Erste Begegnung, Seija, Enzo und Jace :mrgreen:

Erste Begegnung, Seija, Enzo und Jace :mrgreen:

Beitragvon Kilian » 12. Apr 2016, 20:08

[19:36] Mara || Ungeduld, eines der Gefühle das wirklich jeder kennt. Manche mögen es gut verbergen können, doch eigentlich ergreift sie früher oder später von jedem einmal Besitz. Seija versucht gar nicht wirklich sie zu verstecken. Nein! Eigentlich hat sie jedem in ihrer näheren Umgebung, also hauptsächlich ihren Brüdern und den Bediensteten, damit in den Ohren gelegen. Warum auch nicht! Man hat sich gefälligst mit ihr zu Freuen oder es wenigstens zu ertragen, wenn sie das tut. Die Brüder haben in diesem Punkt einmal wieder auf ganzer Linie versagt, auch daran zu erkennen, dass sie nun alleine am Hafen ist. Nicht das dieser Umstand irgendwie bedenklich wäre. Sorgen müssen sich die beiden um die kleine Dämonenbrut nicht gerade machen. Wenn man es ihr auch nicht gleich ansieht, sie weiß schon sich durchzusetzen
Taubenblau, das Kleid an ihrem Leib, Mieder und Handschuhe sind schwarz, genau wie der kleine Schirm, den sie in der Hand hält und der das Mädchen vor der Sonne schützen soll. Locker liegt er auf der Schulter auf und wird von Seija dabei leicht gedreht. Ihr Blick liegt auf dem Wasser, nein nicht auf dem Wasser, mehr auf dem Horizont und dem Schiff das dort aufgetaucht ist. Das muss es sein, das Holz ist dunkel, die Segel aus rotem Tuch. So sieht doch ganz bestimmt nicht jedes Schiff aus, das hier im Hafen einläuft! Warum sie hier eigentlich so ungeduldig wartet? Ihr ganzes Habe kommt mit diesem Schiff, also vieles, ein bisschen. Das wichtigste! Die Reise in diese Stadt war eigentlich eine ziemlich spontane Entscheidung, das nötigste hat sie mitgenommen -was bei ihr immer noch eine ordentliche Menge dargestellt hatte- jetzt kommt endlich der Rest und natürlich freut Frau sich darüber wenn ihr Kleiderschrank endlich wieder eine gute Größe annimmt. Da hat auch das eine Kleid von ihrem Bruder nicht geholfen, es war eben nur eines mehr und da, auf dem Schiff, da kommen viele!
Das ganze dauert ihr viel zu lange, gut möglich das mancher jetzt denken würde -Ich hab so lang gewartet, eine kurze Weile mehr stört auch nicht mehr-. Die kleine Dämonenbrut nicht, als Ziehtochter eines Wohlhabenden Aristokraten und einer Dämonin, da ist sie es nicht gewohnt auf irgendetwas länger warten zu müssen. Die Kinder sind alle samt verwöhnt, da bildet die Jüngste in der Runde keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil! Hin und her läuft sie am Pier und wäre sie bereits Mächtiger, dann würde sie dafür sorgen, dass dieses Schiff schneller ankommt. Wie? Das könnte sie sich ja dann überlegen. Das Schiff scheint sich wirklich im Schneckentempo über das Wasser zu schieben. Für die anderen Wesen und Gestallten hier im Hafen, hat sie kaum einen Blick übrig. Das Geschäftige Treiben in ihrem Rücken wird ignoriert, ihr Schiff ist ja auch schließlich nicht das einzige, das im Hafen eingelaufen ist, beziehungsweise, bald einlaufen wird. Groß und klein, alles liegt hier vor Anker, manche haben ihre besten Zeiten schon hinter sich und gerade ein paar von den kleineren sehen aus wie frisch aus der Werft gefahren. Eines der kleineren Schiffe, es ist erst kurz vor ihrem Schiff am Horizont aufgetaucht und doch bereits dabei richtig einzulaufen. Genau dort wo die junge Aristokratin sich zum warten hingestellt hatte. Gut das stört sie jetzt doch. Das Gewusel und Gewimmel kommt nun schließlich zu ihr. Da laufen auf einmal Seeleute an ihr vorbei, fangen die Taue und bringen die Dämonenbrut dazu ein paar Schritte zurück zu weichen. Jetzt ist ihr zwar der Blick aufs dunkle Schiff mit den dunklen Segeln verwehrt, dafür ragt das andere direkt in ihrem Blickfeld auf. Es dauert nicht halb so lange wie sie erwartet hätte, da liegt es schon sicher im Hafen und die Planke wird hinunter geschoben. Die ersten Menschen können das Schiff verlassen, manche mit blassen Gesichtern, andere deutlich als Seeleute zu erkennen und noch einige mehr. Sie hat genug gesehen. Dort befindet sich schließlich nicht das gewünschte! Sie dreht sich um, achtet selbst nicht auf den Weg und stößt mit jemandem zusammen. Vollkommen unvorbereitet trifft sie der stoß. Ihr Schirm entgleitet der Hand und fällt zu Boden. Eine kräftige Böe würd nun reichen und auf nimmer wiedersehn! Schon wäre er auf das weite Meer verschwunden. Nur weil ihr Habe bald ankommen sollte, heißt das aber nicht, sie würde gern auf das was sie bereits in Era hat, verzichten. Was also nun als erstes tun? Den Mann mit einem bösen Blick betrachten, ganz eindeutig! „Passt doch auf!“ das sie eigentlich die Hauptschuldige an diesem zusammenstoß ist, ist vollkommen unerheblich. Lachen klingt hinter ihrem Rücken, irgendjemand fand die Situation wohl besonders witzig. Fehlt noch der Schirm zu dem sie sich jetzt drehen möchte, es sind nur wenige Schritte, doch schon ist passiert was zu befürchten war. Ein kräftiger Windstoß und der Schirm wird in Richtung Schiff gepustet.
[22:52] ₪ "Ist es noch weit?" Die unzureichende Begeisterung in der Betonung der gewählten Worte des Söldners ließen unlängst darauf schließen, kaum die für die Bewältigung der aufgetragenen Aufgabe nötige Lust aufzubringen. Nachdem er erbarmungslos aus seinem viel zu kurzen Schlaf gerissen worden war, begann der frühe Morgen damit, über Schmerzen an den Handgelenken zu klagen, welche unweigerlich mit den angelegten Schmuckstücken einher gingen und dadurch noch zusätzlich zu seinem wirklich professionellen Leiden eine weitere Last bildeten. Nicht zuletzt hatte er sich an die Unbarmherzigkeit des kalten Eisens gewöhnt, auch wenn er selbst dessen Existenz als albern erachtete. Bereits seit mehreren Wochen schuftete der Südländer im Rahmen seiner von der höchsten Instanz Eassos auferlegten Sozialstunden für die Marine im Lande. Eine Tatsache, auf die er nicht besonders stolz war. Doch schlussendlich machte sich ein positiver Eintrag in seiner unzureichenden Akte sicherlich gut, wenngleich Enzo sich zu hundert Prozent sicher war, dass diese Beurteilung seiner weniger schlechten Taten zwischen all dem Mist, den er bereits in seinem Leben fabriziert hatte, nicht überlebte. Zumindest nicht lang. Er bekam keine Antwort auf seine zuvor so lose ausgesprochenen Frage, weshalb er versuchte, mit einem wechselnden Thema die Aufmerksamkeit des bulligen Matrosen auf sich zu ziehen. "Wenn das hier kein Date ist..." Und davon ging der Söldner aus, um sein Gesicht und gleichermaßen auch seinen Stolz zu wahren. "...könnten wir auf etwaige Geschenke doch verzichten, oder?" In einer mechanischen Bewegung hob der Mann seine in eiserne Ketten gelegten Hände empor, um mit einem rasselnden und dadurch ziemlich nervenden Geräusch auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, welche sich anklagend in seine Haut fraß. Doch die einzige Reaktion, die Enzo damit provozieren konnte, war ein selbstgefälliges Grinsen, dass in all seiner Pracht die trockenen Lippen des Wachmannes umspielte, der seitdem das Schiff aus dem Hafen seiner Stadt gelaufen war, stets seinen Schatten mimte. Durch ein paar Kettenglieder hindurch spähend, stieß der Gefangene einen unzufriedenen Seufzer aus, während er sich mit dem Rücken gegen das Geländer des Schiffes lehnte. "Bist wohl nicht sehr gesprächig, was?" Er würde sicher nicht so weit gehen, dass er behauptete, die vielen Stunden mit dem weitaus gesprächigeren Soldaten der Marine zu vermissen. Doch die Gesellschaft des Stummen machte die Tatsache, dass er einer Überführung eines Gefangenen beiwohnte, nicht besser. Abgesehen davon, dass seine sogenannten Fesseln verdammt unbequem waren! Er musste doch wirklich beide Hände heben, um sich mit einem Finger im Ohr herum zu puhlen. Selbst das Popeln stellte sich als äußerst schwierig heraus, wenn die Koordination seiner Hände nicht so recht funktionieren wollte. Im Grunde genommen sollte Enzo sich nicht beschweren. Schlussendlich befand er sich doch zu Fünfundsiebzig Prozent in dieser misslichen Lage. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er behaupten, bereits den halben Monat in eisernen Ketten verbracht zu haben. Und ein weiterer würde noch folgen. Murrend drehte sich der Söldner wieder herum, um die hellen Iriden über das tosende Meer zu schicken. Die Ellenbogen auf das Geländer stützend, legte er sein Gesicht in beide Hände und versank in der Beschäftigung, abwesend an seinem stoppligen Bart herum zu spielen, der seit mehreren Tagen schon keiner ordentliche Klinge mehr begegnet war. Das lag weniger daran, dass Enzo ein Faulpelz war, sondern vielmehr daran, dass die Ware auf dem Schiff eher mangelhaft war. Selbst das eigene Hab und Gut, welches ihm gestattet wurde, mit zu nehmen, bestand nur aus ein paar Lumpen. Darunter das Hemd, welches die Heilerin aus dem Gefängnis in Eassos ihm geschenkt hatte und etwas sehr wertvolles, dessen Wert sich wohl als Nichts schätze. Er trug Nichts mit sich herum! Das Hemd trug er am Leib und die restlichen Dinge, denen er einen materiellen Wert zugeordnet hatte, wurden achtlos in der Zelle zurück gelassen, die er seither bewohnt hatte. Ernsthaft! Wer würde sich auch die Mühe machen, ein paar aufgehäufte Sandkörner und das Skelett einer toten Maus als Erinnerung mit sich herum zu schleppen? Niemand. So blieb das Gepäck übersichtlich und konnte nicht verloren gehen. Anders war es bei seinem neuen Freund, der sich gerade daran machte, mit der Spitze seines Dolches die Reste des Spanferkels vom vorherigen Tag aus seinen Zähnen zu kratzen. Das Geräusch, welches unweigerlich dabei entstand, schickte Enzo dazu an, ein lautes Brummen von sich zu geben. “Gnah, kannste das mal lassen?“ Der widerliche Ton überdeckte sogar den heulenden Wind, der unnachgiebig die Segel aufblähte und das Schiff langsam aber sicher seinem Ziel entgegen schubste.
[22:56] ₪ Und mit dem näher kommenden Pier, den Enzo bereits in der Frne erkennen konnte, rückte auch die Aufgabe näher, welche man ihm auferlegt hatte. Dabei war an Ferien wohl nicht zu denken. Eigentlich war das Vorhaben simpel. Laut den Erzählungen des Großadmirals, die der Söldner nur mit einem mangelnden Interesse verfolgt hatte, sollte alsbald ein Bündnis zwischen der riesigen Stadt Eassos und dem heranwachsenden Dörflein Eranya entstehen. Dazu schickte man Boten über das Meer, welche unbekannte Waren von A nach B bringen sollten. Die einzige Rolle, die Enzo dabei bewusst einnahm, war jene des Gefangenen für zwischendurch. Ihm oblag die Aufgabe, dämliche Botengänge zu erledigen oder – wie in diesem Moment – seinen Wachmann irgendwie davon zu überzeugen, ohne die eisernen Accessoires keine Dummheiten anzustellen. Doch ganz gleich, wie sehr sich der Südländer diesbezüglich auch ins Zeug legte – er trug den neumodernen Schmuck selbst dann noch, als er hinter seinem Herrchen die Planke hinunter stolperte. Als dieser sich wie eh und je in Schweigen hüllte, konnte der Mann nicht mehr an sich halten und ließ seine Wut an einem schweren Sack Reis aus, der ihm nicht einmal im Ansatz die Genutuung schenkte, welche er verdient hätte. Denn anstatt sich in seine Einzelteile zu zerreißen – so der Wunsch des Söldners – sackte dieser einfach nur stumpfsinnig in sich zusammen. Und er selbst? Er verspürte nun große Schmerzen an seinem Fuß. Wirklich toll gemacht! Doch als er die Planke verließ, um endlich wieder festen Boden unter den Tretern zu haben, offenbarte sich ihm ein anderes Schauspiel, dass durchaus einen gewissen Reiz hatte. Dabei war er nicht derjenige, der mit der unverhofft wartenden Dame zusammen stieß. Nein, er war derjenige, der nicht an sich halten konnte, lauthals los zu lachen. Muhahahahahaha! Doch das Lachen blieb ihm bald im Halse stecken, als der fallen gelassene Schirm einen Angriff auf ihn plante. Der aufkommende Wind strafte den Mann, in dem er ihm das Schirmchen entgegen blies. So wurden die gehässigen Laute zu einem albernen Kreischen, dass mit einem Fuchteln der Arme einher ging, dass in seiner Albernheit nicht zu übertreffen war. Er wurde angegriffen! Hatte das denn niemand bemerkt? Und zu allem Überfluss verfing sich der Griff des sonderbaren Accessioires auch noch in seinen Ketten, sodass aus einem losen und so dreist geplanten Angriff ein regelrechter Kampf wurde. Ein Kampf, der darin sein Ende fand, den Schirm komplett zu zerfetzen, um als alleiniger Sieger aus der flüchtigen Auseinandersetzung hervor zu gehen. Er war der Held des Tages! Er hatte einen vermaledeiten Schirm in die Schranken gewiesen! Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Amok laufende Ding über die schaulustige Menschenmasse hinweg gefegt wäre. Vermutlich reckte Enzo deswegen stolz das Köpfchen! Doch offenbar hatte niemand seine kleine, kämpfrische Einlage gesehen. Denn das Publikum scharte sich nicht um ihn, sondern um die am Boden liegende Frau, deren Blick unweigrlich erst ihn und dann den kaputten Schirm in seinen Händen musterte. Oh oh...
[00:33] Mara Fassungslos, empört, schockiert, verärgert, steht man nahe genug an ihr, dann wird man sicher jede dieser Emotionen erkennen können. Das gibt es doch nicht, hat er wirklich gerad… ist ihr Schirm? Kaputt, er hat ihn einfach zerstört. Anstatt ihn einfach zu fangen und festzuhalten, wie es wohl jeder normale Mensch, oder Dämon oder einfach jeder getan hätte. Nein, er zerpflückt ihn. Nichts, wirklich nichts! Das sie besitzt ist billig, all ihre Lieblingssachen hat sie gleich mit auf die Reise genommen, nur der Rest kommt heute nach, ein Teil davon. Was also sagt uns sie Tatsache, das dieser Schirm sich bereits in ihrer Obhut befunden hat? Genau! Er gehört, nein trauriger weise muss man jetzt sagen, gehörte, zu ihren liebsten Sachen. Während sie noch in Richtung Schirm und Mann starrt, hat sie gar nicht mehr daran gedacht, wie es denn eigentlich dazu gekommen ist, dass ihr Schirm in die Hände des Mannes geraten konnte. Sie ist gegen einen anderen Mann gerannt und hat ihm das noch zum Vorwurf gemacht, etwas das bei diesem auch kein Wohlgefallen auslöst. Ein Seemann, ganz eindeutig. Noch immer steht er neben ihr und schaut sie an, die Stirn hat furchen gebildet und nein, auch er sieht nicht glücklich aus. Erst rennt sie in ihn hinein und dann soll es auch noch seine schuld gewesen sein? Verletzt hat er sich nicht, natürlich nicht, im Gegensatz zu ihm ist Seija ein Leichtgewicht. Im Gegensatz zu den meisten ist Seija ein Leichtgewicht, doch in dieser Situation ist es mal wieder überdeutlich, schließlich überragt er die Dämonenbrut auch um gut zwei Köpfe und hat die typische raue Art an sich, wie man sie eben von Menschen kennt, die einen Großteil ihrer Jahre auf dem Meer verbracht haben.
Wie schön das Seija diese ganze Tatsache gerad nicht im Geringsten interessiert. Viel wichtiger ist es, jetzt das Kleid zu richten. Mit geübten Handgriffen zupft sie hier und dort, klopft etwas Dreck ab und am Ende sieht alles wieder ganz passabel aus, ach was schreib ich passabel, natürlich ist ausgezeichnet gemeint. Zumindest wenn es nach dem empfinden und der Auffassung des Mädchens geht. Das reicht dem Kerl nun scheinbar, erst wird er angerempelt, dann beschuldigt und jetzt tut die Kleine auch noch so, also wäre er Luft? Mit einer Hand will er den Arm des Mädchens greifen, streckt seine Pranke auch schon aus, doch zuckt zurück bevor er sie auch nur berührt hat. Eben die vier Emotionen vom Anfang, gepaart mit einer Priese Schmerz und vielleicht noch einem Tüpfelchen Furcht, sieht man nun auf dem älteren Gesicht. Er hat sich verbrannt, noch ist die Haut an seiner Hand nur stark gerötet, in wenigen Minuten wird sie von Brandblasen bedeckt sein. ´n Der Seemann war ein Mensch, ein schwacher und dummer noch dazu, sie ist nicht wirklich mächtig, nicht im Vergleich zu anderen Dämonen, dafür ist das Mädchen noch viel zu jung. Doch sie genügt um gewöhnliche Menschen zu verschrecken. Auch jetzt funktioniert es, sie kann ihre Schritte unbeirrt fortführen, direkt zu dem Schiff und der Planke. Der Alte lässt sie und versucht das Mädchen nicht noch ein weiteres Mal daran zu hindern. Ob man von weitem überhaupt gesehen hat was da gerad passiert ist? Vielleicht wenn man darauf geachtet hat
Jetzt erst nimmt sie sich die Zeit, mehr als nur die Überreste ihres Schirmes zu mustern. Der Mann der da an ihrem Schirm hängt, mehr ist er für sie gerad nicht, steht in Ketten auf der Planke. Was hat er vorher bereits verbrochen? Kindern der Lutscher geklaut, wer einer Frau ihren Schirm zerstört, der ist zu allem fähig! Ein Wachmann, Soldat? Nun irgendwie sowas läuft vor ihm und der allein ist schuld daran, das sie unten am Fuße der Planke wartet, bis er hinunter gekommen ist. Sie wäre ja einfach hoch, das Mädchen kennt da nichts. Ein Schiff voll Soldaten? Ach papperlapapp, das macht sie mit ihrem kleinen Finger. Nein natürlich nicht und das weiß sie selbst auch ganz genau, zugeben? Eher nicht! Da sind die Worte von ihrem Bruder doch eine gute Rechtfertigung für ihr Handeln, ja auch als Rechtfertigung vor sich selbst. Dieser wollte nicht, dass sie hier in der Stadt unangenehm auffällt. Es ist schlecht für das Geschäft, welches die älteren hier aufzubauen gedenken und ja.. vermutlich würde man sie hier nicht mit halb sovielen Missetaten durchkommen lassen, wie in der Heimat.
[00:33] Mara *n Die Arme vor der Brust verschränkt, steht sie also da und wartet. Enzo lässt sie dabei nicht einen Moment aus den Augen. Gut weit kommt er mit seiner Kette vermutlich nicht, doch sie will ihn damit nieder starren. Los komm und gräme dich in Schuld und Reue! Das schlimme ist, ein 17 Jahre altes, verwöhntes Mädchen, sieht auch jetzt noch nicht furchteinflößender aus, als vor wenigen Minuten. Da bringt auch das Dämonischeblut in ihren Adern nicht viel, außer sie zeigt es deutlich und das könnte sie am Ende in eine ähnliche Situation wie auch den Kettenrassler bringen. Undenkbar! Dieses Mattesilber steht ihr überhaupt nicht! Ihre Handgelenke sind dafür zu fein, auf Stroh schlafen ist nicht! und sie braucht überhaupt weit mehr Luxus um sich herum, als irgendein Kerker je bieten könnte. Kerker, genau dorthin ist er, so denkt sie, gerade unterwegs. Gut so! Hoffentlich verrottet er in dem Loch bis er alt und weiß ist. Ja das denkt sie tatsächlich, nur wegen ihrem Schirm. Den will sie übrigens trotz allem zurück! Die Hand wird fordernd ausgestreckt und ihr Gesicht zeigt nichts anderes als Verachtung. Gut das liegt auch an den Ketten und nicht nur an dem Schirm. Wenn man schließlich so blöd ist und sich hat erwischen lassen, ja dann hat man doch nichts anderes als Verachtung verdient! Entweder man muss schlau genug sein um jedweden Konsequenzen zu entkommen oder man muss einflussreich und Reich genug sein. Der Kerl ist also entweder dumm oder arm. Ist es nicht schön und einfach wenn man die Welt immer gerad so sieht, wie es einem passt? „Mein Schirm!“ auch ihre Worte klingen nicht viel freundlicher sondern Arrogant und überheblich. „Es war wirklich nicht nötig d a s mit ihm anzustellen.“Das muss ja wohl nochmal gesagt und betont werden! Positiv anzumerken sei allerdings, durch diesen Zwischenfall denkt sie nun nicht ständig an das, sich nähernde Schiff. Das Ganze ist also nicht nur ärgerlich, es ist auch ein wunderbarer Zeitvertreib, denn wenn Seija ganz ehrlich zu sich und anderen wäre, dann würde sie zugeben das sie eine gewisse Art von Freude dabei empfindet, wenn sie etwas hat über das sie sich aufregen kann. Ob das jetzt eine Eigenschaft ist, die Frauen teilen, oder eine die nur Dämonen teilen? Vielleicht ist das eine ja nicht immer so weit entfernt vom anderen.
[14:36] Stallbursche Enzo verspürte ein leichtes Ziehen in den Muskeln. Die so unkontrolliert erscheinenden Bewegungen, welche den Kampf gegen den hartnäckigen Schirm dominierten, waren wohl kaum dem sorgenfreien Alltag entsprungen, den der Söldner sonst so friedfertig vorzuleben versuchte. Sein Körper hatte völlig unverhofft auf den vermeintlichen Angriff reagiert und sich zur Wehr gesetzt – ein jeder hätte auf einen solchen Beschuss derart übertrieben reagiert. Zumindest jene, die wohl vom gleichen Schlag wie der zuweilen arbeitslose Söldner waren. Doch die Stunde des Ruhms war ihm nicht vergönnt. Nur ein paar wenige hatten dieses sonderbare Schauspiel mit angesehen und wandten sich nun kopfschüttelnd von ihm ab. Offenbar – so dachten sie sicher – war dem Mann die Überfahrt auf dem Meer nicht bekommen! Das lange Ausharren an Deck hatte seine Muskeln mürbe gemacht und seinen Verstand benebelt, der nun an Land unweigerlich in sich zusammen brach. Doch nichts dergleichen, was in den Erzählungen der Fremden überliefert wurde, passte so recht auf den Südländer. Er hatte sich einfach nur verteidigt und somit vermutlich etwas weitaus Schlimmeres verhindert. Nicht zuletzt waren die Fesseln aus Stahl daran Schuld, dass dieser vermaledeite Schirm sich überhaupt auf ihn stürzen konnte! Schließlich hatte sich der Griff in den eisernen Gliedern verfangen und drohte, ihn Stück für Stück über die Hafenmole zu zerren. Und als ob diese stumme Erklärung ausreichte, seine Schandtat zu überdenken, fixierte der Söldner das noch immer am Boden liegende Weibchen, dass sich alsbald in all ihrer Manier aufrichtete, mit einer losen Heiterkeit. Es war schon irgendwie witzig. Von der Auseinandersetzung mit einem fremden Flugobjekt einmal abgesehen. Denn genau in dem Moment, in dem Enzo dachte, der Tag könnte nicht besser werden, spielte sich diese völlig verschobene Szenerie vor seinen Augen ab. Selbst der ewig stumme Wachmann, der vor ihm auf der Planke stehen geblieben und ob des Schirms einfach nur den Kopf eingezogen hatte, konnte sich ein regelrecht verspottendes Grinsen nicht verkneifen. Punkt für den Söldner! Aber vermutlich machte er sich nur über das Fräulein lustig, welches ihre Hände prüfend über das adrette Kleidchen schickte. Der bullige Matrose, der neben ihr Stellung bezogen hatte, aber von ihr nicht mal eines Blickes gewürdigt wurde, erhob in einem Anflug von wegbleibender Aufmerksamkeit seine Hand, um das Weib auf seine gänzlich eigene Art und Weise zu rügen. Doch ehe seine Finger das zierliche Ding berühren konnten, wich der Mann zurück. Hoppla! Enzo wurde unbehaglich zumute. Der Ausdruck im Gesicht des erstarrten Seemannes ließ seine Hoffnung schwinden, einer Frau seiner Klasse gegenüber zu stehen. Nicht zuletzt zuckte er unter ihrem Blick unweigerlich zusammen, während ihre Schritte sie ihm Stück für Stück entgegen brachten. Na Klasse! Hätte er gewusst, dass er mit der Zerstörung dieses bösartigen Schirms den Zorn einer Teufelsbrut auf sich zog, hätte er das olle Ding an sich vorbei ziehen lassen! Weg! Auf nimmer wiedersehen! Doch aufgrund der voran gegangenen Taten entschied sich der Südländer dafür, seiner Schuld mit gehobener Brust entgegen zu treten. Er war doch kein Weichei! Zumindest nicht in dieser Hinsicht. Und um ihr einen Schritt voraus zu sein, erhob der Mann die raue Stimme. “Gefällt dir, was du siehst?“ Der Schalk saß ihm im Nacken – wohl wissend, dass ihre Begierde weniger ihm, sondern vielmehr dem zerknitterten Objekt in seinen Händen galt. Die folgenden Wörter aus ihrem Mund bestätigten seinen Verdacht nur, sodass die hellen Augen, die zuvor noch das näher kommende Weib gemustert hatten, nun zweifelnd den Schirm betrachteten. “Oh, ich denke doch, dass es nötig war.“ Super – sein erster Tag in dieser fremden Stadt begann damit, eine Furie gegen sich aufzuhetzen. Dabei hatte er die Überfahrt mit dem Schiff noch nicht mal richtig verdaut! “Dieses Ding ist äußerst gefährlich.“ Er nickte, um den ausgesprochenen Worten den nötigen Rückhalt zu schenken und um den Ernst der Lage zu unterstreichen. Natürlich machte sich Enzo einen Spaß daraus, die wütende Frau aufzuziehen. Vermutlich versuchte er ihr deshalb einzureden, dass Ding in seinen Händen hätte eine ernsthafte Gefahr darstellen können. Schließlich war es auch so! Das sich der Griff noch immer in der Umarmung der eisernen Kettenglieder befand, verschwieg der Mann gekonnt. Denn genau das war der Grund, der eine Rückgabe des Eigentums der Dame erschwerte. Den Fehler zugeben? Niemals!
[14:39] ₪ Er ließ den Blick durch die schaulustige Menge wandern, die ob der Auseinandersetzung zwischen der Furie und dem Söldner näher gekommen war. Aus dem Augenwinkel heraus konnte er erkennen, dass der Seemann, den die Dame vor ihm zuvor so malträtiert hatte, nun hastig mit dem Finger auf sie zeigte und deutlich das Wort Hexe mit den Lippen formte. Reizend! Wenn Enzo es nicht besser wusste, würde er behaupten, dass hier gleich eine nette Verfolgungsjagd begann, die darauf abzielte, das wirklich zuvorkommende Frauchen auf den Scheiterhaufen zu werfen. Schade um das Kleid. Auf der anderen Seite konnte er im Gewirr der Stimmen deutlich seinen Namen ausmachen. Seinen vollständigen Namen. Jenen Wortlaut der Abkürzung, den er abgundtief hasste und der jegliche Alarmglocken in ihm erklingen ließ. Eine Zwickmühle. Sie befanden sich unbewusst in einer verdammten Zwickmühle. Von oben herab musterte der Sölder nun die Fremde, ehe er ihr mit einem leichten Nicken bedeutete, ihre Umgebung im Auge zu behalten. Schlussendlich stand nicht nur er an oberster Stelle auf der Liste seiner Peiniger. Sie hatten ihn erkannt. Eigentlich sollte diese Überführung so gut es eben ging geheim gehalten werden. Doch aufgrund der Aufruhf, welche Enzo unweigerlich vom Zaun gebrochen hatte, wäre wohl auch ein Blinder mit einem Krückstock auf ihn aufmerksam geworden. “Ja, das ist er!“ wurde nun quer über den Platz gebrüllt. Die Worte überschlugen sich, immer mehr schienen den Söldner zu erkennen. Hilfe suchend glitt der Blick zum Wachmann. Doch dort, wo der Südländer ihn zuletzt vermutete, war nur ein leerer Platz, der ihm unmissverständlich klar machte, fortan auf sich allein gestellt zu sein. Eine schöne Bescherung. Er musste handeln. Den Schirm empor hebend, trat Enzo nahe an das Weib heran, um ihr lose Worte ins Gesicht zu werfen, die sie im Stillen darauf aufmerksam machten, dass nicht nur er entdeckt worden war. Denn in die Rufe der Wachen mischten sich auch jene, die seine derzeitige Gesellschaft als Hexe bezeichneten und sofort wurde aus der eben noch so idyllischen Szenerie ein einziges Chaos. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Oder nicht? “Folge mir, wenn du nicht drauf gehen willst.“ raunte Enzo über das Geschrei hinweg und setzte alles auf die Karte des Schirms, den er beiläufig mit sich führte. Wenn er fortan auf sich allein gestellt war, würde er auch fortan die Entscheidungen selbst treffen. Da der ihm zugeteilte Wachmann sich einfach so mir nichts, dir nichts aus dem Staub gemacht hatte, lag es nun an Enzo, die Umgebung zu seinen Gunsten zu nutzen. Und auch wenn er diese Stadt nicht kannte, so waren die Hafenpromenaden doch im Wesentlichen ähnlich strukturiert. Also tat der Söldner das, was er am besten konnte: flüchten. Jippyjajey!

