl auf, völlig aus dem Kontext gerissen schwenkt sie ihren Blick gen Tür, die sich energisch aufdrückte „Es ist geschlossen!“ verkündet sie so taktvoll wie nur möglich und war in raubender Hab acht Stellung. Man wusste schließlich nie als was sich ein solcher Besuch am Ende entpuppte. Sie hatte nicht ganz sehen können, wer oder was den Weg in die Kürschnerei fand, traute sich deshalb ein paar Schritte voraus und bekam von Alim gesagt, dass es sich hierbei um ihren ersten Wunsch handelte. Zufall oder steckte in diesem absurden Aufeinandertreffen tatsächlich soetwas wie Magie? Wahrheit? „Wer ist das?“ will die Schwedin auf der Stelle wissen und erkannte einen Mann, hinter der Türe seitlich stehen „ Wer seid Ihr?“ fragte sie nun selbst, weil sie sich selbst davon überzeugen wollte, wohl sich wissend im Zentrum der Schutzdistanz stehen sehend, die sie unweigerlich einhielt – schnell flackerte noch immer der Atem des Mannes, der zumal äußerst streng und geradlinig auf Norah zurück blickte, dann sah er ein wenig weiter und erkannte den Djinn. Skeptisch fingen sich seine Augen Norahs Gestalt ein, er fuhr durch sein Haar und presste die Zähne angestrengt aufeinander „Chan eil càil fhios agam air dè a thachair.“ verwirrt zogen sich Norahs Augenbrauen zusammen und irritiert hatte sie zu Alim zurückgesehen, dann aber wieder zu dem Fremden „ Was…also…beherrscht Ihr nur die eine Sprache?“ sofern das kein Witz gewesen ist, mit diesen Wünschen, so war die Ausführung ihres Wunsches wohl ein Witz gewesen – wie hatte ein Mann mit fremder Sprache der Kürschnerei zu mehr Kunden verhelfen sollen?! Argwöhnisch rasten aufgehetzte Blicke des Fremden wieder aus der Kürschnerei heraus „ Was hast du mit mir gemacht?“ ertönten dann Worte zwar nicht auf ihrer Muttersprache, aber der geläufigsten die sie derzeit umgibt. Als Norah soeben noch das Wort ergreifen wollte, weil sie sich irgendwie ziemlich angesprochen fühlte, setzte sich der Braunhaarige schon in Bewegung, bedrohlich wirkte seine Körperspannung, abgehetzt und rastlos…ging mit schuldeinflößendem Blick schwungvoll an Norah vorbei, die gerade so ein wenig Platz einräumen konnte und beobachtet wie der noch Fremdere am Ende vor dem Djinn stehen bleibt, ganz dicht „ Hast du mich verstanden? W o bin ich hier?! “ wie in einem Ritterkampf, bei dem man nie so richtig weiß, zu welcher Seite man sehen sollte, sah Norah von rechts nach links, von links nach rechts. Die Atmosphäre schwellte spürbar an und schnell suchte die Kürschnerin nach einer gelungenen Waffe um sich vor weitreichenden Auseinandersetzungen zu schützen. Schnell fischte sie nach einer Lederschere und hielt sie samt Verschluss und Phiole zittrig in ihren Fingern vor ihrem Körper „ Wer seid Ihr?“ fragte sie schon wieder und erntete einen misstrauisch, unterkühlten Blick „ Wer fragt mich das? Gehört Ihr etwa zu denen? Alle Beide? Was bist du eigentlich?!“ erhob der Braunhaarige seinen Blick gen dem Djinn, man hätte es arrogant nennen können, dabei sollte es ein Wink sein, dass er hauptsächlich mit Alim in diesem Raum spricht „ Ich...ich...i...ich habe zuerst gefragt….“ schluckte Norah hart und war sich ihrer Sache überhaupt nicht sicher. Provozierte sogar bewusst und boxte sich in die Konversation hindurch „ Ja, wirklich…?“ machte der Fremde klar, dass er hier nicht zum Spielen gewesen ist. Das hatte die Schwedin auch überhaupt nicht angenommen. Seine dunkle Kleidung verriet eher weniger, möglicherweise sorgte diese dafür, dass er nicht auffiel. Wer hatte also nicht auffallen wollen, lediglich Leute, die etwas zu verbergen hatten, oder? Sprachlos blickte Norah zum Djinn – so ganz von wegen, das soll mein Wunsch gewesen sein?!
