Kerker, Seija und Enzo

Kerker, Seija und Enzo

Beitragvon Kilian » 13. Mai 2016, 12:34

[19:09] ₪ Es war Ironie des Schicksals – oder einfach nur der bittere Geschmack seiner Mitmenschen, ihn derart zu knechten, dass er sich innerhalb eines Tages in einer neuen, fremden Stadt schon wieder hinter Gittern befand. Natürlich war das nichts Ungewöhnliches und doch wurde es zu einer lästigen Angewohnheit, sich von Kerkerzelle zu Kerkerzelle reichen zu lassen. Dabei war er doch bekannt wie ein bunter Hund! Seht her, der ach so große Lorenzo wurde gefasst! Pfff. Ach so groß. Seine Taten mochten ihm voraus eilen, er selbst jedoch brachte kaum mehr als einhundertneunzig Zentimeter mit sich. Von groß im klassischen Sinn konnte da also nicht die Rede sein. Selbst die steinernde Bank, auf der sich Enzo mehr schlecht als recht auszustrecken versuchte, um wenigstens im Ansatz eine bequeme Position einnehmen zu können, war viel zu klein. Und daran war einzig und allein SIE schuld! Diese kleine Furie hatte ihn mit ihren Feuerspielchen doch tatsächlich ins Kittchen gebracht. Das hatte ihm gerade noch gefehlt! Nicht zuletzt war sie den Wachen entkommen und er durfte für das Büßen, was sie den tapferen Seemännern im Hafen angetan hatte. Dabei beherrschte er nicht einmal aus Versehen den Umgang mit Magie. Offenkundig wollten die feinen Herren ihm gegenüber das jedoch nicht glauben. Allen voran der bärtige Grobian, welcher sich gerade mit zwei Fingern in einer nachdenklichen Haltung über die fettigen Lippen wischte. 'Du siehst auch heute noch beschissen aus, Lorenzo.' Ein unzufriedenes Zischen verließ die Lippen des Söldners, welcher sich ob der Nennung seines vollständigen Namens schier verkrampft hatte. Niemand machte sich über ihn lustig. Ganz besonders keine dämlichen Kerkerwachen, die seine Akte bereits schon tausende Male zwischen den Fingern hin und her gereicht hatten. Denn das war seine ganz persönliche Büchse der Pandora. All seine gesammelten Werke liefen in dieser daumendicken Akte zusammen. Alles, was er war und was er heute ist, befindet sich zusammen geschnürt innerhalb dieser Unterlagen. Das da war sein Leben. 'Scheinst dich ja wie zuhause zu fühlen.' Sein schmächtiger Kamerad schnaubte amüsiert und lehnte sich langsam auf dem quietschenden Stuhl zurück. Grrrr - er wollte ihm das Maul stopfen. Ihm die Fresse polieren – ganz gleich, was es war, es sollte mit unendlichen und qualvollen Schmerzen einher gehen. Doch egal, welche Theorien er sich auch zu recht legte, ihm waren im wahrsten Sinne des Wortes die Hände gebunden. Hier machte man keine halben Sachen. Nein, hier war selbst ein verprügelter Gefangener mit verbundenen Händen eine Gefahr! Reine Vorsichtsmaßnahme, wenn man den Tumult bedachte, der vor der Türe Alarm schlug. Noch immer schrien die Menschen durcheinander. Vor zwei Tagen, als man den Söldner durch das große Tor hinein in das städtische Gefängnis führte, hatten sich reichlich viele Schaulustige versammelt. Sie brüllten und hielten bunt bemalte Schilder in die Luft – kurzum – sie verlangten nach einer ausgereiften und blutigen Hinrichtung seiner selbst. Als hätte er dieser Stadt jemals etwas Böses getan! Nun – das Spiel mit dem Feuer hatte sich herum gesprochen. Und solang die Stadtwache den eigentlichen Übeltäter nicht fassen konnte, schob man ihm eben die Schuld in die Schuhe. Dabei war er über solcherlei Spielchen längst hinaus! Selbst der Kerkermeister war von den tagelangen Unruhen genervt. Enzo konnte sehen, wie der bärtige Bulle die Kiefer anspannte. “Probleme?“ stieß er sogleich frei heraus aus und erntete mit seiner Dreistigkeit einen heftigen Faustschlag auf den Tisch, dessen ächzender Klang den anderen erschrocken aufspringen ließ. Muhahaha, den Göttern sei Dank, dass sich eiserne Stangen zwischen ihm und dem Bulligen befanden. Ein Gemetzel mit diesem Tier hätte selbst die Furie nicht überstanden, ließe man ihre Kräfte einmal außer Acht. Warum beschäftigte er sich im Geiste noch immer mit diesem Kind? Die Antwort lag auf der Hand. Schließlich hatte SIE ihn doch hier her gebracht! Unbewusst, aber sie trug eindeutig die Schuld an seinem Dilemma. 'Schnauze!', keifte der Wachmann und spuckte beim Reden. Offenbar hatten Enzos Worte einen wunden Punkt angesprochen, den er nun mit roher Gewalt auszumerzen versuchte. Und was gäbe es da Besseres, als die gesammelten Schandtaten des Söldners mit einem Hieb vom Tisch zu wischen und somit flatternd über den gesamten Boden zu verteilen. HURRA!!!! Da war aber jemand wütend! Enzo biss sich auf die Lippen, um nicht in ein heilloses Gelächter auszubrechen, während der Dinosaurier zeternd seine Arme in die Luft schlug. Ein herrliches Schauspiel. Ja wirklich! Und der Südländer konnte diesen Ausbruch aus der ersten Reihe verfolgen.
[19:12] ₪ Dennoch wurde es auf die Dauer langweilig. Seit zwei Tagen belagerten diese beiden Herren nun schon seine Zelle und Enzo wurde einfach nicht schlau aus dieser Taktik. Es erinnerte nicht einmal an ein Verhör mit dem guten und dem bösen Bullen. Sie waren einfach nur da, atmeten seine Luft und gaben schlechte Kommentare von sich, die sie für sich feierten und über die der Südländer nur zweifelnd den Kopf schütteln konnte. Sollte dies sein Leben sein? Seufzend streckte sich der Mann auf seiner viel zu kleinen Steinbank aus, um das eigene Elend betrauern zu können. Jetzt war er wirklich nicht viel mehr als eine lausige Witzfigur – ein Schatten seiner selbst. In diesem Moment wurde er nicht mehr dem eigentlichen Bild gerecht, welches auf den Steckbriefen prangerte und ihn als vogelfrei kennzeichnete. Vogelfrei. In der Stadt aus der er gekommen war, galten andere Gesetze. Ja, in Eassos hatte man ihn zumindest teilweise begnadigt, ehe man ihn der Marine unterwiesen hatte. Sozialstunden, pffff! Das war ein einziger Scherz! Und jetzt? Jetzt vegetierte er seit zwei Tagen in einer Zelle dahin, weil die feinen Herren vom Gericht sich über sein Urteil nicht einig werden konnte. Klar! Sie können sich ruhig Zeit lassen! Er kannte sich mit den Gepflogenheiten innerhalb des Kerkers doch schon aus, da musste man sich nicht beeilen. Und eigentlich konnte Enzo sich doch nicht beklagen! Sicher, die Behandlung eines jeden Gefangenen war mies und die Art und Weise, wie man am Morgen aus dem Schlaf gerissen wurde, war nicht einmal im Ansatz human – aber wenigstens bekam er eine warme Mahlzeit am Tag. Also – wenn die Sterne gut standen und die Wachhunde sich seiner erbarmten. Oder wenn er ihnen gehörig auf die Ketten ging. Das funktionierte am Besten. Er musste nur lang genug wimmern, dann würde er schon seinen Teil bekommen. Aber jetzt war ihm nicht nach Quatschen zumute. Er wollte sich einfach nur in seinem vorüber gehenden Elend suhlen, um irgendwann und zu gegebener Zeit aus diesem Drecksloch entkommen zu können. Den einen oder anderen Plan hatte er sich bereits zurecht gelegt. Nur haperte es noch an der Umsetzung. Er brauchte Zeit. Zeit und Ruhe zum Nachdenken, die ihm aufgrund der zwei Begleiter einfach nicht vergönnt war. Stöhnend wurde der Arm über die Augen gelegt, um zumindest im Ansatz den Anschein zu erwecken, sich seinem Schicksal tatsächlich zu ergeben. Wenigstens half es, um von sich abzulenken...