[16:31] Mara || Hexe! Wirklich? Sie wird hier als Hexe bezeichnet? Pah! Menschen, Hexen sind nichts anderes als Menschen mit etwas Magischer Spielerei, das war es auch schon. Sie ist keine Hexe, sie ist eine Dämonin. Zugegeben, eine junge Dämonin mit eingeschränkten Kräften, aber eine Dämonin und sie hat es gar nicht nötig, solche Schmähungen über sich ergehen zu lassen. Am liebsten würde sie ja… doch soweit sind sie hier noch nicht, eins nach dem anderen! Erst einmal steht sie vor dem Söldner der noch immer ihren Schirm hält. Gut er hat sich verfangen, doch als ob das Mädchen genug darauf achten würde, um das auch zu erkennen. Sie kümmert sich selten um andere und wenn dann nur weil sie sich Vorteile davon verspricht. Nicht unbedingt Materiellen Vorteil, doch etwas Spaß und Vergnügen, das sich das ganze hier genau in die Richtung entwickelt, das ahnt sie ja noch nicht. Prüfend wandert ihr Blick an dem Mann entlang, seine Frage sorgt dafür, dass sie auch ihn etwas genauer betrachtet und die Lippen dann nur zu einem abschätzigen Lächeln verzieht. „Ich sah schon besseres!“ Mag sein das er ganz niedlich ausschaut, doch die Ketten und die Tatsache das er überhaupt in Gefangenschaft war, ja das hatten wir bereits. Zudem, ihr Ego ist hier das einzige das gefüttert wird! Der Schirm und eine Gefahr? Will er sie denn jetzt komplett veraschen, die Frage kann sie sich selbst mit einem einfachen –Ja- beantworten. Das will er und das macht er und ihr? Gefällt das natürlich überhaupt nicht! Man hat sie ernst zunehmen und wenn sie den Schirm verlangt, dann soll man den auch rüber reichen. Vermutlich wäre das erste, das sie mit dem Schirm macht wenn sie ihn denn wieder hat, ihm eine über zu ziehen. Gekrönt von einem Spruch den sie sich bis dahin noch zurecht legen müsste. „Das ist ein Schirm!“ Betont sie also einfach noch einmal, während er die Gefahr lobpreist, welche von diesem ausgeht. „Du scheinst ja ein ganz Tapferer zu sein, wenn dich so etwas schon in angst und schrecken versetzt!“ Bissiger werden ihre Worte, die Arroganz klingt nur noch unterschwellig heraus und der Ärger ist eindeutig die tragende Emotion in ihrer Stimme.
Unbemerkt von ihr, fangen die Leute an zu ihnen hin zu zeigen, erst der elende Seemann und dann immer mehr. Mit den Rücken zu ihnen stehend, sieht sie es nicht und Laut ist es in einem Hafen doch immer, gerad hier in der Nähe der Planke, die Wellen schlagen gegen die Mauer, das Holz des Schiffes knatscht, die Segel flattern. Alles Geräusche die sie ablenken und davon abhalten, auch nur den Versuch zu unternehmen, auf ihren Rücken zu achten. Sie ist trotz allem eben auch Naiv. Seija hat schließlich nichts Schlimmes gemacht, der Seemann wollte sie zuerst angehen, damit ist ihr Verhalten vollkommen gerechtfertigt und Konsequenzen wird das doch mit Sicherheit keine nach sich ziehen. Ha denkste. Männer können schlimmer sein als Weibsvolk, gerad wenn sie sich in ihrer Ehre angegangen fühlen. Natürlich muss er also etwas weit größeres aus dem ganzen machen, als eigentlich ist! „Was!“ zischt sie, kaum das er sie auf die Umgebung aufmerksam machen will und dreht sich erst herum als die Stimmen lauter werden, lang dauert das nicht. Wo kommen die alle her? Also ja auf dem Pier war immer viel los, doch jetzt standen die Menschen, liefen nicht herum sondern redeten miteinander und deuteten auf die Beiden dort vor dem Schiff. Seija liebt es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Allerdings nicht so, wie es nun der Fall ist. „Hexe?!“ Hat man gerad etwas von Hexe gerufen? Empört klingt ihre Stimme bei der Nachfrage. Sie versucht den Schuldigen in der Menge zu erkennen, doch es werden mehr und auch der Name wir hier und dort mal fragend, mal erkennend ausgerufen.
Ob man es glaubt oder nicht, genau an diesem Punkt wird das ganze interessant für das Mädchen, sie wendet der Menge wieder ihren Rücken zu und schaut den Mann nun noch einmal eingehender an. Man muss dazu sagen, sie war noch nie in einer solchen Situation, das sie jetzt vielleicht nicht alle Zeit der Welt hatte, dass ist ihr nicht ganz so klar. Was wollen sie ihr auch tun? Es sind doch nur Menschen. Irgendwann wird diese Einstellung das Mädchen noch in große Schwierigkeiten bringen, vielleicht sogar schon heute. „Rufen sie deinen Namen?“ das Interesse ist geweckt und will natürlich gleich befriedigt werden. „Warum?“ fragt sie schon weiter, bevor sie überhaupt eine Antwort auf die erste erhalten hat. Was genau hat der Mann getan, das ihn hier einige zu erkennen scheinen und warum sorgt das für so einen Trubel? Folge mir, wenn du nicht drauf gehen willst. Worte die dann auch der Dämonenbrut deutlich machen, das man die Fragestunde vielleicht auf später verschieben sollte. Später ja, das sie mit kommt, das steht doch außer Frage! Natürlich nur weil sie von ihm wissen will, was hier eigentlich gerad los ist und ganz bestimmt nicht, weil sie sich auch langsam zu sorgen beginnt.
[16:31] Mara || Das wäre ja auch noch schöner, wenn sie nervös werden würde, nur weil hier ein paar Menschen den Aufstand proben. Das ist etwas, das sie nie, wirklich nie! Im Leben zugeben würde.
Sie dreht sich wieder herum, betrachtet das Schiff, die Menschen und sucht nach den Wachen die eben noch hier waren, die würden doch bestimmt. „War hier nicht eben noch jemand?“ eine weitere Frage und der Blick ist dabei genau dort, wo auch er eben noch hingesehen hat, eben dort, wo der Wachmann gestanden hatte. Also auch jetzt noch hätte stehen müssen. Falsch gedacht, er ist weg und auch sonst scheint die Besatzung des Schiffes nicht viel Interesse daran zu haben, sich das ganze anzutun. Woran man das Erkennt? Ganz einfach, sie holen die Planke wieder ein. Freunde hat er auf diesem also keine, ist er nicht ein Gefangener? Sollte man sich nicht darum bemühen, dass er nicht einfach entkommen kann, beziehungsweise, darum kümmern, dass er nicht von einer Meute nervender Seeleute gelyncht wird? „Und wo willst du hin?“ Er will weg! dass sie mit kommt, soweit sind sie ja schon. Doch Blind folgen wird das Mädchen bestimmt nicht, überhaupt folgt sie nur selten, eigentlich nie!
Noch stehen die Menschen nicht so dicht, das kein entkommen ist, letztlich bliebe natürlich auch der Weg zurück und ins Wasser. Da bekommt man sie aber nicht freiwillig hin, ein Schirm am Tag ist schon Verlust genug! Das Ganze ist inzwischen auch so ablenkend, das sie nicht mitbekommt wie das Schiff, auf welches sie eigentlich gewartet hat, jetzt endlich in den Hafen einläuft. Gut so, das würde ihre Laune nachhaltig verschlechtern. „Komm mit“ dreht sie den Spieß jetzt einfach um und greift nach dem Schirm. Der hängt ja immer noch an ihm und wenn das ganze so klappt wie geplant, dann wird sie den Söldner so einfach mit ziehen. Wobei sie ein ziehen natürlich nicht schafft, er müsste schon freiwillig mit kommen, denn mag sie auch Magie beherrschen, körperlich ist es um ihre Kraft genau so bestellt, wie es auf den ersten Blick auch scheint; kaum vorhanden.
[19:48] ₪ Wut, Ärger, Arroganz – all jene Gefühle wurden in einer sonderbaren Mischung zum Ausdruck gebracht, wenngleich Enzo der Meinung war, dass der Ärger den anderen Emotionen gegenüber einen deutlichen Vorteil besaß. Denn dieser spiegelte sich unwiderruflich in den ausgesprochenen Worten wieder, die zuweilen eine – seiner Meinung nach – wirklich niedlich klingende Beleidigung formulierten, in deren Bedeutung sich der Söldner suhlen wollte. Musik in seinen Ohren! Nichts war besser, als ein gut ausgefochtener Kampf auf verbaler Ebene. Und zu seinem Glück beherrschte auch die sogenannte Hexe die unterschwellige Begabung, sich mit Worten zu duellieren. Wenngleich der Südländer eine Auseinandersetzung mit Fäusten weitaus spannender fand, so würde er es nie wagen, eines seiner hoch gesteckten Prinzipien zu verraten, in dem er die Hand gegen ein Weib erhob. Oder in seinem Fall: die Hände! Also senkte der Mann erhaben sein Haupt, um in einer einzigen Geste seinen nicht vorhandenen Hut vor der Dame zu ziehen, um ihr für das im Zorn ausgesprochene Urteil über das Ende des Kampfes mit den Schirm zu danken. “Du solltest das Gefühl der Angst nicht mit Mut verwechseln.“ Denn darauf konnte Enzo doch plädieren! Nicht jeder hätte sich dem Flugobjekt so heldenhaft entgegen gestellt wie er. Doch die voran getragene Farce trug keine Früchte. Allein ihr Blick, der den seinen so plump herausforderte, löste ein beklemmendes Gefühl in ihm aus. Enzo hatte es wirklich nicht darauf angelegt, bei seinem Eintreffen sofort das alltägliche Leben der Menschen am Pier auf den Kopf zu stellen. Gewiss nicht mit der Kennzeichnung eines Gefangenen, was die eisernen Fesseln, welche sich unnachgiebig um seine Handgelenke schmiegten, umso deutlicher unterstrichen. Und schon gar nicht, wenn sein Gesicht zumindest einem Teil der schaulustigen Meute bekannt war. Zu seinem Glück war der Südländer nicht der Einzige, welcher der Inbegriff einer Beschimpfung war. Nicht zuletzt wurde das Volk, dass sich rund um das Geschehen versammelt hatte, von dem nieder geschlagenen Seemann aufgehetzt, das Weib ebenfalls anzuklagen. Und dabei blieb es nicht nur bei einem losen Fingerzeig. Nein, der arme Matrose, dessen Herz die Frau in der Luft zerfetzt hatte, wollte für seine Ehre eintreten, die SIE mit Füßen getreten hatte. Und je näher der schmierige Kerl der adrett gekleideten Dame kam, desto breiter wurde das Grinsen. Selbst in Enzos Gesicht fand sich ein selbstgefälliges Lächeln wieder, dass jeher verebbte, als die Hexe das Wort an ihn richtete. “Was?“ Ähm... “Nein. Bestimmt nicht.“ Das war doch nicht sein Name! Zumindest nicht der, den er gerne hätte. “Die verwechseln mich bestimmt.“ Da war er sich sicher! Doch jene Sicherheit geriet wohl in dem Moment ins Wanken, als ein Leichtmatrose auf der anderen Seite ein zerknittertes Pergament in die Höhe hob, dass im aufkommenden Wind aufgeregt hin und her flatterte. “Auf seinen Kopf stehen Zweihundertfünzigtausend Goldtaler“ Shit! Enzo kniff die Augen zusammen. Die Summe, die auf dem Steckbrief prangerte, war weitaus höher, als es er in Erinnerung hatte. Nachdem er so unfreiwillig in den Dienst der Marine getreten war, hat sich der Betrag für seinen Kopf um das Vielfache erhöht. Vermutlich hatte der Großadmiral vor Ort aufgrund der vorgelegten, daumendicken Akte, die jegliche Schandtaten des Söldners zusammen fasste, das Kopfgeld erhöht, um eine unterschwellige Drohung auszusprechen, sollte der Mann die Flucht ergreifen. Dabei war solch ein Unterfangen gar nicht nötig. Als würde er fliehen, pah – ein Mann stand zu seinen Vergehen. Auch wenn eben diese Vergehen ihn doch eigentlich seinen Kopf kosteten. Das Warum? der Fremden fand demnach keinen Anklang und ging in dem Geschrei und den weiteren Rufen unter. Es wurde wirklich Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen. “Da war niemand. Also komm!“ Solang sich die Meute noch nicht bewusst war, welcher Fang ihnen gerade durch die Lappen ging, musste das so ungleiche Pärchen den Plan zur Flucht umsetzen. Und zwar in dem Moment, in dem eine Lücke zwischen den herum irrenden Personen entstand, durch die Enzo sich hindurch zu quetschen versuchte. Dabei hörte er die schrille Stimme seiner Begleitung hinter sich, welche ihn dazu verleitete, sich nervös zu ihr herum zu drehen. “Wohin?“ Hatte sie ihn das gerade wirklich gefragt? “Weg! Einfach weg!“ Und in dem Augenblick, in dem er ihr wieder den Rücken kehren wollte, um seine Flucht voran zu treiben, wurde er von ihren Händen zurück gehalten, die in einer einzigen Bewegung den Schirm ergriffen hatten. Krass! Er hatte das nicht kommen sehen, weshalb sie es schaffte, den Mann mit halber Kraft dazu zu bewegen, sofort die Richtung zu wechseln.
[19:51] ₪ Dabei machte der Söldner einen eher unbeholfenen Eindruck, während er der Frau stolpernd durch die Massen folgte. Er fragte nicht, wohin sie wollte, wohl wissend, dass sie diese Stadt besser kannte, als er. Deswegen blieb er stumm. Dennoch war es albern, zu glauben, sie würden ihre Verfolger abschütteln können. Ein, zweimal warf der Südländer einen raschen Blick über die Schulter, um kurz danach das führende Weib dazu anzuhalten, schneller zu laufen. Dabei war er ihr wohl mehr denn je ein Glotz am Bein. Während die grauen Mauerwerke an ihm vorbei zogen und die Rufe hinter ihnen bedrohlich nahe kamen, fasste Enzo einen Entschluss. Sie mussten ihre Peiniger abhängen, um heil aus der Sache heraus zu kommen. Ansonsten würde er den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Das schlimmste Ergebnis, dass er sich dabei ausrechnete war, dass die Dämonenbrut vor ihm seine Zellengenossin wurde. Noch einmal würde er das nicht durchstehen! Also musste er an sich halten, das Beste daraus zu machen. “Links!“ , keifte er deswegen und versuchte mit dem Schirm zwischen seinen Ketten wenigstens teilweise die Richtung zu bestimmen. Zu seiner Überraschung lenkte das Weib ihre Schritte ein und bog um die nächste Ecke. Dass sie seinem Urteil beiläufig vertraute, verschaffte ihnen die Zeit, welche Enzo dazu benötigte, das Schauspiel zu perfektionieren, mit dem er schon das eine oder andere Mal einer Wache entkommen war. Dabei kam ihm das Gekicher der umher streifenden Dirnen im hinteren Teil der kleinen Gasse nur gelegen. Um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, blieb der Mann abrupt stehen. “Leg deine Arme um mich.“ befahl er seiner fliehenden Begleitung knapp und versuchte in einer eifrigen Bewegung den Schirm aus den Gliedern seiner Ketten zu schütteln. “Ich habe nicht vor, den ganzen Tag damit zu vergeuden, vor aufständischen Bauern zu fliehen, die mit Hacken und Harken hinter uns her sind.“ Endlich! Er konnte den Schirm tatsächlich aus der Verankerung seiner Fesseln befreien, die er augenblicklich um den zierlichen Körper des Weibes legte. Mechanisch zog er sie in die Dunkelheit einer schützenden Nische, um ihren Körper an sich zu ziehen. Das Schauspiel musste perfekt sein und es würde funktionieren, solang sie es mit ihrem Verhalten nicht zu Nichte machte. Und während sein Herz von dem Marsch bis zum Stall der Dirnen noch immer heftig in seiner Brust schlug, senkte Enzo das Haupt, um mit den Lippen über den Hals der Frau in seinen Armen zu fahren. “Spiel mit.“ waren seine einzigen Worte, die er an ihrem Ohr raunte, bevor die trampelnden Schritte jene Gasse erreichten, in die sich das ungleiche Paar zurück gezogen hatte und nun in einer intimen Umklammerung darauf hoffte, zwischen all den aufreizenden Mädchen nicht aufzufallen.
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Re: Erste Begegnung, Seija und Enzo

Beitragvon Kilian » 13. Apr 2016, 22:58

[22:07] Mara ||Gedankenlesen, das wäre eine wirklich schöne und hilfreiche Fähigkeit, nur leider ist es keine die Seija beherrscht. Noch nicht, vielleicht kommt das ja irgendwann, Kräfte wachsen schließlich mit der Zeit. Bis dahin muss sie sich mit dem betrachten und interpretieren von Gesichtern und Gesten zufrieden geben. Wie schrecklich gewöhnlich! Allerdings auch überaus Gesund, für ihre Nerven und die aus ihrer Umgebung. Man stelle sich einmal vor, man wüsste was die Leute um einen herum immer denken. In Situationen wie diesen hier, da würd der Blutdruck aber ordentlich hochgehen. Wenn sie jetzt zum Beispiel wüsste was er so denkt, sie und Niedlich? Und dann die Gedanken rund um die freche Antwort, nein sie wäre gleich schon wieder am aufbrausen. Ganz bestimmt! So verengt sie die Augen nur Skeptisch. Wenn er selbst schon angst eingesteht, dann bringt es nichts, da noch einmal drauf herum zu reiten. Ein schnaufen ist also alles was man darauf von ihr hört. Wäre mehr Zeit, vermutlich wäre auch noch ein Spruch dazu gekommen. Doch schließlich ist da die Menschenmenge und das nicken, welches sie auf eben diese aufmerksam gemacht hat. Eine Kleinigkeit die, für den Moment, doch etwas bedeutungsschwerer ist. Zu allem Überfluss ist auch der Seemann wieder mit von der Partie, natürlich kommt er als einer der Ersten auf sie beide zu. Dieses mal nicht alleine. Feigling, kommt nicht alleine gegen eine junge Frau und einen gefesselten an? Sicher, die Vorsicht hat seinen Grund, deutlich sichtbar ist ein nasses Tuch um seine verbrannte Hand gewickelt und der Aufruhr um den Kerl neben ihr, kommt ja vielleicht auch nicht von ungefähr. Wenn er nur ein Stückchen näher kommt, dann verbrennt sie ihm auch die restlichen, spärlichen Haare auf seinem Kopf. Wenn sie Nett ist! wenn nicht dann legt sie einfach ein Feuer und steckt den ganzen Pier in Brandt. Möglich ist das ja, nicht mal sonderlich schwer, Klug? Eher weniger. Dann würde man sie beide am Ende noch wegen Brandstiftung suchen, je nachdem wer und wie viele dabei umkamen. Nein das war das Ganze nicht Wert und ja, sie hat –sie beide- gesagt, mit gehangen, mit gefangen! Ein Verbrechen mehr auf seinem Kopf, das würd doch sicher kaum ins Gewichtfallen.
Sehr schön ist auch, wie seine Worte, kurz nachdem sie ausgesprochen sind, schon als lügen enttarnt werden. Ein Steckbrief, also ein Bild. Sie sieht es zwar von hier nicht, der Mann mit Steckbrief scheint sich aber sicher zu sein. „ Natürlich, eine Verwechslung“ nein sie glaubt ihm natürlich kein Wort und das hört man. Die Summe? Kein Kleingeld, gut für den Söldner das Seija nicht zu jenen gehörte, die mit diesem Geld eine Menge würden anfangen können. Für das Gold würde sie ihm also nicht in den Rücken fallen. Nein, es schürt nur die Neugier, ein weiteres Mal. Er konnte sich schon darauf gefasst machen, einige Fragen über sich ergehen lassen zu müssen. Das schuldet er ihr, für den Schirm, für den Aufruhr für die Flucht und für das was noch kommt. Eindeutig! „ Doch da stand jemand, ich bin mir sicher!“ wiedersprechen? Natürlich, immer, so oft es nur geht. Wieder eine Lüge, gut vertrauen kann man auf seine Worte also schon einmal nicht. Das merkt sie sich. Da zählt auch die Ausrede nicht, dass es sich bei dem ganzen gerad um eine Stresssituation handelt. Weg, endlich Weg und fliehen. Fliehen.. sie war wirklich dabei vor einer Horde Seeleute zu flüchten. Also noch nicht, aber gleich. Der Griff zum Schirm Funktioniert. Sie zieht ihn mit, ein schönes Bild muss das ganze abgeben. Der, sehr wahrscheinlich, größere Kerl mit den gefesselten Händen, ein in die Kette verhakter Schirm und eine junge Frau im teuren Kleid, dem voraus. Den Schirm und damit den Mann, zieht sie dabei noch hinter sich her. Ja, also nein. Gut das es noch keine Kameras gibt, das wäre sicher einen Schnappschuss Wert. Direkt an dem alten Seemann rennt sie vorbei, nicht schwer, er hatte sie beinahe erreicht. Das er zusammen bricht, das sieht sie schon nicht mehr, weiß aber bereits das es passieren wird und jetzt ist sie es mit dem grinsen auf den Lippen. Der war schließlich an allem schuld, etwas Strafe muss schon sein! So schnell die Füße sie tragen, geht es am Pier vorbei und Richtung Gassen. Sie kennt sich hier aus? Pah, sie kennt die Hauptwege, das war aber schon alles. Warum sollte sie sich in den Nebengassen herum treiben? Genau die sind für eine Flucht aber am besten geeignet, also werden sie angesteuert. Wo sie da nun aber lang soll, das weiß sie nicht. Der einzige Grund warum sie die Führung übernommen hatte war, dass sie nicht hinterher läuft! Sie hört nicht auf das was ein Mensch zu ihr sagt. Wirklich das wäre ja noch schöner, dazu auch noch ein Schirmmörder! Die schlimmste Sorte Mensch, eine Überzeugung zu der sie erst kürzlich gekommen ist. Gut auf das links hört sie dann doch, biegt ab bevor sie überhaupt darüber nachdenken konnte. Sonst wäre sie sicher, einfach aus trotz, genau in die andere Richtung gelaufen.
[22:11] Mara || Das hätte sie schließlich auch irgendwo hin geführt. Irgendwo hin nur nicht hier! Wo sind sie jetzt gelandet, das kann doch nicht war sein! Sie hat kaum Zeit zu realisieren, was das hier eigentlich für eine Gasse ist, als der Kettenrassler schon stehen bleibt und sie mit ihm. Den Schirm einfach los lassen und weiter rennen, das wäre viel leichter gewesen. „Ich soll Was?“ Die Arme um ihn legen? Oh davon mag er nachts Träumen, das ist aber auch schon alles! Glaubt sie, denn kaum ist er den Schirm los, da macht er es einfach und zieht sie mit. Sie versteht den Plan hinter dem ganzen, gefallen muss ihr das aber noch lange nicht! Er will hier jetzt wirklich das Pärchens mimen? Was für ein Paar würde sich schon in so eine Gasse.. oh.. OH! Erst wird sie durch ihn als Hexe betitelt und jetzt deutet er hier an mit einer Hure zu verkehren? Was sie in diesem Schauspiel zu der Hure machen würde. Zu einer HURE! Das war ja noch schlimmer als die Hexe.
Tatsächlich, sie spielt das Spiel mit. Für den Moment. Sie hat doch keine Wahl, die Menschen waren dicht hinter ihnen und jetzt alleine weiter laufen, das würde auch ihr nicht helfen, vor allem da sie erst einmal Zeit opfern müsste, sich aus seinem Armen zu befreien. Ja sie geht also darauf ein, legt die Arme um ihn und schmiegt sich eng an seinen Körper. Den Kopf hält sie dabei so, dass ihr Gesicht nicht zu erkennen ist. Das Taubenblaue Kleid verschmilzt mit der Dunkelheit der Nische und so fällt auch kaum auf, dass dieses Kleid ganz gewiss nicht von einer Hure getragen wird, verdeckt dabei noch einen Teil seiner Kleidung. Einzig seine Ketten könnten noch auffallen, doch auch das lässt sich regeln. Ihr Haar ist bei dem ganzen eh schon durcheinander geraten, die Klammer muss also nur gelöst werden und schon kann er die Handgelenke, zumindest Teils unter dem Haar verbergen. Gänzlich nicht, aber es ist am Ende doch besser als nichts. Das Getrampel wurde lauter und schließlich sind die ersten Schritte an ihnen vorbei. Etwas das sie schon aufatmen lassen kann, denn jetzt wird wohl niemand mehr in die Seiten schauen, alle vertrauen dem Handeln ihres Vordermannes und so laufen sie alle, wie die Lemminge von der Klippe. Schön der Reihe nach und ohne selbst zu denke. Es sind schon einige, doch nicht genügend um wirklich lange in ernster Gefahr zu sein, entdeckt zu werden. Dennoch löst sie sich nicht gleich von ihm. Nachzügler könnten hinterher kommen, einer könnte den schlauen Plan haben, noch einmal stehen zu bleiben und die Gasse genauer in Augenschein zu nehmen. Sie könnten auch merken das dort niemand mehr ist, dem sie nachlaufen und mit der suche beginnen. Das alles ist möglich und irgendwas davon wird auch gewiss bald passieren. Bevor das aber soweit ist, drückt sie sich nicht einmal etwas näher an ihn. Ob man das nun wollte oder nicht, die Situation hat etwas Anziehendes an sich, man liegt sich in den Armen, die kleine Verfolgung hat den Puls schneller schlagen lassen und das ganze war doch letztlich nicht nur beunruhigend, sondern auch aufregend. Ihre Hände wandern an seinem Rücken hinauf und so stellt sie sich auf die Zehenspitzen, streicht mit ihren Lippen an seiner Wange vorbei und flüstert ihm letztlich ins Ohr. „ Wage es nie wieder, mich anzufassen!“ Ob er schon merkt wie es Wärmer wird? Erst langsam, dann, nach ihren Worten, geht es um einiges schneller. Feuer, sie hat es nun mal damit. Hitze gehört dazu und so wird die junge Dämonenbrut, Wortwörtlich, von Sekunde zu Sekunde heißer. Soll er sich doch die Finger an ihr verbrennen! Sie fasst niemand einfach so an, nicht ungestraft. Wobei die Reaktion eigentlich noch nett ist, dafür dass er sie hier als Hure ausgegeben hat! Sobald er sie los gelassen hat, ist zumindest für sie das ganze auch erst einmal erledigt. Man kann sich also wieder dem gegenwärtigen Problem zuwenden. Nein, Vorwürfe machen. „Das war ja alles sehr schlau. Was sollte das?“ 3 Worte die, wenn man es genau nimmt, eine ausführliche Berichterstattung fordern. Sie sollten sich wohl lieber auf den Weg machen und einen sicheren Ort suchen. Das kann man aber auch während er erklärt! Ganz simple Logik.
[23:31] ₪ „Leg deine Arme um meinen Hals.“ , wiederholte er. Rau war seine Stimme, mehr fordernd, während er nahe an das Weib heran trat. In der schmalen Nische der ausgewählten Gasse berührte sein Brustkorb ungeniert ihren Oberkörper. Und würde sie tun, was er gerissener Weise von ihr verlangte, würde er sie einfach an sich ziehen und seinen Kopf in ihrem Haar nahe der Schulter vergraben. In der Ungewissheit, die unbemerkt in seine Glieder sickerte, löste der Söldner eine silberne, unbedeutende Spange über ihrem Ohr, um die eisernen Accessoires unter dem schwarzen, glatten Haar zu verbergen. Schritte wurden laut, kamen bedrohlich nahe, ehe sie kurzweilig verebbten und ein großer Schatten auf die zwei Gestalten fiel, welche sich umschlungen hielten, um den Akt der lieblichen Sünde zu perfektionieren. Dabei atmete er tief ein. Seine Lippen berührten fast die zarte Haut ihres Nackens, sein Atem strich über ihren Hals. Diese Szenerie hatte deutlich etwas Anzügliches an sich. Etwas Verruchtes, dass sich mit der Ekstase des Abenteuers mischte, in das sie unweigerlich geraten waren. Eine Hand spielte mit den weichen, dunklen Strähnen, deren Kontur in der Finsternis der kleinen Gasse vor seinen Augen verschwamm, die andere suchte sich einen Platz an der Wand in ihrem Rücken – nahe ihrem Gesicht, während sich der Mann mehr denn je gegen die zierliche Frau in seinen Armen lehnte. 'Hier ist nichts!', hörte Enzo eine männliche Stimme im Hintergrund sagen, welche er eindeutig dem bulligen Seemann von vorhin zusprach, ehe sich der Schatten zurück zog und die Schritte sich entfernten. Einige Minuten verweilte er noch – auch wenn das kaum nötig gewesen wäre, bevor er zischend die Luft ausstieß und eine handbreit zurück trat. Sich mit der Frau ein Stück weit aus der Gasse lehnend, verfolgten seine Augen die hinfort ziehenden Männer. Dann drehte er den Kopf wieder in ihre Richtung, um erleichtert den angehaltenen Atem aus zu stoßen. Es hatte funktioniert. Diese Methode war zu einfach, als dass sie scheitern konnte. Ein sanftes, mehr triumphierendes Lächeln umspielte die Lippen des Mannes, der in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich inmitten dieser engen Nische kaum bewegen konnten, die Augen nieder schlug. “Du hättest dein Gesicht vorhin sehen sollen.“ murmelte er beiläufig, als kannten sie einander bereits seit etlichen Jahren, bevor er gleichgültig mit den Schultern zuckte. “Ich...“, wollte er eine nächste Gemeinheit aussprechen, als die Fremde ihre Hände auf Wanderschaft schickte. Diese Situation war bizarr und er wusste mit den befremdlich wirkenden Zärtlichkeiten nicht umzugehen. Zumindest nicht der Verstand. Sein Körper reagierte auf ihre unverhofften Berührungen und richtete sich unter ihren Fingern ungewollt auf. Brrrr, das konnte doch nicht wahr sein! Denn während der Mann daran zweifelte, dass aus der Furie plötzlich ein liebreizendes Kätzchen geworden war, lehnte er sich in einer stummen Begierde an das Schäfchen im Wolfspelz, nur um ihre gut überlegte Warnung zu empfangen. Verdammt! Das waren eindeutig nicht die richtigen Signale gewesen, die es zu deuten galt! Vielleicht war es die berauschende Wirkung des Adrenalins der Flucht oder die enge Nische – ganz gleich, was es war, es ließ ihn unvorsichtig werden. Nur ein Stück weit zog sich Enzo zurück, um in der Dunkelheit nach ihren Augen zu suchen. “Ach komm schon.“, raunte er ihr dann entgegen und schob unter ihrem Haar seine Finger ineinander. “Ich bin mir sicher, dass es dir gefallen hat.“ War er sich wirklich! Doch diese so dreist erscheinende Sicherheit fand wohl kaum die Bestätigung, welche sich Enzo erhofft hatte. Denn mit den verstreichenden Sekunden, wurde er das Gefühl nicht los, dass seine so liebreizende Begleitung etwas im Schilde führte. Und genau dieses Etwas bekam er schon im nächsten Augenblick zu spüren. Ihm wurde warm. Die kalte Luft der Gasse wurde auf einmal feucht und schwül, sodass Enzo an sich halten musste, nicht jämmerlich nach Luft zu schnappen. Ging diese Veränderung der Atmosphäre von ihr aus? Er musterte sie eingehen. Und während in ihren Augen noch immer die ausgesprochene Drohung vorherrschte, riss der Mann nun zischend die Arme in die Höhe. “Alter!“, rief er aus und versuchte so viel Abstand zwischen sich und die Furie zu bringen, wie es die enge Nische eben hergab. Sein Blick richtete sich in einem stillen Vorwurf auf das Weib und bildete die unausgesprochene Frage, ob dieses Verfahren der Abstoßung nach all dem, was sie bereits gemeinsam erlebt hatten, denn wirklich nötig gewesen wäre! Um sich die Enttäuschung darüber, nicht weiter in seiner ureigenen Fantasie schwelgen zu können, nicht anmerken zu lassen, hob der Söldner das Köpfchen empor, während er sich unbemerkt über die verbrannten Fingerkuppen strich.
[23:37] ₪ “Du bist wirklich heiß.“ Die zweifelhafte Betonung ließ viele Möglichkeiten zu, diese Aussage zu deuten, ehe ihre Frage dem Südländer ein entnervtes Seufzen entlockte. “Ich habe dein hübsches Gesicht gerade davor bewahrt, hässliche Striemen davon zu tragen.“ Dafür sollte das Weib ihm wirklich dankbar sein! Doch ihr Blick verriet ihm, dass sie sich mit einer solch plumpen Aussage nicht zufrieden gab. Weiber! Wollten immer alles genau wissen! Vermutlich durfte er ja keine Einzelheit auslassen. „Und das hier...“ Er schürzte die Lippen, während die hellen Iriden über ihren zierlichen Körper wanderten, bevor er lose mit den Achseln zuckte. „Nur Mittel zum Zweck.“ Sie musste ja nicht wissen, dass ihre Berührungen in ihm tatsächlich etwas ausgelöst hatten, dass ihn nun unweigerlich dazu anschickte, das Gewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern, sodass die Finger ungesehen an der viel zu engen Hose herum zupfen konnten. “Immerhin hat uns deine minderwertige Performance davor bewahrt, hinter Gittern zu landen.“ Oh, oh. Er sollte ein Gespräch nun wirklich nicht damit beginnen, sie aufzuziehen. Abgesehen davon wurde es nun wirklich heiß in dieser Gasse! Und diese Hitze sprach weniger für den Monat, in dem sie sich befanden. “Jetzt glotz mich nicht so an!“ sagte er dann viel zu laut und hob die aneinander geketteten Hände empor, um sich durch das wirre, dunkle Haar zu streichen. “Es hat doch funktioniert, oder nicht?“ Hatte es. Schlussendlich waren sie noch mal davon gekommen – auch wenn Enzo es noch nicht riskieren wollte, aus der Gasse heraus zu treten. Stattdessen fummelte er an dem Kragen seines Hemdes herum. Er kam wirklich ins Schwitzen. Ob es nun die sonderbare Hitze oder die Nähe zu der Unbekannte war, sei einmal dahin gestellt. Doch ihr Schweigen forderte weitere Informationen. Informationen, die Enzo noch nicht bereit war, ihr zu geben. Nicht in dieser düsteren Gasse und gewiss nicht in einer solch losen Gesellschaft, wie die Huren am Rande dieser Szene es waren. Den Kopf an die Wand in seinem Rücken lehnend, taxierte der Mann die Frau vor sich. “Ich nehme an, dein Zorn wird mich verfolgen, bis du eine Antwort von mir bekommst?“ Ihr Blick sprach Bände. Dazu musste sie nicht einmal etwas sagen. Ganz zu Schweigen von dem Schirm, der noch immer so unverhofft und unberührt auf dem schlammigen Boden verweilte. Er musste sich etwas ausdenken. Denn offenkundig beschrieben nicht die hetzenden Seemänner die Gefahr, vor der er zu fliehen versuchte. In dem Wissen, dass jene gerade vor ihm stand, seufzte er resignierend und zog an seinen Ketten. “Das hier...“ begann er und deutete mit einer losen Geste in die Gasse. “hat dazu geführt, unsere Verfolger in die Irre zu führen.“ Das wusste sie bereits. Dennoch wollte Enzo das noch einmal klar stellen. “Wärst du blind weiter gelaufen, hätten sie uns früher oder später gefasst.“ Seine Augen verzogen sich zu engen Schlitzen. “Ich nehme an, dass du nicht gerade erpicht darauf bist, deinen hübschen Kopf durch eine Schlinge zu stecken, oder?“ Er neigte das Haupt. “Die Striemen am Hals sind schwer zu kaschieren.“ Machte er sich gerade über sie lustig? Nicht im Geringsten. Er versuchte nur von sich abzulenken. Nicht mehr und nicht weniger. Klappte es denn?