[17:10] Alim Djinn || Oh wenn sie ihm das deutlich macht, dann kann er seine Forderung für die erfüllten Wünsche, auch gern noch etwas steigern. Da lässt sich gewiss etwas finden, von dem sie beide etwas haben, doch wie ja schon erwähnt. Leider traut der Djinn den Menschen schon längst nicht mehr, er ist also bei weitem nicht so gutgläubig und erfüllt die Wünsche jetzt im besten Sinne, nur weil es so aussieht, als würde sie den letzten Wunsch, der Freiheit des Djinns widmen. Eben deshalb ist es auch d i e s e Person, die dort durch die Türe kommt. Mit Sicherheit hätte es andere Möglichkeiten gegeben, bessere Hilfen. Doch sie will einfach nur mehr Kunden und Unterstützung, kurz gesagt. Das beides kann sie durch diesen... nennen wir ihn Gast, problemlos bekommen. Muss nur er noch überzeugt werden, doch auch damit wird der Djinn sich nicht schwer tun, schließlich kann er seine Kraft anwenden, bis der Wunsch erfüllt und das ist er ja, genau genommen, erst wenn der Kerl sich in sein Schicksal fügt. Der Djinn steht, die Frau sitzt und schaut zur Tür, dementsprechend ist sein Rücken der Tür zugewendet. Ein umdrehen hält er nur bedingt für nötig und tut das mit einer ungeheuren Gemächlichkeit, er wartet einfach was passiert und hört den Worten zu. Etwas sehr praktisches an seinem da sein ist die Kenntnis der Sprachen. Also er kann nicht alle Sprachen auswendig, aber er kann in der Sprache sprechen die er hört. Muss er auch, wäre ja blöd wenn sich ein Djinn nicht mit seinem Meister verständigen könnte. Drohend kommt der Mann auf ihn zu, stellt sich ihm entgegen und schaut ihn an. Freundlich ist anders und eben dieser ausdruck steht in einem herben Gegensatz zu dem immer noch ruhigen Gesicht des Djinn. Nicht nur Mimik und Gestik unterscheidet die beiden, auch das auftreten, die Kleidung. Auf der einen Seite die schlichte schwarze Kleidung, möglichst unauffällig und pragmatisch, auf der anderen Seite das altertümliche Gewand des Djinn, aus grauem Stoff mit schwarzen und weisen Mustern, ganz ähnlich denen auf seiner Haut. Unterschiedlicher könnten die beiden Männer kaum sein, dennoch belauern sie sich, jeder auf seine eigene Art. Er geht kaum auf die Worte des Mannes ein, warum sollte er auch? Dabei handelt es sich nicht um den Meister, er ist nicht gezwungen ihm zu antworten, lediglich auf die Fragen der Frau muss er eine Antwort finden und genau das tut er auch, nimmt den Blick vom Mann, ganz als wäre er bloß eine unwichtige Beiläufigkeit, was er in seinen Augen ja auch ist. „ Das ist eure Unterstützung, ihr habt euch eine Hilfe gewünscht die auch den Kundenstamm erweitern kann“. Die Schere in ihrer Hand wird mit einer kurz hochgezogenen Augenbraue begutachtet. Er kann seinen Meister nicht verletzen, jemanden herbei zu Zaubern der das für ihn tut, das fällt genau so unter –nicht möglich-. Wie ist dieser Frau nur an seinen Flakon gekommen? Sie scheint wirklich nichts über einen Djinn und das Verhältnis zu dem Meister zu wissen. Dabei hätte sie sich auch das Menschenleder, in welchem sein Fläschchen aufbewahrt wurde, nur einmal genauer anschauen müssen. Mit einfacher Magie konnte man dort die Regeln, an welcher der Djinn der Flache gebunden ist, nachlesen. Jetzt erst schaut er wieder zu dem Mann, mustert ihn einen Augenblick und meint dann ganz trocken. „ das braucht dich alles nicht zu interessieren“ . Nicht wer er ist, nicht wer sie ist, nicht mal warum er hier ist. Warum sind Menschen nur so schrecklich neugierig? Ihr Leben ist eh zu kurz um wirklich etwas zu hinterlassen, da können sie sich auch gleich dem Schicksal fügen. „Nur das du ihr Dienen wirst oder es bereust“ eine Drohung? Oh ja! Es klingt aber mehr nach einer simplen Feststellung, so wie Alim die Worte spricht, denn so wie der Kerl hier hergekommen ist, so kann er auch im Kerker, auf dem Grund eines Sees oder in der Wüste, wieder auftauchen. Eben solange, bis er sich dann schließlich doch fügt. Wären die Kräfte doch nur nicht an die Erfüllung der Wünsche seines Meisters Gebunden, die Frage nach dem Wo würde ihn dann auch kümmern, nur so ist es eben ein Ort wie jeder andere es auch wäre.