[E] [22:50] Seija Sagar || Aber natürlich hielt man Lorenzo für den alleinigen schuldigen, wie sollte es auch anders sein? Schließlich hat die Familie Sagar sich dies teuer erkauft. Natürlich hat man auch Seija aufgegriffen an jenem Abend, sie lag neben den verbrannten Überresten eines Mannes, denen des Katers. War in sich zusammen gekauert und kaum fähig aufzustehen. Der letze Schlag hat getroffen und das Mädchen nahe an die Bewusstlosigkeit gebracht, wegrennen? Der Gedanke war unmöglich und bevor sie sich soweit wieder erholt hatte, waren die Männer schon da und hatten sie sich, Wortwörtlich, über die Schulter geworfen. Die Kraft nun weiter anzugreifen, die hatte sie nicht mehr, hat alles für den Kater verbraucht und so schließlich nichts anderes tun können, als auf den Rücken des Mannes zu Boxen und so seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Das Gespräch mit ihm und ihrem Bruder Soel war vieles, doch nicht schön gewesen. Geld hat den Besitzer gewechselt, viel Geld und letztlich wurde eine Gesichte abgesprochen, sie als das Unschuldige Mädchen das nichts für all das konnte, von Lorenzo entführt wurde (Übrigens auch eine Straftat die ihm nun angehängt wird) und schließlich von einem Magier befreit werden sollte, der eigentlich hinter dem Kopfgeld von Lorenzo her war und sich bei dem Versuch leider selbst mit Magie verbrannt hat. Klingt nicht all zu gut die Geschichte? Naja, die richtige Menge an Taler lässt so manchen Zeugen sich dessen vollkommen sicher sein. Menschen, sie sind so leicht zu beeinflussen, so leicht zu steuern, wirf ihnen etwas zu das sie wollen und sie werden tun was du willst.
Die meisten zumindest. Die Sache mit ihrem Bruder, die war im Anschluss nicht sonderlich gut ausgegangen. Nicht das er geschimpft hätte oder gar Handgreiflich geworden wäre. Es war einfach dieser Blick mit dem sie seither, die vergangenen zwei Tage, betrachtet wurde. Als wäre sie ein Mensch oder gar noch weniger, wobei nein warte! Das wirklich schlimmste war ihr Anhänger, der schwarze Stein in silberner Fassung, beim fallen auf diesen dämlichen Dolch, (der nun in ihrer Tür steckt und ein wunderbarer Kleiderhaken ist) hat das gute Stück einen Sprung bekommen und da Seija selbst noch nicht wieder gänzlich erholt ist, kann sie noch nicht ahnen, welche Folgen das ganze haben würde. Überhaupt, sie weiß nicht wann es ihr einmal so ergangen ist, wie die letzten Tage. Die kleine Wunde an der Stirn ist noch gut zu sehen, ein dünner schwarzer strich Schorf auf der Heilenden Wunde. Würd das eine Narbe werden, sie steigt persönlich zum Gott der Unterwelt hinab und sucht dort nach diesem dämlichen Kater um ihn ein weiteres mal zu verbrennen. Ihr Bauch ist Blau und grün, schimmert in allen Farben und schmerzt bei jeder ihrer Bewegungen, ein schlechtes Gewissen hat sie also gewiss nicht. Die beiden Männer haben ihr das ganze angetan, haben sie so etwas erleiden lassen und verdienen noch weit mehr leid, als sie bis jetzt zu spüren bekommen haben. Ja selbst der Tote! Besonders aber Lorenzo! Wie kann er es nur wagen, sie erst in alles hinein zu ziehen und dann? Einfach verschwinden wollte er, sie da allein zurück lassen, wo sie gerad dabei war zu kämpfen. Verdammter Kerl!
Ordentlich hat sie sich diesen Morgen zurecht gemacht, ein Kleid angezogen, doch kein Korsett, es ist Luftiger, lockerer um ihren Geschundenen Magen nicht weiter zu quälen, Handschuhe trägt sie, die Haare wieder hoch gesteckt und während sie auf der Straße läuft, ists ein neuer Schirm, mit dem sie die blasse Haut, vor den Strahlen der Sonne schützt. Die ganze Kleidung ist in schwarz gehalten, zu ihrer Stimmung passend, eine Stimmung die sie heute aufzuhellen gedenkt. Wie ginge das besser, also wenn man sich an dem Leid anderer Leute erfreut? Durch die Menschen schafft sie es recht problemlos, man lässt sie durch, macht ihr Platz. Vermutlich würde jeder dieser Menschen es mehr als nur gut heißen, wenn sie denn wüssten das Seija vorhat, den betreffenden, einmal etwas zu… nun nennen wir es schikanieren. Geld öffnet Tür und Tor, das sagt man nicht bloß so, es ist tatsächlich zutreffend. Eben dieses Geld macht es der jungen Dämonin jetzt möglich, in den Kerker hinein zu gelangen. Normalerweise würde man sie gewiss nicht hinein bitten, doch hier ein paar Taler und dort, schon hat sie eine Wache an der Seite, welche sie die dunklen Gänge entlang führt. Gestank dringt aus mancher Zelle hinaus, stickig ist die Luft und unschön, der Schirm hängt nun bloß noch locker über ihrem Arm, während sie sich ein leicht Parfümiertes Tuch vor die Nase hält. Die Wache beobachtet das nur mit hochgezogener Augenbraue und zuckt dann mit den Schultern, soll sie eben machen, anstellen tut das Weib sich. Diesen Gedanken sieht man ihm schon an der Nasenspitze an, doch wenn er ihn nicht ausspricht, braucht er die junge Dämonin auch nicht zu kümmern. „Lorenzo mein lieber, du bekommst Besuch".
[E] [22:52] ₪ Ruft die Wache schon, bevor man die Zelle überhaupt erreicht hat. Die Wachen vor der Tür werden sicher aufhorchen was das nun soll, doch sobald sie ihren Teil der Bezahlung haben, werden auch sie ruhig sein und höchstens noch die Münzen nach Echtheit prüfen. Eine der ersten dinge die sie hier überprüft hat, war die Behauptung das Magie wirkungslos sei. Tatsächlich, selbst leichte Wärme kann sie, kaum das sie die Mauern betreten hat, nicht erzeugen. Schrecklich! Wie kann man so etwas nur aushalten und solch ein Schandwerk errichten? Das sie sich damit etwas unwohl fühlt, wird sie natürlich niemals zugeben. Selbstsicher ist ihr auftreten, arrogant und selbstüberzeugt. Die Schultern sind gerade die Nase etwas zu hoch, ja auch mit Tuch, und der Schritt nicht zögerlich. Das Lächeln unter dem Tuch ist keineswegs freundlich, als sie die Kammer mit Lorenzos Zelle betritt. „Grüß dich, mein Lieber L o r e n z o“ Kostet sie jeden Buchstaben des ganzen Namens aus. Das er diesen Nicht mag, so etwas vergisst doch die junge Dämonin nicht! Nicht nur das kostet sie auch, dieser anblick, er hinter den eisernen Gittern, die Wachen vor der Zelle. Oh wie schön, ja.. hätte er sie mal nicht einfach stehen lassen. wer weiß wie das ganze ausgegangen wäre? Vielleicht hätte sie sich nicht so verausgabt, sie hätten entkommen können, niemals hätten ihre Brüder es erfahren! Doch nein, mit seinem Handeln hat er all das schlechte bewirkt, er allein ist schuld!