[01:26] Mara || Schnell hats Herz geschlagen, während sie sich in der Gasse vor den anderen verborgen haben. Natürlich ist das einzig und allein dem laufen geschuldet. Sie ist es nicht gewohnt, da ist es doch ganz normal, dass es etwas dauert, bis sie wieder ruhiger wird. Mit dem Mann der sie, in eine für das Mädchen wirklich Fremde, Situation bringt, hat das ganze nichts zutun. Sie ist eine Dämonin! Was kümmert sie schon der Atem an ihrem Nacken oder die Nähe der beiden Körper? Richtig, nichts! Auch das ihr griff an seinem Rücken etwas fester wurde, nachdem die Stimme des Seemannes zu hören war, hat alles nichts zu bedeuten! Sie hat sich keine Sorgen gemacht, das hat sie nicht nötig. Braucht sie nicht. Jetzt wo alles vorbei ist und die beiden sich in der kleinen Gasse, ohne jegliche Berührungen, gegenüber stehen. Da kann man sich das gut so einreden und den Hauch von bedauern nach hinten schieben. Mit den behandschuhten Fingern fasst sie an ihren Hals und die Kette dort, spielt mit dem schwarzen Stein herum und schaut nicht mehr verärgert oder zornig, sondern Triumphierend zu ihm hoch. Ein Blick der ihm das, „Ja es musste sein“ zu verstehen gibt. Ebenso sprachlos wie auch seine Nachricht an die Dämonenbrut. Überhaupt ist sie beinahe Komplet still seit sie in der Gasse stehen. Die kurzen Worte, die ihn vor weiteren Berührungen warnen, die waren auch schon alles. Die Nachfrage dann, sind die nächsten Worte die sie ihm entgegenbringt, bevor sie bloß noch wartet. Was soll sie auch sagen? Eigentlich weiß sie darauf gerad nichts zu sagen. Sie ist etwas Sprachlos, das ist wohl den ungewöhnlichen Umständen geschuldet und vor allem auch etwas, das man bei ihr nicht wirklich häufig erleben kann. Das diese Sprachlosigkeit von ihm als drückend empfunden wird, das kommt ihr ganz recht. Bewusstes schweigen ist schließlich etwas Gutes, Sprachlosigkeit zeugt einfach nur von Unsicherheit. Etwas das die Dämonin einfach nicht kennt! Nicht zu kennen vorgibt. Es wäre ja schließlich auch eine Schwäche und wer hat es schon gern, wenn derartiges nach außen kommt? Niemand, besonders nicht die Stolze Dämonenbrut. Rabiate Methoden waren schon immer ein Weg, um die eigene Unstimmigkeiten zu kaschieren, je stärker man drauf geht, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, das jemand versucht in diese Richtung weiter zu agieren.
„Das mein Hübsches Gesicht überhaupt in Gefahr war ist allein deine schuld, also erwarte bloß kein Dank dafür!“ Stellt sie fest, denn sie ist ja eine Furie, oder doch ein Schaf? Nein wenn dann bitte ein Wolf im Schafspelz, kein Schaf im Wolfspelz! Das eine sagt schließlich aus, man würde nur gefährlich tun und eigentlich ganz harmlos sein, das andere deutet auf ein unschuldiges äußeres hin und weit mehr das innen schlummert. Passt doch viel besser! „Wärst du nicht gewesen, dann hätte sich niemand um den Vorfall mit dem Seemann gekümmert“ . Eine Behauptung die aufgestellt ist, und bei der sie auch bleiben wird. Er ist schuld! Wäre ja noch schöner, wenn sie plötzlich anfangen würde die Fehler bei sich zu suchen, oder ihm gar dankbar dafür ist, dass er sie hier in die stinkende Ecke gezogen hat. Ja es hat Funktioniert, nein das sagt sie ihm nicht, sondern „Ich hatte einen Plan. Das ganze wäre nicht nötig gewesen, aber du bist stehen geblieben!“ Lüge, aber eine gut vorgetragene, eigentlich sogar eine sehr überzeugende. Wenn er jetzt bloß nicht nach ihrem genauen Plan fragt. Diesen müsste sie sich dann schnell ausdenken und der sollte dann doch bitte, um einiges besser sein als seiner es gewesen ist. Mit dem kurzen Redeschwall unterbricht sie ihr schweigen, nur um dann erst einmal wieder still zu ihm zu schauen. Die Hände inzwischen unter der Brust verschränkt und nicht mehr an der Kette spielend. Es geht jetzt gegen ihn, also sie schießt sich auf ihn fest, da gefällt ihr diese Haltung um einiges besser. Den Rücken durchgestreckt und den Blick entschlossen auf ihn gerichtet, kommt sie sich zwar immer noch recht kein vor, wo sie doch so nahe beieinander stehen, immerhin sind es 30 cm welche die beiden trennen, doch auch wieder um einiges sicherer. Der Vorfall hat sie nur kurz aus der Bahn geworfen. Grund genug um die Magische Spielerei bleiben zu lassen und sich wieder abzukühlen, ists ihr Geist, dann geht es auch mit dem Körper wieder ganz schnell. Nein beides ist nicht aneinander gekoppelt, doch das eine begünstigt das andere. Die Gasse wird dadurch zwar nicht automatisch wieder kühler, doch heizt sie sich auch nicht weiter auf, sondern sie wärme wird langsam aber sicher davon getragen.
"ganz genau“ selten stimmt sie zu, jetzt tut sie es aber, denn ja, wenn er es ihr nicht einfach erzählt, dann wird sie sich schon etwas einfallen lassen und ihn letztlich zum Reden bringen! Sie will wissen warum so ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt ist, Magie hat er nicht?! Denn sonst wäre die Verfolgung doch bestimmt anders gelaufen, er hätte etwas gezeigt.
[01:26] Mara Natürlich kann es auch sein, das er es einfach verbirgt, um seinen Trumpf nicht übereilt aus zu spielen. Wie war sein Name? auch das interessiert und wenn man ihn auch gerufen hat, so ganz sicher ist sie sich nicht ob der Richtigkeit. Warum ist er nach Era gebracht worden? auch eine interessante Frage. Sicher finden sich da noch einige mehr und wenn er sie nicht einfach so erzählt, dann wird sie nachfragen. Später, denn jetzt fällt sie auf seine Falle herein, springt natürlich gänzlich auf das an was er da von sich gibt. „Es war deine Schuld!“ sie wiederholt sich, genau wie er. „Wären wir weitergelaufen, dann säße ich schon längst vor einem Warmen Kamin, hätte einen Wein in der Hand und würde mich mit interessanteren Dingen beschäftigen, also hier in der Gasse mit dir zusammen herum zu stehen!“ Stimmt nicht, also nicht sicher. Vielleicht hätte es ja doch geklappt, die Vorstellung ist aber schön. Das sie es ihm zum Vorwurf machen kann, das ist noch viel besser! „Ein verbranntes Gesicht oder.. andere Teile, kann man noch schlechter verstecken als die Male am Hals! “ Darauf macht sie ihn schnell aufmerksam und schüttelt dann den Kopf, das Schwarze Haar fliegt ihr dabei ins Gesicht und wird schnell wieder nach hinten geschoben. „Wo ist meine Klammer? “ Fällt ihr da plötzlich noch ein. Die Haare stören, so offen zumindest. Er hatte sie zuletzt, hat schließlich das Haar gelöst, und wird deshalb doch wohl auch wissen wo sie hin ist. „Wenn sie kaputt ist… “ ein verärgertes Brummen klingt hierbei in ihrer Stimme mit, die Erinnerung an den bereits zerstörten Schirm und die Erwartung, das es mit der Klammer für die Haare, genau so aussehen würde. „Im Übrigen, ich würde niemals an den Strick kommen! Bevor es soweit käme würde ich den ganzen Kerker in Brand stecken. Dann sollen sie doch einmal sehen, wie sie mich dort einschließen wollen“ . Ja sie stellt sich das zu einfach vor, natürlich gibt es Möglichkeiten ihre Magie zu bannen, sicher macht man das mit Magiern auch so, bevor sie in den Kerker kommen. Weiß die Dämonenbrut aber nicht. Zur not hätte sie ja noch ihre Brüder, diese würden die Schwester auch gewiss nicht im Kerker versauern lassen und am Galgen baumeln? Nein das auch nicht! „Wenn du allerdings gefasst wirst, dann sieht das sicher anders aus. Was erwartet dich? “. Wieder eine Frage, aber keine der ursprünglichen. Nein eine die sie mit recht fiesem Unterton von sich gibt und die, egal was ihm auch blüht, sicher schlimmeres beschreibt, als das was ihr bevorstünde.
Mit einem entschlossenen Schritt geht sie wieder auf ihn zu, sie berührt ihn nicht, wie wenig Platz hier auch ist. Seija bleibt wenige Zentimeter vor ihm stehen und schaut zu ihm hoch. „Ich will hier raus! “ Eine klare Anweisung. Er hat es verbockt, darauf hat sie sich ja schon geeinigt, also muss er auch eine Lösung finden. Sie können doch nicht ewig hier in der Gasse stehen! Wie lange will er denn warten. Bis zur Dunkelheit dauert es zwar nicht mehr all zu lange, doch deshalb werden draußen immer noch die Leute rum laufen. Irgendwann auch die Stadtwache und nicht bloß die Seemänner. Eigentlich ist und bleibt das ganze hier verzwickt.
[14:23] ₪ Ein albernes und von einer launischen Bitterkeit verzogenes Lachen perlte über die trockenen Lippen des Mannes und wurde allein durch seine Hände, in denen er sein Gesicht barg, in seinem vollen Klang gedämpft. Ihre Worte amüsierten ihn zunehmend und sprachen von einer losen Heiterkeit, die sein Gemüt einfing und nach der seine Bewegungen beschwingt und leicht erschienen. Diese Situation war nicht einmal annähernd so knifflig, wie es den Anschein hatte. Dennoch hatte Enzo die Verfolgung von den Männern vom Pier schamlos ausgenutzt, die Nähe des schwarzen Schopfes zu suchen, um sich ihre Stimme an seinem Ohr und ihren Duft gut einzuprägen. Ihm war nicht entgangen, dass sie gezögert hatte. Manch einer würde ihr eine gewisse Aufregung nachsagen, welche damit einher ging, sich einem daher gelaufenen Fremden hinzugeben. Andere behaupten, ihr säße noch immer der Schock der Anschuldigung darüber, dass sie eine bösartige Hexe sei, in den Knochen. Ganz gleich, welches Ereignis dazu führte, dass ihr Herz unter den Rippen raste – Enzo mochte diesen vorschnellen Klang, der das Blut durch ihre Adern rauschen ließ. Das Blut und wohl gleichermaßen auch die Hitze, welche ihn unweigerlich auf Abstand hielt. “Was?“, hinterfragte er die Worte der Frau, die ihm gegenüber tatsächlich eine Anschuldigung aussprachen, welche Enzo in diesem Maße nicht auf sich sitzen lassen wollte. Schließlich hatte sie doch dafür gesorgt, dass der bullige Seemann sich an ihr die Finger verbrannte! Und genau dieses Argument brachte er nun zum Tragen. “Ich war nicht derjenige, der mit dem Feuer spielte.“ Wie passend diese Aussage doch war – so originell und wahrheitsgemäß, dass es einem beinahe Angst machte. “Hättest du dich so verhalten, wie man es von einem zierlichen Ding erwartete, wäre die Situation nicht so dermaßen eskaliert.“ Er wollte ihr seinen Standpunkt klar machen und die Schuld nicht auf sich beruhen lassen. Vielleicht war der Söldner sogar dazu bereit, sich auf eine Teilschuld zu einigen. Doch solang sie nicht von ihrem hohen Ross herunter stieg und ihren Stolz zurück schraubte, sah er es auch nicht ein, sich jegliche nicht vorhandene Fehler einzugestehen. Und darauf beharrte er. Weitere Argumente wurden vorgebracht, fanden jedoch kein Gehör. “Soso, du hattest also einen Plan, ja?“ Er schnaubte und schüttelte leicht den wirren Schopf, während er sich mit dem Rücken gegen die Wand lehnte. Vorwurfsvoll wanderte sein Blick über ihr Gesicht. “Wie sah denn dein ach so toller Plan aus, mh? Weiter rennen, bis deine Füße dir den Dienst versagen?“ Er warf die Hände in die Luft, um ihr zu bedeuten, wie ausweglos dieser geniale Plan gewesen wäre. Dabei rasselten seine Ketten und zogen kurzweilig die Aufmerksamkeit der noch immer gackernden Dirnen auf sich. “Wirklich geistreich.“ Der Gedanke, in dem er das Weib zuvor als 'niedlich' bezeichnet hatte, wurde sogleich wieder verworfen. Denn ihre Augen warfen entgegen dieser Niedlichkeit finstere Blicke auf ihn. Oh, nicht s o! Das konnte er auch! Die hellen Iriden zu engen und bedrohlich anzusehenden Schlitzen verziehend, nahm er die unausgesprochene Herausforderung dieses kleinen, im Geiste geführten Gefechts an! Unterdessen folgten weitere Worte, weitere Anschuldigungen, die ihn mehr denn je amüsierten. Eine Hand wurde gehoben, um sich mürrisch über den Hinterkopf zu streichen. Es machte keinen Sinn. Diese Auseinandersetzung führte zu nichts und wieder nichts. Im Grunde genommen bildete sie nur einen heftigen Schlagaustausch, in dem wohl jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben wollte. Und als erwartete er eine Bestätigung auf diese Theorie, erhob seine Begleitung erneut ihre Stimme, um sein schlechtes Gewissen dazu aufzufordern, ihr nicht mehr zu widersprechen. Doch da hatte sich die Göre mit dem Falschen angelegt. Allein der Stolz und die männliche Ehre waren ausschlaggebend dafür, sich ihr nicht so mir nichts, dir nichts zu unterwerfen. “Ist diese Zukunft nicht ein bisschen gewagt für jemanden, der gerade noch so kindisch seinen Schirm bedauert hat?“ Wem machte sie eigentlich etwas vor?! “Wunschdenken!“, rief er darüber hinweg aus und schickte ein gestelltes Lachen hinterher. “Spätestens nach der nächsten Ecke wärst du ihnen in die Arme gelaufen.“ Mit einem Nicken deutete er auf ihre Person und beschrieb in einer einzigen Geste ihr Kleid und die dazu gehörigen Schuhe. “Wärst du nämlich weiter gelaufen, wären wir in einer Sackgasse gelandet.“ Das war doch der perfekte Plan, oder nicht? “Also erzähl mir nicht, dass du weißt, wo wir uns befinden!“ Er hatte die Stimme erhoben, sodass die albernen Dirnen ihr Gekicher für einen Bruchteil einer Sekunde unterbrachen. Als sie ihm erneut etwas entgegen spuckte, fuhren seine Hände in die Höhe, um hinter ihr geräuschvoll gegen die Wand zu schlagen.
[14:26] ₪ Die Finger gruben sich links und rechts neben ihrem Gesicht in das unnachgiebige Mauerwerk, während die Kette, welche die Gelenke miteinander verband, auf ihrem hübschen Dekolletee verweilte. “Das hier ist kein Spiel!“, fauchte er und musterte sie grimmig von oben herab. Dann wurden erneut Schritte laut. Er hatte nicht einmal bemerkt, dass aus dem vorherigem Geflüster eine laute Schimpftirade geworden war. Um so überraschter war er, als sich erneut ein paar Seemänner in die schützende Gasse verirrten, welche er sich als Versteck ausgesucht hatte. Augenblicklich zog er das Weib tiefer in die Nische, um zum Schluss nicht doch noch riskieren zu müssen, entdeckt zu werden. Doch auch jene, ach so braven Männer liefen an den zwei Gestalten im Schatten vorbei, sodass die erdrückende Stille zurück kehrte, die zuvor so dreist von ihnen Besitz ergriffen hatte. Und als diese mit einer einzigen Frage zerrissen wurde, blinzelte Enzo. “Bitte?“ Er war sichtlich überfordert mit der Frage, weshalb er argwöhnisch eine der wohl geschwungenen Brauen in die Höhe hob. “Ich habe keine Ahnung, wo deine $@#%Klammer ist.“ Vermutlich hatte er sie fallen lassen und war obendrein noch drauf getreten. Er wusste es nicht! Den Hals reckend, warf der Söldner einen prüfenden Blick in die Gasse hinein. Die Dirnen zogen sich langsam aber sicher zurück. “Ach ja? Und wie willst du das anstellen?“ Seine Augen fanden zurück zu den ihren und forderten diese spielerisch heraus. “Du warst tatsächlich noch nie in einem Kerker. Innerhalb der Mauern ist jegliche Magie unwirksam, dummes Ding.“ Das wusste doch jedes Kind! “Da wird das hier...“ Er vollzog mit den Händen sonderbare Gesten. “nicht funktionieren.“ Und er kannte sich aus. Als sie dann eine weitere Frage stelle, die seiner anbelangte, knirschte er mit den Zähnen. “T'schuldige, aber ich glaube, unsere Beziehung ist noch nicht so weit fortgeschritten, dass ich dir das anvertrauen möchte.“ Sein Grinsen war frech und gleichermaßen sollte es das Weib provozieren. “Fakt ist, dass du mir was schuldest.“ Ha! Genau! Der beste Einfall seit Jahrzehnten! Ein langes Schweigen breitete sich aus, in denen die beiden einander wortlos anstarrten – in der losen Hoffnung, einer würde sich irgendwann dem bitterbösen Blick des anderen ergeben. Doch auch das würde sich hinziehen. Schlussendlich war sie diejenige, die den Abstand wettmachte, in dem sie einen Schritt auf ihn zuging und ihm somit jeglicher Freiheiten beraute, sich unabhängig von ihr bewegen zu können. Nicht zuletzt stieß dabei ihr Knie gegen das seine. Das war reine Absicht! Eine Provokation, wie sie nur Frauen ausführen konnten! Eindeutig! Dabei war sie so verdammt klein, dass er beinahe Angst haben musste, auf sie rauf zu treten. “Geh doch.“, murmelte er ihr dann entgegen und deutete mit einer ausladenden Handbewegung in die Gasse hinein. “Ich bin der Letzte, der dich hier gefangen hält.“ Allerdings wäre er wohl der Erste, der sie dazu animierte, das schützende Versteck zu verlassen. “Ja, worauf wartest du denn noch?“ Ihre Beziehung stand wirklich nicht unter einem guten Stern.
[17:02] Mara ||Was für ein perfider Plan! Aus Stein ist die Dämonenbrut ja nun auch nicht. Natürlich passiert da etwas. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie dazu bereit wäre sich ihm hinzugeben. Sie wurde kurz aus der Bahn geworfen, doch damit hatte es sich auch schon. Er brauchte gar nicht denken, sie würde sich zu ihm hingezogen fühlen. Er ist ein Mensch. Selbst in ihren Gedanken, da hat dieses Wort einen abwertenden klang. Menschen, kümmerlich und schwach, nicht mehr Wert als das, wozu sie nutzen. Selbst von ihrem Ziehvater denkt sie nicht besser. Dabei ist dieser Mann nicht gerade die duckmäuserische Art von Mensch und hat sie dazu noch in der Hand. Etwas über das sie gar nicht nachdenken möchte. Ist ja auch egal, es geht hier gerad um einen ganz anderen Menschen und dieser stellt sich dumm. „Ja, du hast schon richtig gehört“ entgegnet sie seinem Was. Er braucht auch nicht so tun, als wären ihre Worte nicht stimmig! „Das kommt überhaupt nicht in Frage! Was hätte ich den davon gehabt“ sie kann ja lieb sein, wenn es ihr etwas bringt. Das es am Ende für weit aus weniger Konflikte gesorgt hätte, das konnte die Dämonenbrut ja nicht wissen. Wie hätte sie auch auf diesen Verlauf der Geschehnisse kommen sollen? Ein Entgegenkommen von ihrer Seite? Nicht vorhanden! Sie ist es gewohnt das man nach ihrer Pfeife Tanzt, irgendwann geben alle nach, wenn sie etwas will und jetzt gerad will sie, das er sich schuldig bekennt an dieser miesere! „Natürlich hatte ich einen Plan!“ bestätigt sie die Lüge noch einmal und schnauft abfällig als er ihr einen möglichen Plan offenbart. „ganz sicher nicht, und meiner wäre gewiss besser gewesen als deiner, der uns am Ende doch bloß in diese verdreckte Gasse geführt hat! Was jetzt? Wie lange willst du dich hier verkriechen, bis sie aufgegeben haben zu suchen, was Tage dauern kann oder bis sie uns entdeckt und gefunden haben?“ ja genau, schön von ihrem nicht vorhandenen Plan ablenken und sich viel eher auf die Fehler in seinem stürzen. Alles andere könnte schließlich produktiv sein und zu etwas führen. Das er nun mit seinem Geklirre wieder dazu beiträgt, die Aufmerksamkeit der Huren zu wecken gefällt ihr nicht, wie ihr sovieles gerade nicht gefällt. Das noch keine von ihnen los gelaufen ist, das grenzt schon an ein Wunder. Doch wer weiß schon, was sich in diesen Gassen sonst so alles abspielt? Vielleicht ist das ungleiche Paar mit den klirrenden Ketten gar nicht so ungewöhnlich, oder sie halten sich lieber aus allem raus und haben gelernt, das wegschauen gesünder ist. Wenn man doch eh schon ganz unten in der Rangordnung steht.
Vor dem Blickduell scheut sie sich nicht und wenn er nun denkt, die junge Frau würde seinem Blick ausweichen, nur weil er mal etwas finster schaut, dann irrt er sich. Sie kennt weit mächtigere Wesen die sie schon so angesehen haben und die Konsequenzen waren immer ertragbar. Hier? Dawird das ganze keine Konsequenzen für sie haben, nicht dieser Blick. „Woher willst du das wissen? Du bist eben erst vom Schiff gekommen. Da hinten geht es weiter“ sie hat keine Ahnung ob das stimmt. „Danach wäre der Weg bis zum Anwesen nur noch ein kleiner gewesen“ Eine deutliche Untertreibung, dieses steht schließlich am Rand der Stadt. Wahrscheinlicher ist, das alles so passiert wäre, wie er es gerad behauptet und dadurch schon ein kleines Feuer im Hafenbereich wüten würde.
Ihre nächsten Worte schienen wirklich zu treffen, seine Reaktion lässt so etwas erahnen. Plötzlich ist er wieder viel zu nah, die Hände schlagen gegen die Wand und die kalte Kette kitzelt die helle Haut der Dämonenbrut. Zuckt sie zusammen? Kurz. Sie ist es nicht gewohnt, dass man so auf sie reagiert und versucht sie einzuschüchtern. Das hingegen funktioniert nicht! Der Glaskörper ihrer Augen färbt sich schwarz, das blau wird dadurch stechender und so sieht sie zu ihm hoch. Wie sie es hasst klein zu sein! Gerade in diesen Momenten. Es war so einfach von oben auf sie herab zu schauen, ihr dadurch ein unwohles Gefühl zu geben. „Für dich vielleicht nicht“ eine Antwort die ihm bestimmt nicht gefallen wird und wenn er sich darüber aufregt, dann wird das ganze wieder mehr zu einem Spiel und einem Spaß. Irgendwie muss sie in dieser Situation doch für Kurzweil sorgen! Er tut das auch, nur anders. Schon wieder zerrt er sie einfach mit, er fasst sie an! Sie hat doch klar gemacht, dass er es nicht noch einmal wagen soll, sie zu berühren. Gut da sind wieder Seeleute. Das sieht sie dann auch, hört sie. Warum achtet er auf diese Sachen nur so viel besser? Vermutlich weil das ganze für ihn tatsächlich ernst ist. Sie haben also angefangen sich aufzuteilen und zu suchen. Schöne Misere, wirklich! Dann werden jetzt Truppen von Männern durch die ganze Stadt, wenigstens aber den Hafenbereich, rennen und nach ihnen suchen.
[17:03] Mara Unbefriedigend ist seine Antwort, erst die Klammer, dann der Schirm. Ein tritt auf seinen Fuß, das ist die Quittung dafür. Feuer? Nein dabei spürt sie den Treffer selber nicht. Das würde ihren Ärger also nicht befriedigen. „Wenn du sie gestohlen hast!“ wieder das murren in ihrer Stimme, samt drohenden Unterton. Mit den Augen sucht sie die Gasse nach etwas Silber ab und entdeckt es schließlich. Zerbrochen und verdreckt. Super! Ja auch so ist die Klammer noch einiges Wert. Anfassen wird sie das Schmuckstück aber nicht mehr. Irgendjemand, vermutlich eine der Huren, kann sich also bald darüber freuen. Der Gedanke an die Klammer wird jäh unterbrochen, als er wieder Antwortet. Keine Magie. Wie? Keine Magie. Ja logisch, das wird ihr auch bewusst aber. Nein das geht nicht! Dann kann sie nicht in den Kerker, das kann sie auch so nicht, doch ohne ihre Kräfte und die Fähigkeit zu entkommen, da wird das sträuben gegen eine solche Erfahrung, noch um ein vielfaches stärker. Das Ganze ist so schockierend, das sie nicht einmal auf die Beleidigung eingeht. „Natürlich war ich noch nie in einem Kerker!“ bestätigt sie ihm nur die Worte. „Dich wird man sicher hängen, wenn so ein hohes Kopfgeld auf dich ausgesetzt ist. Vielleicht wird dir auch der Kopf abgeschlagen, ich hörte hier wird teilweise auch mit sehr schmerzhaften Gift getötet“ . Schöne Aussichten oder? Alle für ihn ins beste Licht gerückt. Wenn er nicht erzählen will, dann trampelt sie eben weiter darauf herum. Die Nische ist eng, sie sind noch immer hinten in den Schatten gerückt um den Blicken von vorbeieilenden zu entgehen. Von Abstand zwischen den beiden kann man kaum sprechen, etwas das sie sich erst einmal wieder beschafft und einen Schritt zurück tritt. Sie ist noch immer im Schatten, das dunkle Kleid und die Haare verschmelzen mit der Umgebung, die helle Haut sticht dafür um so mehr hervor, wenn man in ihre Richtung schaut. Das zuzuordnen ist auf den ersten Blick nur schwer möglich. „Ich schulde dir nichts, wenn dann schuldest du mir etwas. Einen Schirm und eine Haarklammer!“ Warum sollte sie ihm auch etwas schulden. „Ohne mich und den Aufruhr, da wärst du noch immer in den Händen der Wachleute. Nur durch mich bist du Frei“ naja halb und auf der Flucht. „Wer steht hier also in wessen schuld?
Das ist ausgesprochen und damit stellt sie sich wieder an wie Wand, schaut ihn eine Weile alles, nur nicht freundlich und lieb, an. Ihren Schritt nach vorn und die Forderung, das scheint er beides etwas falsch verstanden zu haben. Ob gewollt oder nicht erkennt sie nicht, schaut ihn nur mit festem Blick an. Das er sie nicht gefangen hält, das ist ihr auch bewusst. Sie weiß allerdings nicht wie man ordentlich flüchtet, sie musste das ja alles noch nie machen. Das aussprechen? Nein bestimmt nicht. Ihre Technik ist da… gemeiner. „Ich will hier raus!“ wiederholt sie noch einmal und grinst dann plötzlich, aber nicht liebenswert. „Und ich will zuhause ankommen!“ ja ganz wichtig, Zuhaus, nicht im Kerker. „Wenn ich da raus gehe, und geschnappt werde. Dann könne mir rausrutschen wo du dich versteckst. Du musst also auch raus aus dieser Nische. Genau wie ich!“ Ist doch logisch oder? Er kann sie gehen lassen, den gehen wird sie. Wenn sie durchkommt ,ist er auch sicher, wenn sie nicht durchkommt, dann wird man in dieser Nische nach ihm suchen. Er kann sich auch, genau wie sie, auf dem Weg machen, getrennt von ihr. Ob er alleine aber wirklich soviel weiter kommt? leicht ist die Entscheidung bestimmt nicht, sie wartet, fast schon geduldig, darauf dass er etwas dazu sagt und geht dabei wieder auf Abstand. Sie lehnt sich sogar gegen die Wand und verschränkt die Arme unter der Brust.
Wieder hört man Schritte sich der Gasse nähern, die Stille hat es begünstigt, das auch Seija er von selbst gehört hat und sich mit dem Söldner zusammen wieder weiter im Schatten verbirgt. Frauengeschnatter und schwere Schritte sind es. „Hier ist es“ hört man sie eifrig plappern. Es fallen Worte wie Kette und streit. Seemänner haben die Frauen nicht geholt, davon haben sie nichts. Doch mit den eigenen Zuhältern, da stellt man sich besser gut und denen so eine fette Beute zu präsentieren. Das kann nie schaden! Soviel zu dem Plan, schnell aus der Nische zu verschwinden und sich einen Weg zu suchen. Doch sollen sie nur näher kommen, wenn es nicht zu viele sind, dann kann Seija sie noch immer verkohlen und wird es auch tun!
[18:55] ₪ Es tat weh, es kränkte seinen Stolz und vor allem stiftete es Verwirrung! Eine Verwirrung der üblen Sorte! War die Furie – ja, genau so sollte er die Fremde fortan nennen – gerade Im Begriff, ihm zu erklären, wie wenig Umsicht sein Verhalten in Bezug auf die derzeitige Situation hatte? Wollte sie ihm – einem hoch gelobten Söldner in Ketten – etwa unterstellen, dass ihre Rettung in ihrer Ausführung nicht p e r f e k t war? Für einen Moment war der Mann damit beschäftigt, schweigend die trockenen Lippen aufeinander zu pressen. Es war so leicht, einfach den Arm zu heben, auszuholen und ihrem hübschen Gesicht ein paar Blessuren zu verpassen, welche sie stets an ihre freche Zunge erinnerten. Doch allein der Gedanke daran verstieß gegen die selbst auferlegten Prinzipien, sich nicht an Frauen, oder eben solche, die es noch werden wollten, zu vergreifen. Selbst dann nicht, wenn die Lage ausweglos erschien und er sich Anschuldigungen über sein – seiner Meinung nach richtiges – Verhalten anhören musste. Sie tanzte ihm regelrecht auf der Nase herum! Und dies galt es zu unterbinden! “Zumindest nicht das hier!“ lenkte Enzo deswegen als Antwort auf die so dümmlich gestellte Frage ein und raufte sich mit beiden Händen das dunkle und ohnehin schon wirre Haar. Dieses Weib malträtierte seine Nerven und trampelte auf seinem Stolz herum. Und dabei wurde mehr als deutlich klar, dass sie es mit Absicht tat. Mit Absicht! “Hättest du kein Aufsehen erregt, wäre auch niemand auf mich aufmerksam geworden.“ Soviel stand bereits fest. Allein der Kampf mit diesem vermaledeiten Schirm hatte im Nachhinein zuviel Aufruhr gemacht, als dass er sich den forschenden und musternden Blicken hätte entziehen können. Und wessen Schirm war das? Er musste es nicht aussprechen, um seiner Begleitung klar vor Augen zu führen, dass sie an diesem nunmehr gemeinsamen Dilemma ebenfalls beteiligt gewesen war. Und das nicht zu knapp! Doch in diesem Punkt flogen die Meinungen auseinander. Jeder beharrte auf das Recht der Unschuld, sodass sie im folgenden Gespräch auf der Stelle traten. “Und das du mich bei deiner kleinen Showeinlage mit deinem Schirm fast umgehauen hast, trug ebenfalls nicht dazu bei, das brave Mädchen zu mimen.“ SO! Jetzt war es raus! Von Wegen, der Wind hätte ihr Hab und Gut in die Luft gewirbelt! Vermutlich hatte sie das ebenfalls in einem eiskalt berechneten Plan mit einbezogen. Zuzutrauen wäre es ihr zumindest. “Wach auf, Prinzessin. Das Leben ist kein Ponyhof!“ Enzo musste an sich halten, sich von ihr nicht noch ein weiteres Mal zu einem Wutausbruch provozieren zu lassen. Zum einen war er ihrer Gesellschaft längst überdrüssig und zum anderen zeigte sie weniger jene Reaktionen, welche der Südländer gern aus ihr heraus gekitzelt hätte. Es fruchtete einfach nicht. Gewalt war keine Lösung. Warum fiel ihm dieser Leitspruch ausgerechnet jetzt auf die Füße? Ob ihres Ausrufs, dass sie tatsächlich einen Plan gehabt hätte, schmunzelte er amüsiert und bedeutete ihr mit einem Nicken, die Vorbereitungen für eben diesen Plan zu offenbaren. Doch stattdessen zog sie über den seinen her, um sich – zum wiederholten Male – über ihn zu stellen. Dabei war die Göre doch so viel kleiner als er! “Bist du fertig mit deinem Zwergenaufstand?“ Er glotze sie unbeeindruckt an, ehe er die Schultern straffte, um in selben Augenblick nach ihren Armen zu greifen. “Siehst du das?“, erhob der Söldner dann sogleich die Stimme und schob das Weib ein Stück weit aus der Gasse heraus. Eine Hand hebend, deutete er mit einem ausgestreckten Finger an ihr vorbei auf das in der Gasse errichtete Gebäude, dass eindeutig das Haus der davor herum lungernden Huren war. “Eigentlich hatte ich vor, dort was zu Futtern. Ich habe nämlich einen tierischen Hunger und bei dir könnte es sicher nicht schaden, ein bisschen mehr auf den Rippen zu haben.“ Für den Moment, in dem er seiner einer Furie ähnlichen Begleitung sein Vorhaben in Spe erklärte, war der Mann dicht hinter die Frau getreten, um durch sein eventuelles Gebrüll nicht doch noch die Seemänner auf den Plan zu rufen. “Niemand würde in einem Bordell nach uns suchen.“ Mehr in einer Absteige. Denn die Aufmachung des Hauses wirkte eher abstoßend, als anziehend. “Aber da Madam“ – Oh ja, damit war definitiv sie gemeint. “es ja vorzieht, hier draußen ein Teekränzchen zu vollziehen, ist mir der Appetit vergangen.“ Hunger hatte er trotzdem! Nun lag es an ihm, die Arme vor dem Brustkorb zu verschränken, um das Weib vor sich schweigend zu taxieren. Niemand würde in diesem Spiel nachgeben. Das Thema der Schuld wurde nicht fallen gelassen, nahm jedoch eine andere Richtung an, welche Enzo dazu verleitete, ob der ausgesprochenen Worte genervt die Augen zu verdrehen.
[18:58] ₪ “Die Hafenstädte sind in ihrem Aufbau alle gleich.“ Zumindest vermutete der Söldner dies, ließ sich das wenige Wissen darüber jedoch nicht anmerken. “Gasse, Gasse, Sackgasse. Mach die Augen auf Mädchen!“ Mit den Händen zeichnete er das, was er mit dem Mund formulierte, um ihr auch damit die Absurdität ihres Plans vor Augen zu führen. “Das ist einfache Architektur!“ Und der Südländer hatte schnell gelernt, diese zu lesen und schlussendlich auch zu seinem Vorteil zu nutzen. Nicht umsonst stand auf seinen Kopf ein solch hoher Betrag aus, dass es einem schier den Magen umdrehen wollte. In diesem Gebiet war er einfach unschlagbar! Ja, un s c h l a g bar, aber gewiss nicht un t r e t bar. Denn die Strafe dafür, ihre Klammer verloren zu haben, folgte sprichwörtlich und auch bildlich gesehen auf dem Fuß! “Verflucht!“ ertönte kläglich seine Stimme, ehe Enzo binnen weniger Sekunden das Gleichgewicht verlagerte, um den von der Furie geschundenen Fuß sofort zu entlasten. Das hatte wirklich weh getan! “Ich sagte doch, ich habe deine $@#%Klammer nicht!“ MMPF! Was dachte sie von ihm? Er wollte sich sicher nicht mit diesem Ding schmücken. Und während der Südländer auf einem Bein versuchte, die Schwerkraft der Erde auszutricksen, die ihn unweigerlich seltsam herum zappeln ließ, lenkte sie das Gespräch auf den Kerker zurück, um fröhlich, frech und heiter an einer Hand die Möglichkeiten abzuzählen, die weniger für ihn sprachen, bekam man ihn tatsächlich zu fassen. Allerdings wusste das Weib nichts von dem Triumph, den er mit den Sozialstunden bei der Marine in den Händen hielt. Kaum etwas, mit dem Enzo prahlen wollte! “Was kümmert es dich?“ Machte sie sich zum Ende hin doch noch heimliche Gedanken um sein Wohl? Er konnte nicht gerade behaupten, seine Gesellschaft sympatisch zu finden. Ganz zu Schweigen von der Art und Weise, wie sie eine Konversation zu führen gedachte, in der abermals die Frage der Schuld laut wurde. Dummes Gör! “Frei?“ Ein ungläubiges und für seine Verhältnisse wohl mehr hysterisches Lachen drang aus der rauen Kehle, bevor er die verketteten Hände empor hob, um damit aufgeregt vor ihrem Gesicht herum zu rasseln. “Nennst du das hier tatsächlich frei“ Er konnte die Fesseln doch deutlich sehen, die ihn einen Gefangenen schimpften! “Ohne dich wäre ich tausend Mal besser dran gewesen!“ Dann hätte der Übergabe nichts im Weg gestanden! Alles wäre reibungslos von Statten gegangen. Er hätte wie eh und je seine eigene Zelle zugeteilt und pro Tag zwei Mahlzeiten von der Seewache bekommen. Was will man(n) mehr? Nein! Stattdessen musste er sich nun mit dieser weiblichen Plage herum schlagen, welche ihren fordernden Wunsch noch einmal wiederholte. Doch auch dieses Mal wollte der Söldner nicht begreifen. Lieber grapschte er sich angestrengt ins Gesicht. “Ich will auch so Vieles, dass ich nicht bekommen kann.“ Bla, bla, bla! Doch als sie durchblicken ließ, WAS genau sie wollte, schob Enzo die Finger, die eben noch auf seinem Gesicht verweilten, skeptisch auseinander. “Das würdest du nicht tun.“ Oh doch, das würde sie. Ihre Augen ließen keinen Zweifel zu, dass sie auch außerhalb der Theorie, gefasst zu werden, sein Versteckt verraten würde. War das eine Erpressung? Die Iriden zu engen Schlitzen verziehend, taxierte Enzo das Weib vor sich. Grrrr! Das WAR definitiv eine Erpressung! “Hast du Angst, mich zu vermissen?“ Denn nur das konnte den unterschwelligen Wunsch, bei ihr zu bleiben, beschreiben. “Ich kann es dir nicht verübeln.“ Er zuckte mit den Schultern und ließ die Hände sinken. “Ich meine, wer würde mich nicht vermissen?“ Schließlich war er der Held des Tages! “Und wenn du willst, können wir...“ Ein anzügliches Lächeln umspielte seine Lippen. “dass hier gern wiederholen!“ Doch seine verruchten Fantasien wurden jeher unterbrochen, als eine weitere, mehr fremde Stimme laut wurde. Langsam lehnte sich der Söldner ein Stück weit zurück, um aus der engen, dunklen Nische spähen zu können. Ein leicht bekleidetes Mädchen, deren Träger des Kleides ob der wilden Gesten über die nackte Schulter rutschte, deutete gerade in ihre Richtung. Ihr Zuhörer war ein nicht minder stattlicher Mann, wie es der Matrose gewesen war und mehrere Male hintereinander nickte. Dann legte der Unbekannte seine Finger um das Kinn des Mädchens, um weitere, belehrende Worte zu sprechen, die dazu führten, die Huren schlussendlich vom Platz zu schicken. Juhu! Vermutlich hatten sie ihren kleinen Streit als Belästigung empfunden und deswegen ihren Zuhälter informiert. Schlussendlich lief es auf das Selbe hinaus. Sie musste hier weg. Wieder fliehen. “Meinetwegen.“
[19:02] ₪ Er suchte ihren Blick. “Aber wir machen es auf meine Art.“ Und in dieser Art zog er das Weib abermals ungefragt an sich, um in einer geschwungenen Bewegung einen Arm um ihre Schultern zu legen. Zumindest soweit, wie es das Band der Kette zuließ. Dann trat er gemeinsam mit ihr aus der unendlich dunklen Nische heraus. “Verhalte dich ruhig...“, flüsterte er noch, bevor er heiter seine Stimme erhob. “Und genau aus diesem Grund ist das der perfekte Ort für unsere Hochzeit.“ Er lallte ein wenig und taumelte mehr schlecht als recht neben der Frau her, welche er gerade so unverhofft geheiratet hatte. “Is mein Ernst!“ versicherte er ihr beiläufig und stieß mit der Schulter gegen jene des Zuhälters, der ihn darauf hin grimmig musterte. “Oh, t'schuldigung. War nich mit Absicht!“ War es wirklich nicht. Es war vielmehr berechnend! Denn aufgrund seines dämlichen Verhaltens schüttelte der Bulle nur mit dem Kopf. Jaja, die Taten eines Betrunkenen durften nicht überbewertet werden. Mit einem weiteren, gelallten “Isch liebe dich!“ torkelten die zwei Gestalten gemeinsam aus der Gasse in das dämmernde Licht des Abends. Und nachdem sie außer Reichweite waren, zog Enzo sich sofort angewidert zurück. Mehr Zuneigung musste er der Furie in diesem Moment nun wirklich nicht offenbaren. "Jetzt glotz mich nicht so an! Zeig mir lieber den Weg." Schließlich bestand sie doch darauf, dass er sie nach ihrem gemeinsamen Erlebnis sicher nach Hause brachte.