[02:42] Norah Hansson war zwar meist eine sehr naive und tatkräftige, ja, sogar zuversichtliche und optimistische Frau von Welt gewesen, aber das überstieg selbst ihren Gipfel der Möglichkeiten. Eigentlich lag die Problematik viel eher darin, dass die Kürschnerin glaubte, dass alles hier nur schlecht zu träumen und darum wie versteinert nach der Ansprache des Djinns in ihren eigenen Räumlichkeiten stand. Inzwischen hatte Elouán seinen markanten Blick nicht von Alim gelassen, störte sich sogleich daran, dass er von dem anderen deftig übergangen wurde „Hey, hier bin ich.“ provozierte der halbe Hüne absichtlich und blickte abenteuerlustig der Nebelerscheinung entgegen. Dass der Flaschengeist allerdings derart resignierend antwortete, schien dem Flüchtigen absolut nicht zu schmecken. Schließlich hatten nur Alim und er gewusst, was eigentlich tatsächlich auf dem Spiel stand. Elouán einen Ticken mehr, er wusste was er verbrochen hatte, weshalb er gerade noch auf einem ganz anderen Fleck der Erde (so kam es ihm zumindest vor) auf der Flucht gewesen ist. Die Nasenflügel bebten aufgebracht, man(n) nahm die Worte des Djinns irgendwie hin, schenkte ihm, bevor man sich gänzlich von ihm wegdreht, einen letzten, mahnenden Blick „ Ich diene keinem.“ stellte er klar und sah eindringlich zu Norah, die mit Lederschere bewaffnet noch immer wie angewurzelt ihre Stellung vertritt „Aber vielleicht arbeitest du dafür?“ mit erhobenen Augenbrauen blickte sich der Voreingenommene Flüchtling im Laden um „ Was ist das hier?“ „ Eine Kürschnerei…meine Kürschnerei.“ vertritt Norah ihr eigenes Geschäft und Elouán lacht auf, dabei zeigten sich kurz die hellen Zähne „ Wenn ich arbeite, will ich Geld sehen.“ ufff, denkt sich Norah und sieht schon wieder zu Alim. Das alles gestaltete sich etwas schwieriger als erwünscht…aber offensichtlich kam der Fremde Helfer etwas zur Vernunft wie ihr schien. Ihn allerdings gerne einstellen? Das war noch nicht sehr selbstverständlich, schließlich war man sich nicht ganz grün gewesen „ Gute Arbeit wird stets gewürdigt, ich will erst sehen, was du kannst…“ der Braunhaarige ging durch den kleinen Laden und griff sich die unterschiedlichsten Stücke aus den hängenden Stangen „ Ich kann einiges…“ behauptet er und merkt gar nicht, wie eingenommen er von sich selbst gewesen ist, ein wenig selbstverliebt...er strahlte soetwas wie Stolz und Würde aus...und etwas unlust...wenn Norah ehrlich gewesen ist „…dir fehlt es an Sattlerzeug. Fällt mir gleich auf. Wer Leder hat, kann Geschirr für’s Pferd entwerfen.“ Norah horcht kurz auf und sah sich dann selbst in ihrem Laden um „ Das ist eine Kürschnerei, keine Sattlerei.“ ruft sie allen Anwesenden ins Gedächtnis und der Braunhaarige sieht mit skeptischem Blick zur ihr zurück „ Na und? Was spricht dagegen es zu kombinieren?“ ein rasches Blinzeln war die Folge der Rothaarigen, über eine derartige Erweiterung hatte Norah noch nicht nachgedacht. Noch nie. Hatte sie als Kürschnerin mit der Sattlerkunst auch noch nicht all zu viel Zeit verbracht. Es war ein Gedanke der auf Anhieb irgendwie gefiel… „ Naja…“ senkte sich so langsam die Schere in ihrer Hand „ …eigentlich nichts.“ gibt sie zu und erkannte endlich den kleinen Funken ihres Wunsches, allein nur in der Idee. Heiterkeit legte sich schleichend auf ihre Gesichtszüge, dabei sieht sie wieder zum Djinn „ Ich…ich denke ich habe gerade keinen zweiten Wunsch.“ „ Er ist ein Djinn? Daher die ganze Aufmachung!“ war dem Gälen nun einiges klarer geworden, er lachte dazu belustigt auf und machte eine wedelnde Handbewegung „ Schick ihn in sein Fläschchen zurück. Da gehört er hin!“ wenig Wertschätzung hatte der Mann dem erhabenen Wesen zukommen lassen und bestimmt hatte es seine Gründe dafür. Norah verstand es allerdings nicht und fühlte sich dank Alims Anwesenheit gerade irgendwie ein wenig geschützt. Ja, wie sollte all das weiter gehen? Würde dieser Fremdling hier nächtigen müssen? So wie es klang, hatte er nichts bei sich, außer ein Haufen Rätsel, die nicht unbedingt viel Vertrauen wecken. Unschlüssig sieht die Schwedin den Djinn an „ Ist das so? Müsst Ihr wieder zurück? Ist das besser?“ wie hatte sie all das eigentlich stemmen wollen, Meisterin für einen Djinn, Arbeitgeberin für einen nunja…ominösen Knappen ? Ach und ihr Geschäft so ganz nebenbei. Etwas unsicher griff ihre freie Hand in ihr offenes Haar, sie seufzt voller Belastung, aber irgendwie hatte sie es doch genauso wollen, oder?