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Re: Kerker, Seija und Enzo

Beitragvon Kilian » 5. Jun 2016, 03:06

[23:34] ₪ “Dreiundzwanzig, siebenundzwanzig, neunundzwanzig...“ Enzo hatte damit begonnen, flüsternd Primzahlen daher zu sprechen, um dem unüberhörbaren Gemurmel am Rande seiner Zelle Einhalt gebieten zu können. Doch die Männer ließen sich von ihrem Vorhaben, ihren derzeitigen Gefangenen gehörig auf die Nerven zu gehen, einfach nicht abbringen. 'Mit rußverschmierten Gesicht auf der Straße des Königs gesehen werden.' , ertönte in einem amüsierten Klang die Stimme des größeren Wachmanns, der sich provozierend und mit einem widerlich schmalzigen Grinsen gegen die Gitter seiner Zelle lehnte. 'Wie hast du das denn geschafft?' Die Antwort – wenn man das brummende Geräusch, welches ein eindeutiges Desinteresse ausdrückte, denn als solche bezeichnen konnte, fiel recht kurz aus, was vielmehr daran lag, in der Aufzählung von Primzahlen gestört worden zu sein, als daran, sich irgendwie irgendjemanden erklären zu müssen. Dem missgestimmten Geräusch folgte ein verächtliches Schnauben, während der Wachmann ungeniert weiter Salz in die Wunde streute. 'Ach komm schon! Das schafft nicht jeder.' Korrekt. Er war auch nicht jeder und dennoch stand diese Schandtat in den gesammelten Werken über den Söldner und fand seinen Weg eben dorthin auch wieder zurück. Denn während der Bulle sich an den Versuch machte, seine dickliche Wampe durch die schmalen Gitterstäbe zu manövrieren, machte sich der Schmächtige daran, den Saustall wieder aufzuräumen, den der andere zuvor so ungeniert veranstaltet hatte, in dem er kurzerhand den kargen und kalten Zellenboden mit den Gemeinheiten des Südländer tapeziert hatte. Gemeinheiten, welche die Schmalzlocke nun dafür missbrauchte, die Aufmerksamkeit des Gefangenen auf sich zu lenken. “Ein Gentleman schweigt und genießt.“ , strömten vor Sarkasmus triefende Worte nun aus dem Munde eben desjenigen, der zu dieser Zeit den Schaden hatte, um sich nicht weiter mit solch albernen Dingen beschäftigen zu müssen. Doch die Reaktion, welche er unweigerlich von sich gab, ging nicht mit der Vorstellung einher, die der Wachmann für ihn vorgesehen hatte, weshalb dieser in einem kleinen Anfall von Wut auffordernd gegen die eisernen Stangen schlug. 'Ich habe dich was gefragt, Abschaum!' Abschaum? Sein Ernst? Enzo hatte schon weitaus schlimmere Worte in Bezug auf seine Person fallen hören. Da war dieser Ausdruck beinahe schon lieblich! Vermutlich lachte der Söldner deswegen auf. Oder wegen der Tatsache, dem anderen einen oder sogar zwei Schritte voraus zu sein. Er wusste was, was er nicht wusste, nänänänänänä! Und Enzo würde diesen Triumph um nichts eintauschen. Da konnte der Bulle toben und sich wie ein Äffchen an die Stangen hängen – der Südländer würde nicht klein bei geben. Schon gar nicht, wenn er sich in der besseres Position sah. 'Nagut, Arschgesicht.' Hatte er es endlich verstanden. 'Was ist damit?' Mh? Bitte womit? Mechanisch schob Enzo seinen Arm ein Stück weit von seinem Gesicht, um mit einem Auge hinüber zur Gittertür spähen zu können, an welcher der Bulle gerade krampfhaft nach einer weiteren Schandtat suchte, über deren Misserfolg er herziehen konnte. 'Haha!' Und da hatte er offenbar eine gefunden. Enzo spitzte die Ohren und lauschte auf das Ergebnis oder vielmehr auf die Schandtat, welche er sich aus den Unmassen an beschriebenem Pergament heraus gewischt hatte. Doch das Ergebnis war nicht einmal annähernd zufrieden stimmend. Liebend gern hätte der Südländer seinem Anhängsel etwas über die Entführung der Tochter der Königsfamilie aus dem Western oder das Klauen von Schafen aus einer riesigen Herde erzählt. Stattdessen aber hatte sich der Mann etwas gänzlich anderes heraus gepickt. Etwas, dass durchaus seinen Charme hatte, aber weniger zu den glorreichen Taten des Söldners gehörte. 'Beim Ausrauben eines Kaninchenbaus erwischt.' Er zog die Worte in die Länge, als könne er sich an deren Klang bereichern. Enzo selbst verdrehte ob der so plump erscheinenden Wahl eines gruseligen Verbrechens jedoch nur die Augen. “Das war ein Versehen gewesen.“ War es wirklich. Der Söldner war nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Und wie es der Zufall wollte, hatte man ihm – so wie jetzt – einfach ungefragt die Schuld in die Schuhe geschoben. Eigentlich wie immer! Er kannte es nicht anders. Doch entgegen der Annahme, der Bulle würde sich mit dieser Antwort zufrieden geben, lachte dieser nur schallend und reichte das heraus gefischte Pergament an seinen Kollegen weiter, der in einer breiten Ausführung erklärte, was an diesem bereits schon so weit zurück liegenden Tag wirklich passiert war. Enzo hörte nur noch mit dem halben Ohr zu, interessierte sich für andere Dinge. Vermutlich war dies eine gänzlich eigene Art und Weise, einem Gefangenen ein Geständnis zu entlocken. Schließlich vegetierte er nur aus diesem Grund in dieser Zelle herum. Um sich IHRE Taten aufzuhalsen!