[E] [21:33] Seija Sagar In Ketten genau! Wäre er so hoch gelobt und fähig, dann würde er diese Ketten gar nicht tragen, dann würde er sich mit anderen Dingen schmücken, nicht mit dem starren Eisen. Dass er sie trägt und das er gefangen worden war, soll das wirklich für ihn sprechen? Irgendwann muss eine Flucht bereits schiefgegangen sein. Sehr wahrscheinlich hatte die einen ähnlich gut durchdachten Plan wie diesen hier, als Grundlage. Nur das diesmal auch sie unschuldiges Ding darunter leiden muss! Er versucht es schon wieder! Die schuld auf sie zu schieben, das gibt es doch nicht, wie kann er es wagen! Natürlich malträtiert sie seine Nerven extra. So lange bis er genug davon hat und einfach nachgibt. Das wird ihr dann übrigens auch nicht gefallen, weil sie erst dazu bringen musste und er nicht ganz von allein die Schuld auf sich genommen hat. Versteh einer die Dämonenbrut. „Du glaubst doch nicht etwa, ich hätte den Schirm absichtlich nach dir geworfen? “ Entrüstung und Fassungslosigkeit sind zu hören. Sie starrt ihn an und kann kaum glauben, dass er das nun wirklich denkt. Für wie interessant hält der Kerl sich eigentlich? Warum hätte sie auch nur das geringste Interesse daran haben sollen ihn mit ihrem schönen Schirm zu bewerfen? So interessant ist er jetzt auch nicht. Zuzutrauen wäre das ganze Seija schon, aber beabsichtigt war es von ihr nicht. Solche Gedanken soll er sich gleich aus dem Kopf schlagen! „Da hatte ich wirklich besseres zutun. Auf die Ankunft meiner Sachen zu warten, die ich jetzt dank dir verpasst habe“ . Oh ihre Sachen, ihre Kleider. Das alles wurde jetzt ohne sie zum Anwesen gebracht, die Dämonenbrut konnte sich nicht einmal versichern, dass mit den Dingen auch wirklich gut umgegangen worden ist. Ein weiterer Grund um frustriert zu sein. Alles seine schuld! Zwergenaufstand? Zwerg? Hexe, Hure, Zwerg. Was kommt noch alles? Gewiss versucht sie sich über ihn zu stellen, dass er das nicht so einfach mit sich machen lässt, das ist es was die junge Frau noch Fuchst! „Deines vielleicht nicht, bis heute konnte ich mich nicht beklagen! “ Wenn sie wollte, dann konnte sie einen ganzen Ponyhof für sich haben. Will sie aber nicht! Sie will schließlich etwas erleben. Kerker Aufenthalt gehörte aber nicht auf die Wunschliste.
Schon wieder! Der hört nicht auf. Sie will ihren Arm aus seinem griff befreien, ganz egal was er da zu zeigen gedankt. Ja sie hört was er sagt, doch sorgt erst einmal wieder dafür, dass er sie los lässt! Wie, natürlich mit Hitze. Gewalt ist keine Lösung? Das sagen nur jene, die mit Gewalt und Einschüchterung nicht erreichen können was sie wollen. Nein sie weiß natürlich nichts von dem Gedanken, dennoch ist das eine ihrer Einstellungen. Der Arm wird also heiß, nur kurz und nur bis sie wieder frei ist und sich zu ihm herum dreht um auf die Absteige einzugehen. „Ich sagte doch, fass mich nicht an! Und du glaubst doch nicht etwa, das ich dort hinein gegangen wäre? “ Flucht hin oder her, auf den gewohnten Standard muss man deshalb noch lange nicht verzichten! Sowas kann er doch nicht ernst meinen. Ein Hurenhaus, am Ende hätte er noch versucht sie dort zu verkaufen, ja sicher das wäre nichts das funktioniert, dennoch ist der Gedanke allein schon so abstoßend. „Gut so. Dann hast du hoffentlich auch den Gedanken verworfen“! Den dort hinein zu gehen. Ein Hurenhaus, sie kann es kaum glauben, das war doch bitte nicht sein ernst! Ja genau und wie falsch ihre Annahme war, das muss er natürlich auch noch einmal deutlich machen. Was weiß sie denn wie die Städte aufgebaut sind und worauf man in ihrer Situation zu achten hatte? Gasse, Gasse, Sackgasse, wer denkt sich so einen Mist auch aus? Die Architekten haben doch irgendwas geraucht, wenn das was er sagt den wirklich so stimmt. „Wenn du dich so gut auskennst, dann sollte es ja gar kein Problem für sich sein, uns hier raus zu holen“ meint sie herausfordernd. Er hat schließlich mit den Fähigkeiten geprahlt, dann soll er sie auch zum Einsatz bringen und ein bisschen aktiv werden. Ohne dabei wieder das Hurenhaus oder eine andere billige Absteige, hier in der Gegend, in Betracht zu ziehen. Die Straßen die er so gut kennt, sollten dann ja schließlich ausreichen.
Wieder dieses triumphierende grinsen, kaum das ihr Fuß den seinen getroffen hat und ihm das auch noch eine Reaktion entlockt. Sie hätt ja gedacht er beißt sich lieber die Zunge ab, als auf den tritt zu reagieren. Scheinbar war das ein Irrtum. Ausnahmsweise mal keiner den sie bedauert. „Ich weiß, du hast sie zerstört, auch noch!“ mit einem kurzen nicken deutet sie jetzt dorthin, wo die Klammer im Schlamm lag, zerbrochen und halb in den Boden getreten.Ganz bestimmt auch durch ihn! So große Plattfüße, da hat er sicher mit getroffen. Ihr wäre so etwas nie und nimmer passiert. Ganz sicher! „Ich hab nie gesagt das es mich kümmert“ Betont sie dann schnell, was er sich wohl denkt das er sie so fragt? Doch nicht das es sie wirklich kümmern würde. Warum sollte es auch?
[E] [21:34] Seija Sagar „Ich hab Langeweile, wir stehen in einer Gasse ich will es eben wissen!“ klingt doch plausibel und logisch. „Wobei.. nach heute hab ich vielleicht Lust bei deiner Hinrichtung auch anwesend zu sein und mir das anzusehen. Dann wink ich dir zwischen den Gittern hindurch zu! “ Eine, wie sie findet, schöne Vorstellung. Das sie es vielleicht doch bedauern könnte, nein den Gedanken lässt sie nicht erst zu, am Ende fängt er noch an sich zu setzen und zu Keimen. Mit so etwas wollen wir hier gar nicht erst anfangen. „Frei, ja frei! Freier als umgeben von den Wachleuten“ . Ist doch eindeutig, wie kann er das so blöd hinterfragen. „Wenn du das gefangen sein, wirklich als Tausendmal besser ansiehst, dann ja. Das wärst du wohl“ hey, sie stimmt ihm das erste mal zu, allerdings hört man deutlich, das sie das Ganze nicht wirklich ernst meint. Wer würde schon die Gefangenschaft, einer Begegnung mit ihr vorziehen? Vermutlich würden nun einige die Hand heben und einer ihrer Brüder wäre mindestens dabei. Das blendet die Dämonenbrut aber aus, das würde schließlich ihre aufgestellte Aussage zunichte machen. Sie wird ihm sicher nicht dabei helfen, sie in die Pfanne zu hauen. Wo er sie gerad so schön hoch hält, da betrachtet Seija die Ketten zum ersten mal etwas genauer. Was waren das wohl für Ketten? Ganz einfache, die könnte sie vielleicht durchtrennen, durch Hitze. Zumindest die Glieder in der Mitte, dann könnte er sie wieder frei bewegen und hätte nur zwei wirklich seltsame Armreifen an. Sie könnte jetzt natürlich so freundlich sein und das vorschlagen, erst einmal nachfragen was es für Ketten sind. Wie wir gelernt haben ist die Brut nicht freundlich und auch nicht Nett. Vielleicht braucht sie diesen Vorschlag noch als Druckmittel, erst dann wird sie ihn auch anbringen. Solange bleibt das ganze unausgesprochen und vor allem auch ungeschehen.
Endlich, er scheint zu begreifen von was sie den eigentlich gesprochen hat, die Mühlen mahlen langsam, doch sie mahlen. Das grinsen liebt noch immer auf ihren Lippen, wird kurz breiter als er nachfragt. Sie greift sich ins Haar, spielt an den spitzen herum und legt den Kopf leicht schief. Eindeutig, sie versucht einen Unschuldigen Eindruck zu machen, etwas das er in Lichtgeschwindigkeit enttarnen wird, doch das ist ihr egal. „Was soll ich den sonst tun, sie werden mich sicher danach fragen und ich sollte mich doch, meiner Statur entsprechend verhalten“. Hat er gesagt! Und was würde man als Unschuldiges, schwaches Menschenweib machen? Ganz genau, die eigene Haut retten und nachgeben. Wollte er, kann er haben! Ja sie kann tatsächlich das machen, was andere von ihr wollen, man sollte nur aufpassen, was man von ihr will. Da! Schon wieder, seine Worte können einem wirklich jeden Spaß vermiesen. „Das ganz bestimmt nicht!“ und damit meint sie alles was er gerad so von sich gegeben hat, weder wird sie ihn vermissen, noch das ganze wiederholen und sein grinsen Zeigt eindeutig was er damit meint. „Du meintest schließlich, du wärst so gut darin dich hier in der Stadt zurecht zu finden. Also, das will ich sehen! Bring uns aus dieser blöden Lage. “ Von ihr aus auch nicht zum Anwesen, sondern einfach raus aus dem Hafenbereich. Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann erkennt man in dieser Aussage ein Eingeständnis von Unfähigkeit oder Unsicherheit. Sie glaubt nicht, es hier so einfach raus zu schaffen. Den Menschen auszuweichen und ins Anwesen zu kommen. Zumindest nicht ohne eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Etwas das sie noch immer tunlichst vermeiden möchte, denn wenn es erst soweit kommt, dann sind ihr bestimmt nicht nur die nervigen Seeleute auf den Fersen. Und wieder! Er lenkt ein und im gleichen Atemzug macht er es schon wieder. Er fasst sie an und legt den Arm um sie. Die Kette drückt unangenehm in den Nacken und schon sind sie aus dem Schatten getreten. Sie hatte kaum Zeit zu reagieren und wird jetzt nicht wieder zu ihren Feuertricks greifen. Sie wollte ja das er sie raus holt, das er das so macht war nicht Teil ihrer Vorstellung. Doch es ist besser als in der Gasse zu bleiben. Sie hört wohl nicht richtig, was für eine Geschichte saugt er sich denn nun aus den Fingern? Mitspielen? Das kann er haben! Gut das ihr genervter Blick in diesem Moment, auch äußerst authentisch wirkt. Das genervte Weib, das jetzt erst erkennt, was für einen Idioten sie sich da eigentlich angelacht hat. Ja kann man den beiden wohl abkaufen und der betrunkene, der bekommt von dem ganzen natürlich nichts mit und taumelt fröhlich vor sich hin. Ein entschuldigender Blick –ja sowas kann sie- wird diesem noch zuteil, während sie die Gasse noch weiter geht. Ein Glück das der Mann nun wirklich mehr auf ihn achtet, denn auf sie. Sonst würde er sehen, dass dieses ungleiche paar, ganz sicher nicht heiraten würde.
[E] [21:35] Seija Sagar Eben so schnell wie er, lässt auch sie von ihm ab. Geht gleich wieder einen Schritt auf Abstand und sofort ist die Maske von eben wieder gefallen. „Du scheinst ja wirklich nicht die Finger von mir lassen zu können“ . Immerhin hat jeder seiner Pläne etwas damit zu tun, das sie sich halb oder ganz in den Armen liegen. Schon auffällig das ganze! „Aber wenn so lange auf dem Schiff warst, wie es riecht, dann ist es sicher auch kein Wunder, das deine Flucht dich als erstes ins Hurenhaus hätte führen sollen.“ Sticheln, oh wie sie das liebt und ja er bekommt das ganze ab. Im Übrigen ist das ganze eigentlich ein Zeichen dafür, das der andere ihr nicht gänzlich unangenehm ist. Nein sie hat auf abstruse Art doch ihren Spaß bei dem ganzen. Wäre dem nicht so, dann hätte sie ihn schon auf irgendeine Art ausgeliefert und es sich so erkauft, von dem ganzen ihre Ruhe zu haben. Vielleicht hätte sie sich reumütig bei dem alten Seemann entschuldigt und behauptet, dass es alles seine Idee war, um bloß flüchten zu können. „Hier lang“ gibt sie dann vor und läuft auch einfach los. Nicht unaufmerksam, das kommt gerad überhaupt nicht in Frage! Den Nächsten Seeleuten in die Hände rennen? Nein danke, darauf kann sie wirklich verzichten. Entschlossen sind ihre Schritte dennoch und das, obwohl sie bei jeder Gasse vorher etwas langsamer wird und in diese hinein schaut, lauteren Geräuschen, denen geht man von vornherein schon aus dem Weg. Das verspricht nur Menschen Ansammlungen. Solche, das dürfte klar sein, sind nie gut! „Wenn du jetzt wirklich schlechter dran bist“ kommt sie darauf noch einmal zu sprechen. „Warum lässt du dich nicht einfach fangen. Dann bringen sie sich wieder zu den Wachleuten und schon bist du in der gleichen Situation wie zuvor“ . Gemeinsam laufen ohne zureden? Undenkbar. Außerdem stehen die ganzen Fragen ja noch im Raum, nur weil das ganze so konfus war, hat sie das lang nicht vergessen, nicht gänzlich zumindest.
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Re: Erste Begegnung, Seija und Enzo

Beitragvon Kilian » 27. Apr 2016, 02:49

[21:50] ₪ Was Enzo glaubte, spielte keine Rolle. Denn er hatte längst begriffen, dass es am einfachsten war, das Beste aus seiner derzeitigen Situation zu machen. Daraus resultierend, erachtete er ihre Naivität als das kleinere Übel, um sich schlussendlich den Dingen im Leben zu widmen, die ihn weiter voran trieben. Oh, er hatte gewiss nicht vor, in dieser engen Nische zu versauern. Schon gar nicht in der Gesellschaft der Furie! Allein diese Aussicht auf ein Leben in Knechtschaft trieb ihn dazu an, die Beine in die Hand zu nehmen, um alsbald mithilfe eines weiteren, so perfekt ausgeführten Schauspiels erneut die Flucht zu ergreifen. Nur verlief eben jene Flucht weitaus gesitteter, als die erste. Das man(n) danach schier das Weite oder in seinem Fall zumindest den Abstand suchte, war dabei nur ein natürlicher Instinkt, um nicht erneut seine verbrannten Fingerkuppen betrauern zu müssen. Dabei gingen die Anschuldigungen darüber, er hätte ihre dämliche Spange kaputt gemacht, achtlos unter. Das Gespräch änderte sich zwar nicht in seiner Thematik, wurde aber angenehmer, je mehr Abstand sie zwischen sich und das Hurenhaus brachten. Frei konnte man das allerdings noch immer nicht nennen. Schlussendlich hatte er sich in ihrem Wahn, ihn verraten zu wollen, leider dazu verpflichtet, das trotzige Weibchen bis zu ihrem trauten Heim zu begleiten, damit sich ihre Vorstellung von einem perfekt erscheinenden Abend zum Ende hin noch erfüllte. Er selbst ließ die voran gegangene Erpressung darauf beruhen, solang das Weib nicht darauf herum ritt. “Alter, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du zu viel redest?“ Ernsthaft! Seine Ohren bluteten bereits! Er konnte das Gerinnsel auf seinem Trommelfell deutlich knistern und knirschen hören. “Glaub mir, es war kein Vergnügen, dich ein weiteres Mal anfassen zu müssen.“ Er schnaubte ihr die Worte entgegen, während sie arroganter denn je an ihm vorbei lief. Dabei trug sie ihr Näschen beinahe so hoch, dass er glaubte, sie würde im nächsten Augenblick über ihr dämliches Kleid stolpern. Doch nichts dergleichen geschah und Enzo wirkte sichtlich betrübt, dass sie sich kein weiteren Mal vor den Augen eines Fremden blamierte. Ob der weiteren Worte die Augen verdrehend, verharrte er an Ort und Stelle. Er musste sich nicht begleiten! Er hatte sie aus der Nische geführt – so wie sie es wollte. Jetzt war es Zeit, die Erpressung noch einmal zu überdenken, um gegebenenfalls einen eigenen Nutzen aus diesem Dilemma ziehen zu können. Nicht zuletzt musste er ihr Geplapper den gesamten Weg bis hin zu ihrem Anwesen ertragen. Das der Mann daran zweifelte, war also nicht verwunderlich, sondern eine natürliche Reaktion auf ihr loses Mundwerk. “Beschäftigt es dich etwa?“ Ha! Enzo musste einen Weg finden, zwischen den Zeilen zu lesen, um das Gespräch angenehmer zu gestalten. Vermutlich zog er sie deswegen mit der Erwähnung des Hurenhauses auf: um sie zu provozieren. Die Arme hebend, verschränkte der Söldner seine Hände so gut es eben ging und die Ketten es zu ließen, hinter seinem Kopf, während er mit einem breiten Grinsen hinter ihr her trottete. “Ich meine, ich mache keinen Hehl daraus, die Weiber dort attraktiv zu finden.“ Gewiss nicht! Welcher Mann würde die Gesellschaft einer vollbusigen Hure ausschlagen, mh? “Ich vergaß, dass du dir zwischen all den liebreizenden Mädchen wirklich minderwertig vorkommen musst.“ Er zuckte mit den Schultern, als führten zwei Freunde gerade eine beiläufige Konversation. Stattdessen aber warfen sich Frau und Mann gut formulierte Beleidigungen an den Kopf, um den jeweils anderen bis aufs Blut zu reizen. Dabei machte niemand einen Hehl daraus, nicht einmal im Ansatz Sympathie für den Gesprächspartner zu empfinden. “Ach und um nochmal auf das vorherige Thema zurück zu kommen.“, sprach er ja fast gelangweilt daher und sah zu, zu der Furie auf zu schließen. Verdammt, war die Kleine schnell! “da muss ich dich leider enttäuschen.“ Er hatte Mühe, überhaupt mit ihr Schritt zu halten. “Es wird keine Hinrichtung geben.“ Zumindest nicht in der nächsten Zeit – selbst wenn er von den Wachen schlussendlich doch noch gefasst werden würde. Das Warum? und Wie? blieb dabei allerdings unerwähnt. Enzo verspürte nicht den Drang, einer Fremden sogleich jegliche Details aus seinem so kümmerlichen Leben zu erzählen. Das hatte er bereits einmal getan und war über den Verlauf des Gesprächs weniger glücklich gewesen. Deshalb sparte man sich gewisse Antworten, um zwischen ihren Worten sich abermals zu beschweren. Als sie ihm dann auch noch so kokett und unschuldig die Richtung wies, verdrehte der Söldner genervt die Augen. “Ich bin nur wegen dir auf der Flucht. Erinnerst du dich?“ Er musste ihr hier und jetzt keine Rechenschaft schulden. Nicht so! Und gewiss nicht ihr gegenüber. Sie hatte kein Recht zu erfahren, warum er nicht so einfach wieder dem Trott seines Alltags folgen konnte.
[21:57] ₪ “Warum rennst du eigentlich so?“ Er musste ja fast in einen leichten Trap fallen, um nicht völlig auf der Strecke zu bleiben. “Jetzt warte doch mal!“ Warum machte er sich überhaupt darum Gedanken? Er sollte sie einfach ziehen lassen und hinter der nächsten Kurve verschwinden – das würde so Vieles einfacher machen! Dennoch hatte er ihr das unterschwellige Versprechen gegeben, sie wenigstens aus der Gefahrenzone heraus zu schaffen. „Jetzt warte!“ Ein Knurren drückte sich aus seiner Kehle, während er versuchte, ihren Arm zu fassen zu kriegen. Seine Finger hätten beinahe ihre Haut berührt, da wurde der Söldner achtlos zurück gerissen. Anstatt nach ihr zu greifen, hatte es ein anderer getan. Ein anderer, dessen Gesicht ihm durchaus bekannt vorkam. Nicht zuletzt erinnerte sich Enzo an die schweren Schritte zurück, welche jetzt unverkennbar auf eine Person zurück zu führen waren. „Alter, geht's noch?“, keifte er den zuweilen doch recht Furcht einflößenden Seemann an, der es gewagt hatte, ihn an seiner Schulter zurück zu reißen. Doch anstatt einer Behelligung schlug eben dieser Mann zu. Mitten in die Fresse! Enzo verzog das Gesicht und stieß einen leisen Fluch aus, während er etwas benommen rückwärts taumelte. Himmel, war das die Art und Weise, wie man sich in dieser Stadt begrüßte? Seine Nase brannte, der Schmerz schoss ihm in den Kopf. Der Schlag hatte ihn völlig unvorbereitet getroffen. Natürlich hätte Enzo damit rechnen müssen. Aber er hatte auf eine schlichtende Konversation gehofft! Nein, der Seemann setzte nach. Diesmal parierte der Söldner den Schlag, hatte ihn kommen sehen, um nun ebenfalls einen auszuteilen. Und zu seiner Überraschung traf er sogar sein Ziel. Gut, er hatte dem Matrosenhemdchen eine leichte Beule verpasst! Trotzdem sollte man ihm die Genugtuung lassen, dass der Aufwand der Kraft in dieser Situation eher gering war. Schließlich hatte man ihn überrumpelt! Zumindest hatte Enzo sich dadurch aus den klauenartigen Griff des Mannes lösen können, um nun um ihn herum zu tänzeln. Die Fäuste hebend machte er sich auf alles gefasst. Jedenfalls auf alles, was in seiner unmittelbaren Umgebung passierte. Als er weitere Schritte hörte, schweifte seine Aufmerksamkeit zur Furie hinüber. Sein Angreifer nutzte diese Chance, raffte sich auf und warf sich mit seinem vollen Gewicht – und natürlich dem zusätzlichen seiner ach so schweren Matrosenuniform – gegen den gestandenen Söldner. Dieser taumelte erneut rückwärts und stieß krachend gegen ein Schild in seinem Rücken. Woher kam dieses bescheidene Schild plötzlich? “LAUF!“ Die Wucht des Aufpralls hatte ihm jegliche Luft aus den Lungen gepresst und ließ ihn keuchend nach Atem ringen, während sich der skrupellose Seemann daran machte, ihn herum zu drehen und mit aller Kraft gegen das Schild zu pressen 'Lorenzo, Lorenzo' Er hasste diesen Namen. Doch als er den Kopf heben und den Blick über seine Schulter schicken wollte, schlug er mit der Stirn erneut gegen das Schild. Herrje, wenn das so weiterging, konnte er auf 'unzurechnungsfähig' plädieren! Das Gesicht wurde schmerzhaft verzogen, die Augen blieben geöffnet. 'Das bist du doch, oder?' Es war wohl Ironie, dass sein Kopf genau neben seinem gezeichneten Abbild eines Steckbriefes ruhte. „Die Nase ist zu dick!“ War sie wirklich! Außerdem blutete seine zu allem Überfluss noch. Die auf dem Bild nicht! Das grenzte an eine Beleidigung! Eine Beleidigung, die den Seemann zum Lachen brachte. Er hätte ein Narr werden sollen, wenn andere sich derart über ihn lustig machen konnten! 'Zweihundertfünfzigtausend Taler, Lorenzo.' Wieder ließ die Nennung des Namens die Wut in ihm erwachen. Es kam nicht von ungefähr, dass man ihn auch jenseits der Meerenge kannte. Offenbar eilte sein Ruf ihm voraus. Aber er stand doch im Dienst der Marine! Zählte das denn nicht? Mit einem Nicken – das Enzo nicht sehen konnte – gab der Seemann seinen Gefolgsmännern zu verstehen, dass sie sich der Kleinen annehmen sollten. Irgendwie befürchtete der Söldner, dass sie seinem Wortlauf, die Beine in die Hand zu nehmen, nicht gefolgt war. Wieso auch? Schließlich war sie eine gemeingefährliche Furie! Oder nicht?
[23:48] Seija Sagar Er sollte sie nicht sicher nach Hause bringen. Das schafft sie auch allein. Er soll sie unbehelligt nach Hause bringen. Ohne weitere Auseinandersetzungen. Nein, ohne weitere Auseinandersetzungen mit außenstehenden, die Auseinandersetzungen mit ihm, auf die ist sie vorbereitet. Sie selbst würde nur für Chaos sorgen, wenn die beiden aufgegriffen werden, etwas das es aus den verschiedensten Gründen zu vermeiden galt. Entschlossen und nicht gerade langsam, fängt sie an sich ihren Weg durch die Gassen zu suchen. An ihrem reden hat er also auch etwas auszusetzen, der ärmste. Nein natürlich ist da kein Mitleid, nur ein erneutes schnaufen und der Blick der kurz zurück geht und ihn taxiert. „Das wirst du wohl ertragen müssen, wie ich deine Anwesenheit!“ den hallo! Das ist viel schlimmer als der klang ihrer lieblichen Stimme. Er sollte dankbar sein diese hören zu dürfen und sich nicht darüber beschweren, dass er es tun musste. „Dafür dass du das behauptest, geschieht es aber ziemlich oft“. Was sich als Vorwurf eignet, das wird auch genommen, immer drauf da, so gehört sich das! Er legt es ja aber auch immer und immer wieder drauf an. Man hätte sich aus jeder einzelnen Situation, ganz sicher! auch anders befreien können. Doch nein, bevor er einem die Möglichkeit gibt selbst etwas zu unternehmen, da hat er schon angefangen und jedes andere Handeln unmöglich gemacht. Eigentlich sollte sie ihm das ganze wirklich heimzahlen. Möglichkeiten dazu gibt es genügend. Sie muss sich nur noch für eine entscheiden. Wie schnell sie den Weg nun eigentlich läuft, das ist ihr selbst nicht so bewusst gewesen, das er ihr hinterher eilt, der Gedanke würde ihr allerdings gefallen. Blöd nur für die junge Frau, das sie davon erst nichts mitbekommt. Das sie das Beste auch immer verpassen muss. „Die Huren? Gewiss nicht. Mit solch niederen geb ich mich nicht ab“ nicht einmal in Gedanken. Den unterschied kann man nicht einmal mit einem Adler und der Maus vergleichen, das würde den Huren ja noch einen Status geben, in den Augen des Adlers. Seine nächsten Worte schüren die Wut, was er plant funktioniert. Dieser Vergleich allein schon, wie kann er es wagen, sie mit Huren zu vergleichen und diese dann auch noch, als das bessere darzustellen? Vollkommener quatsch und trotzdem ist allein die Vorstellung schon aufwühlend genug. Sie ist eine Dämonin! In jedem einzelnen Punkt auf den es ankommt, da ist sie den Menschen überlegen und dieser Art von Mensch, der sowieso. „Wenn ich so recht darüber nachdenke. Natürlich musst du so denken. Keine Frau die etwas auf sich hält, würde sich länger als nötig mit dir abgeben. Verständlich das du dir da die Huren schön redest“ . Wie sehr sie der vergleich auch aufgeregt hat, die Stimme ist ruhig, nur ihre Schritte werden einfach nicht langsamer. Eigentlich werden sie sogar noch etwas schneller. Sie hat endlich gemerkt wie er sich bemüht hinterher zu kommen und kaum ist das geschehen, da hat sie noch einen Zahn zugelegt. Mal sehen wie schnell es noch geht.
Die Hinrichtung war ihr ganz entfallen, stimmt darüber haben sie kurz geredet, es braucht einen kurzen Moment und schon hat sie den Faden wieder aufgenommen. „Schrecklich enttäuschend“ ihre erste Antwort auf seine Worte. „Dabei hätte ich dem ganzen so gern zugesehen“ . In der ersten Reihe hätte er sie stehen sehen können, ihm noch einen Luft Kuss zuwerfend und dabei ein fieses grinsen auf den Lippen. Das wäre doch die Krönung an Provokation gewesen und das Beste? Ihre Hände wären blütenweis geblieben. Das warum, welches sie am Anfang wirklich interessiert hat, ist inzwischen weit uninteressanter geworden. Bisher hat sie nichts Beeindruckendes von ihm mitbekommen. Die Wachen schienen die Höhe des Kopfgeldes auszuwürfeln, vielleicht entschieden sie es auch danach, wer den nun am unsympathischsten war? „Falsch, du hättest dich einfach fassen lassen können. Dann hätte deine Situation sich nicht verändert. Du wolltest flüchten“. Anders kann sie sich sein Verhalten sonst nicht erklären, natürlich kann er nun etwas anderes behaupten. Glauben wird sie ihm das kein Stück. Vermutlich redet er sich das selbst nur ein, um ihr die schuld zuschieben zu können! Ja genau so muss das sein. Während sie im gewohnten Tempo weiter läuft, wird er langsam ungehalten. Tya ihm scheint es nicht so zu gefallen, was noch lange kein Grund ist um langsamer zu werden. Leider aber einer, der sie unaufmerksamer macht. Sie hebt gerad den Arm um damit seinem griff zu entkommen, als seine Hand schon nicht mehr da ist, wo sie hätte sein sollen. Verwundert läuft sie zwar weiter, doch dreht sich nach hinten. Was der Grund für seinen abrupten halt ist, das erkennt sie jetzt auch. Ganz klasse! Der Seemann, es muss ihm wirklich schwer getroffen haben, das sie es wagte seine Hand zu verbrennen.
[23:49] Seija Sagar || Vielleicht sollte die Dämonenbrut mal anbieten zu Pusten, sicher verschwindet das Aua dann und … nein ganz sicher nicht. Eher verbrennt sie ihm noch $@#% und sein Gemächt, wenn er nicht bald aufhört sie zu nerven. Ja zu nerven! Nicht einzuschüchtern, denn, soweit waren wir ja schon. Er ist nur ein Mensch. Ein einfacher ohne eigene Magische Spielereien. Das geht ja gerad nicht, dass sie sich vor so einem fürchtet. Eine weitere Sache die sie gerad wirklich stört! Der Seemann ist dabei ihr Spielzeug kaputt zu machen. Denn genau das ist Enzo ja momentan, ein Spielzeug mit dem man sich Dinge an den Kopf werfen kann, deren Auseinandersetzungen sie natürlich immer gewinnt! Der erste schlag sitzt und sieht wirklich schmerzhaft aus, hätte man sie so getroffen, dann wäre die junge Dämonin ganz gewiss zusammen gebrochen. Als wenn das aber nicht genug ist, das ganze geht weiter. Der Seemann in der Mitte und mit dem Söldner beschäftigt und seine Männer, die nur blöd darum standen. Drei an der Zahl, alle nicht halb so kräftig gebaut wie ihr Vordermann, doch auch nicht zu unterschätzen. Lauf? Sie steht noch immer da, greift nicht ein sondern sieht zu. Hat er sie gerad zum laufen aufgefordert? Sie ist eine D ä m o n i n! Vermutlich sollte sie ihm dieses Wort noch einmal diktieren. Sie läuft nicht weg! Nicht vor Menschen und ganz bestimmt nicht vor diesen hier! und vor allem ist sie kein kleines, schutzbedürftiges Mädchen das sich hinter einem Menschenrücken versteckt. Sie könnte jetzt weglaufen, den Kerl, Kerl sein lassen und gut ist. Was kümmert es sie den eigentlich was da gerad mit ihm ist? „Soviel Heldenmut hätte ich dir ja gar nicht zugetraut“ . Sie kann es nicht einmal jetzt sein lassen. Natürlich muss sie weiterhin höhnische Kommentare bringen! Doch wenn sie ehrlich ist, ist da noch immer etwas Unschlüssigkeit, ob ihres nächsten Schrittes.
Das sie nicht wegläuft, soweit waren wir ja schon, das heißt aber noch lange nicht, sie würde jetzt auch eingreifen. Sie schaut zu, bei dem Kampf zwischen den beiden Männern und erfährt dabei auch interessanter weise seinen Namen. Lorenzo, passt. Was nicht passt sind die Männer die sich nun der Dämonin nähern. Dieser Seemann, sie hätte ihn schon am Hafen verkohlen solle. Wie viel Ärger es ihnen doch erspart hätte! Jetzt muss sie sich entscheide, weglaufen und den spaß verpassen oder hier bleiben und riskieren mit ihrem tun nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sie beide zu lenken? Genau so etwas wollte sie doch verhindern, deshalb sollte er sie raus führen, damit Seija in keinen Konflikt gerät! Das fiese grinsen im Gesicht der Männer, das wird nicht lange anhalten. Sie nähern sich der Dämonin, ein Weib. Mehr sehen sie nicht in ihr. Da hilft auch die verbrannte Hand ihres Anführers nichts. Wer nicht hören kann muss fühlen, das werden auch diese beiden schnell begreifen lernen. Sie hätten einfach weg bleiben sollen oder zumindest sie in Ruhe lassen. Wenigstens sind sie nicht so doof und kommen alle gemeinsam, statt allein, auf Seija zu.
Merklich wärmer wird es um sie herum, ein leichtes flimmern ist in der Luft zu erkennen, ihre Augen sind Dämonisch und in dieser Kombination sieht ihr Lächeln vieles aus, doch sicher nicht freundlich, sie hat sich entschieden, sie bleibt! Dies ist der Moment, in dem die Männer erkennen, dass ihr Handeln vielleicht doch ein Fehler war. Sie haben die Dämonin noch nicht einmal erreicht, da rötet sich ihre Haut schon, der Boden zu ihren Füßen wird dunkel und die Kleider der Männer gehen plötzlich in Flammen auf. Schaut man genau hin dann sieht man, es sind nicht nur die Kleider die da brennen. Schreie, die man viel eher als gepeinigtes kreischen bezeichnen kann, hallen durch die Gassen und wecken auch die Aufmerksamkeit des Seemanns, welcher mit überraschtem und schockierten Blick seine Männer betrachtet. Wie schnell das Chaos ausbrechen kann, das sieht man hier mal wieder. Drei Männer die kreischend auf dem Boden rollen um die Flammen zu löschen, die sind schon mehr als ausreichend dafür. Es ist wirklich, WIRKLICH! Eine dumme Idee sich mit Dämonen anzulegen, wenn man selbst nicht dazu in der Lage ist Magie zu wirken.
Soel und Sidka werden schrecklich ungehalten sein, das weiß sie jetzt schon. Eine Strafpredigt wird die junge Dämonin sich anhören dürfen, wenn das hier die Runde macht und ganz bestimmt wird es die Runde machen.
Später ist noch genug Zeit darüber nach zu denken. Jetzt landet der Seemann im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, endlich scheint er zu begreifen. Die schreie seiner Männer helfen sicher dabei. Noch schreien sie, bald wird es nur noch ein heiseres röcheln sein, selbst wenn sie die Flammen gelöscht bekommen. Schritt um Schritt geht sie auf Lorenzo und den Seemann zu und jetzt ist es nicht sie, die davon läuft, sondern der Seemann nimmt die Beine in die Hand und rennt. Was für ein zuhöchst befriedigendes Gefühl! Sie könnte versuchen ihn aufzuhalten und ähnliches mit ihm machen, wie mit seinen Männern.
[23:49] Seija Sagar || Doch sind wir einmal ehrlich, die Schmach davon zu rennen. Die ist viel größer! Beinahe kann sie Stolz auf sich sein, ein paar geschwärzte Bodenplatten, drei brennende Menschen, aber kein Flächenbrand! „Wir sollten uns beeilen“ Richtet sie an ihn das Wort, ganz so als wäre gerad nichts Besonderes passiert, ist es ja auch nicht! „Bevor noch mehr kommen“ angelockt von den schreien und hergeholt von dem Seemann. Ewig kann sie sowas auch nicht und bei einer größeren Menge, da auch nicht gezielt. „Du großer Krieger!“ Die letzten drei Worte werden noch höhnisch ergänzt.
[01:21] Leibeigener Enzo stieß ein verächtliches Schnauben aus, während sich die Muskeln unter dem so unschuldig wirkendem Hemd leicht anspannten. Die Arme wurden gehoben, um sich ausgiebig zu strecken. Die stundenlange Überfahrt saß ihm noch immer in den Knochen und zeigte sich mit der zunehmenden Sicherheit immer mehr. Die Lippen zu einer dünnen Linie verziehend, entließ er pustend die Luft aus seinen Lungen. “Du weißt, dass wir das nicht tun müssen?“ fragte er und zog die Braue über dem linken Auge in die Höhe. “Wir können unsere Beziehung hier und jetzt beenden.“ Gezielt setzte er eine alberne Betonung, um die Furie zu necken. Wenn er ihr schon unbegründet hinterher watscheln musste, so wollte er sich doch wenigstens auf ihre Kosten amüsieren. Und es funktionierte einfach hervorragend. Sie reagierte auf seine Sticheleien und trieb den Söldner nur dazu an, eine weitere Grenze zu überschreiten. Schlussendlich fand man sich in einer losen Heiterkeit wieder, die ihn sichtlich fröhlich stimmte. Ihre Reaktionen waren einfach goldwert! “Ich sagte doch schon, dass es nur Mittel zum Zweck war.“ Er ließ seinen Kopf kreisen und fügte dann noch einen weiteren Satz hinzu. “Also bilde dir ja nicht ein, ich hätte Interesse an dir!“ Ein gespieltes, hysterisches Lachen perlte über die trockenen Lippen, um die ausgesprochenen Worte noch einmal deutlich zu unterstreichen, während er weiterhin versuchte, ihr Tempo zu halten. Das Gespräch über die Huren vertiefte sich, weshalb Enzo beinahe glaubte, mit seiner so plump formulierten Aussage tatsächlich ins Schwarze getroffen zu haben. Zumindest echauffierte sich das Weib in einem solch hohen Maße über diese Thematik, dass der Südländer das provozierende Lächeln in seinem Gesicht nicht mehr länger verbergen konnte. Das war auch nicht nötig. Schließlich eilte ihm die Furie doch voraus, sodass jegliche Mimiken und Gestiken in ihrem Schatten nichtig wurden. Er konnte sogar eine alberne Grimasse schneiden, ohne dass sie ihm dabei auf die Schliche kam. Der Abend hätte definitiv nicht besser werden können! Erneut entbrannte eine Diskussion über die Zuweisung der Schuld, welcher Enzo nur mit halben Interesse folgte. Einzig und allein der Wunsch, sie alsbald nicht mehr bei sich zu wissen, beherrschte seine Gedanken so sehr, dass auch ihm nicht auffiel, dass diese so wunderbar erscheinende Theorie in wenigen Sekunden in eine ungreifbare Ferne rückte.
Lorenzo, Lorenzo. Es war wohl die Ironie des Schicksals, dass Enzo bei der Erwähnung seines vollständigen Namens das eigene Blut im Rachen verspürte. Es schmeckte nach Metall, irgendwie nach Kupfer – ein Geschmack, der ihm gewiss nicht fremd war und doch war es unnötig gewesen. Er wollte etwas sagen, irgendwas auf dieses dämliche Gequatsche hin erwidern. Doch bevor seine Lippen wenigstens irgendeine vertretbare Bösartigkeit formulieren konnten, packte eine große Pranke den Kragen seines Hemdes, um seinen Oberkörper unfreundlicher denn je nach hinten zu reißen.'Ihr habt genug Liebeleien ausgetauscht.' hörte er den schäbigen und um einige Ellen größeren Seemann hinter sich ausrufen, während er mehr schlecht als recht auf den Beinen herum gewirbelt wurde. Herr Gott, er war doch kein Strohhalm, den man drehen und wenden konnte, wie es einem gerade beliebte! Noch dazu wurde ihm eine Liebelei mit der Furie unterstellt! Noch tiefer hätte er nicht sinken können! Die Bewegungen waren zu schnell. Das Pochen in seinem Kopf lief zur Höchstform auf und setzte die Messlatte einer taktisch hinterlegten Flucht umso höher. Er musste sich auf den sandigen Untergrund konzentrieren, der sonderbare Wellen vor seinen Augen schlug, ehe er sich darauf konzentrierte, den Schmerz, welcher von seiner Nase ausging, zu kompensieren. „Verflucht!“, stieß er ein einziges Wort zusammen mit einem Schwall Blut aus, dessen Tropfen sich an einem rötlich schimmernden Faden belustigt in die Tiefe stürzten. Es machte beinahe den Anschein, als würde sein eigenes Blut ihn verspotten! Pah, er spuckte eine weitere Ansammlung roter, dickflüssiger Blutkörper direkt neben den Fuß des anderen auf den Boden.'Du siehst echt $@#%eaus, Lorenzo.' Na klasse. Der Schlag hatte nicht nur dafür gesorgt, dass seine Nase nun einen dunklen Abstrich seiner eigentlichen Lieblingsfarbe davon trug, nein. Er musste die Tatsache, dass er ihn mit nur einem präzise ausgeführten Fausthieb entstellt hatte, auch noch an die große Glocke hängen. Seht her, seht her! Ein verächtliches Schnauben perlte über die roten Lippen, über die Enzo nun den Rücken seiner linken Hand schickte, während die hellen Augen den Seemann eindringlich musterten. Irgendwann würde sein Blick durch die harte Schale brechen und dann... ja, was passierte dann? „Du hast mir die Nase gebrochen.“ Hatte er nicht, aber die Vermutung lag nahe!
[01:28] ₪ Und um diese zu überprüfen, wurden nun beide Hände empor gehoben. Als die Gelenke etwa auf der gleichen Höhe und die Finger im Begriff waren, sich der Verletzung in seinem Gesicht anzunehmen, verwehrte der Anführer des Schlägertrupps ihm diese Handlung. In einer fließenden Bewegung riss er die Arme des Söldners an der Kette herunter, um ihm deutlich seine Macht zu demonstrieren. Warum dachte Enzo ausgerechnet in diesem Moment an einen Vergleich zwischen Ameise und Schuh? Dabei war doch offensichtlich, dass der Südländer sich gerade in die Rolle der jämmerlichen Ameise fügte. Ein Wimmern wurde laut, in dem Enzo seine etwas schräg stehende Nase bejammerte, während der Seemann seinen Kopf abermals gegen das Schild drückte. Dabei sorgte der Söldner im Stillen für einen neuen, rötlich schimmernden Anstrich. Doch der Druck auf seinem Schädel wirkte nicht lange.
Schreie wurden laut und lenkten die Aufmerksamkeit des Seemanns sofort auf das Geschehen, welches sich in seinem Rücken abspielte. Scharlachrote Flammen züngelten scheinbar aus der Erde hervor und rafften Mann und Maus wohl im selben Moment nieder, in dem seine Gefolgsleute beschlossen hatten, den Befehl, sich dem Weibe anzunehmen, zu missachten. Die Furie hingegen wartete nicht auf eine Erlaubnis. Zwar konnte Enzo aufgrund der miserablen Haltung und der weniger vorteilhaften Position, welche er aufgrund des Griffs des Seemannes unweigerlich eingenommen hatte, nicht erkennen, was genau sich im Hintergrund abspielte, konnte jedoch mit Sicherheit sagen, dass sie etwas damit zu tun hatte. Natürlich! Sie musste! Warum zum Teufel war der Söldner nur davon ausgegangen, die Göre würde auf einmal tun, was er sagte? Er hätte sie zum Bleiben bewegen sollen. Dann hätte sie ihm vielleicht den Rücken gekehrt, nur um nicht das tun zu müssen, was er von ihr verlangte. Ein Seufzer wurde ausgestoßen, die Bewegung im Gesicht allerdings sofort bereut. Seine Nase brannte wie Feuer!
Noch immer hallten die Ohren betäubenden Schreie durch die Nacht. Etwas geschah und der Anblick dessen ließ den Seemann unweigerlich zittern. Alter, merkte der überhaupt, dass das komplette Schild vibrierte, an das Enzo so unverhofft gedrückt wurde? Immer mehr ließ der Druck auf seinem Hinterkopf nach und ein tonloses Gejammer verließ die Lippen seines Peinigers. Das Schauspiel, an dem die Furie ihn teilhaben ließ, war offenbar so gigantisch, dass der Seemann irgendwann komplett seinen Triumph aufgab, um sich mit einem ängstlichen Schrei von seiner Beute zu lösen. Muhahahaha! Offenbar hatte es doch funktioniert, heimlich, still und leise sämtliche Flüche im Kopf gegen ihn zu richten. Denn er nahm von jetzt auf gleich reiß aus und stolperte mit einem mädchenhaften Kreischen die dunklen Gassen entlang. Haha! Sofort richtete der Söldner sich auf, um die Fäuste empor zu heben. “Ja, lauf nur, du Angsthase! Ich wusste schon immer, dass... AU!“ Enzo schrie erschrocken auf, als eine heiße, züngelnde Flamme an seiner Hose leckte. Die folgenden, mehr hektischen und dadurch irgendwie unkontrolliert wirkenden Bewegungen brachten das Feuer zum erlöschen, ließen jedoch weitere Fragen aufkommen. Und als er das blutüberströmte Gesicht empor hob, um sich das Ausmaß der Magie der anderen anzusehen, pendelte sein Blick zwischen den drei stöhnenden Gestalten am Boden und seiner Begleitung hin und her. “Wie... äh... das...“ Seine Stimme barg einen nasalen Unterton, jedoch brachte er keinen klaren Satz heraus. Dann war der Seemann gar nicht vor seiner Fluchgewalt geflohen? Nein, seine Selbstgespräche hatten rein gar nichts mit desse Flucht zu tun. Enzo war sich nicht sicher, ob es gut, oder schlecht gewesen war, die Feuershow nicht mit anzusehen. Fakt war, dass er definitiv nicht mit den Leidenden tauschen wollte. Und erst nach dieser Erkenntnis kehrte der Schmerz in seiner Nase zurück und ließ ihn unweigerlich aufjaulen. “Auuuuu!“ Er verblutete! Doch das interessierte die Furie nicht. “Was?“ stieß er deshalb nasal aus und blickte ihr flüchtig hinterher. “Ich liege hier gerade im Sterben und du scheuchst mich weiter?“ Wirklich freundlich! Ihr letzter Kommentar bezüglich seiner gestandenen Manneskraft ließ ihn knurren. “Nach dem Massaker würde mich das nicht wundern. Hey moment!“ Er zögerte, während sie wieder einige Schritte voraus ging. “Wenn ich mit dir gehe, macht mich das zu deinem Komplizen!“ Dabei war er gar nicht an dieser Misere schuld! Andererseits standen seine Chance schlecht, dass man ihm Glauben schenkte, wenn er die Wahrheit erzählte - die er ja nicht mal mit angesehen hatte! Schönes Ding! Noch einmal mit den Fingern nach seiner Nase tastend, erachtete es Enzo für besser, der Furie tatsächlich weiterhin zu folgen. Vielleicht würde ihre hysterische Stimme und der Wasserfall an Worten ihn davon ablenken, in den Schmerzen zu vergehen...
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Re: Erste Begegnung, Seija und Enzo