[03:41] Alim Djinn || D A S soll Provokation sein? Nichts weiter als das geplärrte eines Mannes der sich nicht beachtet und geringgeschätzt fühlt. Alim ist der, der provoziert, durch eine ganz einfache Handlung, oder besser durch nicht Handlung. Er ignoriert den Mann einfach weiter, richtet sie Aufmerksamkeit nur auf die Meisterin und hätte er sich nicht so gut im Griff, man würde so etwas wie ein listiges schmunzeln auf seinen Lippen erkennen, doch natürlich ist genau das nicht zu erkennen. Es wäre ja nur eine Form der Beachtung und würde bedeuten, das Alim einen Gedanken an den Mann verschwendet, macht er auch, soll der aber nicht wissen! Der Rest schien sich nun von allein zu klären, gut er wird sich nicht beklagen, das heißt nur, er würde weniger Mühe mit dem ganzen haben. An Arbeit scheint er nicht uninteressiert zu sein, bringt erste Ideen mit ein und ja auch die Meisterin wirkt, als würde sie langsam begreifen, das der Wunsch den sie genannt hat, wirklich erfüllt wird. Sicher, auf etwas ungewohnte Art und Weise, doch wenn kümmert das schon im Großen und Ganzen? Dumm ist jener, den er hat kommen lassen, auch nicht. Das hört man, merkt man. Vielleicht hat der Djinn also doch mehr geholfen, als eigentlich von ihm geplant gewesen ist. Etwas das ihn fast ärgern könnte, wenn er den anfangen würde darüber nachzudenken. Macht er aber nicht, den etwas anderes rückt in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit, jetzt hat der andere Mann es geschafft. Er wird von dem Djinn direkt angesehen und nicht nur das, der Blick des Djinns ist dabei verärgert. Hat er das gerad wirklich gesagt! Da ist er schon froh, wenn die Gewissheit steigt, das dieser Meisterin wirklich wenig über Djinns wusste, und denkt sich das dies ganze hier eine sehr angenehme Sache werden könnte. Dann kommt so ein dahergelaufener, gut daher gezauberter, an und fängt an die Meisterin über ihn aufzuklären? Zum Glück handelt diese nicht sofort, sie fragt erst einmal nach und natürlich nimmt er sich einen Moment um über die beste Antwort nachzudenken. Lügen, wie angenehm diese Fähigkeit wäre, doch da es ihm nicht möglich ist, muss er aufpassen wie er nun spricht und vor allem was er nun spricht. Nur ungern würde er ihr die Gewissheit geben, das ein Befehl schon genügt und ihn in die Flasche zurück befördert, ganz ohne das er etwas dagegen tun könnte. Solang, bis das Fläschchen ein weiteres mal geöffnet wird. Nur langsam lässt er mit dem Blick vom Mann ab und sieht wieder zu ihr. „Es ist mein Fläschchen“ Bestätigt er was sie aber eigentlich schon weiß. Er hat sich gerad die Bedeutung der Sätze Schick ihn in sein Fläschchen zurück. Da gehört er hin! Und Ist das so genau so zusammen gepuzzelt, wie es ihm gerad am liebsten war. Man muss eben genau Formulieren. „Aber wir müssen nicht zurück und es ist auch nicht besser für uns, wenn wir zurück gehen“ . Beides stimmt so wie er es sagt. Es ist natürlich auch nicht schlecht oder schädlich wenn er zurück in die Flasche geschickt wird, nur will er eben nur ungern wieder in das Gefäß. Wer so lange geschlafen hat, der genießt es draußen zu sein. Selbst in zweifelhafter Gesellschaft. Wo sie nun aber sogar dieses Thema angesprochen haben, da kann er gleich einen Schritt weiter gehen und klärt sie, auf seine ganz eigene Art, darüber auf wie das mit Djinns funktionieren kann. Nicht muss, das behauptet er nicht, er erwähnt nur eben lediglich die Möglichkeit, welche im die liebere wäre. Da sollte ihm dieser Kerl nur nicht dazwischen kommen und am Ende verraten das er hier nur einen Teil des ganzen erläutert. Wie gut weiß er nun über Djinns bescheid? Eine große Frage die es für ihn zu klären gilt, doch bitte nicht während die Meisterin hier mit anwesend ist! „Wenn ihr allerdings genug habt, dann könnt ihr mich auch fort schicken. Ich werde dann wieder kommen, sobald ihr meinen Namen ruft“. Gut den hat er ihr noch nicht genannt, doch wenn sie sich etwas wünscht wird er es auch so hören, solange er nicht in der Flasche ist, kann dann also handeln. Wer sich mit Djinns auskennt, der würde ihn immer in die Flasche schicken, aus dem kleinen aber feinen Grund, Wünsche hat der Mensch viele, doch nicht alle sollte man erfüllt bekommen. Ist er nicht in der Flasche, dann wird auch ein daher gemurmelter Wunsch, vom Djinn erfüllt.