[00:15] ₪ Sie, sie – und schon wieder geistert das Dämonenkind durch seinen Kopf. Wer konnte es ihm auch verübeln? Seit zwei Tagen wetterte er über sie her, als gäbe es kein Morgen mehr. Schlussendlich zog sich die Schlinge mit jeder weiteren Nacht, welche er auf dieser unnachgiebigen, kalten Bank verbringen musste, enger um seinen Hals. Dabei hatte er nichts getan! Zumindest nichts, was sein Dasein in dieser Zelle rechtfertigte. Gut, er war ein gesuchter Söldner. Aber das, was die feinen Herren ihm als Anklage auferlegt hatten, sprach kaum für das eigentliche Verhalten. Oh, er war sauer! Stinksauer! Denn die Geschichte wiederholte sich. Nicht zuletzt hatte ihn eine magere Blonde damals ins Kittchen gebracht. Dabei wollte er nur helfen. Und auch jetzt hatte Enzo nur die Rolle des Helden spielen wollen. Ein schweres Seufzen verließ seine Kehle, während er in der Ferne eine Stimme vernahm, die seinen Namen nannte. Na toll. “E n z o!“, knurrte der Söldner mürrisch und drehte sich auf der schmalen Bank, um den Blick an dem Bullen vorbei in den Gang zu lenken. Hatten sich die Richter endlich seiner erbarmt? Oder sprachen sie nur eine weitere Wartezeit aus, welche er in der Begleitung seiner beiden Wachen fristen durfte? Ganz gleich, was es war, er fieberte dem Erscheinen entgegen. So sehr, dass er in seinem Kopf i h r e Stimme vernahm! Gnaaaah – was sollte das?! War es Absicht, ihn derart zu quälen? Er schnaubte und presste dann die Lippen aufeinander. Zufall, reiner Zufall. Nur leider bestätigte sich dieser Wunsch nicht. Denn zu seiner Überraschung trat tatsächlich jene Frau aus dem Schatten des Wärters, welche ihn zuvor in diese missliche Lage gebracht hatte. Zuerst glich sein Blick einem ungenierten Starren. Dann fand sich darin ein Anflug aufschäumender Wut wieder. “Klasse.“, gab der Mann in einem verächtlichen Tonfall von sich und musterte seinen Besuch abwertend. Die Männer blickten von ihm zu ihr und wieder zurück, versuchten sich auf ihr Erscheinen einen Reim zu machen, blieben jedoch dumm. Er selbst sah es vor, sich ihrer nicht anzunehmen, weshalb er ihr halbherzig die kalte Schulter zeigte. “Der Tag kann nur noch besser werden...“
[01:09] Seija Sagar || Er wollte den Helden spielen E R? Vielleicht kann ja mal jemand Seija darüber aufklären, in welchem Märchen es am Ende hieß Und da rannte der Held davon, ließ die Prinzessin allein, auf das sie sich selbst rettet und alles in Flammen taucht. Gibt’s nicht? Oh, na das hab ich mir schon gedacht. Haben wir das also geklärt ja? Nix Held! Elender Feigling. Er allein ist doch schuld an der ganzen Situation. Hätten die Leute ihn nicht erkannt, sie wären nicht so in Bedrängnis geraten, seine Fluchtkünste waren jetzt ja auch nicht die besten. Das hätte sie sich aber auch denken können, schließlich war er bei ihrem aufeinandertreffen bereits in Fesseln, wäre er so gut, dann hätte man ihn auch das erste (oder wievielte mal auch immer) nicht bekommen. Der Abend an sich war ja nicht mal das schlimmste, viel schlimmer war es, kaum das Seija zuhause angekommen ist. Ihr Bruder wurde unterrichtet und auch Sid fand die ganze Sache nur mäßig gut, hat es voll ausgekostet, wie es der Schwester ergangen ist. Das beste Verhältnis zu den beiden Brüdern hat sie nicht. Alles sollte sie erzählen, die ganze Geschichte auftauen und wiedergeben. Unter anderen Umständen undenkbar, sie hätte es sich nicht gefallen lassen, doch in ihrem zustand blieb ihr kaum etwas anderes übrig. Seit dem sind zwei Tage vergangen, zwei Tage die sie in ihrem Zimmer geblieben ist und sich erholt hat. Bläulich und bunt ist nicht nur ihr Bauch, auch an ihrer Stirn, gleich um die Platzwunder herum, da leuchtet es in vielen Farben. Das jedoch ist durch das Haar und wie sie es trägt, gut zu kaschieren. Hochgesteckt, wie auch sonst, mit einer Klammer zusammengehalten. Durch mehrere Räume führt der Wachmann sie, an einigen Zellen geht es vorbei, neugierig versucht sie einen Blick in das innere zu erhaschen, verwahrloste Gestallten sitzen drinnen, in manchen weit mehr als nur ein paar, andere sind ganz leer. Die Ordnung, nach welcher die Zellen vergeben werden, die erschließt sich der jungen Dämonin noch nicht ganz. Vermutlich ist es da wie überall, wer zahlen kann, dem ergeht es besser. Diese Ordnung kann man doch wirklich auf jede Lebenslage anwenden, warum sollte es also nicht auch hier gehen?
Die Tür zu Lorenzos Zelle wird geöffnet, gut Kammer mit Zelle auf einer der Seiten. Die Männer im inneren schauen ihr entgegen und natürlich wundern sie sich über die junge Frau die dort eintritt, das sie in Begleitung einer Wache kommt, das scheint schon vieles zu erklären. Bestechung ist an solchen Orten ganz normal, am Ende würde die Wache die sie hergeführt hat, ihr Geld mit den anderen teilen müssen, doch deshalb hat er sich ja frühzeitig einen guten Preis gesichert. „ Ich bin neugierig, was passt dir nicht an dem Namen L O R E N Z O ?“ Man wird ja wohl noch fragen dürfen, schließlich murrt er nicht zum ersten mal und ja sie hat es noch gehört, beim eintreten in diesen Raum. Nur kurz mustert sie die Männer im inneren, Wachmänner eben, nichts besonderes und wie auch die meisten anderen, sind diese ihr ziemlich egal. Zeigt sie jetzt nur nicht. Sie befinden sich in einem Gebäude in welchem Magie nicht funktioniert, sie darf von Anfang an nicht den Eindruck erwecken, als wäre sie irgendwie schuld an dem ganzen geschehen. „ Verzeiht bitte mein stören“ sagt sie und versucht sich an einem zurückhaltenden lächeln. Vielleicht genügt das ja schon um den Wachen einen falschen ersten Eindruck zu vermitteln. „ Ich wollte nur nach dem Mann sehen, der mich am Hafen entführt hat “. Ja weil genau das ist ihre Geschichte, sie wurde entführt, er ist schuld, der Kater hat sich selbst verbrannt, Magie geht schnell mal schief! Sie würd davon auch nicht abrücken, die Wachen welche als erstes am „Tatort“ waren, die haben schon die nötige Menge an schweige Geld erhalten und wenn Enzo etwas anderes sagt, steht dann eben ihr Wort gegen seines. Wer sitzt gerade hinter Gittern? Wem wird man wohl mehr glauben? Nur um das kurz einmal festzustellen, Seija hat niemals behauptet freundlich zu sein und wenn doch, dann war es gelogen. „ Er wird doch nicht plötzlich aus der Zelle hinaus kommen? “ fragt sie und legt ein unsicheres wabern in ihre Stimme. Sollen die Männer nur glauben das sie sich sorgen deswegen machen und sollen sie ruhig in die Position kommen, zu Versuchern das sie hier ganz in Sicherheit ist.
Oh du schönes Schmierentheater, genug davon! Sie dreht sich wieder zu der Zelle hin, geht auch ein paar Schritte darauf zu, doch hält genügend Abstand um nicht in seine reichweiter zu kommen. Sie sind nicht allein im Raum, drum muss das Mädchen aufpassen was und wie sie es sagt. Vielleicht kann sie die Wachen gleich auch dazu bringen, sie hier etwas allein zu lassen. Den Grund dafür muss sie sich bloß noch überlegen.
[01:09] Das laute Schnarchen eines Trolls kriecht durch die Gänge und lässt die Gitterstäbe vibrieren.