Beitragvon Kilian » 27. Apr 2016, 02:50

[02:50] Seija Sagar || Das RP wird von „Zu den Piers“ hier fortgesetzt. ||
Kleidung und Haut verbrannt, bieten die drei Männer auf dem Boden wirklich keinen schönen Anblick. Vorher waren die drei schon keine Schönheiten, der kleine Vorfall hatte ihnen allerdings auch nicht gut getan. Ob sie das ganze überstehen würden? Vielleicht, wenn sich schnell jemand findet und ihrer annimmt. Seija würde das gewiss nicht sein. Angewidert liegt ihr Blick auf den drei Menschen. Noch immer ist die Hitze zu spüren, selbst wenn der verbliebene Seemann bereits davon gelaufen ist. Leises Wimmern dringt aus den Kehlen der verwundeten, erst das Wimmern aus anderer Richtung, lässt sie Lorenzo wieder betrachten. Wimmern, allein weil sie es in Gedanken so genannt hat, würde der Kerl wieder motzen, wenn er es den Wissen würde. Langsam wird es wieder kühler, die Hitze welche von ihr ausgeht, die verebbt langsam und auch ihre Augen nehmen wieder die normale Form und Farbe an. Sie beide haben sich in dieser Auseinandersetzung äußerlich verändert, bei ihm würde es noch ein Weilchen dauern bis es abklingt. Die Nase sah wirklich nicht schön aus, das blute kümmert sie nicht, doch stört irgendwie den Gesamteindruck. „Kannst du nicht mal damit aufhören?“ Mit dem Bluten! Gut möglich das der Kerl jetzt keine Ahnung hat worauf sie mit diesem Satz eigentlich hinaus will. Menschen, wirklich viel zu zerbrechlich! Hach das denkt sich so wunderbar leicht, wenn die Faust nicht einen selbst getroffen hat! „wenn du im Sterben liegen würdest, dann sähe das ganze anders aus, also stell dich nicht so an!“ Schön oder, ein Satz der Männer motiviert, doch man kennt das ja. Männer sind eben wehleidig, d a s weiß sogar die junge Dämonin. Der Söldner ist eindeutig keine Ausnahme von der Regel. Dabei war das ganze doch so schnell vorbei! „Du solltest nicht jammern, sondern dankbar sein das ich dir geholfen habe. J e t z t stehst du in meiner schuld!“ Ganz eindeutig oder, wer weiß wie Doll der Seemann noch auf ihn eingeprügelt hätte. Allein dieser Umstand war es schon wertgewesen zu bleiben. Es war nie schlecht, leute zu haben, die bei einem in der schuld standen und ihn den zählt sie jetzt dazu, ob er nun will oder nicht. „Steht auf deinem Steckbrief eigentlich das du nur Lebend das Geld wert bist?“ Hat eben nicht so gewirkt, es war zwar kein offensichtlicher Mordversuch, doch wirklich zimperlich schien der Seemann eben auch nicht zu sein. Doch sie wollten sich ja beeilen und endlich weiter von hier fort kommen.
Das er nun wirklich zu überlegen scheint, seinen Weg alleine fort zu setzen, das sorgt doch für einen äußerst irritierten Blick der jungen Dämonin. Wie hat er sich das den vorgestellt? Der begegnet dem Seemann noch einmal und dann war es das für ihn! Auf die ein oder andere weiße. Spätestens jetzt, der würde sich doch freuen, zumindest an einem von ihnen beiden Rache nehmen zu können. Nicht, dass sie ihn jetzt gezwungen hätte mit zu kommen, soll er eben sehen was mit ihm passiert. Er entscheidet sich aber ja noch für die richtige Option. Gut so! „Wir sind auch so schon Komplizen, ich bei deinem Ausbruch und du bei diesem Vorfall“ Was auch immer das war, sie interessiert sich ja nicht dafür, was nun mit den drei Seeleuten da auf dem Boden passiert. „Komm jetzt“ wiederholt sie noch einmal und läuft voraus, dieses mal läuft sie wirklich, sie geht nicht einfach nur schnell, sondern sie will so schnell wie möglich vom Tatort verschwinden. Es haben sie schon genug Leute gesehen, das ganze wird sicher bahnen schlagen, schreckliche Vorstellung! Also einfach weiter. Gasse um Gasse geht es für die beiden. Mehr als einmal rennen sie fast in Grüppchen herein, diese scheinen alarmierter als vorher, doch sind auch die beiden nun wieder mehr auf der Hut. Man glaubt es kaum, doch die zickerein und Anfeindungen haben für einen Moment an Schärfe verloren. Der eine betrauert, vermutlich, seine Nase und die andere flucht innerlich, ob der Auseinandersetzung mit den älteren Geschwistern. Möglich ist auch, dass beide einfach nur erkannt haben, dass es vielleicht das klügste ist, damit zu warten, bis man denn wieder etwas Luft hat!
Niemand hätte diese Entwicklung, so wie sie letztlich gekommen ist, vorhersehen können, am allerwenigsten die junge Frau, die doch einfach nur ihr Habe abholen wollte! Immer eine Querstraße neben den Hauptwegen, da geht es für sie längs, nur so findet sie sich in der Stadt zurecht, welche noch lange nicht zu ihrer Heimat geworden ist. Tag ist es schon eine Weile nicht mehr, Nacht auch noch nicht wirklich. Alles ist in ein Dämmerlicht getaucht, das ihnen nur zugute kommt. „Hier“ Gibt sie eine kurze Anweisung, auch mal ein „dort“ und ist nun doch nicht mehr am rennen. Warum auch immer, sie achtet darauf, das die beiden sich bei dem ganzen gelaufe, nun nicht plötzlich verlieren. Wohin es sie führt, das wird ihr erst mit dem Blick auf das goldene Tor bewusst. Der Stadtgarten.
[02:50] Seija Sagar || Nichts das sie unter normalen Umständen interessieren würde, doch jetzt ein gern gesehener Ort in dem man sich bestimmt gut verbergen kann. Bäume und Büsche stehen hier, es gibt verzweigte Wege und wer sie im Hafen sucht, der wird bestimmt nicht automatisch darauf kommen, das dieses ungleiche paar sich ausgerechnet im Garten vor ihnen verbirgt. Eine super Verbesserung ist das, aus einer kleinen Nische hin zum nächsten Gebüsch, wollen wir vielleicht noch ein paar Klischees bestätigen? „Hier sollten sie uns nicht so schnell suchen“ vermutet die Dämonin einfach. An der Steinmauer entlang, geht sie mit ihm entlang, abseits der Wege. Sie wird man hoffentlich nicht so schnell sehen, dafür können sie den Weg und das Tor gut beobachten. Ein Nachteil ist allerdings, wenn es nur den einen Eingang gibt, dann sitzen sie hier fest, wie die Ratten in der Falle. Sollten sie Seeleute sie hier hinein gehen sehen und sollten sie auf die Idee kommen, dass es eine gute Idee ist das Tor einfach zu schließen. Egal, darum macht man sich Gedanken, wenn es soweit ist. Ein lautes stöhnen ist zu hören, als sie sich auf den Boden fallen lässt und mit dem Rücken gegen die kalte Mauer lehnt. Sie ist es nicht gewohnt zu laufen, sie ist es nicht gewohnt sich zu verstecken. Da darf auch eine junge Dämonin mal alt klingen. Von ihren Füßen mag sie dabei gar nicht reden, die bringen sie um! Die Schuhe in denen sie steckt, sind noch weniger für das ganze Geschehen gemacht, als die Füße die in ihnen stecken. „Du heißt Lorenzo!“ Natürlich muss das angesprochen werden, er dachte doch nicht etwa, dieser Name wäre ihr entgangen? Seine Reaktion darauf allerdings schon. „Warum sind die so hinter dir her?“ Hallo! Langsam hat sie eine Antwort auf die schon oft gestellte Frage verdient, sie hat ihn eben gerettet und ja, das wird sie ihm EWIG vorhalten. Mindestens aber, solange er lebt. Das ist bei Menschen ja doch eher beschaulich.
[03:29] Jace C. Arron 's Atmung ging schnell, er keuchte sogar leicht, doch er war ein Kater(!) und dementsprechend auch eine athletische Natur. Hauptsächlich jedoch trieb ihn etwas ganz anderes zur Eile an und die beiden Kerle hinter ihm genauso. Sie hatten da nämlich bei einer wilden Meute an Seemännern etwas Interessantes aufgeschnappt! Etwas über ein "hohes Kopfgeld" und alle drei hatten mehr Gold in ihren Taschen einfach nötig. Da machte es direkt bling, bling in ihren Ohren und wenn man nur genau hinsah, konnte man in den Augen der Männer plötzlich Goldmünzen glitzern sehen. Außerdem... rein theoretisch, war das die lukrativste Gelegenheit des Tages! Besser, als hart und ehrlich für das eigene Einkommen zu arbeiten! Jup, da wurde lieber ein Flüchtiger verfolgt, ein bisschen Gewalt ausgeübt und dafür dann die Belohnung kassiert. Hehe... Das Problem war bloß die praktische Geschichte an dem Ganzen. Erstens: Sie waren zu spät los gelaufen andere Seemänner kamen ihnen zuvor und schienen sowieso viel besser im Bilde über die ganze Situation zu sein. Zweitens: Sie hörten plötzlich lautes Geschrei und sahen jemanden völlig entgeistert auf sie zulaufen und Drittens... Uh! Roch es hier gerade nach Gebratenem? Jace, alias Harkon Jones, (wie er sich aktuell nannte) knurrte der Magen. Er hatte den Tag über viel getrunken, mit seinen Kumpanen Karten gespielt, Hafenmädchen hinterher gepfiffen und herum gelungert, doch etwas ordentliches zu Essen hatte es noch nicht gegeben. Da war es so ungerecht, dass ihm jetzt dieser köstliche Geruch in die Nase stieg! Seinen Gedanken konnte er allerdings nicht lange nachhängen. Specki, der fette Seemann hinter ihm röchelte irgendwas von "Da hinten Harkon!" und deutete genau in die Gasse hinein, aus der ihnen das Geschrei und der unbekannte Seemann entgegen kam. "Ach was!" rief Jace da nur, beachtete den Dicken nicht weiter, der vermutlich eh gleich einen Kreislaufzusammenbruch erlebte und rannte weiter. Der Entgegenkommende war nicht zu stoppen gewesen, er sah aus, als hätte er den blanken Horror erlebt, doch wirklich abschreckend war das für einen Kater natürlich nicht. Ihn schreckte Nichts und Niemand! Zudem brauchte er echt Kohle und konnte von sich behaupten, einfach besser zu sein, als der verdammte Durchschnittsmensch. In der Gasse angekommen, erwartete sie jedoch eine Geräuschkulisse und ein Anblick, der einem echt den Magen umdrehen konnte. Specki übergab sich auch direkt, kaum kam er laut keuchend hinter seinen Kumpanen an und bot damit einen äußerst jämmerlichen Anblick. Zugegeben, die wimmernden, verbrannten Leiber der anderen Seemänner waren ebenso jämmerlich und sie konnten einem Leid tun, doch wenigstens waren die keine Geruchsbelästigung! Sie regten eher den Appetit an! Der Gestank nach Kotze hingegen... urgs. "Wenn du damit fertig bist, dich zu übergeben, Specki, dann hol die Wachen und einen Arzt." er nickte zu seinem Kollegen, dessen Namen er sich nie merken konnte. "Wir sind ohne dich eh schneller." was aus drei Verfolgern nur noch zwei machte. Die kamen dafür tatsächlich zackiger voran, auch wenn sie sich erst orientieren mussten. Nachdem allerdings eine äußerst gut verfolgbare Blutspur entdeckt worden war, bedurfte es nicht mal großer Pfadfinder-Qualitäten. So rannten sie die Gassen entlang, suchten hier und dort nach weiteren roten Flecken und fanden sich nach einigem Geläufs vorm Tor des Stadtgartens wieder. "Ey, da ist noch mehr Blut!" kams schließlich vom Namenlosen und Jace grinste zufrieden. Er hatte keine Ahnung, weshalb die Seemänner in der Gasse so verkohlt ausgesehen hatten, doch er vermutete einen Sprengkörper oder Ähnliches. Und dieser schien auch Mr. "Hohes Kopfgeld" verletzt zu haben. Was ein Pech für ihn... Und was ein neuerlicher Beweis dafür, dass Jace eine Glückskatze war! Er drehte sich also zu seinem Kollegen um, legte mit einer Shh-Geste einen Zeigefinger auf seine Lippen und deutete ihm dann an, weiter zu gehen. Sie verfolgten die Spur nahezu geräuschlos, Jace konnte sich noch immer nicht das Grinsen aus der Miene wischen und hätte dann fast aufgelacht, als er eine Stimme hörte. "Hier sollten sie uns nicht so schnell suchen." Ha! Gab es bitte einen noch besseren Zeitpunkt um hinterm nächsten Busch hervor zu springen? Nein! Und so machte der Kater einen galanten Satz, sein Kumpane folgte ungleich trampeliger, ehe dazu angesetzt wurde, besonders dramatisch die Stimme zu erheben. "Verzeihung Missy!" diese Entschuldigung ging an das halbe Kind, welches man hier gar nicht erwartet hatte! "Ich beschlagnahme deinen Freund!" Er musste schließlich der Kerl sein, auf den das Kopfgeld ausgesetzt worden war. Das hohe Kopfgeld. Und so zückte der Kater seinen Dolch, ließ ihn wie ein echter Profi kreisen und fing dann herzhaft an zu lachen. Nicht, dass diese Situation zu besonderen Scherzen verleitete, doch dem Blonden fiel erst nach seinem feschen Auftritt auf,
[03:45] ₪ wie die Gestalt aussah, die er gedachte den Wachen auszuliefern! "Bruder... du hast da was im Gesicht!" und damit meinte man kein strahlendes Lächeln. Es wurde provokant auf die eigene Nase gedeutet, um den beiden Fremden klar zu machen, auf was er beim anderen hinaus wollte. "Echt... unschön..." und ziemlich eklig. In Anbetracht der Tatsache, dass Jace bei dem Mann außerdem keine weiteren, "lebensbedrohlichen" Wunden entdecken konnte, war es sogar erstaunlich! Sie waren die ganze Zeit über einer Spur aus Nasenbluten gefolgt! Eine wahre Meisterleistung, "sowas" überhaupt hin zu bekommen. Alle Achtung.
[15:35] ₪ “Kannst du mir mal erklären, was das vorhin war?“ Sie waren erst eine Querstraße weiter gegangen, bevor Enzo die Frage aussprach, welche ihn seit Anbeginn dieses dämliches Marsches auf der Zunge gelegen hatte, auf der statt der losen Worte zusätzlich noch Blut herum lungerte. Gewiss kein Geschmack, den sich der Söldner herbei sehnte. Aber leider ein Geschmack, der in Anbetracht seiner demolierten Nase nur natürlich war. Mit einem schweren Seufzen legte er den Kopf in den Nacken. Das weiße, unschuldige Hemd, auf dessen Sauberkeit er all die Zeit, die er auf dem Schiff verbrachte, welches zuvor so emsig im Hafen einfuhr, geachtet hatte, wies nun rote, lose auf dem Stoff angeordnete Flecke und Kleckse auf, die in ihrer Größe und Form entfernt an ein hässlich arrangierten Blumenmuster, dass man immer in noblen Restaurants entlang der Küste auf den Tischdecken vorfand, erinnerte. Nichts, womit der Söldner sich wirklich schmücken wollte und doch war eine Spur aus Blut unvermeidlich. Selbst der Dreck an den Fingern, die zur Unterstützung und in dem Glauben, dass es besser wurde, an der Nase herum fummelten, legten den Verdacht nahe, in roter Farbe herum gewühlt zu haben. Dabei hatte er weitaus besseres zu tun! Zum Beispiel sich darüber zu beklagen, wie es erst so weit kommen konnte! Gnaaah, ihr Geschwätz hatte ihn unaufmerksam werden lassen. Die ununterbrochenen Schuldzuweisungen hatten ihn träge und müde gemacht, sodass der stämmige Seemann überhaupt eine Chance hatte. Wäre dem nicht so gewesen – und da war sich Eno sicher – hätte er den Hünen mit nur einem Fausthieb zu Boden gerungen, um ihm die Leviten zu lesen. Dass diese Theorie allein einem albernen Wunschdenken entsprungen war, wurde dabei allerdings nicht erwähnt. Wieder wurde ein schnaubender Laut der Unzufriedenheit ausgestoßen, während man das nunmehr eh schon versaute Hemd behutsam gegen das geschundene Näschen drückte. Die darauf folgenden Worte verleiteten den Südländer dazu, die Augen zu engen Schlitzen zu verziehen. “T'schuldige, aber kannst du dich nicht um deinen eigenen $@#%kümmern?“ Er wollte allein leiden! Sie hatte kein Recht darauf, ihn dahingehend zu belehren. Das Mitleid war einzig und allein für ihn vor reserviert. Für ihn und für die schaulustigen Menschen, die ihre Geschwindigkeit drosselten, um ihren Einkauf zwischen den kleinen Ständen, an denen sie unweigerlich vorbei gingen, zu verlangsamen. Warum? Na, war doch klar! Um das geschlagene Vieh anzugaffen, dass den Weg mit Blut besudelte. Wenigstens stellte niemand irgendwelche dummen Fragen.
Er machte keinen Hehl daraus, tatsächlich Schmerzen zu empfinden. Warum musste es auch ausgerechnet die Nase sein? Warum hatte dieser vermaledeite Seemann überhaupt auf sein Gesicht gezielt? Hätte der Hüne diesen Kampf wie ein Mann ausgetragen, hätte sich Enzo nun nicht mit den Konsequenzen seiner Unaufmerksamkeit herum schlagen müssen. Hätte, hätte. Schlussendlich hätte er sich nicht auf diese Flucht einlassen dürfen. SIE war an allem schuld! SIE hatte einen schlechten Einfluss auf ihn. “Kannste vergessen. Ich würde sagen, wir sind quitt.“ Oh, er wollte weder, dass sie in seiner, noch das er in ihrer Schuld stand. Einfach aus dem Grund, Angst haben zu müssen, ihr noch einmal so unverhofft über den Weg laufen zu müssen. Ernsthaft! Wenn er nach dieser Begegnung nicht den Verstand verlor, fühlte es sich nicht echt an. Das Hemd klebte an seinem Brustkorb. Um nicht weitere, neugierige Blicke auf sich zu ziehen, zog die Furie es vor, einen Weg fern der arbeitenden Bevölkerung und heiteren Gesellschaft einzuschlagen. Oh, ihn sollte es nicht stören. Er war viel zu sehr damit beschäftigt, diese unnütze Blutung zu stoppen, die ihn aussehen ließ, als wäre er der späteren Rocky Horror Pictures Show entsprungen. “Was denkst du?“ blaffte er seine Begleitung dann an und zuckte leicht mit den Schultern. Eine Bewegung, die ihn zischend zusammen fahren ließ. Er war aber auch verdammt wehleidig! Er mochte diesen Zustand nicht. Die blutende Nase nahm ihm den italienischen Charme und ließ den Stolz in eine dunkle Ecke schwinden. Wo war die Männlichkeit, wenn man sie am dringendsten benötigte? Enzo verstand sich auf ein schmollendes Schweigen. Vermutlich machte sie sich sowieso über den nasalen Klang in seiner Stimme lustig, weshalb der in wahrsten Sinne des Wortes nieder geschlagene Söldner es für besser erachtete, eine Weile seinen Mund zu halten. Deswegen und weil das Blut ihn über die Lippen rann. Einige Male spuckte er einen Schwall davon auf den Gehweg, andere Male wischte er sich mit den ohnehin schon besudelten Fingern quer über den Mund. Doch es half alles nichts. Langsam aber sicher begann das Blut auf seiner Haut zu trocknen und nur noch wenige Tropfen fanden den Weg zur Erde. Die Abstände wurden größer und der Boden unter seinen Füßen weicher. Sie wanderten längst nicht mehr durch die Gassen des Hafenviertels.
[15:41] ₪ Aufgrund der pochenden Schmerzen in seinem Kopf, hatte der Söldner das Denken eingestellt, bis Seija ihn durch ein großes, goldenes Tor führte. Hatte sie überhaupt eine Ahnung, wohin sie lief? Seines Wissens lag das Wohnviertel in der entgegen gesetzten Richtung! “Ey!“, machte er sie deshalb während ihrer Wanderung darauf aufmerksam. “Wenn du mich in einen abgelegenen Park schleppen willst, um mich umzubringen, hätten wir nicht so weit laufen müssen!“ Nicht, dass er sich darüber beklagte! Doch seine Begleitung schickte sich dazu an, ihn mit einem koketten Schweigen zu strafen. Als wäre er nicht sowieso schon gestraft genug! Man musste ihn nur einmal ansehen, um den Schmerz in seinen zusammen gekniffenden Augen zu erkennen, der in heftigen Wellen seinen Körper erfasste. Er hatte erst wieder mit der Dunkelhaarigen Kontakt, als er aufgrund ihrer stummen Entscheidung, einfach in der Weltgeschichte stehen zu bleiben, kurzerhand gegen ihren entzückenden Rücken stieß. Ein lautes Stöhnen war zu vernehmen, dicht gefolgt von beleidigenden Worten, die seinen Standpunkt noch einmal deutlich unterstrichen. „“Pass doch auf, blöde Kuh!“ Er hätte sich ernsthaft verletzten können – von der noch immer blutigen Nase einmal abgesehen. Während er also unbeholfen zurück taumelte, ließ sich das werte Fräulein im Gras nieder, um weniger damenhaft alle Viere von sich zu strecken. Enzo musterte sie skeptisch, ehe er ob der Nennung seines Namens die Augen verdrehte. “Enzo!“ zischte er nasal durch seine Finger hindurch. “Mein Name ist Enzo! E n z o!“ Damit sie ja nicht wieder auf die Idee kam, den Wortlaut der Seemänner zu wiederholen. Dann zuckte er jedoch mit den Schultern. “Es würde Tage dauern, dir jedes Vergehen aufzuzählen, dass ich in all den Jahren begangen habe.“ Trocken kamen die Worte über seine Lippen, während sich der Mann leicht gegen die Gartenmauer lehnte. “Allen voran ist es wohl das hohe Kopfgeld.“ Jaha! Davon konnte sich jeder Gesuchte eine Scheibe von abschneiden! Allerdings sorgte eben dieses hohe Kopfgeld auch dafür, dass seine Immunität in diesem Land für'n $@#% war. “Du hast es doch gehört, oder?“ Endlich nahm Enzo die Hände von der Nase, um tief einzuatmen. Eine Tätigkeit, die er sogleich wieder bereute. Er knirschte mit den Zähnen. Die Lippen schürzend, wollte er seiner Frage noch etwas anschließen, würde sich da neben ihm im Busch nicht etwas regen.
Der dumpfe Ton, den das dickliche Geschöpf – welches man fälschlicher Weise für einen Hasen gehalten hatte - mit sich brachte, war kaum zu überhören und ließ den Söldner ungeachtet seines eigentlichen Charmes ungewollt zusammen zucken. Die darauf folgende Begrüßung wurde mit einem eisernen Schweigen quittiert, bevor Enzo ob der Bezeichnung als ihr Freund sofort in ein albernes Gelächter ausbrach. “Wir..“ , erklärte er dann zwischen zwei Atemzügen. “sind keine Freunde. Ganz bestimmt nicht.“ Der Ernst dieser Lage wurde ihm selbst dann noch nicht bewusst, als der fremde Besucher einen Dolch zückte, um sein Vorhaben zu verdeutlichen. Moment, hatte er nicht gesagt, dass er ihn haben wollte? IHN? Einen großartigen Söldner des Untergrundes? Eigentlich sollte Enzo sich doch geehrt fühlen, dass selbst die Männer dieser Welt ihn haben wollten. Aber in Anbetracht der Tatsache, erneut jemandem gegenüber zu stehen, der seinen Kopf wollte, straffte der Südländer die Schultern. Die folgende Bemerkung ließ ihn einen Flunsch ziehen. “ Musst du mir das jetzt echt unter“ Achtung – Wortwitz! “die Nase reiben?“ Klar, streut doch noch Salz in die Wunde! Er hatte nichts dagegen! “Was glotzt du denn so?“ , fuhr er den Fremden dann an und reckte das Kinn. “Ist ja nicht so, dass ich freiwillig mit dem $@#%durch die Gegend renne.“ Glaubte er das wirklich? Er spielte den Ernst der Lage herunter. Vielleicht machte ihm der Blutverlust auch zu schaffen. Ganz gleich, was es war, es führte dazu, die deutliche Gefahr zu übersehen. Erneut versuchte er durch die Nase zu atmen und erneut machte ihm der Schmerz einen Strich durch die Rechnung. Doch diesmal lief er zur Höchstform auf! Das Gesicht verziehend, legte er den Kopf in den Nacken, um einen lauten Nieser aufzustoßen, der nicht nur ihn zum wiederholten Male mit Blut besudelte, sondern wohl auf seine ihm gegenüber stehenden Peiniger. Verflucht, tat das weh! Nach etlichen Sekunden, in denen er sich zumindest im Ansatz wieder gefangen hatte, hob der Söldner den Kopf und stutze. “Bruder...“, ahmte er den Wortlaut des anderen nach. “Du hast da was im Gesicht.“