[09:37] ₪ Argwöhnisch lässt Norah immer wieder ihre Blicke über den Gehilfen fahren, der ganz interessiert sich durch die Stoffe ihres Ladens arbeitete. Zu interessiert wie sie fand! Wer versprach ihr denn, dass der Kerl tatsächlich nichts dummes im Sinn hatte? Alim der Djinn vielleicht? Sie hörte dem Mann mit der bläulichen Haut zu, sammelte dadurch all die Informationen die ihr fehlten, war es denn verzeihlich? Dass sie bislang vor all den Mythen und Wundern solchen Abstand wahrte? Nicht bewusst, mag sie einwerfen, niemals gewollt >nur< stand etwas ganz anderes bislang in ihrem Leben im Fokus und diesen Fokus baute sie aus. Verschaffte sich eine ganz neue Existenz, machte sich und ihrer Arbeit einen löblichen Namen. Ja, bekannt war der Rotschopf für seine Werke schon lange gewesen. Auf das war sie stolz, merkte jedoch, welchen Tribut diese ungeheuerliche sture Arbeit und der große Wille zu werden was man heute ist, eingefordert hatte. Sie hatte all das, was um sie herum existierte kaum gesehen. So war sie das erste mal schon schwer schockiert als die Schinderin einst mit den Überresten einer Fee um die Ecke zog, ihr das gute Stück präsentierte, als gäbe es keinen Morgen mehr und sie selbst es war, die Angst vor dem Ungewissen in eine andere Dimension ausgebaut hatte. In dieser Zwischenzeit ist einiges passiert, genug, wenn man Norah persönlich kannte und danach fragte. Sie hatte mit all den kleinen Geheimnissen hausgehalten, selbst vor Tyler, der inzwischen auch soetwas ist, wie ein Bestandteil ihres Geschäftes, ihres Lebens nur anders wie man sich das vielleicht vorstellen wollte. Sicher war, dass Norah noch immer die allergrößten Schwierigkeiten damit hatte, das Wunderhafte anzuerkennen. Ihr fehlte der nötige Verstand dafür, nicht weil sie besonders dumm gewesen ist..sondern weil sie auszublenden wusste, was auszublenden war um das zu erreichen, was sie bislang erreicht hatte. Helles Blau wich aus den Augen, ganz interessiert mustern sie die Erscheinung des Djinns. Sie hörte ihm zu, ganz aufmerksam, blickte dabei wieder auf die Phiole in ihren Händen. Elouán hob den Blick kritisch an und spähte direkt zum Djinn, dann schmunzelte er gerissen in sich hinein und schüttelte nur den Kopf über die Worte des anderen – er räusperte sich etwas lauter, hustete fast schon und sorgte damit für etwas Stille, ehe die Kürschnerin zu irgendeiner Entscheidung kam, die sie möglicherweise bereuen könnte „ Einen Namen den du hoffentlich schon kennst, Kürschnerin?“ drescht er gehaltlos in die Konversation mit ein und fährt eilig fort „Brìgh gach cluiche gu dheireadh.“ doch der Braunhaarige erkannte es schon wieder in dem ratlosen Blick der einzigen Frau hier im Raum, sie beherrschte seine Sprache nicht, er lächelte verzeihend, wirkte anders als soeben, sogar charmant – alles nur um sich in einem besseren Licht darzustellen und bei dieser Rothaarigen könnte es schnell Früchte tragen, das spürte er „ Was so viel bedeutet wie; Der Gewinner des Spiels steht erst am Ende fest.“ ein scharfsinniger Blick traf Wurfmessergleich den Djinn. Norah schien tatsächlich ins Wanken zu kommen und atmete schwer durch. War es eine Entscheidung die sie am Ende bereuen musste? Nachdenklich kehrte ihr unsicherer Blick wieder gen Alim „ Ihr sagtet ihr heißt Alim. Ist das Euer Name?