[01:09] ₪ „ Vielleicht solltest du dich doch über meinen Besuch hier freuen. Viel mehr Abwechslung wird es für dich in diesen Zellen hier nicht geben“ , bei diesen Worten läuft sie gemächlich vor der Zelle auf und ab und beobachtet den Mann im Inneren. Die Nase wird leicht gerümpft und die Kleidung, sein Gesicht und auftreten gemustert. „ Du stinkst, und deine Nase sieht nicht gut aus “ behauptet sie einfach und trifft damit gewiss auch ist schwarze, wirklich wissen tut sie es aber nicht, auch weil sie sich noch das parfümierte Tuch unter die Nase hält. Sie wird sich den Gerüchen hier gewiss nicht einfach so entgegen stellen, das macht ihre feine Nase nicht mit! Mehr beiläufig fällt der Blick auf die Akte, die Papiere „ Was ist den das?“ will sie gleich wissen, Neugier hört man deutlich heraus und sie geht wieder einen Schritt von seiner Zelle weg und auf die Männer zu. Sie geht nicht elegant und leichtfüßig, eigentlich sind ihre Schritte ziemlich steif, der Schlag in den Magen hat eine schlimme Prellung hinterlassen und jede Bewegung des Oberkörpers schmerzt. Wenn die Wachen es zulassen, dann versucht das Mädchen ein paar Worte auf dem Papier zu erkennen, vielleicht sogar alles lesen zu können. Ob da wohl etwas Interessantes drinnen steht? Gewiss hat es mit Enzo zutun, warum sollten die ganzen Schriftstücke sonst hier zu finden sein?“ Im Übrigen“ meint sie noch und steht gerad wieder mit dem Rücken zum Söldner „Ich bin hier um dich aus dem Loch zu holen. Da gibt es eine Abmachung “ zumindest behauptet Seija es gerade, dreht den Kopf dabei einmal rum und schaut über die Schulter zurück, wie er wohl auf diese Aussage reagieren wird?
[10:46] Vrăjitor Scýthe bezahlt die Kaution für Fräulein Mindy.
[23:01] ₪ Ja, sie hatten ihn erkannt. Schlussendlich war es jedoch ihre fehlerhafte Entscheidung gewesen, entgegen eines abgelegenen Ortes einen Stadtpark aufzusuchen – einen Garten, der ÖFFENTLICH zugänglich und von JEDERMANN betreten werden konnte. Dümmer hätte die Wahl des sogenannten Verstecks nicht ausfallen können. Nicht zuletzt lagen die von Hand bearbeiteten Beete in der entgegen gesetzten Richtung zum Wohnviertel, wohin Enzo das werte Fräulein doch eigentlich bringen sollte. Ihre Rechnung, dass er allein die Schuld an diesem Dilemma trug, ging also nicht auf. Er hätte es ahnen müssen. Bereits am Anfang ihrer Begegnung hatte das Weib nicht den Eindruck gemacht, sonderlich hell in der Birne zu sein. Und bis zum Schluss hatte sich diese Vermutung bewahrheitet. Die Hoffnung, sie nach dieser ominösen Nacht nie wieder sehen zu müssen, ließ jedoch auf sich warten. Denn während er sich in seiner Zelle von allem – einschließlich von seinen Wachmännern – zurück gezogen hatte, um eisern Primzahl um Primzahl aufzuzählen, war die Furie einfach so mir nichts, dir nichts in seine Privatsphäre marschiert, um erneut Unruhe zu stiften. Dabei hatte er gerade den Versuch gestartet, sie restlos zu vergessen. Nüscht is! Ihr plötzliches Auftauchen machte jegliche Pläne, sie sich aus dem Kopf zu schlagen, zu nichte. Dabei hatte der Tag so gut angefangen! Mürrisch richtete Enzo den Blick auf die gegenüber liegende Wand. Wenn er ihr die kalte Schulter zeigte – so die Hoffnung – würde sie einfach wieder gehen. Doch allein die gehässigen Worte schlugen diese Theorie zu Brei. Er war ihr ausgeliefert – konnte nicht weg, nicht fliehen! Nicht, das er es wollte. Aber der Wunsch lag nahe, sich dieser Möglichkeit durchaus bemächtigen zu können. Doch allein die Tatsache, dass er hinter Gittern saß, machte jegliche Gedanken zur Flucht unbrauchbar. Klasse. “Geht dich 'n $@#%an.“, knurrte er abfällig daher und machte somit deutlich, wie wenig erpicht er auf die folgende Konversation war. Es lag nicht daran, dass er nicht gewillt war, sich mit einer Frau ihresgleichen zu unterhalten, nein. Es war vielmehr der Gedanke daran, allein wegen ihrer fehlenden Umsicht nun in dieser Zelle zu hocken. EIN VERFLUCHTER GARTEN! Es war beinahe lächerlich. Er konnte hören, wie sich die Wachmänner zu seiner Linken erhoben. Vermutlich taxierten sie die Furie gierig mit ihren Augen – stellten sie sich nackt vor. Doch Enzo wusste es besser. “Die Kleine spielt nicht in eurer Liga.“, gab er deswegen zum Besten und erntete damit finstere Blicke und selten gehörte, zischende Beleidigungen. Muhähäh – er tat gut daran, die Männer nicht ein weiteres Mal gegen sich aufzuhetzen. Nachher durchbrachen sie doch noch die Gitterstäbe oder schickten andere Bosheiten voraus, ihm das Leben im Kerker zur Hölle zu machen. Er war ohnehin schon gestraft genug. Als die Stimme der Furie erneut erklang, verdrehte Enzo unbemerkt die Augen. “Dein Ernst?“, hakte er unbesonnen nach und stieß einen abwertenden, mehr verspottenden Ton aus. Als jedoch die nachfolgenden Worte an sein Ohr drangen, hätte er sich beinahe an seiner eigenen Gehässigkeit verschluckt. “Bitte was?“ Ruckartig richtete sich der Söldner auf. WAS hatte sie gerade gesagt? Ungläubig fixierte er das Weib, welches aus heiterem Himmel irgendwelche Lügengeschichten erzählte. “Was hätte ich denn davon, ein Kind zu entführen?“ Das war nun wirklich nicht seine Masche. Abgesehen davon fiel das Weib gewiss nicht in sein Beuteschema! Brrr, allein schon bei dem Gedanke, etwas dergleichen mit ihr anzustellen, jagte es ihm kalt den Rücken hinunter. Nein, nein, nein! Selbst wenn sie das letzte paarungswillige Weibchen auf Erden wäre, würde er sie nicht anfassen! Sollte die Menschheit doch aussterben. “Mistsstück!“ Gerissenes, vorlautes Prinzesschen! Am liebsten wollte Enzo sich durch die Gitterstäbe hindurch auf sie werfen! Doch allein das Wissen um ihr trügerisches Gemüt, ließ ihn an Ort und Stelle verweilen. Als sie ihre Schritte auf ihn zu lenkte, verspannte sich der Körper des Mannes unbemerkt. Er saß wie auf heißen Kohlen – bereit, sich wie ein Äffchen gegen die Stangen zu werfen, um ordentlich Radau zu machen. Seine Würde lag eh schon brach am Boden. Es spielte also keine Rolle. “Auf deinen Besuch kann ich herzlich verzichten.“ Es fiel ihm sichtlich schwer, die Fassung zu wahren. Den Gerüchten und seiner Anklage zu folge, hatte das Weib durchaus ihre Finger mit ihm Spiel. Nicht umsonst gewährten sie dem Söldner einen solch langen Aufschub! Es war gewiss nicht ihre Gnade. Dennoch glaubte er, dass die Dämonin etwas im Schilde führte. Enzo wandte ihr den Blick zu. Doch aus den hellen Iriden sprach die Abneigung – und das nicht zu knapp. “Du bist nicht ohne einen Grund hier.“ Die Augen streiften flüchtig die Wachen, welche in emsiger Erwartung von der Frau zu Enzo blinzelten.