[18:19] Seija Sagar || Was das war, will er wissen? Hat er es den nicht gesehen, kann er es sich denn nicht denken? Er selbst hat es schon zu spüren bekommen, nicht annähernd so wie diese drei, aber doch und dadurch sollte er doch von einem auf das andere schließen können? Erkennen was da genau passiert ist oder zumindest eine ungefähre Ahnung davon bekommen. Sie könnte natürlich auch anfangen zu erklären, zu sagen was sie getan hat und warum, dabei auch erklären was sie denn ist. Könnte sie! Macht sie aber nicht. Nicht weil ihr das unangenehm ist, nicht weil sie diese Seite an sich verbirgt. Nein einfach nur weil sie gerad besseres zutun haben und er ja schließlich auch auf keine ihrer Fragen, annähernd befriedigend, antwortet. „Ich weiß nicht was du meinst“. Gibt sie also nur an ihn weiter, das grinsen auf den Lippen straft ihre Worte lügen. Quitt? Q u i t t ? Glaubt er das wirklich? Wohl kaum, sie beiden müssen doch ganz eindeutig sehen, dass dem nicht so war. Vielleicht redet er sich da etwas an, Fakt ist aber. Sollte sie man den drang verspüren darauf zurück zu kommen, dann wird sie es auch tun. Wie er dann reagiert, das wird man sehen wenn es soweit ist.
Zwei ausweich Schritte nach vorn braucht die junge Dämonin, um den stoß in ihren Rücken ausgleichen zu können. pass doch auf? „Das solltest du lieber tun!“ keift sie dem Söldner entgegen und dreht sich das erste Mal wieder zu ihm um. Ein angewiderter Gesichtsausdruckt, das ist ihre nächste Reaktion auf den Anblick, den er ihr zu bieten hat: Schön war anders! Nicht nur in seinem Gesicht, auch das Hemd ist Blut verschmiert. Menschen ein Wort das abfällig in ihren Gedanken widerhallt. „Und pass auf was du sagst, sonst kommen zu den roten Flecken noch Brandlöcher hinzu“ wie genau sie das jetzt meint, das bleibt ganz seiner Fantasy überlassen. Soll er es als Drohung gegen sein Leben verstehen oder nicht. Sie selbst weiß genau wie ihre Worte gemeint sind. Kuh, Hexe, Zwerg, Hure. Langsam reicht es wirklich mit den Bezeichnungen!
Im Parkt hat sie keinesfalls alle viere von sich gestreckt, sie sitzt auf dem Boden ja! Die Steinerne Mauer im Rücken und die Beine zusammen und angewinkelt etwas zum Körper gezogen. Ihr schönes Kleid! Der Schirm, die Klammer und von ihrer Frisur und den Schuhen, da fängt sie besser gar nicht an. Die junge Dämonin war für so etwas nicht richtig angezogen, das erkennt man selbst im schlechten Licht und vor allem sieht sie nicht aus, wie jemand der zu dem Söldner gehört. Jedenfalls nicht, wenn man sich auch nur einen Moment die Zeit nimmt, die beiden genauer zu betrachten. „Hätte ich dich umbringen wollen, dann wärst du schon längst tot!“ Die Worte sind viel zu ruhig und nebensächlich gesprochen und kommen dazu noch eine ganze Weile nachdem er es überhaupt angesprochen hat, eigentlich ganz so, als würde sie gerad anfangen über den Park oder den Hafen zu reden. Vielleicht stimmt es nicht, doch die selbstüberschätzende Dämonin ist sich da ganz sicher. Sie bräuchte ihn nicht in einen Park schleppen, sie hätte ihn einfach mit den anderen dreien zusammen anzünden müssen und schon wäre zumindest auf den Tot hingearbeitet. Hat sie aber nicht gemacht, also braucht er sich jetzt bei diesem Park keine Gedanken machen. Nicht wegen ihr. „Dafür hast du schon für viel zu viel Ärger gesorgt“ widersinnig? Etwas, doch wenn sie ihn nun hier im Park würde umbringen wollen, dann hätte sie ja nichts, was diesen ärger wieder ausgleichen konnte! Stumpfes morden war der jungen Frau nun wirklich viel zu stumpf und unbefriedigend. E n z o „Lorenzo“ wiederholt sie und wenn er glaubt, er kann sie dazu bringen einen anderen Namen zu nennen, dann irrt er. Denn scheinbar gefällt es ihm nicht, wenn der Name ganz ausgesprochen wird, was für die junge Dämonin natürlich ein Grund ist, ihn nur so und nicht anders zu nennen. „Ach ne“. Das hohe Kopfgeld ist also schuld, ja da wäre sie jetzt wirklich nicht drauf gekommen! Was sie interessiert war der Grund dafür, ob es ein spezielles Verbrechen war, vielleicht etwas das ihn doch noch interessant machen würde. Doch wieder ist die Antwort nur ausweichend, doch je mehr er ausweicht, umso mehr bekommt Seija das Gefühl, da könnte wirklich etwas hinter stecken. Selbst wenn sein ganzes auftreten bisher, noch nicht sonderlich Ehrfurcht erweckend war. Weder die misslungene Prügelei, noch das Bluten oder sein Flucht Talent.
An dem was als nächstes geschieht, da ist natürlich auch Lorenzo schuld! Ohne frage, an etwas anderes ist gar nicht zu denken. Die Idee hier in den Park zu kommen war schließlich von ihr und damit mehr als nur Genial! Dass sie der Blutspur gefolgt sind weiß sie zwar nicht, aber er muss schuld sein. Zwei Gestallten springen aus dem Busch, die eine geschickter als die andere und doch stehen sie beide vor dem Söldner und der Dämonin. Aus sitzender Position, muss sie ziemlich weit hochschauen zu den drei Männern, aufstehen kommt dennoch nicht in Frage.
[18:20] Seija Sagar sitzt gerade! Noch keine 5 Minuten und dann kommt schon das nächste Pärchen um zu nerven. Haben sie den nicht gesehen was mit ihren Kammeraden geschehen ist? Vielleicht haben sie das wirklich nicht, vielleicht beziehen sie es nicht auf das ungleiche Paar oder sie sind einfach so blöd und haben das ignoriert. Die letzte Möglichkeit, die zieht sie zwar in Betracht, verwirft sie jedoch sofort wieder, das wäre wirklich äußert schlecht! Was wenn die beiden so stark waren, Magiekundig und wer weiß was noch? Das alles geht in ihrem Köpfchen vor, noch bevor der blonde ein Wort gesagt hat. Wie man schon mit den ersten beiden Sätzen in soviele Fettnäpfchen treten kann, das ist ja beinahe bewundernswert. Während Lorenzo sich über die Bezeichnung als Freunde pikiert, ist es bei Seija sie Bezeichnung als Missy. „Missy? “ ungläubig starrt sie den Kerl an. Wie kann er es wagen sie so zu nennen? Da fängt das Blut doch gleich wieder an zu Kochen, bildlich gesprochen, in Wirklichkeit ist da keine spürbare Hitze die von ihr ausgeht. „Nimm das sofort zurück! “ diese Bezeichnung, aber s o f o r t und dabei bitte kleinlaut und unterwürfig um Verzeihung bitten! „Oder du bereust es! “ hach schön so eine Drohung, von einer sitzenden 17 jährigen, gegenüber einem stehenden Mann. „Lorenzo ist nicht mein Freund“. Ja das muss natürlich auch von ihrer Seite noch einmal klar gestellt werden. Nicht das da Gerüchte entstehen und sich in die Köpfe pflanzen. Seija hat keine Freunde. Sie hat Familie und sie hat Untergebene, mehr gab es in ihrem Leben nie. Lorenzo –dessen Namen sie natürlich mit Absicht und zur Provokation, jedesmal ganz ausspricht- gehört zwar zu keinem davon, doch man kann sicher eine neue Kategorie aufmachen, die irgendwo zwischen egal und Gelegenheitsspielzeug „Beschlagnamen kannst du ihn aber auch nicht“ . Der glaubt doch nicht wirklich, dass er hier jetzt herkommen kann, und ihn dann einfach mit nimmt? „Also verschwindet einfach. Wenn ihr hier gleich anfang zu schreien. Dann müssen wir schon wieder den Ort wechseln und langsam fangen meine Füße wirklich an weh zu tun!“ sie will sitzen bleiben, aber wenn die beiden nun wirklich versuchen zu Kämpfen, dann muss sie wieder mit Feuer spielen, dann schreien sie ganz laut, das lockt Menschen an und sie dürfen wieder davon laufen, um nicht gleich einer ganzen Horde gegenüber zu stehen. Alles sehr nervig! Das es genau so laufen wird, darin besteht in ihren Augen natürlich nicht der geringste Zweifel! Wäre ja noch schöner wenn ein Sagar anfangen würde an sich zu zweifeln, nein mit so etwas fangen wir hier gar nicht erst… irgs.. Also wirklich IRGS. Unappetitlich widerlich und, nein der Spruch war nicht lustig, war er schon vom Kater nicht und jetzt ist er es auch nicht. Ihre Gedanken werden in Sekundenschnelle auf ein ganz anderes Thema gelenkt. Das Blut und der Schnodder, welcher den anderen Mann trifft. War das den jetzt wirklich nötig und wie will Lorenzo das nennen, den schnodderangriff des Todes? „Musste das sein?“ mit Vorwurfsvoller Stimme schaut sie zu Lorenzo und wieder ist da ihr angewiderter Gesichtsausdruck, Dämonin? Ja! Verwöhntes Balg? Ja! Das auch. Als solches ist sie von derartigen Ausscheidungen nicht angetan, ekelt sich davor und hat das dringende Bedürfnis alle beiden Kerle in den nahen Fluss zu werfen. Einfach damit das Blut und vor allem der Schnodder von ihnen abgewaschen wird.
„Hört zu“ versucht sie es dann noch einmal, kommt wieder auf das Thema von zuvor zurück. „Ich hab meinen Brüdern versprochen, nicht zu viel Unfug zu treiben. “ Hat ja super geklappt bisher. „Also lasst es gut sein!“ Ob den beiden Seemännern auffällt, dass weder Mädchen, noch Söldner, die ganze Situation gerad wirklich ernst nehmen, die beiden nicht wirklich ernst nehmen? Da hilft auch das Gefuchtel mit dem Messer nicht, selbst wenn das, die furchteinflößendste Waffe ist, die ihnen bei dem ganzen, bisher, entgegen gebracht wurde.
[19:25] ₪ Es war perfekt, einfach perfekt! Trotz einiger Nachteile und dem Umstand, dass sie irgendwie keine Ahnung hatten, wen sie eigentlich verfolgten, schien die Jagd ein gutes Ende zu nehmen. - Und damit auch der gesamte Tag. Jace konnte das Gold schon förmlich riechen, es in seinen Händen klimpern hören, selbst wenn er nicht wusste, wie viel es später geben würde. Doch wenn ein ganzer Haufen raubeiniger Seemänner einem einzigen Kerl hinterher lief, musste das schon etwas heißen! Normal denkende Menschen würden sich im Nachhinein vielleicht auch fragen, wie eben erwähnte Seemänner es nicht schaffen konnten, den einen Flüchtigen Dingfest zu machen, doch das kümmerte den Kater nicht. Er sah bloß seine Chance und... ignorierte den Rest wirklich ausgesprochen gekonnt. Und ja... er würde den anschließenden Gewinn, mit dem Namenlosen hinter sich teilen müssen, doch bestimmt würde trotzdem noch genug übrig bleiben. Ein paar Münzen für ein schniekes Tavernenzimmer, vereinzelte Silberlinge für ne ordentliche Mahlzeit und natürlich die Hälfte seiner Beute, für den Schrein von Jarcath. Lang lebe diese Gottheit! Jetzt wo man so darüber nachdachte... er hatte schon seit längerem kein Opfer mehr dargebracht! Nein, nein... so ging das wirklich nicht weiter. Noch ein Grund mehr, warum es einem sehr recht war, die Spur zum Verfolgten nicht verloren zu haben. Irgendwann musste jedoch nicht mal mehr der Boden nach Blut abgesucht werden, der Flüchtige war überdeutlich zu hören! Zwar stellte sich ganz plötzlich auch die Frage, wer zur Hölle eigentlich das Weibsbild war, mit dem sich Mr. “Hohes Kopfgeld“ stritt, doch selbst wenn es nun zwei zu zwei stand, ein Mädchen ließ sich leicht bezwingen. Und die Unterhaltung der beiden hatte doch auch etwas äußerst Informatives! So war nun endlich klar, wie der Kerl hieß, der ihnen die Geldbörse wieder füllen sollte. Sie hatten sich an die Fersen eines “Enzos“ geheftet! Oder eines Lorenzo... Das beste Musterbeispiel für eine bedrohte Art, welche seit heute, auf der roten Liste des Katers stand. Und die bedeutete sicherlich keinen Artenschutz... Eher das Gegenteil und so legte er einen Eins-A Buschauftritt hin. Mit Sprung aus eben diesem, einer glanzvollen Begrüßung und naja... das Gelächter kam halt noch hinzu. Doch wie der Kerl auch aussah! Selbst der Namenlose musste Kichern, wobei er sich mit Worten zurzeit noch zurück hielt. Ihn beschäftigte die Frage was sie mit dem Mädchen anstellen sollten, wenn sie mit diesem Enzo fertig waren. Die hatte bestimmt auch schon mal bessere Tage gesehen und sah irgendwie kümmerlich aus. Also stehen lassen? Weg scheuchen? Mitnehmen? Sie waren ja anscheinend k e i n e Freunde, - wie über die Maßen betont wurde. Doch nun ja, wie dem auch sei, es würde sich ja noch zeigen. Unabhängig davon, schien die Hübsche auf jeden Fall schon mal keineswegs begeistert davon, erst als ein geistesschwaches Tier mit Eutern beschimpft zu werden und dann auch noch als Missy. Dabei konnte auf derlei „Frauenprobleme“ nun wirklich keine Rücksicht genommen werden! Die anwesenden Männer versuchten hier gerade zu arbeiten. Arbeiten!!! Hier ging's um Leben und Tod! Gold oder Nichts! Wobei diese Ansicht - bei näherer Betrachtung – wohl doch nur von den Seemännern so empfunden wurde... Bewaffnet wie der Kater war, wurde er nämlich gar nicht ernst genommen, kein bisschen! Er wurde bloß angepampt! Ach Gottchen, was ne Diva mit entstelltem Gesicht! “Glaub mir Lorenzi...“ – Nun mischte sich der Namenlose mit einem leisen Zischen doch noch ein. “Enzo...“ Jace seufzte. -“...wie auch immer! - ...ich werde dir hier garantiert g a r nichts reiben.“ Soweit kams noch! Es wurde bloß angewidert mit dem Dolch herum gefuchtelt und sich dann mit der nötigen Dramatik nochmal an Missy gewandt. “Und ich nehme sicherlich auch nichts zurück, M i s s y !“ als ob eine halbe Portion, deren Hintern die Erde küsste, i h m irgendwelche Befehle erteilen konnte! Pah! Und von wegen „bereuen“... Er bereute bloß, dass er kein Attentat verübt hatte und sich stattdessen zu einem bühnenreifen Auftritt hatte hinreißen lassen. So. “Und ich beschlagnahme wen ich will, dein Schnucki wird mir die nächsten Wochen finanzieren!“ Ha! Eventuell kam sie außerdem auch nicht so einfach davon... Das musste mal gesagt sein! Und nun würde ER, Meister der Klingen, Herr der Krallen und Verteidiger des guten Geschmacks, sich endlich dem “Endboss“ widmen. Die Welt musste dringend vor dem Anblick seiner Visage errettet werden. Huiuiui... die Bezeichnung “unschön“ hatte es nicht mal im Ansatz getroffen, jetzt, wo man ihn sogar noch genauer betrachten konnte... Mr. “Hohes Kopfgeld“ sah abstoßend aus! Feuchtes und krustiges Blut, egal wo er gemustert wurde und pfui! Wenn der Kerl den Mund aufmachte, sah man rote Schlieren über seinen Zähnen!
[19:36] ₪ Doch das Schlimmste kam erst noch, es kündigte sich mit der nächsten Regung des Typen an. Und oh nein! … Was zum?! Bei Jarcath(!) … Doch da war es schon zu spät. Das Enzotier holte zu einem ersten Verteidigungsschlag aus und... - rotzte dem Kater volle Möhre ins Gesicht. Abartig. So gut „Harkons“ Reflexe im Normalfall auch waren, der Schock über das Kommende, hatte ihn regelrecht fest frieren lassen. Und der Namenlose hatte bei der ganzen Aktion bloß ein paar Blutsprenkel abbekommen, was ihn weniger kümmerte, als Missys Empörung oder der Dreck unter seinen Stiefeln. Er blieb also ungerührt dort stehen, wo er nach seinem unvermittelten Auftauchen aus dem Busch zum Stehen gekommen war. Erst, als die Schnodder-Attacke plötzlich noch mit beeindruckender Schlagfertigkeit kommentiert wurde, brach dieser miese Seemann XY erneut in Gelächter aus. Diesmal wegen seines Kollegen und dem widerlichen Anblick, den er bot. So ein Kameradenschwein! Hinzu kam, dass er scheinbar eine Schwäche dafür hatte, Offensichtlichkeiten zu verbalisieren und so erfuhr der nicht mehr ganz so schicke Kater, eine neuerliche Schmach, die ihn im Gesicht rot anlaufen ließ. “Harkon, der Hässliche hat dir ins Gesicht gerotzt.“ – wieder kam ein Kichern, während Jace sich langsam über die eigene Miene fuhr. Er fragte sich das gleiche wie das Mädchen: Musste das jetzt sein?! Der blutige Rotz, der jetzt hauptsächlich an den Fingern des Blonden haftete, wurde am Namenlosen abgewischt, während er ein vielsagendes “Urgs...“von sich gab. Das Abwischen löste zudem Proteste aus, doch keine ernsthaften, denn der Blick des Katers war besonders garstig und bösartig geworden. Er schnappte sogar noch pikiert nach Luft! Das konnte man mit ihm nicht machen! Vor allem konnte das kein näselnder Schurke mit ihm machen, der im Grunde einen erbärmlichen Anblick bot und sogar noch gefesselt war! Hmpf. Und so kam schließlich ein “Gut, fein... d a s ist also dein Niveau.“ über seine Lippen. Jace Stimme bebte, vor unterschwelligem Zorn. Kaum hatte er außerdem gesprochen, wurde eine weitere Klinge gezückt, von... „irgendwoher“ aus seiner besudelten Garderobe. Sie hatte nichts mit einem Dolch gemein, war kleiner und eher wie ein scharfes Messerchen, doch Himmel! Der Kater ließ sich ablenken... Sah er gerade richtig?! War nicht nur sein Gesicht, sondern auch sein kompletter Oberkörper angeschnoddert worden?! Nun schien er dermaßen erbost und angewidert, dass er auf die „Beruhigungsversuche“ des Mädchens schon gar keine Lust mehr hatte einzugehen. Scheiß auf zu viel Worte! Er zischte nur noch ein “Ich zeig dir, wo meines liegt.“ und das hatte zur Folge, dass mit dem spitzen Messer ausgeholt wurde, ehe es geschickt Richtung Enzo flog. Jace hatte die Flugbahn trotz immenser Wut noch recht exakt berechnet und so surrte die Klinge ziemlich dicht am Gesicht des Blutverschmierten vorbei. Oh ja, d a s war sein Niveau und die beiden Mäuse hier, sollten es ja nie wieder wagen einen Kater zu unterschätzen! Tse! Und natürlich sollten weitere Spuckattacken oder haltlose Drohungen auch besser vermieden werden... “Kollege, übernimm das Püppchen da hinten... wir liefern beide aus.“ und kassieren dafür ab. Denn auch wenn sie keine Freunde sein mochten, irgendwas hatten die beiden miteinander und Komplizen waren sie dennoch. Falls von den verbrannten Seemännern außerdem jemand starb, trugen diese beiden Gestalten hier die volle Verantwortung. Und auf Mord, stand in Eranya die Todesstrafe... Jace ließ sich doch keine Gelegenheit entgehen, seiner geliebten Gottheit ein paar Seelen auszuliefern! “Das ist eure letzte Chance euch noch friedlich zu ergeben.“ bot Jace trotzdem gönnerhaft an, ehe er eine routinierte Kampfhaltung einnahm und kaum danach aussah, als meine er sein Angebot ernst, ihnen eine Kapitulation zuzugestehen. Er erweckte eher den Eindruck, als wolle er den spuckigen Gesellen vor sich vollständig in die Farbe Rot tauchen und tot zur Stadtwache schleifen... Gab dann sicher weniger Kopfgeld, doch das wäre ihm die Sache wert. Unterdessen stapfte der namenlose Seemann recht lässig auf die Kleine am Boden zu und schien noch das leichteste Spiel zu haben. “Also... dann sorgen wir mal dafür, dass Missy ihren Brüdern keinen Ärger mehr bereitet, nicht wahr?“ Der grobschlächtige Mann streckte seine Pranken nach der vermeintlichen Göre aus, wollte sie hochziehen und in einen festen Männergriff nehmen. In seine behaarten, starken Arme, wo es lecker nach Schweiß und Zwiebeln duftete. Zwiebel war nämlich sein Lieblings-Parfüm!
[22:57] ₪ Gnaaah! Hörte ihm denn niemand zu?! “Enzo!“ knurrte der Söldner wohl im gleichen Moment, in dem der Begleiter des Drohenden ebenfalls eine Verbesserung aussprach, weshalb man(n) für einen zweifelnden Augenblick irritiert blinzelte. Die folgenden Worte ließen ihn den Kopf herum reißen – bloß nicht zu schnell – um das Buschkind skeptisch beäugen zu können. Hatte der Junge Komplexe? Er war weder sein Schnucki – auch wenn er sich heimlich geehrt fühlte und sich deswegen sogar etwas aufrichtete – noch stand es an der Tagesordnung, einem Fremden Brot und Lohn einzuspielen. Nein, nein. Ohne so! Wenn Mr. 'Schmalzlocke' schon der Meinung war, hier Stunk machen zu müssen, dann doch bitte mit Niveau! - Enzo! Schnodder – Attacke!
HATSCHI! Enzo hat Schnodder – Attacke eingesetzt. Und das sogar ziemlich präzise. Auch wenn der nachfolgende Schmerz dieses unvermeidlichen Niesers schier unerträglich war, hatte der Söldner in all seiner Manier seinen Feinden einen neuen Anstrich verpasst. Dabei war die Mischung aus einem tiefen Rot, verziert mit ein paar gelblich schimmernden Sprenkeln weitaus hübscher, als die Musterung auf seinem Hemd, die entfernt an Großmütterchens Tischdeckchen erinnerte. Da konnte man glatt neidisch werden! Das weitere Geplänkel ging in einem lauten Stöhnen unter, während die eigenen Finger erneut in das von Blut verschmierte Gesicht grapschten. Als würden das helfen! Der ungewollte Ausbruch überschäumender Rotze – pardon Wut – löste zu allem Überfluss noch einen weiteren Schwall aus Blut aus, der sich todesmutig aus den verkrusteten Nasenlöchern zwängte, um sich fröhlich frech vor den Füßen des Verletzen zu ergießen. Er war wirklich ein Schwachmat! Dieser vermaledeite Seemann hatte ganze Arbeit geleistet, als er seine überdimensionale Faust in seinem Gesicht versenkte. Mit Absicht! Da wäre jeder Mann in die Knie gegangen! Hinzu kam wohl, dass Enzo selbst von der Statur her nur ein kleiner Hänfling war. Im Grunde genommen sollte man sich fragen, wie das schmächtige Männchen es geschafft hatte, so viel Kohle auf seinen Kopf zu scheffeln, dass die horrende Summe einem wie Öl hinunter ging. Ja, der hatte bestimmt reiche Freunde, die seine Berühmtheit dafür ausnutzen, Taler um Taler aus zu schreiben! Irgendwo da draußen – fernab dieser ungesitteten Gesellschaft – spielte ihm doch jemand einen gehörigen Streich! Ein gehässiges Lachen drang aus der Kehle des Söldners und wurde schon nach wenigen, heiteren Tönen zu einem jämmerlichen Röcheln. Das Blut auf seiner Zunge hatte es sich erdreistet, wie brennender Alkohol in seinen Hals zu wandern, sodass Enzo nicht davon gefreit war, zusätzlich zu der Misere mit dem Nieser lauthals zu husten. Röchel, röchel! - Nichts geschieht. Erst als das Prinzesschen zu seiner Rechten wieder die Stimme gegen ihn erhob, wagte Enzo es, den Kopf zu heben. Das Ergebnis, welches seine so unverhoffte Attacke erzielt hatte, ließ ihn träge Schmunzeln. Wenigstens war er nicht der Einzige, der sich nun mit der schnodderlastigen Flüssigkeit herum schlagen musste. “Steht dir.“, brachte der Mann nasal unter seiner Hand heraus, die irgendwie versuchte, die erneute Blutung zu stillen. Dabei war es nicht so einfach, die Fingerkuppen tief genug in die aufgeblähten Nasenlöcher zu schieben, um tatsächlich von einem Erfolg sprechen zu können. Jeder Außenstehender hätte diesem sonderbaren Bild vermutlich eine gewisse Komik zugesagt. Enzo selbst empfand es jedoch als eine Qual, sich mit diesem so offensichtlichen Defizit herum schlagen zu müssen. Und dabei hatte er doch nur einen einzigen Fehler gemacht: er hatte ihr zugehört.
Diesen Fehler begann er sogleich ein zweites Mal, indem er ihm zuhörte. Mit zusammen gekniffenden Augen und Lippen, die sich zu einer angestrengten, dünnen Linie verzogen, versuchte Enzo, nicht lauthals über den Auftritt des anderen zu lachen. Im Grunde genommen trug sein Kamerad das Meiste dazu bei, das schnoddrige Dilemma noch einmal deutlich zu unterstreichen. Dabei fielen die roten Wängchen, welche sich zunehmend der äußeren Farbe seiner Kleidung anpassten, beinahe nicht mehr auf. Ein wirklich putziges Katerchen! Das der vermeintliche Rotzregen eine solch negative Wirkung zeigte, hätte Enzo schon von Anfang an klar sein müssen. Doch der Anblick des Feindes, der sich mit den innigsten Gedanken seiner Nase schmückte, hatte ihn von der eigentlichen Gefahr abgelenkt, die sich ihm sogleich in Form von einem scharfen Gegenstand präsentierte.
Unbeabsichtigt wanderte die Messlatte für das Attackenniveau in eine Schwindel erregende Höhe, sodass Enzo ob der plötzlich ausbrechenden Geschwindigkeit nicht einmal annähernd reagierte. Der Blutverlust ließ seine Bewegungen müde und langsam wirken – kaum ein Vergleich zum eigentlichen Können. “Wollen wir nicht darüber reden?“ Offensichtlich nicht.
[23:01] ₪ Denn schon einige Sekunden, nachdem Enzo um eine gesittete Konversation bat, nahm der Kater vor ihm eine kämpferische Haltung an, die ihm deutlich machte, die nächsten Schritte genau überdenken zu müssen. Dabei war das Denken selbst schon anstrengend genug! Und in seinem zu bemitleidenden Zustand noch umso mehr. Hinzu kam, dass der Söldner eine gewisse Unlust mit sich herum trug, die selbst mit dem Kick des zum Leben erwachten Adrenalins nicht von ihm ablassen wollte. Alles für die Katz'. Es war unfair! Er war schon lädiert! Fiel das denn niemanden auf? Sein blutiges Gesicht sprach doch Bände! Er war definitiv im Nachteil. Und diesen Nachteil musste er ausnutzen, um das Schlimmste zu verhindern. “Über eine friedliche Aufgabe sind wir längst schon hinaus.“ Natürlich war der Gedanke, ein weißes Fähnchen zu schwingen, weitaus greifbarer, als sich dem Kater zu stellen. Doch wo zum Teufel sollte der Südländer jetzt ein Stück weißen Stoff herbekommen?! Es war alles rot! Rot, so weit das Auge reichte! Ihm blieb also nichts anderes übrig, als zu kämpfen. Also wurde mechanisch eine Haltung eingenommen, die in Form und Ausführung an einem dämlich drein blickenden Pudel erinnerte, während sich Enzo alle Mühe gab, das spitze Objekt in der Mauer aus den Fugen der Steine zu ziehen.
Mit besten Grüßen zurück an den Absender. Der Wurf war präzise und zur eigenen Überraschung sogar recht kräftig, während man gleichzeitig einem zweiten Wurfgeschoss auswich. Dafür warf der Söldner sich in einer weniger eleganten Rolle auf den Boden, die mit einem schmerzhaften Stöhnen bestritten wurde, um irgendwann am Ende wieder wankend auf den eigenen Beinen zu stehen. Ups! Er hatte die Orientierung verloren, was ihm verdeutlichte, dass eine Rolle in seinem derzeitigen Zustand ein No Go war. Hätte er sich auch denken können. Vermutlich hob Enzo deswegen kurz die Hand, um unumwunden um eine Auszeit zu bitten, die nur wenige Sekunden anhielt, bevor man sich schurkenhaft auf das Kätzchen warf. Dabei dröhnte sein Kopf, als stünde er kurz vor einer riesigen Explosion! Die eigenen Ketten als Schlagwerkzeug nutzend, versuchte man(n) die P u s s y am Boden zu halten, um sich einen finsteren Plan zurecht zu legen, der in einer nächsten, ziemlich schlecht ausgeführten Drehung darin bestand, geräuschvoll nach Luft zu schnappen. Es besserte sich nicht. Er musste sich etwas überlegen, um gegen das Buschkind bestehen zu können. Also versuchte er es mit der hintrhältigen Tour. “Hey! Schau, da drüben!“ Er deutete mit den Händen in eine unbestimmte Richtung. Und würde der Kater darauf herein fallen, würde sich der Söldner sofort aus dem Staub machen. Denn das war eine der Eigenschaften, die ihm am meisten lagen. Alles andere empfand er als anstrengend, weshalb die Flucht die einzige Möglichkeit war, all dem hier ein Ende zu setzen. Lauf, Enzo, lauf!
[00:32] Seija Sagar || Schon wieder das Missy! Wütend funkelt die junge Dämonin den Mann von unten herauf an. Ein Blick der jene, die sie kennen, zum zurückweichen und einlenken bewegen würde. So zumindest in den meisten Fällen. Das ist einer der Vorteile, als Dämonin in einem Haushalt voller Menschen und Halbdämonen. Niemand wagt es sie wirklich zu provozieren oder sie hören zumindest früh genug damit auf, das es nicht mehr unschön werden kann. Früher war es besonders schlimm, in jenen Jahren, in denen sie als Mädchen, die Kräfte noch nicht im Griff hatte und dinge geschahen ohne, dass sie bewusst darum bemüht war. Inzwischen war das natürlich nicht mehr so, sie hatte sich gut im Griff, zumindest solange sie es wollte. Manchmal, da wollte sie aber einfach nicht mehr, das Ergebnis dessen, das konnte man vermutlich noch in der Gasse im Hafenviertel sehen. Der Mann vor ihr, der weißnatürlich nichts davon, bringt es nicht mit dem Mädchen das dort sitzt, in Verbindung. Viel wichtiger ist ihm das Geld das auf den Kopf von Lorenzo ausgesetzt worden ist, wie kann man Geld nur so hinterherjagen? Es ist doch selbstverständlich, dass es einem zur Verfügung steht. Sie hat das bei den Menschen nie verstanden, aber nur weil sie selbst nie gelernt hat, wie es ist, ohne solches zu leben. Ihr Schnucki? Also langsam wurde es ja wirklich lächerlich, was der Mann da von sich gab, überhaupt wurde die ganze Situation einfach nicht wirklich besser.
Die Schnoddergeschichte einmal übersprungen, den ja das ist widerlich, wir wissen es alle! Kommen wir zu dem wirklich spannenden teil, der Auseinandersetzung. Das erste Messer fliegt und Lorenzo wird verfehlt, dem zweiten kann er ja sogar ausweichen, wirklich flüssig wirken die Bewegungen des Mannes aber bereits nicht mehr. Klein Wunder, wie lang hat er bereits geblutet? Sie kann es nicht einschätzen und auch nicht, wie viel Auswirkung das wohl auf seinen Körper haben würde. Was sie jedoch mitbekommt, das ist der Mann der nun zu ihr geschickt wird. Wirklich? Sie bekommt den Aushilfskellner? Ihr soll das an sich ja recht sein, je stärker man sie unterschätzt, desto schöner ist am Ende das Gesicht, das auf den Gesichtern ihres Gegenübers erscheint. So wird das auch jetzt sein, nur das sie es nicht darauf anlegt im Gesicht des Aushilfskellners etwas von diesem schrecken zu sehen, nein der Kater soll diesen Ausdruck in sein Gesicht bekommen. Ein Ziel das bereits fest in ihren Gedanken verankert ist. Dennoch ist da erst einmal der andere Wicht.
Die beiden zwingen sie nun also wirklich dazu wieder aufzustehen? Scheinbar denn ja, der Mann will sie auf die Füße bekommen. Eigentlich blöd. Wenn von ihr doch keine Gefahr ausgeht, dann hätte man sie auch sitzen lassen können, sitzt man, muss man erst einmal aufstehen um weg zu laufen, steht man aber bereits und findet eine Lücke, dann könnte jeder davon kommen. Wie auch immer sie jetzt wieder auf diesen Gedanken kommt. „Du willst, dass ich aufstehe? “ sie will nur sicher gehen und stellt dem Namenlosen diese frage, bevor sie ihre Hand ausstreckt, er soll danach greifen um ihr hoch zu helfen. So etwas wie Verwunderung erscheint auf dem Matrosen Gesicht, doch nicht wirklich lang. Ja ja, mit Sicherheit denkt er, das Mädchen würde nachgeben, hätte die schiere Übermacht der beiden Männer anerkannt und fügt sich jetzt in ihr Schicksaal. Das erste Messer fliegt zu dieser Zeit und verfehlt ihren, zwangsläufigen, Mittstreiter nur knapp, etwas das sie verärgert die Lippen schürzen lässt. Aufgeben? Diese Möglichkeit gestehen sie sich an diesem Punkt der Auseinandersetzung noch zu? Gut sie will mal nicht so sein und während die Hand schon ausgestreckt ist und der Namenlose danach greift, da richtet sie das Wort wieder an den Kater. „Gleiches gilt für euch, wenn ihr euch ergebt, dann passiert euch nichts“ . Hat sie erwartet, dass er plötzlich einlenken wird? Nein und genau deshalb bietet sie es zwar an, darauf auch Rücksicht zu nehmen, das ist allerdings nicht geplant. Vielleicht wenn sie mit dem ersten hier fertig ist, dieser hat natürlich die Hand der jungen Dämonin ergriffen.
Die Hände berühren sich, Haut an Haut. Sie packt zu und im selben Moment, in dem sich ihre Hand um die seine schließt, da fixiert sie ihn mit schwarzblauen Augen. Dämonisch auch das grinsen auf ihren Lippen und erschrocken will der Seemann einen Schritt zurück, sie lässt allerdings nicht los, wird von dem Schritt mitgezogen und kommt so, natürlich äußerst elegant, auf ihre Füße zurück. Ohne ein weiteres Wort steht der Seemann in Flammen. Überrascht? Nein vermutlich nicht, das ganze war jetzt wirklich vorhersehbar und geschieht genau in dem Moment in dem Lorenzo versucht den Kater abzulenken. Könnte jetzt also sogar klappen. Außer natürlich für diesen ist es ganz Normal, das seine Kumpanen anfangen Feuer zu fangen.
[00:33] Seija Sagar || Vermutlich wird sich ihm jetzt auch erschließen, warum die Seemänner in der Gasse, so ausgesehen haben, wie sie den ausgesehen haben. Das was sie befürchtet hat geschieht auch, laute Schreie hallen durch die stille des Parkes und sind sie auch an einer recht abgelegenen stelle. Die Chance entdeckt zu werden oder weitere Menschen zu sich zu locken, die ist unbestreitbar und hatte doch eigentlich vermieden werden sollen. Nur leider hört und hört der Seemann nicht auf, er rennt durch den Park und hin zu dem Fluss der sich durch diesen zieht. Wasser soll Erlösung schaffen und da Seija inzwischen abgelassen hat, von der Hand des Mannes, gelingt das auch ohne weitere Hindernisse. Das nennt man wohl, der Umklammerung des Gestankes, noch einmal entkommen. Die Dämonischen Augen suchen nach dem weiteren Widersacher, fixieren diesen und lächeln schmal zu ihm hinüber. Ob Lorenzo nun schon getürmt ist, oder noch da steht, das hat sie gerad nicht im Blick, von dem geht keine Gefahr für sie aus. Soweit war das zwischen den beiden schon sicher. Für den Moment zumindest. Gut ja, von Jace geht natürlich auch keine ernst zu nehmende Gefahr aus, also das würde sie so jederzeit vor Zeugen beschwören, doch er versucht es zumindest. Ach schnöder Größenwahn. „Liebes!“ ja sie meint den großen Kerl mit diesen Worten. „Vielleicht darfst du noch verschwinden. Natürlich nur gegen eine angemessene Form der Entschuldigung!“ denn das er jetzt, wo sie ihr Können zeigt, vor Ehrfurcht erstarrt und um Vergebung fleht, das ist doch wohl klar oder? Das hat er jetzt gefälligst zutun! Sie will das so und wenn nicht, dann wird das ganze echt noch anstrengend, denn weit reichen ihre Kräfte nicht, sie ist eben ein sehr junger Dämon, und er hat Messer. Egal, er weiß, dass ja nicht, er sieht nur was sie mit seinem Kumpanen angestellt hat und weiß von der Gasse. Bei den meisten würde das zusammen schon ausreichen um eine Flucht zu provozieren.
[10:26] Jace C. Arron merkte es schon... das Kopfgeld, welches er auf so simple Art und Weise eintreiben wollte, bekam er doch nicht, ohne etwas mehr Aufwand. Der gesuchte Kerl war nämlich nicht nur nicht allein, er schien auch Profi darin zu sein, sich widerlich zu benehmen. Er hatte es verdammt nochmal gewagt ihn anzurotzen! Ihn! Noch immer saß der Schock tief, die Demütigung gut ersichtlich auf seiner sonst so prächtigen Erscheinung. Was brachte es ihm nun, heute morgen sein bestes Hemd angezogen zu haben? Was brachte ihm sein gutes Aussehen, sein im Wind wehendes, blondes Haar oder sein charmantes Lächeln?! Er war mit blutigem Schnodder entstellt worden! Zugegeben... rein optisch hatte er es immer noch besser getroffen, als sein Gegenüber und Jace hatte es wegwischen können, doch trotzdem! Er war kontaminiert! – mehr oder weniger – und seinem Kollegen war nichts Besseres dazu eingefallen, als ihn auszulachen! Hinzu kam, dass auch sein Widersacher und Missy diesen Anblick bestimmt nicht so leicht vergessen würden! Seine beeindruckende Aura und seine Ausstrahlung von Kompetenz und Stärke war nachhaltig geschädigt. Zumindest im aktuellen Personenkreis. Da verspürte man direkt das starke Verlangen, nach einer ersten Mini-Rache und beschloss die Sache mit dem Namen „Enzo“ wie das Mädchen an der Mauer zu halten. Er wurde mit Absicht verschandelt. Ha! Geschah dem frechen Rotzebengel (im wahrsten Sinne des Wortes) nur Recht! Da konnte er noch so genervt vor sich hin knurren und herum bluten. Bäh! Hatte das eigentlich gar kein Ende? Hm... anscheinend nicht, wenn man die frischen Flecken auf dem Gras zu seinen Füßen betrachtete. Auch nach dem kuriosen Lach-Röcheln hatte Jace nicht den Eindruck, dass das Nasenbluten von Lorenzi sehr bald endete. Aber nun ja... konnte ihm ja egal sein! Er hatte eh vor, seine Kriegserklärung mit einem Wurfmesser zu unterschreiben und siehe da! Wenn man sich nicht ganz arg irrte, galt man endlich als „Gefahr“. Wurde auch langsam Zeit! Und bei jemandem, der einem Kater versicherte, ihm stände blutiger Schleim am Körper gut... da wurde garantiert auch nicht versucht, sich mit Angriffen zurück zu halten. Zumindest nicht absichtlich! Auch bei einem lädierten Kerl nicht. War halt sein Problem! Genauso wie die unpraktischen Fesseln! Jace passten die ganz wunderbar in den Kram, auch wenn er feststellen musste, dass all diese „Behinderungen“ anscheinend noch nicht ausreichten! Enzo war noch lange nicht behindert genug! Und während Seemann XY sich unterdessen der dunkelhaarigen Kleinen näherte, kämpfte der Kater nicht nur mit Messern, sondern auch mit Worten. En garde! “Du hast jetzt Redepause!“ er selbst danach zwar auch, doch wer achtete schon auf solche Kleinigkeiten? Er musste nun erstmal eine sehr knappe Retourkutsche des eigenen, ersten Wurfmessers parieren! Und so riss der Kater seinen schicken Dolch in die Höhe, es gab ein recht heftiges metallisches Klirren und die abgewehrte Klinge flog ins Gras, wo sich ihre Spur verlor. Nun... ein bisschen Schwund war immer. Doch Jace hatte ja genug scharfer Gegenstände dabei! Ehrlich... manche Leute würden nicht glauben, an welchen Körperstellen sich Waffen verstecken ließen! Doch für's Erste, griff er zu einer gut zugänglichen Stelle im linken Ärmel. Ein zweites Messer wurde auf Enzo geschleudert, diesmal allerdings, mit eindeutiger Tötungsabsicht. Grrr... Und wäre dieser lästige Bluter in seinem armseligen Zustand nicht so geschickt, sie hätte auch getroffen! Davon war der Kater überzeugt. Doch sie traf nicht, Enzo-Schnucki hatte es irgendwie geschafft auszuweichen und wälzte sich in Gras und Erde herum. Immerhin kam er dabei gut aus dem Konzept. “Ha, ha!“ rief Jace da aus, natürlich mit triumphierendem Unterton! - Ehe er sich für einen finalen Schlag, leichtfüßig auf seinen Gegner zubewegte. Er wollte schon mit seinem Dolch zustechen, als er am Ende aber doch zu zögern begann. Warum? Gott, wenn er das nur selbst gewusst hätte! Vermutlich war es dieser bemitleidenswert-verwirrte Gesichtsausdruck des Dunkelhaarigen, oder diese eindeutige “Halt-Stopp-J e t z t-rede-ICH“-Geste, des „Pudels.“ Wie dem auch sei... Man hatte die mehr als günstige Chance vertan und bekam dafür auch direkt die Quittung. Nicht in Form einer ellenlangen, unleserlichen Notiz, sondern in Form einer Ich-werf-dich-zu-Boden-Attacke. Dieser hundsgemeine Mr. “Hohes Kopfgeld“! Doch offenbar war er mit Recht so viel wert... Jace ließ sich heute allerdings auch wie ein kompletter Anfänger überrumpeln, dass ihm sogar sein geliebter Dolch zu Boden fiel(!) - Unikat, Damaszenerstahl, zweischneidig, 35cm lang, Griffstück aus Walnussholz, mit Katzenkopf-Verzierung am Knauf und einer Glücksverzauberung die die Klinge schwarz schimmern ließ. Kurz gesagt: DIE Lieblingswaffe schlecht hin! Ein Drama würde man sie ihm jemals stehlen!