“ fragte sie nach und natürlich hatte sie jenen vor lauter Aufregung nicht registrieren können und müssen! Aber, wer derart Kundenzentriert ist, der hatte das Gewisse Gehör für Namen. Ihr Kundenstamm war nicht nur in ihrem schlauen Buch eingetragen und verankert, nein, jedes Gesicht trug seinen Namen und keines dieser Gesichter hatte sie jemals vergessen. So auch dieses nicht. Norah dachte flüchtig darüber nach, Alim gleich die Freiheit zu schenken, sie würde sich sehr genügsam zeigen, bestimmt, aber es war vielmehr die Sorge vor dem Ungewissen. Hatte sie sich ein weiteres mal etwas wünschen wollen? Die Option es zu können, war derart ergreifend, dass sie ihren Gedanken der Genügsamkeit nach ganz hinten anstellen ließ, sie lächelte verhalten darüber, so kannte sie sich nicht, nicht im Geringsten „ Also, ich glaube Euch.“ nickt sie dem Djinn zu, sieht ihn dabei ganz aufrichtig an „Ihr beweist sehr viel Geduld mit mir…“ Elouán hob nur scherzhaft die Augenbrauen an, das hatte nicht ihr ernst sein können, waren seine ersten Gedanken und gewiss auch nicht seine letzten! Doch Norah schraubte die Phiole wieder zu und nickte Alim gewissenhaft entgegen „ Ich werde Euch rufen, wenn ich Euch brauche, Alim. Ihr dürft gehen…“ versicherte sie ihm und lächelte dann vorsichtig. Sie wusste nicht, ob sie sich richtig entschieden hat! Währenddessen kam Elouán den zwei wieder etwas näher „ Na hoffen wir, dass du dich richtig entschieden hast…“ wirkt er wenig getroffen, mehr belustigt. Sie würde das Echo ihrer Taten mit Sicherheit schon bald bereuen, da war er sich sicher.
[03:18] Alim Djinn || Einer in diesem Raum fängt tatsächlich bereits an zu bereuen. Der Djinn! So etwas nennt man wohl, sich ins eigene Fleisch schneiden. Da will er wirklich nur das schlechteste für seinen Meister und was bekommt er? Das schlechteste für sich. Der Gehilfe ist für seinen Geschmack etwas zu aufgeweckt und vor allem, lang nicht so gutgläubig wie die Meisterin. Was er ihr wohl alles für Flöhe ins Ohr setzt, sobald er diesen Laden hinter sich gelassen hat. Würde er sie über alles aufklären? Oh Bürschchen, das rat ich nicht! Dann wird er in den zwei nachfolgenden Wünschen nicht zum Nachteil der Kürschnerin handeln, sondern zu dem des Gehilfen, solange die Formulierung dies offen ließ, worauf er jetzt einfach mal zu hoffen wagte. „Alim der Djinn “ bestätigt er den Namen, ja sie hat es vom anfang richtig behalten. Nur auf ihr liegt der Blick der blauen gestallt, man hat die Entscheidung getroffen den Gehilfen nun weitestgehend zu ignorieren. Dieser soll sich gefälligst um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und sich nicht in andere einmischen, eigentlich sollte er der Kürschnerin das Leben etwas auf den Kopf stellen, nicht ihm das Leben schwer machen. Ein Djinn gerät nicht alle Tage an solch eine Meisterin, würde er wissen, das sie bereits darüber nachdenkt ihn wirklich frei zu lassen, der Djinn wäre mehr als nur überrascht und vielleicht bekäme er sogar den Anflug eines schlechten Gewissens, da er ihr doch d i e s e n Mann zur Seite gestellt hat. „Ich kann euch nicht belügen“ Klärt er sie über einen weiteren Aspekt der Verbindung auf, einem den man durchaus skeptisch gegenüber sein kann. Schließlich könnte das schon gelogen sein (was es nicht ist) und wenn er dann später lügt, würde man ihm alles glauben, schließlich geht man davon aus, er könne nicht Lügen. Ob sie allerdings zu so misstrauischen Gedankengängen möglich ist? Die nächsten Worte sorgen für ein zucken der Mundwinkel, sehr viel Geduld? Auch das gehört alles dazu, bisher hat er noch keinen Meister so etwas sagen hören. Hoffentlich lässt sie sich nicht all zu sehr von ihrem neuen Gehilfen beeinflussen. Die Andeutung einer Verbeugung, mehr gibt es sonst nicht zu diesen Worten, er ist als Djinn dazu verdammt zu Dienen, in guten wie in schlechten Zeiten. Oder so ähnlich. Dann, sie sagt es tatsächlich, es geht