[23:12] ₪ “Haben deine Eltern dir nicht gesagt, sich nicht mit bösen Buben einzulassen?“ Er zog sie auf, zeigte ihr deutlich, was er von ihr hielt, ohne sich dabei zurück zu halten. Sein Urteil stand bereits fest – er hatte nichts mehr zu verlieren. Als die nächste, bissige Bemerkung ausgesprochen wurde, lächelte der Söldner schelmisch. “Dabei habe ich mich extra hübsch für dich gemacht.“ Das konnte ewig so weiter gehen. Zumindest solang die eisernen Stäbe eine unausgesprochene Grenze setzten. Dann zuckte der Mann mit den Schultern. Während er sich ob der Frage in eisernes, provokantes Schweigen hüllte, übernahmen die braven Wachhunde die Aufgabe, die Frage der Dame ordnungsgemäß zu beantworten. Dabei ließen sie natürlich nichts aus – untermalten ihre Aussage mit auslachenden Silben und zählten das eine oder andere Vergehen auf. Natürlich nur, um Enzo vorzuführen. Er hatte es nicht anders verdient. Mit einem genervten Seufzen machte er seinem Übermut kund. Tratschtanten! Und in all dem Stimmengewirr hörte er i h r e heraus. Er wusste nur noch nicht, ob ihm diese Drohung gefiel, oder nicht. Zumindest ließen ihre Worte ihn aufhorchen. “Mh?“ Abmachung? Skeptisch ob dieser Aussage hob der Söldner eine Braue empor. Da war keine Aussage. Nur wieder ein schlecht ausgeführter Deal, bei dem er gewiss den Kürzeren zog. DAS hatte Enzo bereits gelernt. Dabei war er bei dieser Geschichte doch eigentlich der Wicht! “Oh, mir gefällt es hier ganz gut.“ Auch wenn zum Schluss die Schlinge auf ihn wartete. Aber all das war besser, als in ihrer Schuld zu stehen. Noch dazu unbegründet. Sie richtete den Blick wieder auf die Männer, oder vielmehr die Akte, welche lachend und gackernd durchblättert wurde. Enzo nutzte diese Chance. Er war längst aufgestanden, bevor sie einen weiteren Blick über ihre Schulter auf ihn werfen konnte. In einer einzigen Bewegung hatte er seine Arme durch die schmalen Gitterstäbe geführt, um den Körper des Weibes achtlos an sich zu reißen – wohl wissend, dass ihr steifer Gang etwas mit der letzten Auseinandersetzung zu tun hatte. Umso mehr freute er sch über das von Schmerz verzerrte Zischen, welches mit Sicherheit ihre Lippen verlassen wird. Doch im Grunde genommen wollte der Südländer der Furie nur eines mitteilen: “Ich $@#%eauf deine Gunst.“ BÄMM! Schluck das, du Luder! Die Wachmänner waren längst aufgesprungen und zogen ihre reizenden Knüppel – allzeit bereit, sich gegen jedes Unrecht zur Wehr zu setzen. Doch da hatte Enzo das Weib längst schon wieder los gelassen, um nun unschuldiger denn je die Hände empor zu heben. “Ich habe nichts getan, was ihr nicht auch getan hättet.“ Ja, genau.
[00:37] ₪ Seija Sagar hatte es bisher nie nötig zu Flüchten, nie musste die junge Frau weglaufen und sich verstecken. Vielleicht hat sie nicht gänzlich Perfekt gehandelt, doch hätte auch Lorenzo die Führung übernehmen können und damit seine ach so grandiosen Fähigkeiten unterbeweis stellen können. Vielleicht säße dann nicht er im Knast sondern sie, vielleicht auch keiner von ihnen? Kurzum, sie fühlt sich nicht schlecht deswegen, sie würde sich auch nicht schlecht fühlen, wenn das ganze Absicht gewesen wäre. Doch das ist wieder eine andere Geschichte und nur auf dem, wirklich nicht sehr angenehmen, Charakter der jungen Sagar begründet. Ihre Frage will er nicht beantworten, dabei war die doch wirklich freundlich gestellt, also wenn man sie einmal danach fragt, dann würde sie zumindest sagen, das sie nicht all zu bös gemeint war. Gerad das er da nicht drüber reden möchte, das macht sie neugierig, leicht schürzt sie die Lippen und schnauft kaum hörbar. Dann eben nicht, sie wird es schon rausfinden! So etwas wie Ehrgeiz ist geweckt. Als könnte er, in seiner jetzigen Situation, Geheimnisse gut bewahren! Da kann sie wirklich nur Lachen, aber soll er es ruhig denken. Ihre Kommunikation löst Reaktionen aus die sie schon beinahe erwartet hat. Natürlich kauft er ihr die zurückhaltende junge Frau, vermutlich fragt er sich gerad, wie kann man bloß auf eine wie sie her reinfallen? Doch Männer sind eben gern mal einfach gestrickt, kaum sieht man nicht all zu schlecht aus und spielt dem Beschützerinstinkt von gewissen Exemplaren zu, schon sind sie gänzlich davon überzeugt, dass vor ihnen ein unbescholtenes Blatt ihren bahnen geht. Wer wäre sie, wenn das nicht für die eigenen Zwecke genutzt wird? Ganz so, als wäre sie betroffen, verzieht die Dämonin ihre Lippen, kaum das Lorenzo sie als Miststück betitelt. Geht danach aber auch gleich auf seine Frage ein. „ Wenn ich das wüsste! “ ja genau, einfach mal so tun als wäre man eben vollkommen ahnungslos und dann aber auch schon Vermutungen streuen. „ Mein Bruder meinte, du hättest so entkommen wollen“! Klingt doch nicht einmal unwahrscheinlich, der Mann schnappt sich eine Geisel und entkommt so den Fängen des Gesetzes, jeder der dies hört, muss sich eingestehen, das es nicht ganz daher geholt klingt. Auch wenn es das natürlich eigentlich ist. Wie um zu schauen ob die Luft hier im inneren, vielleicht doch nicht so schlecht ist wie erwartet, nimmt sie das Tuch kurz von der Nase, verzieht diese noch im selben Moment und hält es wieder davor. Gott bewahre sie davor, jemals an einem solchen Ort zu landen, nein! Für die junge Dämonin wäre das wirklich kein guter Ort. „Dich fragt aber niemand“ Stellt sie kurz und bündig fest, ob er sie hier haben wollte oder nicht, das lag nicht in seinem ermessen, es lag in ihrem und es lag an den richtigen Wachen, welche dafür anwesend sein mussten. Denn auch zwischen denen gab es hier und da einen unbestechlichen, wäre schon blöd, hier ausgerechnet einen solchen sitzen zu haben. Doch das ist ja eben nicht der Fall, sonst wäre sie nicht hier. Noch steht sie zu Enzo blickend da, die Wachen stehen in ihrem Rücken und können das fiese Grinsen so nicht sehen, das sich bei seiner nächsten aussage auf ihre Lippen schlecht. Natürlich ist sie nicht grundlos hier, sie will ihm das Leben schwer machen, hier in der Zelle und gleichzeitig will sie jemand anderem –ihrem Bruder- den Plan versauen. Der hat schließlich vor, Enzo endgültig beseitigen zu lassen (Gefahr für den Namen Sagar wenn die Wahrheit rauskommt, keine Zeugen übriglassen, Bla bla bla). Noch hat er zum Glück nicht die Zeit gefunden, doch soll der Söldner, wenn es nach Sidka geht, den Kerker nicht lebend verlassen. Das schlimme ist nur, Seija hat etwas dagegen, ihren Brüdern das zuzugestehen, was sie den wollen. Sie wollen einen toten Enzo? Tya dann will Seija eben einen lebenden Enzo. Natürlich ist das der eine und einzige Grund! Wehe hier kommt jemand auf die Idee, sie fände es schade um ihn, wenn er nun einfach hier im Kerker ums Leben kommt. Mehr als das Grinsen kommt dazu nicht von ihr, doch sicher wird er das schon als Bestätigung sehen können. „In meiner Familie wäre eine solche Aussage recht scheinheilig“. Behauptet sie dann, so leis das die Wachen davon nichts mitbekommen und die Worte nicht verstehen können. Sie ist eine Dämonin, ihre Brüder Sind Halbdämonen, sie hat noch reichlich Dämonische verwandte, ganz zu schweigen von ihrer Dämonischen Mutter und dem Vater der sein Geld nicht nur auf legalem Weg erwirtschaftet hat. Ja zu sagen sie solle sich von den bösen fernhalten, das wäre wirklich sehr scheinheilig. Das einzige worüber ihr Bruder sich aufgeregt hat war, das Seija beweise zurückgelassen hat, die Leiche des Katers, sie wurde an dem Ort aufgegriffen. Mit den Taten an sich, da hatte er wenig Probleme.