[10:27] ₪ Wobei das gute Stück heute aus unerfindlichen Gründen weniger Glück brachte als sonst... Lagen vermutlich zu viel negative Schwingungen in der Luft (Missy!) und Schnodder-Enzo verbreitete zu viel Pech! Jace hatte wirklich alle Hände voll zu tun, sich gegen einen Gefesselten zur Wehr zu setzen, keine Kettenschläge in sein hübsches Gesicht zu bekommen und den Kampf wieder zu dominieren! Verdammt... man war doch so ein gewandter Kater! Wie hatte man es geschafft im Staub zu landen, sich dort mit einem Kerl herum zu wälzen und zu allem Verdruss schon wieder voll geblutet zu werden? Wo war die tänzerische Anmut abgeblieben!? Außerdem... Jace könnte schwören, er wurde gerade in diesem Handgemenge auch sexuell belästigt! Skandal! Da wurden direkt die Zähne gezeigt und ziemlich katzenhaft drauf los gefaucht! Hörbar. Bis beide Kerle es irgendwie geschafft hatten wieder etwas Abstand zu gewinnen und vor allem erneut zu stehen. „Harkon“ atmete angestrengt, funkelte sein Gegenüber schlecht gelaunt entgegen und wollte bereits zum nächsten Akt übergehen, als ihm Enzos Worte an die Ohren drangen und voller Hohn gespottet wurde. “Dein Ernst?!“ was ein billiger Trick! Der Blonde blieb völlig unbeeindruckt und schnaubte, bekam danach jedoch einen riesigen Schrecken. Dort wo Nasenblutenman nämlich wahllos hingedeutet hatte, geschah gerade t a t s ä c h l i c h etwas! Und diese Sache ließ Jace einen Schritt zurück weichen und seinen Kollegen in Flammen aufgehen. Der arme Namenlose (Er war kein Aushilfskellner!!!) Er hatte ja bloß die zierliche Missy in Gewahrsam nehmen wollen, doch das war gehörig schief gegangen. Sie entpuppte sich nämlich nicht als das leichtere Opfer, sondern als das genaue Gegenteil! Und dementsprechend ahnungslos, griff Seemann XY auch in sein Verderben. Er hatte es dem Mädchen nicht angesehen. Weder an ihren Augen, noch an ihrem hinterhältigen Lächeln! Er hatte sich völlig unwissend entzünden lassen. Und augenblicklich fing der gestandene Mann auch an zu kreischen und zu wimmern. Hinzu kam der Gestank nach verbranntem Haar und dann auch nach verbrutzeltem Menschenfleisch... JA, nun wusste der Kater, wie die anderen Seemänner in der Gasse ihre Haut verloren – und an dessen Stelle Brandblasen bekommen hatten. Und deshalb wurde sein, eben noch gerötetes Gesicht, eine ganze Nuance blasser. Hätte er aktuell Fell gehabt, hätte es sich sogar gesträubt, doch so keuchte er bloß ein heiseres “Magie!“ ehe ein nicht jugendfreier Fluch folgte. Enzo wurde dabei tatsächlich einen Moment lang aus den Augen gelassen, denn das Bild von dem brennenden Kollegen, zog einfach sämtliche Aufmerksamkeit des Katers an. Es war nicht so, dass er besonderes Mitleid empfand, der Kollege hatte ihn eben schließlich ausgelacht und war eh eine flüchtige Bekanntschaft, doch solche Qualen, wünschte man nicht vielen Leuten. Und so starrte Jace dem Seemann auch hinterher, bis er schreiend im Flüsschen des Stadtgartens verschwand. Seine Silhouette entzog sich den grünen Iriden und da der erste Schrecken langsam abflaute und man dem Kerl nun gewiss nicht hinterher springen würde, drehte der Blonde seinen Kopf wieder anderen Personen zu. Personen, die ihm lukrativer erschienen, sobald er sie erstmal fertig gemacht hatte. Dieser Plan war wegen dem grausigen Schauspiel nämlich noch lange nicht vom Tisch! Und das konnte man nennen, wie man wollte. Ignoranz, Selbstsicherheit, Heldenmut oder Jace körpereigene Schurkenehre. Er war viel zu kaltschnäuzig, um nun plötzlich in Panik auszubrechen und davon zu rennen. Er war selbst ein Mörder! - lang herrsche Jarcath! – und er kam außerdem aus einem magischen Haushalt mit sadistischem, tyrannischen Großvater. Und sicher, er war kein Freund von schwarzer Magie – und von Feuer auch nicht! - doch sonderlich lange konnte man ihn damit auch nicht beeindrucken. “Du kleine, miese Brandstifterin!“ kams deshalb auch und hätte er jetzt eins seiner Messerchen in den Fingern gehalten, er hätte es direkt auf das Mädchen geworfen. Nicht auf den Kerl der bei dem ganzen Tumult versuchte zu fliehen... Sein Rücken konnte dabei übrigens ganz schön entzücken! Doch das gehörte nicht hier her. “Du kannst dir dein Liebes dorthin stecken, wo die Sonne niemals hin scheint! wurd's viel passender formuliert, ehe der Kater ausspuckte, sich über den Mund wischte und dann behände etwas vom Boden aufhob. Zwei kleine, graue Steine. Ihm war aktuell wirklich sehr nach werfen, doch es hätte zu lange gedauert, seine noch vorhandenen Messer aus ihren Verstecken zu befördern... Daher nun etwas primitivere Waffen. “Nimm d a s als Entschuldigung!“ kams danach also und zack! Das erste Steinchen flog durch die Luft. Passte Missy nicht auf, würde sie eine hubbelige Beule am Kopf bekommen, jawohl! Und auch Lorenzo war noch nicht vergessen!
[10:27] ₪ Zudem noch lange nicht in Sicherheit, bloß weil er es geschafft hatte, etwas Abstand gut zu machen. “Ihr hinterhältiges Pack!“ Und damit schoss auch Stein Nr. 2 auf sein Opfer zu. Es sollte besonders viel Schmerzen verursachen. Höhö... - Als hätte dieses spezielle "Ziel" nicht eh schon genug Pein für heute gehabt.
[13:14] Leibeigener Enzo war eindeutig aus der Übung. Das geräuschvolle Knacken, welches mit jeder einzelnen Bewegung einher ging, die er in einer ulkigen Präzession auszuführen versuchte, machte ihm deutlich, zumindest zu dieser Zeit längst seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Die vielen Wochen, die er unfreiwillig im Dienst der Marine verbrachte, hatten ihn träge und müde und seine Knochen und Muskeln weich werden lassen. Die einst so dynamische Jungenhaftigkeit, welche sonst seinen Alltag dominiert hatte, ließ zu wünschen übrig und ihn um Jahre altern. Dabei war der Kampf um seinen Kopf weniger ein guter Anfang, in das Business als Söldner wieder einzusteigen. Denn das sogenannte Come Back hatte er sich definitiv anders vorgestellt. Irgendwie ruhiger und mit reichlich viel Alkohol und Frauen. Das er seinen Rückzug nun in der Gesellschaft einer arroganten Göre und einer selbstmörderischen Katze verbringen musste, ließ er einmal außen vor. Jetzt galt es, das Ruder wieder an sich zu reißen! Seine Behinderungen außer Acht lassend, legte sich der Mann für seine Verhältnisse wirklich gut ins Zeug, um eine perfekte Vorstellung über das, was er eben lieber lassen sollte, abzuliefern. Dabei war die Rolle sein kleinstes Problem – er hatte eher Schwierigkeiten dabei, sich wieder zu seiner vollen Größe aufzurichten. Nicht zuletzt machten ihm die aneinander gebundenen Hände einen Strich durch die Rechnung, eine Aktion gemäß ihrer Ausführung ordentlich durchzuführen. Die Hand-Hand-Koordination ließ einfach zu wünschen übrig. Während der eine Arm in die eine und der andere Arm in die andere Richtung wirkte, versuchte er selbst die Bewegungen auf einen Nenner zu bringen. Das und die Tatsache, sich noch immer mit der schmerzenden Nase herum schlagen zu müssen, machten den beginnenden Kampf zu einer einzigen Verzweiflung. In der Theorie bestand Enzo längst auf eine Auszeit! Er war am Ende, seine Kondition bereits gestorben. Im Grunde genommen rettete sich der Söldner dadurch, schwankend hin und her zu dackeln, als hätte er sich soeben einer rasch ausbreitenden Zombieapokalypse angeschlossen. Selbst die stöhnenden Laute, welche er zuweilen von sich gab, um dem Schmerz wenigstens irgendeinen Ausdruck verleihen zu können, sprachen für das Auftreten eines lebenden Toten – mit dem einzigen Unterschied, dass Enzo sich nun nicht gierig auf seine Mitmenschen stürzte, um deren Eingeweide raus zu reißen und deren Gehirn zu fressen. Zumindest bei seinem derzeitigen Gegenüber ging der Söldner davon aus, außer Knete nichts zwischen die Finger zu bekommen. Trotzdem war der Schmarotzer wirklich schnell! Da kam ihm eine Ablenkung gerade gelegen. Und es funktioniert.
Es funktionierte so weit, dass auch Enzo sich für einen Moment der Überraschung begeistern konnte, auch wenn das weniger Gegenstand des eigentlichen Plans zur Flucht war. Denn die sogenannte Gabe seiner weiblichen Begleitung sah auch der Söldner nun zum ersten Mal. Die Lippen schürzend, blieb der Mund für eine halbe Ewigkeit offen stehen, um das flammende Schauspiel aus der sicheren Entfernung heraus beobachten zu können. Könnte ihn mal jemand kneifen? Er blinzelte, während sein Widersacher einen Schritt zurück ging und es sich in der Aufregung nicht nehmen ließ, IHM – dem Schurken des Jahrhunderts – auf die Füße zu treten. Ein Zischen wurde ausgestoßen, als die Hacken des Katers über die Zehen des Pudels rollten. Der Ausdruck der etwas anderen Schmerzen fand sich sofort in dem blutigen Gesicht wieder, allerdings ließen sich die wehleidigen Emotionen unter all dem verkrusteten Dreck nicht so leicht zu erkennen, weshalb der ungeplante Gewaltakt erst dann bemerkt wurde, als Enzo Hand an den kater legte, um diesen mithilfe einer einzigen, wirklich perfekt ausgeführten Bewegung von sich zu stoßen. “Pass doch auf!“ , brüllte er ihm dabei entgegen und stolperte selbst einige Schritte zurück. Doch seine Worte gingen im Geschrei des in Flammen stehenden unter. Dabei hatte er sich so viel Mühe gegeben, die Redepause zu durchbrechen, in dem er doch noch einmal die Stimme erhob. MMPF! Jetzt hatte er nicht nur Nasen – sondern zusätzlich auch Fußschmerzen! Dieser Tag konnte einfach nicht besser werden! Zumindest hatte die Ungeschicklichkeit des Katers den Söldner daran erinnert, doch eigentlich einen anderen Plan zu verfolgen. Und dieser setzte sich in dem Moment, in dem der Geruch von verbrannten Haaren und gerösteten Fleisch aufkam, in die Tat um. Er nahm die Beine in die Hand! Dabei musste er dem finalen Akt der Verbrennung leider den Rücken kehren, um wenigstens im Ansatz einen weiten Abstand zwischen sich und das Buschkind zu bringen. Es lag schließlich nicht in seinem Interesse, aufgrund ausgetauschter Zärtlichkeiten gleich den Kopf zu verlieren. Und schon gar nicht an solch einen Hinterwäldler, wie der Angerotzte es war! Er würde sich nicht von einem Schnodderopfer besiegen lassen! Niemals! In keinster Weise!
[13:37] ₪ Also ließ er Begleitung Begleitung sein, um sein eigenes Ding durch zu ziehen. Das er dabei sämtliche Versprechen brach, welche er heute so unverhofft ausgesprochen, war ihm dabei reichlich egal. Was erwartete sie auch? ER war ein verdammter Söldner! Und Söldner stehen niemals zu ihrem Wort! ~ Es sei denn, sie wurde dafür entlohnt. ~ Doch ganz gleich, wie viel die Göre ihm hätte bieten können – nichts ging über sein eigenes, kümmerliches Leben. Das er innerhalb seiner Flucht eher langsam voran kam, ließ er einmal außen vor. Die schweren Schritte, die seinen Körper in all seiner Manie durch schüttelten, trugen weniger etwas dazu bei, die pochenden Schmerzen im Kopf abklingen zu lassen. Immer wieder wurden seine Gedanken katapultartig durch sein Gehirn geschleudert, sodass ihm zum Schluss nichts anderes übrig blieb, als sich auf den vor ihn liegenden Weg zu konzentrieren. Rasen! Wiese! Grün! Nur darauf musste er achten. Rasen, Wiese, grün. Rasen, Wiese, grün. Rasen, Wiese, Hecke. HECKE? Aprubt blieb er stehen, bevor er kopflos in das Dornengestrüpp angepflanzter Rosen raste. Dabei schnappte er nach Luft. Himmel, sein Herz überschlug sich beinahe in seiner Brust und seine Lunge quoll vor Anstrengung beinahe über! Er hätte sich vorher ordentlich dehnen sollen, bevor er sich dazu entschieden hatte, einen schlecht ausgeführten Sprint hinzulegen! Ja, dass waren all die Dinge, auf die ein alter Mann achten musste. Dinge, die ihm jetzt zum Verhängnis wurden. Das Gewicht auf die Oberschenkel stemmend, hustete er leise, während er sich eingestehen musste, nicht gerade weit gekommen zu sein. Nicht mal ein paar Meter, oder – gerade ein paar Meter! Zumindest war er noch so weit in der Nähe, dass er die losen Worte des Widersachers hören konnte, die sich diesmal nicht gegen ihn, sondern gegen seine heiße Begleitung richteten. Gut! Gut! Während sich die beiden im Hintergrund miteinander bekannt machten, musste er sich einen Weg durch das Rosenlabyrinth bahnen, um irgendwann zu dem goldenen Tor zurück zu kehren, durch welches das Weib ihn zuvor mit dem Versprechen der Sicherheit geführt hatte. Nichts Sicherheit! Aufgrund ihrer fehlenden Umsicht waren sie in eine hinterhältige Falle gelaufen, aus der Enzo nur mit Mühe und Not entkommen konnte. Allerdings nur so lang, bis die Aufmerksamkeit sich wieder auf den Söldner legte und die Blicke des Katers sich in seinen Rücken bohrten. ARGH! Er musste weiter – einfach irgendwohin. Vielleicht sogar spontan die Richtung wechseln, um sich selbst und alle anderen obendrein zu verwirren. Doch auch das blieb nur eine Theorie. Denn vor ihm baute sich gerade ein ziemlich dicklicher und ziemlich großer Schatten auf. 'Harkon?' , keuchte dieser unerwartete dunkle Fleck in die Dämmerung hinein und versperrte Enzo ungewollt den Weg. 'Harkon, bist du hier?' War das sein Ernst? Mit dieser hauchenden Stimme würde er doch nie im Leben jemanden einschüchtern! Während der erste Eindruck als flächendeckender Schatten doch wirklich Furcht einflößend war, ließ der hauchende Klang seiner Stimme wirklich zu wünschen übrig, sodass Enzo an sich halten musste, nicht in ein albernes Gelächter zu fallen. DAS war wirklich sensationell! Aber nicht sensationell genug, den Söldner von seiner Flucht abzuhalten. Um zwischen all den Rosenbüschen nicht aufzufallen, hatte er den Kopf eingezogen, um nun blind darauf los zu laufen – dicht gefolgt von einem unbemerkten Stein, der in einer präzise berechneten Flugbahn seinem Opfer sehr viel Schmerzen bereiten sollte. Doch der sogenannte Wettlauf mit der Zeit stellte sich als unbrauchbar heraus. Denn in der währenden Dunkelheit trat Enzo erneut in ein unsichtbares Fettnäpfchen, in dem einer seiner Füße sich ungeschickt in einem wirren Wurzelgeflecht am Boden verfing. Das und die darauf folgende Überraschung, längst nicht mehr am Boden zu verweilen, sondern durch die Luft geschleudert zu werden, machten es schwer, wenigstens im Ansatz eine heldenhafte Pose einzunehmen, weshalb der Mann der Länge nach wie ein nasser Sack auf die Wiese plumpste. Der daraus resultierende, eher klagende Laut vermischte sich mit der piepsenden Stimme des dicken Mannes vor ihm, dessen Kopf sich besorgt neigte, ehe er von etwas sehr Hartem und sehr Kantigem getroffen wurde. Tüdelü – offenbar hatte das Buschkind seinen Kameraden außer Gefecht gesetzt. Enzo konnte sehen, wie sich die Augen des Fetten verdrehten und seine Knie weich wurden. Doch ehe er selbst realisieren konnte, was als Nächstes folgte, wurde er schon Opfer eines erneuten Angriffs, der sich darin offenbarte, stöhnend und keuchend unter dem Fettsack begraben zu werden. Natürlich hätte Enzo Zeit gehabt, ordnungsgemäß zu reagieren! Doch die Orientierungslosigkeit, die der eigene Aufprall mit sich gebracht hatte und die Tatsache, dass der Kater gerade einen seiner Anhänger k.o geworfen hatte, führten unweigerlich dazu, nicht zu reagieren. So gar nicht!
[13:40] ₪ Vielleicht war er zu perplex, vielleicht zu amüsiert über das Schauspiel, dass er nun dafür bezahlen musste. Ameise und Schuh. Das Quietschen, dass sogleich ertönte, ging diesmal nicht von der Speckmade aus, die sich unbeabsichtigt über den Hänfling geworfen hatte. Das zusätzliche Gewicht ließ ihn sämtliche Luft aus den Lungen stoßen, während er selbst wie ein jämmerliches Insekt um das Überleben kämpfte. Das konnte doch nicht wahr sein! Seine Flucht wäre so einfach gewesen – nahe der Perfektion und jetzt? Jetzt kämpfte er verzweifelt dagegen an, nicht zerquetscht zu werden! Nannte man das die Ironie des Schicksals?
[18:21] Seija Sagar || Das platschen war noch zuhören, doch weiter achtet das Mädchen nicht auf ihr letztes Opfer. Die wenigsten würden in so einer Situation und nach solchen Verbrennungen, einfach wieder aufstehen und sich zurück in den Kampf begeben. Wahrscheinlicher ist, dass der Kerl sich irgendwie an den Rand des Flusses zieht, dort auf dem Rücken liegen bleibt und hofft das man nicht noch einmal auf ihn zurück kommen würde. Vielleicht schleppt er sich auch zum Rand des Gartens oder er bleibt ganz im kühlen nass des Flusses, wie auch immer. Der Aushilfskellner war, soweit sie das sah, ein für allemal aus dem Rennen. Blieben also noch der Kater, Lorenzo und sie übrig, so der Aktuelle Stand der Dinge. Der erhoffte Kniefall mit bitten um Verzeihung oder auch die Flucht, Hals über Kopf in eine andere Richtung, vom Kater. Das alles bleibt leider aus, nein der Kater und auch Lorenzo wirken zwar kurz überrascht, vielleicht sogar schockiert. Doch lange hält das nicht, der eine (der falsche!) nimmt die Beine in die Hand und läuft. Elender! Ist der Kater nicht eigentlich nur wegen IHM hier? Von ihrem Vorfall am Pier scheint er nicht einmal etwas zu wissen, nein sein Ziel war Lorenzo und ausgerechnet dieser nimmt nun sein Heil in der Flucht. Wenn sie mit dem Kater fertig ist (woran ja wohl kein Zweifel besteht!), dann wird der andere dennoch bei den Wachen landen, dafür wird das Mädchen dann schon ganz eigenständig sorgen. So geht niemand mit ihr um! Weglaufen kommt allerdings nun auch nicht in Frage, das hatten wir ja bereits. Dämonen ergreifen nicht die Flucht, wenn ein Mensch der Gegner ist, überhaupt, ein Dämon ergreift nie die Flucht!
Dem Kater zugewandt, steht sie nun da, selbst in den Kampf verstrickt, das Gras zu ihren Füßen ist nichts weiter als ein verkohlter schwarzer Fleck, einer der sich mit ihren Bewegungen ausbreiten wird und dabei ein mehr oder weniger hübsches Muster auf der Wiese hinterlassen wird. „Ich bin weit mehr als eine einfache Brandstifterin!“ verbessert sie ihren gegenüber, diese Bezeichnung ist nicht angemessen! Genau so wenig wie das Missy! „Aber das wirst du gleich selbst zu spüren bekommen“ . Ja genau, den Drohungen sind immer gut, die helfen einem sicher weiter, auch in solchen Situationen, außerdem. Was wäre so eine Auseinandersetzung denn ohne einen Verbalen austausch? “Du hattest deine Chance und außerdem glaubst du doch nicht, ich würde mich von dir mit deinen Rotzfingern anfassen lassen!“ . Mehr als eine Chance hatte er! Ja gut sie auch, aber darum geht es ja schließlich nicht! Fangen lassen würde sie sich natürlich auch nicht, wenn er nicht zuvor mit dem Nasenschleim des Söldners in Kontakt geraten wäre, doch nachdem das passiert ist, wird sie sich gewiss nicht anfassen lassen. Widerlich! Ernst genommen hätte sie ihn allerdings, auch ohne diesen Vorfall nicht.
Näher, sie muss näher an ihn herankommen. Warum dürfte klar sein, schritt um schritt geht sie auf ihn zu und hat noch nicht viele hinter sich bringen können. Dabei hat sie es doch genutzt, dass er sich runter gebeugt hat! Doch kaum das er wieder steht, beginnt er zu werfen. Mit was das kann sie sich denken, sieht es aber nicht und das er in ihre Richtung wirft, das lässt sie natürlich zur Seite springen. Leider nicht schnell genug, der Stein trifft sie an der Schläfe und hinterlässt dort einen blutigen langen Schnitt. Vom Schmerz kurz überrascht springt sie wieder einen Schritt nach hinten und gibt einen erschrockenen laut von sich. Mit der Hand fühlt sie nach der Verletzung und schwarzes Blut (ja ihre Dämonenart hat schwarzes Blut!) klebt nun an den Fingern. Sie schaut es an, während sie hinter ihrem Rücken unglaubliches abspielt. Sie wird es vermutlich im Nachhinein kaum glauben und sich fragen, wie Lorenzo es geschafft hat, den Seemann ok zu schlagen und sich dann unter ihm begraben lässt. Soweit das zu bemerken ist sie allerdings nicht. Die Katze hat sie zum bluten gebracht! Ihr schönes Gesicht entstellt. Selbst wenn er nun auf die Knie fallen und um Gnade winseln würde, würd das Mädchen nur freudig auf ihn zu laufen, die Hände auf den Kopf legen und seinen schreien zuhören während er langsam und qualvoll verbrennt. Das es soweit auch ohne ein Gnadengebettel kommt, daran arbeitet sie jetzt.
„Wie kannst du es wagen?“ Die Glaskörper sind wieder schwarz, das helle blau der Augen sticht hervor und der Boden unter ihren Füßen ist so schwarz wie zuvor schon. „Das wirst du bereuen!“ . Sie liebt Feuer und sie macht Feuer. Das Gras bietet zu wenig material, sonst stände schon der Boden in Flammen (etwas das sie leider nicht beherrscht, aber daran wird gearbeitet!) doch die Büsche und Bäume an denen sie vorbei kommt, während sie jetzt auf ihn zu rennt, die fangen Feuer. Ihr ist es inzwischen egal ob noch weitere Leute in den Garten kommen. Sie wird diesen ganzen verdammten Garten niederbrennen wenn es denn sein muss!
[18:21] Seija Sagar || Wer dann hier drinnen herum steht, der hat selber schuld! Gut ob das alles so geschieht ist natürlich fraglich, nur weil sie jetzt in einem Teil des Gartens ein paar Büsche und Bäume entzündet, brennt ja nicht der ganze Garten lichterloh. Es ist Frühling, nicht Sommer, der Bode, die Blätter, einfach alles ist noch feucht. Dazu ist die junge Dämonin ja nicht halb so Mächtig, wie sie selbst glaubt. Vielleicht besitzt sie Magie, doch Ausdauer, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, an solchen Dingen mangelt es ihr. Während sie also einem um den andere schwall an heißer Luft (also wirklich heißer Luft, nicht das Sprichwort, sie verbrennen kann) zu ihrem wiedersacher schleudert, da ist es nicht unwahrscheinlich das er dem ganzen geschickt auszuweichen schafft und sie nur Strauch um Strauch zum brennen bringt (ganz ohne Göttliche Stimme), vielleicht aber ja so lange, bis sie beide von Flammen eingeschlossen sind. Verdammt ist das Mädchen gerad wütend, niemand bringt sie einfach zum Bluten! Dann auch noch im Gesicht, das schöne Gesicht, entstellt von einer Narbe? Undenkbar! Sie weiß eben nicht wie tief der Kratzer ist, ob er bleibend sein wird oder nur vorrübergehend. Fakt ist aber, allein durch diesen Kratzer wird sie sich fragen anhören müssen, denn so etwas geschieht nicht einfach so! Da muss es einen Grund für geben. Sie hätte von Anfang an ganz anders handeln sollen, sie hätte Lorenzo stehen lassen müssen und sich allein nach haus begeben. Denn sind wir einmal ehrlich, er sollte dafür sorgen das sie ohne Aufsehen aus dem ganzen heraus kommen. Jetzt kämpfen sie zum zweiten Mal und Rauch steigt zum Himmel auf. Die Mission ist wohl gescheitert, jetzt heißt es jeder für sich, und wenn du mir noch mal begegnest, dann zünde ich dir den Kopf an. Denn so hübsch, als das man ihn schützen sollte, ist der nicht und jetzt erstrecht nicht! Vielleicht hat die Auseinandersetzung mit ihm kurz Spaß gemacht, doch jetzt wird sie das ganz sicher nicht mehr zugeben.
[21:13] ₪ Tja, das Leben war hart! Und für die Leute, die eh schon gebeutelt waren umso härter. Davon konnte auch Jace ein Liedchen singen, doch es wäre ein altes Lied geworden. Sehr alt. In den letzten Jahren hatte er nämlich kaum Gründe gehabt, sich wirklich zu beschweren, er stand eher auf der Sonnenseite des Lebens. Zugegeben... er schien auf seinen Reisen und während den meisten Unternehmungen chronisch pleite, doch dank seiner Fähigkeiten, hatte er noch nie Hunger leiden müssen. Dank seiner Katerkräfte war er auch noch nie in die Verlegenheit gekommen seiner Fitness nachzutrauern und Dank dem Gott aller Götter, blieb ihm der endgültige Tod noch viele Male erspart. Ums kurz zu machen, er hatte Arsch viel Glück im Leben. Da sollte man auch meinen, es wäre ein Klacks, einen physisch eingeschränkten Kerl zu überwältigen, der im Grunde nur noch herum stöhnte und ein Schatten seiner selbst war! Ein blutiger entstellter Schatten! Nicht auszudenken, wie lästig er wohl wäre, hätte er nicht zuvor schon so viel einstecken müssen. Und sein kleines, zierliches Mitbringsel erst! Noch nie hatte Jace so viel Probleme mit einem weiblichen Geschöpf gehabt! Mit Ausnahme seiner Schwester... der Haushälterin in seinem Elternhaus, seiner Mutter, der schönen – und zänkischen Lina, der dritten Tochter eines Müllers, der zweiten Tochter eines Tuchmachers, dem Blumenmädchen aus der letzten Hafenstadt, der Tochter eines ehemaligen Käptn's und... ehm... nun gut. Wenn er jede Schwierigkeit mit Frauen aufzählen – und schreiben würde, käme vermutlich ein ganzes Buch bei herum. Doch trotzdem! Der Kater hätte sich definitiv daran erinnert, wenn auch nur eine einzige davon so zickig und problematisch gewesen wäre, wie diese Missy vor ihm! Wieso konnte er sie nicht einfach auf diese lebende Lorenzo-Leiche schnüren und beide gleichzeitig Dingfest machen? W i e s o ?! Das alles war doch ein schlechter Witz! Eine Farce sondergleichen! Er und vor allem sein Kollege waren dabei sich fertig machen zu lassen! Und als wäre ekliger Schnodder im Gesicht, die Schmach ausgelacht zu werden und eine schlecht ausgegangene Rauferei nicht schon genug, plötzlich war seine namenlose Verstärkung auch noch ein laufendes Feuer auf zwei Beinen! Diese „Ablenkung“ hatte absolut nichts mit einem billigen Trick gemein und deshalb wich der Kater auch erschrocken zurück. Und kneifen tat er seinen eigentlichen Gegner zwar nicht, doch ihm wurde in der Tat über die Zehen gelaufen. Mit Absicht versteht sich! Ein dermaßen gewandter Mann wie „Harkon Jones“ stolperte nicht trottelig über fremde Füße, er hob ganz professionell seine Hacken in die Luft und ließ sie gekonnt auf die Zehen seines Feindes hernieder fahren! Jawohl! Mit exakt so viel Kraft und Genauigkeit um damit größtmöglichen Schmerz zu verursachen und trotzdem noch keine Knochen zu brechen. Ha! Und was hieß hier eigentlich “Pass doch auf!“ ? Der Kater wurde angemault, weggestoßen und für einen kurzen Moment lag sein Augenmerk nochmal auf Enzo, statt auf seinem Kollegen, der sich kreischend und schreiend in roten Flammen wand. Jace tat einen weiteren Schritt zurück, mit katzenhafter Eleganz, ehe er ein “Pass doch auf!“ zurück äffte und es dabei besonders nasal klingen ließ. Wie das Prinzesschen vor ihm eben gesprochen hatte. Aufgepasst, die leicht entzündliche Missy bekam hier Zicken-Konkurrenz! Wobei... Enzo vermochte es zwar empfindlich und gereizt zu reagieren, doch einen ganzen Mann hatte er noch nicht entzündet. Wieder lag der Blick des Katers auf der schreienden Fackel und es würde ihn nicht wundern, wenn es hier gleich wirklich von noch mehr Leuten, oder sogar den Wachen wimmelte. Der Namenlose war schließlich im Flüsschen verschwunden, doch auch ohne seinen Anblick, hörte man noch seine Qualen. Es war einfach grausam. Hätte das alles zu einer Opferzeremonie gehört, die dem Gott Jarcath huldigte, dann... schön! Doch so?! Brrr... Jace fröstelte kurz, trotz der Hitze und schließlich kochte in ihm die Wut hoch. Beleidigungen wurden ausgeteilt und selbstverständlich lief er nicht davon! Das überließ er unbemerkt dem Kerl, der schon die ganze Zeit nichts anderes wollte, als flüchten. Ein Kater jedoch kämpfte! Und mit der Gewissheit noch ein paar Mal sterben zu können, kämpfte es sich außerdem auch recht furchtlos. Es mochte häufig mit Torheit verwechselt werden, doch das taten bloß die Unwissenden. So wurde sich also auch nur runter gebeugt, um neue Wurfgeschosse aufzulesen und nicht, um vor einer kleinen Missy zu Kreuze zu kriechen! “Stimmt! Du bist eine Brandstifterin mit einem gewaltigen Problem!“ kams danach zudem zur Antwort und bitte! Wenn sie sich nicht mit Schnodderfingern begrabschen lassen wollte, wurde sie halt das erste Opfer seiner Steinigung! Stein eins flog zumindest sehr gut drauf los, genauso wie Stein zwei, wobei der nicht dem Mädchen, sondern dem Flüchtenden hinterher sauste.
[21:13] ₪ Unglaublich wie er es geschafft hatte, ganze (Achtung: Applaus!) 15 Meter gut zu machen, ehe Jace ihn ins Dornengestrüpp schmetterte! Doch, Moment... Der Stein traf gar nicht Enzo! Er traf... Speckie!!! Wo auch immer der dicke, große Kerl mit dem hohen Stimmchen hergekommen war, sein Zeitpunkt für einen Auftritt war denkbar schlecht wie praktisch. Ihm folgten zwar keine Wachen, warum auch immer! Dieser Trottel! - Doch er wurde zu einer großen Hilfe, selbt nach seinem k.o. Es war wirklich keine Absicht gewesen, den ahnungslosen Speckie ins Land der Träume zu versetzen, doch es hatte nur Vorteile! Wirklich! Der Anblick, wie Unmengen an Fett und Körpermasse einen Enzo zerdrückten, war Gold wert und solange er sonst keine Gefahr darstellte, gab es keinen Grund für Missy den Neuankömmling ebenfalls anzuzünden. Apropos... Der Kater war so gebannt davon gewesen, wie viel Pech Mr. “Hohes Kopfgeld“ eigentlich haben konnte, er hatte dabei fast vergessen, dass sein Steinwurf Nummer eins, nicht ganz so überwältigend eingeschlagen hatte, wie Nummer zwei. Das Mädchen war noch bei Bewusstsein, im Gegensatz zu Speckie, - und sie personifizierte gerade auch kein perfektes Fluchthindernis. Das Mädchen schien bloß noch wütender als zuvor und den kleinen Schock, wegen ihrer schicken, neuen Gesichtswunde, hatte sie längst überwunden. Jace regte sich daher auch wieder. Er verkniff sich eine amüsierte Miene und musste sich jetzt mit Missy auseinander setzen, denn die war eindeutig die größere Gefahr. Zwar hatte er ein primäres Interesse am Kopfgeld des Kerls, doch der lief ihm aktuell ja nicht davon und er würde ihn erst in die Finger bekommen, hatte er die Kleine abgefertigt. Tat er das außerdem nicht, würde er auch noch angezündet! Das konnte der Kater ihr förmlich ansehen, konnte es aus ihrer zornigen Stimme heraus hören. Wie gruselig, dass ein so junges Geschöpf in der Lage war, so viel Wut zu empfinden und im selben Atemzug so viel Zerstörung aus zusähen! Das musste jetzt ein Ende haben. Überall hing inzwischen der Geruch nach Verbranntem und Feuer in der Luft, wenn Jace nicht aufpasste, brannte gleich wirklich noch der ganze Garten und er gleich mit. “Ich bereue nie, Kleine...“ wurde es mit viel Ernst in der Stimme noch gesprochen, dann verengte der Kater seine Augen zu konzentriert drein blickenden Schlitzen. Er hatte sich von Anfang an für die Methode Angriff ist die beste Verteidigung entschieden, doch ohne Dolch, ohne weitere Steine und ohne die Möglichkeit jetzt noch schnell ein paar Wurfmesserchen aus ihren Verstecken zu zaubern, blieben ihm nur... Fäuste. Eigentlich jämmerlich, wenn man damit gegen Feuer kämpfen sollte. Und wie jämmerlich genau, erlebte der Kater sofort, kaum schickte Missy die erste heiße Luft in seine Richtung. Autsch! hätte er da direkt rufen müssen, (mit besonderem Nachdruck) doch da nicht nur Schmerz aufflackerte, sondern auch Überraschung, war er gerade nicht in der Stimmung, seine Pein ordnungsgemäß zu artikulieren. Es folgte stattdessen ein qualvoller Schrei und die Erkenntnis, dass es sich bei dem komischen Flimmern in der Luft, um ihre verdammte Magie gehandelt hatte. Zwar konnte ein bloßer Reflex des Katers noch verhindern, dass er von der ersten Attacke vollständig getroffen wurde, doch ein hastiger Schritt zur Seite, hatten ihn nicht vor allem bewahrt. Und so durfte Jace erfahren, wie unangenehm Brandwunden werden konnten, denn seinen linken Oberkörper hatte Missy ganz hinterhältig erwischt. “Miststück!“ wurde es da schwer atmend gezischt und sich danach über sich selbst geärgert, da er ihren Angriff zu spät entdeckt hatte. Der Kater verzog ächzend sein Gesicht, wusste nun, dass er einem verdächtigen Wabern in der Luft besser ausweichen sollte, doch das war leichter gesagt, als getan, wenn einem der Schmerz in den Gliedern saß. Seinen linken Arm wollte Jace gerade nicht mal mehr heben! Doch sich von ihren Attacken treffen lassen, wollte er noch viel weniger. Sein bestes Hemd war endgültig zerstört(!) und seine Haut erst recht. Es brannte, es war heiß, es stank, spannte und blutete wie Sau... Das wollte er nicht am ganzen Körper fühlen. Und so rannte der Kater angestrengt los, duckte sich, wich aus, oder sprang umständlich in Sicherheit, während die Hitze im Garten zu nahm. Hinter ihm, fing es an mehreren Stellen tatsächlich an zu brennen, doch diesen Schaden konnte er gerade nicht so bedauern, wie eine Sachbeschädigung an städtischem Eigentum es verdient hätte. Er sorgte sich vielmehr ums eigene Wohl und um das Gold, welches ihm durch die Lappen ging, wenn er Miss “Entflammbar“ nicht aufhalten konnte. So wurde sich dafür entschieden nicht mehr nur ums eigene Leben zu rennen, sondern, auf Missy zu. Hoffentlich überraschend und so frontal, frontaler gings nicht! Wenn Jace schnell genug war, ließ sie sich so vielleicht überwältigen.
[21:14] ₪ Falls nicht, dann... Daran wollte und konnte er gerade nicht denken. Sein Atem ging schnell, er keuchte und spürte den Schmerz, so deutlich in der Brust, wie sein schlagendes Herz. Mit einer geschmeidigen Drehung gelang es ihm haarscharf einer weiteren Attacke auszuweichen, dann lief er weiter, bremste jedoch plötzlich und stürmte mit schmerzverzerrter Miene auf das kleine Biest zu, welches ihn so in Schach hielt. Fünfzehn Meter... fünf Meter... ein Meter... Der Kater kam Missy so nah, wie nie zuvor, während sein linker Arm einfach nur an einer Seite herunter baumelte und der Rechte mit viel Kraft angespannt wurde. Als hätte er einen Plan! Und das hatte Jace tatsächlich... Auch wenn so mancher daran zweifeln mochte, dass sich in seinem Schädel zwei schmackhafte Gehirnhälften befanden, die einem Zombie eine ausgewogene Mahlzeit geboten hätten, sie waren da! Wurden zum Denken benutzt und entwickelten am Ende den grandiosesten Plan aller Pläne. Dem M a s t e r p l a n ! Und der sah so aus, dass Jace der Kleinen vor sich, einfach die Faust in den Magen rammte, ehe sie die Konzentration aufbrachte, ihn zu verkohlen. Chacka! Nun musste es nur noch gelingen! Und er durfte nicht zögern. Nicht damit ringen, ein kleines Mädchen zu schlagen, sich nicht darüber wundern, dass aus ihrer Kopfwunde bei näherer Betrachtung schwarzes(!) Blut austrat und sich zudem nicht von der Färbung ihrer Augen schrecken lassen. Nicht menschlich! Hämmerte es jedoch in des Katers Kopf und zum ersten Mal fragte er sich, ob er seinen Gegner viel zu sehr unterschätzt hatte.
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Re: Erste Begegnung, Seija, Enzo und Jace