für den Djinn nicht in die Flasche zurück, sie wird ihn rufen. Das heißt bis zu einem Wunsch oder bis sie seinen Namen ruft, da ist er tatsächlich frei Nicht Frei frei, aber immerhin etwas losgelöster. Oft kommt das tatsächlich nicht vor, doch er darf nicht zu überschwänglich wirken, denn wenn er das tut, wird das am Ende noch für Skepsis sorgen und so die Worte des Mannes nur bestätigen. Wo wir jetzt schon dabei sind, das bestätigen von Worten, die dieser Mann gesagt hat, das liegt ihm fern. Vielleicht deshalb, vielleicht weil sie ihn nicht in die Flasche zurück schickt oder weil sie eben einfach so schrecklich unbedarft ist, was den Umgang mit dem Djinn angeht, verschwindet er nicht wortlos. „Ich danke euch, und werde kommen, sobald ihr mich ruft “ ob jetzt mit dem Namen, oder weil sie einen Wunsch äußert, wobei er das mit dem Wunsch bewusst nicht erzählt hat. Würde sie wissen, dass schon ein unbedacht geäußerter Wunsch, ihn wieder herbringen würde und ihn dazu zwingt, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, dann wäre die Flasche sofort wieder sein Gefängnis. Da gesteht er es lieber diesem elenden Gehilfen zu, das er mit seiner vorhersage rechtbehalten könnte, und sie es irgendwann bereut. Ganz ähnlich wie sein erscheinen, sieht nun auch das Verschwinden aus, nur eben genau andersherrum. War die gestallt erst noch fest, verschwimmen langsam die Konturen, neblig wird das ganze, bis nur noch blaugrauer rauch zusehen ist. Selbst dieser wird immer und immer schwächer, bis er schließlich ganz verschwunden ist.
[00:44] Norah Hansson vernahm die Worte des Djinn sehr aufmerksam, man hatte es auch übertrieben gelehrig nennen können, schließlich hatte ihr nichts an Information vorbeischwabben sollen. Das Kürschnerweib schien unglaublich beruhigt, als man ihr versicherte, dass man sie nicht belügen konnte. Oh ja, das hatte für Vertrauen gesorgt, Zuversicht für das Ungewisse. Norah war so naiv, bitter nur, dass sie das nie so wirklich ablegen konnte, selbst wenn sie wollte…sie hatte es nicht geschafft. Natürlich glaubte sie ihm, lächelte ihm ungemein sanftmütig entgegen. Alim bedankte sich während Elouán schon dicht neben Norah stand und wie die Kürschnerin eben, dem Abdampfen des Djnns zuguckte „ Auf bald…“ säuselte die Schwedin leiser und hatte sich dem Spektakel hingegeben. Unterdessen nutzte Elouán den deutlich schwachen Moment der Rothaarigen um sie eindringlicher zu mustern und prustete augenblicklich los „ Ist das irgendeine besondere Masche?“ Norah sieht zu dem Fremden hinauf, unschuldig der Ausdruck in ihren Augen „ Wie bitte?“ der rauherzige deutete auf Norahs ganze Gestalt „ Na das?! Du kannst mir doch nicht sagen, dass du diesem Djinn groß Glauben schenkst? So dämlich ist doch niemand!“ ehrliche Worte prallen da in das Gehör der Handwerkerin, die etwas empört die Augenbrauen zusammenzieht und den Mund leicht öffnet. Nichts hatte sie dazu sagen können, Elouán merkte es und schüttelte grinsend den Kopf „Du hast ganz recht getan und dir einen Gehilfen gewünscht, gute Frau.“ schob sich der Braunhaarige fein ins strahlende Retter/Ritter/Heldenlicht! Norahs Blick? SKEPTISCH - dass passierte so selten, sehr selten. Sie verschränkte die Arme vor der Brust „ Ich brauche Hilfe beim Arbeiten, meine Entscheidungen…bleiben…meine Entscheidungen.“ stellte sie kurz klar und hatte mit diesen Worten wieder ein wenig Mut (?) sammeln können um vor diesem Typen irgendwie zu bestehen. Der andere hob achtungsvoll kurz die Hände zu ihren Worten, fummelte jedoch gleich danach schon das nächste Stück Stoff an, dass er finden konnte. Nur kurz betrachtete sich Norah den Fremden genauer „ Ich gehe davon aus, dass du wohl keine Bleibe hast…?