[00:37] ₪ Vom Gitter abgewandt und bei den Wachen steht sie, lässt sich eine Geschichte nach der anderen erzählen und lacht an manchen Stellen scheinbar herzlich. Oh da waren wirklich ein paar amüsante Sachen dabei. Manches mal lässt sie deutlich so etwas die „ Und dann wurde er wieder erwischt? “ oder „ Hat er es denn da auch nicht geschafft? “ Fallen, denn natürlich zeigt man der jungen Dämonin nur die Misserfolge und nicht die Leistungen des Söldners, man will diesen ja in einem schlechten licht präsentieren, etwas weiteres fragt sie die Söldner bei der Gelegenheit noch „ Steht in der Akte vielleicht der Grund, aus dem er seinen Namen nicht mag?“ Tatsächlich ist es nicht gespielt, das Seija ihren Spaß an den Geschichten hat, manches klingt auch wirklich wunderbar misslungen oder einfach nur sehr komisch. Der eine Satz dann ist mehr so Lapidar gesagt, sie wollte ja wissen wie er reagiert. Dass er nun so reagiert, damit hat sie nicht gerechnet! Da ist nicht nur ein zischen, sie schreit kurz erschrocken und vor allem schmerzverzehrt auf. Ihre Bauchgegend sieht wirklich nicht gut aus und ihr war nicht bewusst, wie nahe sie wieder bei dem Gitter stand. „ Lass mich los! “ Verlangt sie und konzentriert sich schon darauf, ihm ein paar heiße Finger zu bescheren, doch hier unten geht das ja nicht! Sie kann ihn nicht verbrennen, jetzt können die Wachen ehrliche Angst in ihrem Gesicht sehen, sie ist es nicht gewohnt, derart Machtlos zu sein. Nach der Angst folgt Erleichterung und Wut. „ Wag es nicht mich noch einmal anzufassen! “ droht sie ihm und geht doch einen Schritt weiter zurück, um nicht mehr erreicht werden zu können. Finster funkelt sie ihn an, kann nicht gleich wieder ordentlich und klar denken. Das ganze hat sie wirklich erschrocken, sie hätte vorsichtiger sein müssen. Unauffällig legt sie eine Hand auf den Bauch, es schmerzt, dieses mal auch ohne das sie sich bewegt, sicher wird es ein paar Momente dauern, doch dann wieder vergangen sein. „Das solltest du dir noch einmal ganz genau überlegen. Mein Bruder will, dass du für deine Taten am Strick landest, so schnell wie möglich. Ich wollte dir hier raus helfen. Doch wenn du lieber hier bleibst und am Strick zappelst bis dir die Luft wegbleibt. Dann werde ich dich nicht aufhalten“ . Klare Worte oder? Wie könnte man da jetzt wiederstehen und ablehnen, selbst Seija würd das annehmen, ihr Leben und die Freiheit sind ihr lieb und teuer. Skeptische Verwunderung entsteht seitens der Wachen, ja, jemanden umbringen lassen geht, ist teuer aber geht. Doch warum will das Mädchen ihren Entführer aus dem kerker holen? Die Frage stellt sich den Männern tatsächlich.
[23:16] ₪ „Du brichst mir das Herz!“ Die Finger der rechten Hand gruben sich tief in den Stoff seines Hemdes oberhalb der Stelle, unter der sich jener Muskel befand, der nach Leibeskräften das Blut durch den gesamten Körper pumpte. Sie wollte Spielchen spielen und das Unschuldslamm mimen? Er würde sich an ihrem Schauspiel bereichern und in all seiner Manier darauf einsteigen. „Nur dich sollten diese Finger berühren – nur dich!“ Er schüttelte dramatisch den Kopf und hob die freie Hand empor, um das Theater noch einmal mit einer eigentlich so harmlos aussehenden Geste zu unterstreichen. Das aus seinen Worten der Sarkasmus nur so triefte, war kaum zu überhören. Die Wachen wechselten skeptische Blicke. Wenn sein überraschender Besuch schon nicht auf die eigene Magie zurück greifen konnte, sollte sie sich wenigstens auf der verbalen Ebene die Finger verbrennen. Denn darin war Enzo gut – darin, anderen die Worte im Munde herum zu drehen. Jahrelange Übung eilte ihm voraus und wenn er es nicht besser wusste, trug er im Wortgefecht längst den Meistertitel – die verschiedenen Orden seines Fortschritts natürlich mit einbegriffen. Doch zu dieser Zeit sprach einzig und allein das schelmische Grinsen für ihn, welches sich während seiner Poesie so dreist auf seine Lippen stahl. Die braven Hunde Seija gegenüber trugen eine sonderbare Verwirrtheit von diesem Gespräch davon. Denn während sich ihre wenigen Gehirnzellen damit beschäftigten, zwischen der Wahrheit und der ausgesprochenen Ironie zu unterscheiden, hatte die Furie ihn längst durchschaut und schlug sogleich einen etwas anderen Ton an. Einen Ton, der ihn zum Nachdenken anregen sollte. Zumindest in der Theorie. In der Praxis – so hatte er es vor – wollte er sich gegen sie auflehnen, wohl wissend, dass sie darauf wie ein rolliges Kätzchen anspringen würde. Auf der einen Seite empfand er es als lustig, sie derart aufzuziehen. Auf der andere war sie tatsächlich die einzige Möglichkeit, dem Kerker und somit der alles vernichtenden Schlinge zu entkommen. Und genau dieser Punkt ließ den Südländer schweigen. Schweigen und nachdenken. Niemand reagierte auf die voran gegangene Frage. Die Situation war angespannt und selbst die strohdummen Wachen merkten, dass es zwischen dem Insassen und seiner Besucherin bereits eine folgenschwere Vorgeschichte gab. Oh, sie sollten es wissen, es erfahren, solang der Südländer von dem Ergebnis profitieren konnte. Doch ganz gleich, wie er das Geschehen drehte und wendete, sein Wort stand gegen das ihre. Und ihres wog so viel schwerer und war so viel teurer, als alles, was er jemals besaß. Sie stank schier nach Geld, weshalb Enzo überheblich die Nase rümpfte. Er saß in der Zwickmühle. Allein der Stolz – zumindest der Teil, der irgendwie irgendwo noch vorhanden war – verbot es ihm, das ausgesprochene Angebot der Furie anzunehmen. Es war vielmehr das Unvermeidliche, das ihn darüber nachdenken ließ, die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Der Blick wanderte über die Wachen hinweg. „Kann ich kurz allein mit meinem...“ Er musterte die Furie abschätzend und wog dann grinsend den Kopf. „Entführungsopfer allein sprechen?“ Alles an der Art und Weise der Betonung deutete darauf hin, wie absurd er dieses Unterfangen und die ausgedachte Geschichte darum fand. Doch offenkundig schluckten die braven Hunde diese Aussage und machten sich sogleich über seinen Wortlaut lustig. Einzig und allein ein flehender Blick seitens Seija – wenn Enzo es nicht besser wüsste, wäre er wohl auch auf die holde Weiblichkeit herein gefallen – reichte aus, um seinen Anhängsel zu bedeuten, die so plump formulierte Bitte des Gefangenen zu befolgen. Und während die Männer die Blätter, deren Inhalt sie eben noch zum Besten gegeben hatten, wieder in die dazu gehörige Akte schoben, entfernte sich einer nach dem anderen. Doch nicht, ohne Seija flüchtig darüber zu informieren, vor der Tür zum Korridor zu warten, sollte Hilfe von Nöten sein. Dann wurde es still. Nur die Gitterstäbe trennten das ungleiche Paar voneinander. Einen Augenblick blieb Enzo noch stehen und verlagerte das Gewicht von einem Bein auf das andere. Dann ließ er sich seufzend auf der steinernden Bank nieder. „Was willst du?“ Sie unterbreitete ihn sicher nicht aus reiner Nächstenliebe solch ein adäquates Angebot. Dahinter verbarg sich ein ausgetüftelter Plan! Und diesem Plan wollte Enzo auf den Grund gehen. „Selbst wenn die Wachen dir die Unschuldsmiene abkaufen – ich tue es ganz sicher nicht.“ Das hatte der Südländer bereits bei ihrer ersten – leider unweigerlichen Begegnung kund getan und auch jetzt hielt er kein Blatt vor dem Mund. „Also was genau versprichst du dir davon, mich hier raus zu holen?“ Nicht, dass er es nicht selbst könnte. Trotzdem wäre es so viel einfacher, sich auf ihre Hilfe zu stützen, als einen weiteren Ausbrauch vom Zaun zu brechen, der ihn letzten Endes auch das Leben kosten könnte. Risiken, Risiken, Risiken.