Beitragvon Kilian » 13. Mai 2016, 12:25

[14:52] ₪ Das durfte nicht wahr sein. Es konnte einfach nicht! Nicht so! Und schon gar nicht auf diese demütigende Art und Weise! Ein stockendes Zischen trat aus der Kehle des Söldners, welcher sich in einer unvermeidlichen Katastrophe nun unter einem dicklichen und noch dazu äußerst schweren Burschen wieder fand, der sich trotz größerer Anstrengungen einfach nicht rührte. Ganz gleich, wie sehr Enzo sich gegen diese völlig absurde Festnahme seiner selbst wehrte, jegliche Versuche waren bereits mit ihrem Beginn zum Scheitern verurteilt. Selbst der Versuch zu atmen fiel ihm umso schwerer, je mehr er nach Luft schnappte. Es war ein einziger Graus! Während er zuvor noch so heldenhaft – so heldenhaft wie es einem enstellten Schatten eben möglich war – die Flucht ergriffen hatte und sich seiner Sache durchaus sicher gewesen war, so unmöglich war dieser selbstgefällige Plan schlussendlich verlaufen. Er wollte sich doch nur in Sicherheit bringen – sich und sein Gold schweres Köpfchen, auf dass der Fremde es definitiv abgesehen hatte! Und was kam dabei raus? Richtig! Eine einzige Katastrophe, welche ihm weniger zugute kam und den letzten Funken seiner weniger beständigen Männlichkeit auslöschte. Im Grunde genommen konnte sich der gesuchte Söldner nun zur Ruhe setzen und alle Viere von sich strecken. Er kam hier sowieso nicht weg! Doch allein der Gedanke daran, sein kümmerlichen Leben erneut in einer kalten, dunklen Zelle fristen zu müssen, hielt ihn dazu an, sich gegen die Unmengen an Fettmassen zur Wehr zu setzen. Und das ziemlich professionell, auch wenn das von Außen betrachtet kaum jemand zur Kenntnis nahm. Denn während sich der Kater um die heiße Tussi kümmerte, versuchte sich Enzo daran, Fettschicht um Fettschicht zu durchkämmen, um den eigenen, eher schwächlichen Körper unter dem Beleibten hervor zu winden. Doch anstatt sich unter dem Gewicht in die Freiheit zu ziehen, bekam er nur loses Gras und kalte Erde zu fassen. Ein Knurren wurde laut. Ein Knurren, dass seiner Frustration darüber, gerade wirklich unfähig zu sein, Ausdruck verlieh. Er würde nicht aufgeben! Er war ein verdammter Kämpfer! Ein mit einem Steckbrief gesuchter Söldner, dessen Kopfgeld höher war, als das so mancher Piraten. Er würde sich von einer Speckrolle nicht platt machen lassen! Zumindest in der Theorie. In der Praxis machte Enzo einen weniger stolzen Eindruck. Nach Leibeskräften versuchte sich der Mann von der Mannsrolle zu befreien, um den Plan zur Flucht weiterhin verfolgen zu können. Doch das Unterfangen stellte eine einzige Herausforderung dar. Nicht einmal der Kater hatte seine Nerven in solch einem Ausmaß malträtiert! Und das sollte schon etwas heißen! M i s s y und P u s s y vergessend, fochtete Enzo seinen eigenen Kampf aus.
Doch schon bald verwarf der Mann seine Möglichkeiten. Der Schmerz seiner Nase pochte in seinen Schläfen und auch sonst ließ sein derzeitiger Zustand zu wünschen übrig. Vermutlich lag es auch an der mittelmäßigen Luftzufuhr, keinen wirklich Erfolg zu erzielen. Hatte der Fettsack ihn wirklich dingfest gemacht? Enzo presste die Lippen aufeinander. Das hatte er nicht verdient. Nach der Begegnung mit der Furie sollte das hier doch eigentlich ein Kinderspiel sein! Falsch gedacht. Vielleicht war es die Ironie des Schicksals sich nun in dieser wirklich misslichen Lage wieder zu finden. Es musste einfach so sein. Etwas anderes konnte sich der Söldner nicht vorstellen. War es eine Strafe? Sollte er jetzt für all das büßen, dass er sich im Leben bereits geleistet hatte? Sicher, er trug keine weiße Weste mehr und seine Hände waren über und über mit Blut besudelt. Aber musste er den Tod auf diese Weise empfangen? Er schnaubte und vergrub seine Finger in der aufgewühlten Erde. Er würde das Schicksal nicht annehmen, dass ein anderer für ihn vorgesehen hatte. Er würde sich befreien, koste es, was es wolle!
Und es kostete Zeit. Zeit, Mühe und Geduld – die Enzo nicht hatte. Doch bevor er endgültig das Handtuch warf, würde er sich noch ein letztes Mal ins Zeug legen. Die Hände ausstreckend, tasteten die Fingerchen nun nach einer Stelle, welche er noch nicht vollkommen umgegraben hatte, um einen festen Anhaltspunkt zu ergattern, an dem er seinen Kopf sinnbildlich gesprochen schlussendlich aus der Schlinge ziehen wollte. Und dieser Versuch barg sogar die ersten Erfolge. Stück für Stück konnte sich der Söldner unter den Fettmassen hervor ziehen. Ja, er konnte die Freiheit bereits riechen, auch wenn er weniger glaubte, dass diese mit dem Geruch nach verbrannten Sträuchern und verkokelter Haut zusammen hing. Offenbar hatte die Wendung seines Schicksals Humor, mh? Aber Humor allein reichte nicht aus, um sein Werk zu vollenden. Denn als die Fingerkuppen ein weiteres Mal ins Gras fuhren, waren da keine taufeuchten Halme mehr, an denen er sich klammern konnte!
[14:53] ₪ Nein – stattdessen zog er schreiend seine Hände zurück. Wenn man denn von einem richtigen Schrei ausgehen könnte – es klang eher wie ein hysterisches Bellen, dass aufgrund der fehlenden Luft und des zusätzlichen Gewichts ziemlich gequetscht klang. Aber es reichte aus, um dem brennenden Schmerz Einhalt zu gebieten, der seine Fingerknöchel wie das Gras zuvor so heimtückisch verbrannte. “Alter!“ keuchte Enzo und kauerte sich so gut es eben ging unter dem Fettsack zusammen, der im Nachhinein von einem sau starken Endboss zu einem besseren Schutzschild wurde, während Wellen heißer Luft über ihn hinweg polterten und alles in ihrer unmittelbaren Umgebung in ein lichterlohes Farbenspiel tauchten. Das Knirschen und Knistern der Äste, welche unweigerlich Feuer gefangen hatten, war dabei sein kleinsten Übel. Hatten die ihn vergessen? Er war schließlich auch noch hier! Wenn Missy der Meinung war, aus ihrer blinden Wut heraus, alles in Schutt und Asche legen zu müssen, wollte er doch wenigstens meilenweit entfernt sein! Oder dort, wo Wasser war. Der Fluss! Der Geistesblitz traf den Söldner wie ein Schlag und setzte ungeahnte Kräfte in ihm frei. Kräfte, die es ihm durchaus ermöglichten, das zusätzliche Gewicht von seinen Körper zu winden, um anschließend den Plan, hinunter zum Flüsschen zu eilen, in die Tat umsetzen zu können. Doch die ersehnte Freiheit, welche er sich gerade geschafft hatte, barg ihre Tücken! Denn anstatt wie eh und je die Beine in die Hand zu nehmen, blickte er in das Gesicht einen bärtigen und darüber hinaus ziemlich erbosten Mannes, der ihn unsanft an seinen mickrigen Ärmchen in die Höhe hob. Orientierungslos wurde Enzo von einer Hand zur nächsten gereicht, während er in einem unterschwelligen Gespräch, welches in seinen Ohren dröhnte, heraus fand, dass der Gärter – es war immer der Gärtner - nicht gerade erfreut von dem war, was seinem Garten angetan worden war. Mit wilden Gestiken und weiteren, tonlosen Worte wurde der Gefangene an seinen Ketten herum gewirbelt. Er selbst beschäftigte sich damit, ausreichend nach Luft zu schnappen. Dieses... Relaxo! hatte ihm die Lungen gequetscht – nichts, was seinen Zustand besser gemacht hätte. IM GEGENTEIL! Und während Enzo nun über seine eigene Füße stolperte, konnte er das Zischen von sterbenden Flammen unter ausgeschütteten Wasser hören. Allerdings bekam er von dem Kampf zwischen den Büschen nichts mehr mit. Der Rauch, den Missy aufgrund ihrer Wut unweigerlich herauf beschworen hatte, brannte in seinem Hals und ließ ihn trocken husten. Männer zogen und zerrten an ihm, als wüssten sie nicht, in welche Richtung sie gehen sollten. Er bemerkte nur, dass die Luft um ihn herum irgendwann klarer wurde. Dann wurde es dunkel... ~
[04:10] Seija Sagar || Was für vergleiche er da in seinem Katerköpfchen anstellt, das ist wirklich die Höhe. Die Tochter eines Müllers soll ihm soviele Probleme bereitet haben? Wirklich? Na die will sie gerne einmal kennenlernen. Bestimmt wird sie sich ganz ausgezeichnet mit dem Mädchen verbrennen oder es am ende dem heißgeliebten Gott vom Kater… nahe bringen. Wie auch immer, darum geht es ja gerad eher weniger. Sie sind hier in einem Kampf, also volle Konzentration bitte! Da steht dieser miese Wicht, der befleckte Kerl. Nichts als Probleme bereitet er dem Mädchen, wirft ihr einen Stein an den Kopf und bringt sie zum Bluten! Ihr hübsches Gesicht, entstellt! Wie weit und wie lange, das wird sie später ganz genau im Spiegel betrachten. Überhaupt wird sie sich ganz genau im spiegel betrachten. Was für ein schreckliches Bild sie mittlerweile abgeben muss. Die Klammer ist aus ihrem Haar verschwunden, das schwarze Haar hängt ihr in dicken wellen über die Schultern, in an einigen stellen ganz zerzaust. Das Kleid hat Flecken und sogar ein Loch! Irgendwann muss sie an etwas hängen geblieben sein. Die Schuhe hat sie sich ausgezogen, nur in bloßen Füßen steht sie hier. Doch hätte sie diese nicht eine Sekunde länger tragen können. Sie will nach Hause, in das Anwesen, will ein heißes Bad, teure Öle, sie will das die Mägde ihr den Rücken Waschen, sich um ihre Haare kümmern und ihr neue Kleider bereit legen. Sie will in die gemütlichen Hausschuhe schlüpfen, sich in einen Sessel vor den Kamin setzten und all das was heute geschehen ist vergessen! Doch bevor das geschehen kann, muss sie hier erst einmal raus! Die Motivation der jungen Dämonin ist dementsprechend hoch.
Langsam verklingen die Qualen des anderen Mannes, sein gejammer ist kaum noch zu hören, ihr Handeln war keinesfalls launisch oder Zickig, sie hatte ihnen doch gesagt, sie könnten sich ergeben. Wolle ja keiner von ihnen! Hätte sie sich den einfach gefangen nehmen lassen sollen? Der Kater würde jetzt sicher mit einem J A Antworten, doch den fragt hierbei ja niemand! Also nicht ehrlich, sondern nur rhetorisch. Enzo wird kurz nachgesehen, ein kleiner Fluch hinterhergeschickt, doch von dem Kampf in den Fettmassen bekommt sie kaum etwas mit, nichts eigentlich. Das ganze passiert ja nicht gleich neben ihnen, er läuft ein paar Meter und sie konzentriert sich eben auf das, was gerade vor ihr steht. Also auf den der da steht und mit Steinen wirft. Etwas das er bald bereuen darf, er bereut nicht? „Das werden wir noch sehen“ zischt sie zurück und, oh sie kann wirklich viel Wut empfinden und Kraft hat das Mädchen! Im Vergleich zu einem Menschen zumindest. Nicht soviel, wie theoretisch möglich wäre. Doch das was ist, das genügt ja auch erst einmal. Wir wollen uns nicht vorstellen, wie es in diesem Garten aussähe, wenn sie wirklich alle Macht hätte. Doch leider ist da der Stein, die Kette. Ein Bann der Ihre Magie zügelt, sie auf ein erträgliches Maß bremst. Schwarz, in Silber eingefasst und um ihren Halsgelegt, nicht einfach ein Stein, ein Blutstein. Schwarz weil das eben auch die Farbe ihres Blutes ist. Um wieder zum Kampf zu kommen, der Auseinandersetzung. Ihr erster angriff trifft, sie hört ihn schreien. Der Schmerz in seiner Stimme ist Musik in ihren Ohren. Überall ist rauch, der Geruch von verbranntem liegt in der Luft und ganze Schwaden des schwarzen Rauches ziehen durch den Garten, über den Fluss und werden vom Wind hin und her geweht. Insgesamt sieht das ganze dadurch, noch weit schlimmer aus, als es denn eigentlich ist. Miststück, schmal ist das Lächeln auf ihren Lippen, während sie den Fluch des Katers hört, die Beschimpfung, welche er ihr nun wieder zugedacht hat. „Fang an zu Beten “ gibt sie ihm nur als Antwort, sie hat bereits einmal getroffen, natürlich weckt das die Überzeugung, ihn langsam und qualvoll verbrennen zu lassen! Daran ändert die Tatsache auch nichts, das man ihr danach noch geschickt ausweichen kann, immer nur einen Augenblick zu spät, zischt die heiße Luft am Kater vorbei und verbrennt den Boden oder Sträucher hinter ihm und in seiner Nähe. Der weitere Erfolg bleibt vorerst aus. Bedauerlich, doch nicht endgültig. „Bleib endlich stehen“ murrt sie ein weiteres mal. Genau, Kater, bitte stell dich einmal genau d a hin und dann lass mich mal machen, wir wissen doch, es wird eh so kommen, warum also noch weiter sträuben? Ach.. da und schon macht er es nicht mehr. Nein er bleibt nicht stehen, er rennt auf sie zu und das ist fast genau so gut! 15 Meter zu Beginn? 10? Dann 5? Was wird die junge Dämonin wohl tun, sicher nicht stehenbleiben und blöd in die Gegend schauen. Nein wie tut das gleiche wie zuvor schon, sie greift an. Schickt schwall um schwall der heißen Luft zu ihm. Nicht immer trifft sie, selbst so kann noch ausgewichen werden, doch sie trifft. We don't need no water, let the $@#% burn. Burn motherfucker, burn
Die Sorge sie unterschätzt zu haben, die kommt zu spät, für diesen Kater zumindest.
[04:10] ₪ Er hätte es sich vorher überlegen müssen, hatte oft genug die Möglichkeit noch umzudrehen und davon zu laufen. Doch er macht es nicht, er ist nicht einmal so schlau, und bleibt auf Abstand. Irgendwann wäre sie erschöpft, hätte nicht mehr die Kraft gehabt, ihre Angriffe wären unpräziser geworden, schwächer und kürzer. Doch er kommt auf sie zu, läuft auf sie zu und will. Ja was? Sie Boxen? Sie damit berühren, sich also Wortwörtlich die Finger an ihr verbrennen? Hat er den nichts aus dem gelernt, was dem Aushilfskellner passiert ist? Scheinbar nicht, denn er kommt näher und näher, doch umkippen will er nicht, sie hat ihn verbrannt, hat ihn getroffen und noch läuft er weiter. Holt sogar zu einem Schlag aus. Damit hat sie nicht gerechnet, nicht das er es soweit schafft, nicht das er noch die Kraft dazu hat. Ihr Versuch noch auszuweichen ist kläglich. Die Faust trifft das Mädchen. Denn bei Körperlichen Angriffen ist sie genau das, ein Mädchen und er ist groß, stärker. Eindeutig stärker und das bekommt sie mit diesem Schlag zu spüren. Das ist ein Schmerz, wie sie ihn noch nie zu spüren bekommen hat, er zieht durch ihren ganzen Körper, die Galle steigt ihr hoch und schwarz wird dem Mädchen vor Augen. Dennoch streckt sie die Hände noch aus, klammert sich an den Mann fest, welcher ihr das gerade angetan hat. Verbrenne, Stirbt, geh endlich drauf! Das alles will sie ihm an den Kopf werfen, will sie ihm zurufen, doch aus ihrem Mund kommt nichts, als ein schmerzverzerrter aufschrei. Tränen schießen ihr in die Augen und es ist ihr, als würde sie für einen Moment, den Boden unter ihren Füßen verlieren. Doch bewusstlos wird sie nicht. Nein, sie verteidigt beinahe schon in Flammen ein, Reichweite hat das Ganze nicht, nur wer wirklich nahe ist, der wird etwas zu spüren bekommen. Der Kater ist ihr nahe, sie klammert sich an, an das was sie erwischen konnte, spürt regelrecht wie das Hemd an dem sie sich eben noch festhielt, unter ihren Händen verkohlt. Riecht das verbrannte Fleisch und doch hört sie nicht auf. Sie wird nicht aufhören, nicht bis sie den letzten funken ihrer Kraft dafür verbraucht hat, diesen Kerl ins Jenseits zu schicken. Tatsächlich ist das ihr Ziel und kein anderes, sie verletzt ihn nicht zur Verteidigung, sie will ihn nicht abschrecken, nein sie will ihn umbringen, diesen jämmerlichen Menschen, der es gewagt hat sie zweimal zu verletzen. Dessen schlag sie noch immer spürt, der ihr die kraft nimmt, ihr die Beine schwer werden lässt und ihren Kopf vernebelt.
Dann, ganz plötzlich, ist alles vorbei. Die kraft verlässt sie, die Arme werden ihr schwer und sie fällt. Kippt einfach um, nach rechts und in den Dreck, in die trockene, verkohlte Erde. Die Augen noch geöffnet, nehmen langsam wieder Menschliche Züge an, nicht nur um sie herum hat das Feuer gewöhntet, auch ihre Kleidung ist betroffen. Das ist ihr noch nie passiert! Sie ist an viele stellen verbrannt und versenkt. Das schlimmste, das soll dem Mädchen erst später auffallen. Ein kleiner dünner riss, mitten in dem schwarzen Stein. Beim fallen ist es geschehen, eine Klinge lag dort im Gras, eine Katzentatze ziert den Griff, und genau darauf muss sie mit der Kette gelandet sein. Kraftlos kauert das Mädchen sich zusammen, macht sich klein und versucht den Schmerz in ihrem Magen weg zu atmen. Irgendwie muss das doch gehen? Dreck und Staub überziehen ihre Kleidung, das Mädchen und kleine schlammbahnen bilden sich um ihre Augen, noch immer fliesen da tränen, als ganz natürliche Reaktion des Körpers, auf dem Schmerz. Da ist kein schluchzen oder Jammern, nur das Wasser das sich ihren Weg nach außen bahnt. Was genau jetzt mit dem anderen passiert ist, ob er doch noch rechtzeitig entkommen konnte? Ob sie vielleicht nicht halb so kraftvoll gehandelt hat, wie sie selbst im Moment des Schmerzes glaubte? Das alles muss jetzt einen moment warten, bevor sie sich daran machen kann, dem auf den Grund zu gehen. Das zur gleichen Zeit, nicht weit von ihnen entfernt, der Gärtner mit ein paar Männern, dich Enzo gegriffen hat, das ist bekommt sie nun tatsächlich mit. Mehr zufällig, denn liegen tut sie richtig dafür, sieht durch den Rauch hinweg die Gestallten und auch, wie sich ein paar von ihnen, mit der gestallt und dem Kettenklirren, entfernen.
[12:06] ₪ Nun... Specki machte seinem Namen halt alle Ehre und verkörperte das genaue Gegenteil eines Hungerhakens. Er war eben, wie sein Spitzname schon verlauten ließ, speckig! Und sogar noch mehr als das, denn er besaß nicht nur eine ansehnliche Breite, sondern auch eine entsprechende Höhe. Das erleichterte es ihm natürlich ungemein, einen Enzo unter sich zu begraben, der auch nicht gerade zu den „kleinen Menschlein“ zählte. Der blutüberströmte Mann besaß zwar eine vergleichsweise dünne Statur, doch ob schmal oder breit... am Ende hieß es kämpfen! Und zwar den Kampf gegen lipophile Körperstrukturen. Eine durch und durch harte Schlacht, denn die waren nicht nur weich und wabbelig, sondern hatten auch einen besonders erdrückenden Charme. Schade, dass der Kater diesem Unterfangen nicht seine volle Aufmerksamkeit widmen konnte, denn dann hätte er garantiert etwas zum Lachen gehabt. Vermutlich hätte er sich sogar aus lauter Bosheit noch auf Speckis Rücken gesetzt, nur, um Mr. Kopfgeld unter den Fettmassen noch mehr leiden zu sehen. Hach ja, was wäre das schön gewesen, diesen Kerl etwas zu demütigen! Diesen Kerl... der es gewagt hatte, ihn an zu schnoddern! Ihn! Den gestiefelten Kater in Person! Doch “hätte“, „wäre“ und „könnte“ waren gerade 'aus'. Manche Wunschvorstellungen gingen nicht so einfach in Erfüllung und sich eben diesen hin zu geben, während gekämpft wurde, war denkbar unklug. Und kamen schon gar nicht in Frage, wenn eine zerzauste Missy einen versengte und danach zum Beten aufforderte! Nein, Jace musste jetzt wachsam bleiben, trotz all der Schmerzen, die ihm plötzlich durch seine linke Seite jagten. Das garstige Weibsbild hatte ihn wirklich übel erwischt. Wenn bloß einmal nicht richtig aufgepasst wurde! Doch der Kater weigerte sich, so wie sein namenloser Freund zu enden und kreischend im Fluss zu verschwinden. Er würde die Kleine in die Schranken weisen und danach... ja, d a n n würde er tatsächlich beten. Zu Jarcath, dem Allmächtigen. Er würde das “Schnitter-Unser“ rezitieren, seinem Gott huldigen und je nach Laune auch der kleinen Göre die Kehle aufschneiden. Als Opfergabe versteht sich... und auch nur dann, wenn bis dahin keine Wachen vor Ort waren, die ihn für solch eine Tat an den Galgen bringen könnten. Mord – aus welchen Gründen auch immer – war schließlich weniger gern gesehen. Doch Jace musste langsam wirklich voran machen... Auch wenn Speckie keine Stadtwachen mitgebracht hatte, bei dem Gartenbrand, den Missy los trat, würden bald genug Leute auftauchen. Und ihm vermutlich auch noch Lorenzos Kopfgeld streitig machen! Arrg... Dem Kater lief eindeutig die Zeit davon und wenn er noch länger schrie und sich von seinen Brandwunden behindern ließ, würde ihn Missy auch noch knallhart abfackeln. Deshalb biss er auch die Zähne zusammen, lief los und wich dabei jedem weiteren verräterischen Wabern in der Luft aus. Am Ende schaffte er es sogar, seine Pein soweit zu unterdrücken, dass er zum Gegenschlag ausholen konnte. Wer hätte denn bitte schön wissen können, dass dieses Miststück von Mädchen selbst so heiß war, wie ihre Angriffe?! Wäre Jace sich dessen bewusst gewesen, hätte er seine „Ich-boxe-sie-einfach-ins-Reich-der-Träume“-Nummer und seinen Frontalangriff auch nochmal überdacht. So jedoch, stürmte er regelrecht auf die Dämonin zu und tat etwas wesentlich Dümmeres, als einfach nur da zu stehen und sich treffen zu lassen. Er kam Missy zu nahe! Und sogar ganz bewusst! Getrieben von Gier und einer ausgeprägten Selbstüberschätzung, die ihre Nahrung darin fand, dass er sich kein weiteres Mal von ihr treffen ließ. Wenn auch knapp, der Kater duckte sich unter jeder ihrer nächsten Angriffe hinweg, hechtete gekonnt durch die Luft oder tänzelte um sie herum. Sogar mit einem unbrauchbaren linken Arm und unseligen Qualen, die nach wie vor da waren. Doch mit Adrenalin im Blut war so einiges erträglich... Und wenn einen Kater das Jagdfieber packte, gedachte er definitiv seine Beute zu erlegen. Er war schnell, er war geschickt, er war Jace! Das personifizierte Können und Glück auf zwei Beinen! Und so hatte es verdammt nochmal auch ein Leichtes zu werden, diese Missy fertig zu machen! Er brauchte sich außerdem auch nur ins Gedächtnis rufen, was für ein verzogener Satansbraten vor ihm stand, da fielen sogar die Hemmungen, ein kleines Mädchen zu schlagen. Nicht, dass sonderlich viele Hemmungen vorhanden gewesen wären, wo es ihm schon in den Sinn gekommen war, die Kleine seinem Gott zu opfern... (Möglichst blutig!) Doch trotzdem! Unterbewusst blieb ein letzter Funken Anstand, seine gute Kinderstube, ein letztes Zögern, welches gaaaaaanz vielleicht dafür sorgte, dass der Kater nicht so hart zuschlug, wie er es bei einem Mann getan hätte... Also, es war garantiert ein heftiger Hieb gewesen! Auf jeden Fall!!! Und mit Sicherheit brachte er auch Tod und Verd...
[12:07] ₪ - ehm, Schmerz und Unwohlsein! - Doch die Absicht, das Mädchen besinnungslos zu schlagen scheiterte kläglich. Vermutlich hatte Jace nicht mal ihre inneren Organe lebensbedrohlich verletzt! Stattdessen spürte er unmittelbar nachdem seine Faust ihren Magen traf, ein unheilvolles Brennen. Es war eine neuerliche Hitze die sich ausbreitete... Und sie fraß sich mit qualvoller Langsamkeit in seine Faust hinein. Sie verbrannte seine Haut, sein Fleisch darunter und danach sogar die Knochen. Der Kater spürte im ersten Moment des Schocks nicht mal den zusätzlichen Schmerz im Körper! Er starrte bloß ungläubig auf seine Rechte, die sich mehr und mehr in einen schwarzen, unförmigen Stummel verwandelte. Anschließend bemerkte er, wie sich fremde Hände an ihm fest krallten, doch der allumfassende Schmerz, brach erst über ihn herein, als Jace sich der kleinen Fingerchen und Nägel gewahr wurde, die sich, trotz des Hemdes, in seinen Oberkörper bohrten. Es war erst ein unangenehmes Pieksen, nichts, was er nicht hätte abschütteln können, doch die Qualen, die daraufhin ausbrachen, wurden schier unerträglich. Es war die Hölle auf Erden! Er spürte Schmerzen, wie er sie noch nicht erlebt hatte und Schmerzen, die ihm jedwede Reaktion verbaten, außer zu Schreien. Sie flauten zudem nicht ab, sondern wurden immer stärker, bis der Kater lichterloh in Flammen stand. Sein Geschrei wurde ein Fauchen, dann ein Brüllen und seine Miene verzerrte sich zu einer schmerzverzerrten Fratze sondergleichen. Alles was er sah war rot! Heißes Feuer wohin seine Augen blickten! Und die, waren weit aufgerissen, starrten voller Verzweiflung und Pein die kleine Missy an, ehe sich in den grünen Iriden der Wahnsinn wieder spiegelte. Sie trug an allem Schuld! Sie verbrannte ihn bei lebendigem Leib! Und er, sein geliebter Gott, verbot Jace den Tod, den er sich nun sehnlichst wünschte. Und wie könnte er nicht?! Diese Qualen, dieser Gestank! Er konnte riechen, wie sein eigener Körper, seine eigenen Kleider und Habe versenkt wurden! Nach einiger Zeit, war “Riechen“ zwar auch kein Thema mehr, doch das minderte seine Leiden keineswegs. Es war der Anfang vom Ende. Sein Haar verschmorte, seine Haut schälte sich und sein Körper mutierte bis zur Unkenntlichkeit zu einem blutigen, nässenden Fleischklumpen. Unter Missys Händen trat d a s ein, was der Kater nicht für möglich gehalten hätte. Ein kleines Mädchen brachte ihn um(!) Und es gab kein Entkommen mehr. Keine Ohnmacht, kein süßer schmerzloser Schlummer, der ihn bis zu seinem nächsten Leben erlöste, nein. Er blieb kreischend und sich windend bei Bewusstsein, bis sämtliche Nervenenden verbrannt waren und Jarcaths Segen ihn endlich in die Todesstarre schickte. Die Starre, aus der er neugeboren erwachen würde, um in ein paar Stunden ein weiteres Leben anzutreten. Neun Stunden, neun Minuten und neun Sekunden. Jace wusste, wie lange seine Machtlosigkeit anhalten würde und er konnte sich genau in dem Augenblick wieder klar an alles erinnern, als sich eins seiner Leben verabschiedete. Mit ihm ging sämtlicher Schmerz, doch die Erinnerungen blieben zurück und ein Gefühl der Leere breitete sich aus. Der Kater wünschte sich, er hätte anders gehandelt, wünschte sich, er wäre weniger hochmütig gewesen, könnte die Zeit zurück drehen und betrauerte sein verlorenes Leben, während er gleichzeitig wütend auf seine Mörder wurde. JA! Mörder!!! Auch wenn Missy ihn verbrannt hatte, bekam nämlich auch Enzo eine Teilschuld, so! Und er würde sich rächen, fürchterlich! Auch wenn die Rache warten musste. Denn gerade konnte er nichts tun. Er hing bloß, als körperlose Existenz über seiner Leiche, die ihm noch nie hässlicher vorgekommen war als heute. Dieser Tod, war auch mit Abstand der qualvollste gewesen, den er je hatte erleben dürfen. Und nun? Nun „sah“ und „hörte“ er zwar, was um ihn herum geschah, doch das war auch schon alles. Seine verkohlten Überreste, würden von irgendwem aufgesammelt und weggebracht werden, doch bis dahin verharrten sie in ihrer Position. Sie waren zur Seite gekippt und mitten auf Missy gelandet, die sich bestimmt auch Schöneres vorstellen konnte, als von ihrem letzten Gegner begraben zu werden. Des Katers Geist stimmte für sich allein ein freudloses Lachen an, ehe sein „Blick“ aus nicht vorhandenen Augen durch die Gärten flog. Überall war Feuer und Qualm. Zum ersten Mal nahm Jace fremde Stimmen und Rufe war. Sah hier und dort hinter dicken Wänden aus Rauch die Schemen von Männern und Frauen. Lorenzo konnte nicht mehr ausgemacht werden, der dicke Speckie genauso wenig. Dafür durfte der Kater beobachten, dass Missy noch immer mit den Folgen seines Boxhiebes zu kämpfen hatte. Und auch wenn es wohl kein Vergleich zu den Qualen war, die er selbst erlitten hatte, es brachte zumindest eine minimale Genugtuung, die Göre am Boden zu sehen.
[12:07] ₪ Und weinend! Sie schluchzte nur nicht so, wie es gewünscht wäre... Doch zugegeben, sie hatte sich ja auch nicht wie gewünscht überwältigen lassen. Mieses, kleines Aas... Abermals loderte Zorn auf, der Geist des Harkon Jones tobte! Doch es hatte keinerlei Auswirkungen auf das Diesseits. Das höchste der Gefühle war vielleicht eine negative Schwingung, die gespürt werden könnte! Doch da war der Garten aktuell echt voll von... Dem Mädchen, mit dem schwarzen Blut, entging bestimmt die fanatische Botschaft des Katers, die übersetzt in etwa so viel bedeutet hatte, wie: “ICH KRIEGE DICH!“ Doch das würde er wirklich und zwar um jeden Preis. Denn Jace durfte noch miterleben, wie seine Mörderin ihm nicht nur sein Leben gestohlen hatte, sondern auch noch etwas anderes stahl. Diese Diebin! D a s durfte einfach nicht ungesühnt bleiben... Ihm ein Leben zu nehmen war eine Sache, ihm seinen Glücksdolch zu klauen, (Der ganz nebenbei magische Kettenanhänger zerstören konnte), eine ganz Andere! An ihm hing schließlich ein Stück seiner Seele! Zumindest im übertragenen Sinne... In jedem Falle, war es bloß ein weiterer Grund sich an ihre und Enzos Fersen zu heften. Sobald Jarcath es ihm erlaubte. Hoffentlich hatte sie bis dahin noch nicht der weitreichende Arm des Gesetzes geschnappt, oder einer der vielen Fremden, die plötzlich im Garten mit Löscharbeiten begannen. Die zwei gehörten ihm! ~
Kilian
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