“ ihr Kopf legte sich fragend dazu leicht zur rechten Seite hin und entriss ihm die momentane heilige Arbeit die er sich ungefragt auf dem Tisch gegriffen hatte. Gefundenes Fressen, die ganze Kürschnerin war es, Elouán schmunzelte flüchtig und leicht erstaunt „ Richtig…“ antwortet er knapp und seine Aufmerksamkeit ruht auf der Kürschnerin, diese schluckte ertappt und legte sogleich ihre Stoffe wieder sorgfältig auf den Tisch zurück „ Nun gut…“ seufzt sie und hatte ihre weiteren Worte gar nicht sagen wollen „ Ich brauch nicht viel Platz..“ gestand er ihr zwinkernd und lief abermals in der Kürschnerei umher. Ganz schnell hatte er den Gang hinauf gesehen und deutete auf jenen „ Ich schätze hier lang?“ völlig entgeistert sieht Norah ihn an, ihn in ihre Privaträume mitschleppen?! Sie kannte weder Namen noch Herkunft von diesem Fremden! Irrsinn, es wäre solch ein Irrsinn gewesen. Die Phiole wurde ebenfalls auf dem Tisch abgelegt, die leicht kühlen Hände strichen an ihrem Oberkörper entlang, sie versuchte sich glatt zu Bügeln, ihre zerknautschte Seele, mehr das zerdrückte Innere, sie schüttelte den Kopf und schnappte sich eine, der brennenden Kerzen und nutzte sie als Wegbegleiter. Wortlos ging sie ihm vorraus und hatte ihn in ihre Lagerräume gelassen. Alles wäre dumm gewesen, das ganze Prozedere war dumm gewesen, sie hätte ihn wie einen Köter vor die Tür ihrer Kürschnerei setzen sollen…sich überhaupt nicht verantwortlich fühlen sollen, aber…sie konnte nicht. Norah hatte es nicht über das Herz gebracht, sie drückte die Tür zum Lager auf. In jenem lagen hinter einigen Regalböden merkwürdige Geheimnisse versteckt, aber jene sprach die Kürschnerin nicht an, nie, eigentlich „ Also…“ sie blickte sich rasch um, zeigte auf zwei, drei Stoffe „…die hier kannst du nehmen, falls es dir kalt wird. Das ist das einzige was ich dir anbieten kann.“ wieder versuchte sie ganz taff zu wirken, dabei hielt sie sich klammernd an ihrem Kerzenständer fest, den Elouán nach etwas zeit ergreift, ihn ihr abnimmt „ Zu gütig…“ meinte er und man hörte es, sogar die Schwedin hörte es, wie sarkastisch er dabei gewesen ist
[00:44] ₪ „ Übe dich in Dankbarkeit, ich weiß einen feuchten Kehricht über dich…Vertrauen muss man sich erarbeiten.“ „ Wie lang hat der Djinn dafür gebraucht? Zwei oder Drei Minuten?“ herausfordernd erheben sich die Augenbrauen des wenig erfreuten Gehilfen, Norah sog nur schnell und eilig die Luft scharf dabei ein und hatte sich gerade jetzt eine andere, etwas fragwürdige, aber ebenso permanente Gestalt herbeigesehnt. Vielmehr sah sie sich hier in dem Lager eigentlich vor jemand ganz anderen stehen. Warum sie gerade jetzt an ihn denken musste? Womöglich wäre es irgendwie angenehmer für sie gewesen als … das! hier. Sie räuspert sich, bewahrt Haltung und Würde „ Ich werde morgen früh nach dir sehen, sofern du noch nicht aufgestanden bist. Dann werden wir die Aufgaben besprechen…“ „ Und Lohn.“ „ Und deinen Lohn…“ ging sie tatsächlich darauf ein und schenkte ihm einen letzten, wirklich unsicheren Blick „ Elouán….Elouán Connór.“ stellte er sich dann doch vor und Norah, die gerade eben die Türschwelle passieren wollte, sah zu ihm zurück, er lächelte verstohlen und leicht, sie lächelte wage mit, nickte schwach und ging dann in ihre Kürschnerei zurück. Ließ ihn allein. Von Schlaf der Schwedin war in dieser Nacht wohl kaum die Rede – aber es wär nicht die erste Nacht gewesen, die die Kürschnerin zum Tag umgestaltet hätte! ~
Kilian
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