[23:17] ₪ „Ich nehme an, du hast für mich eine blendende Zukunft in Aussicht?“ Es war paradox, in dieser jämmerlichen Situation noch Scherze zu machen. Aber es war besser, als ein sinnvolles Gespräch zu führen, während dem er womöglich noch Dinge über sich erzählte, die niemand je erfahren sollte. Nein, nein. Darin war er nicht gut, würde es nie sein. Die Fassade, welche er zwischen sich und der Welt gezogen hatte, war perfekt. Perfekt – bis die Furie sein Bild ins Wanken brachte. Eine Entführung? Brummend stieß der Mann die Luft aus. Dieses Mädchen hatte wirklich eine blühende Fantasie – und davon nicht zu knapp. Leider Gottes fielen die Menschen in ihrer Umgebung auch noch auf diesen geballten Quatsch herein, weshalb er nicht auf die Seriosität des Einzelnen hoffen konnte. Er war auf sich gestellt – in einer Welt, in der er selbst noch völlig fremd war. Hierbei konnte man also nicht vom erhofften Jackpot reden. Seufzend barg der Südländer sein Gesicht in seinen Händen, der Rücken war gebeugt. „Du machst mich wahnsinnig.“ In vielerlei Hinsicht. „Du und deine gesamte Sippschaft.“ Er hätte die Finger von ihr lassen sollen. Warum war es vor zwei Tagen nochmal so eskaliert? Ja richtig. Weil sie den Ton angeben musste. Und genau das machte ihn wütend. Der Rücken wurde durch gedrückt und der Kopf gegen die Wand gelehnt. „ Wie wär das.“, begann er dann langsam und gedehnt auszusprechen, als glaubte er, sie könne ein Wort nicht richtig verstehen. „Du holst mich hier raus und ich mach die Fliege. Wir vergessen diesen ganzen Mist und sind quitt.“ Erst jetzt lenkte er den Blick zurück zu ihr. „Wie wär das, mh?“ War doch eine einfache Lösung. Er konnte davon profitieren und sie konnte ihrem schlechten Gewissen reinen Wein einschenken. Die Sache wäre geklärt. Doch etwas in ihren Augen machte ihm klar, dass der Weg in die Freiheit nicht so einfach von Statten gehen würde, wie Enzo es sich vorstellte. Sie wollte Antworten. Dinge aus seinem Leben wissen, die nicht auf seinem Steckbrief standen. Sie wollte den Hintergrund erfahren. Allerdings war der Südländer nicht bereit, ihr einen Einblick in das Leben hinter den Kulissen zu gewähren. Niemanden wurde dies gewährt – sie war kaum etwas Besseres. Und selbst mit Gold konnte sie ihn nicht locken. Umso schmackhafter war doch das Angebot, welches er dem ihren entgegen stellte. „Komm schon, Kleines.“ Er neigte das Haupt. „Ich kann dich nicht leiden – du kannst mich nicht leiden. Wäre doch ein guter Deal!“ Sie musste nur anbeißen und den Köder schlucken. Dann wäre alles perfekt!
[01:01] Seija Sagar || Mit hochgezogener Augenbraue betrachtet die junge Sagar das Laientheater und, nein sie geht da nicht drauf ein. Die einzige Art, auf welcher sie das ganze kommentiert ist ein höher gehaltenes Näschen und eine gelupfte Augenbraue. Dachte er sie würde da nun drauf einsteigen? Nein ganz bestimmt nicht. Eigentlich beschließt sie, das ganze sogar für sich zu nutzen und den Wachen wieder etwas vor zu spielen, der Kopf wird also gesenkt und leise, doch für die Wachen dennoch deutlich zu hören, ein „ Vielleicht war es doch nicht wegen der Flucht und des Geldes“. Eine Vermutung über welche die Wachen auch schon nachdenken sollen, den was sie damit sagen wollte, das sollte deutlich sein. Die Wachen, welche noch immer in ihrem Rücken stehen, können das schmale grinsen auf ihrem Gesicht nicht sehen, wohl aber der Söldner dort im Knast. Sich mit Worten duellieren? Ein Schlagabtausch, auch das freche Weibsbild ist nicht auf ihr hübsches Mündchen gefallen. Insgesamt sind die Wachen nun wohl noch verwirrter, solange sie allerdings nur glauben das Enzo dabei ist sie zu verarschen und nicht auch Seija dessen für schuldig befinden, gibt es für das Mädchen keinerlei Probleme. Das sie allerdings noch nicht im Verdacht stand, das wird schnell deutlich. Ein Blick, ein leises „Bitte“ und die Wachen verlassen den Raum. Sie selbst nimmt sich nun einen Stuhl und zieht ihn zum Gitter, achtet jedoch penibel darauf, dass er sie nicht erwischen konnte. Nein noch einmal wollte sie nicht von ihm gepackt werden! Das Leben ohne Magie ist wirklich schrecklich, wie überstehen nur andere Frauen dieses Übel?
Die erste Frage wird mit einem kurzen lächeln übergangen und bei den nächsten Worten hebt sie kurz die Schultern ehe sie zu sprechen beginnt. „Damit hab ich auch nicht gerechnet“ . Ihre Worte sind für Enzo zu verstehen, doch die Wachen hinter der Tür, die werden sie wohl nicht verstehen können. Auch darauf versucht die junge Dämonin zu achten. Bleibt zu hoffen das es ihr auch gelingt, den Teile dieses Gespräches könnten die Bevölke.. also das Wachpersonal verunsichern. Das zweite mal stellt nun die Frage, was will sie, warum will sie ihn rausholen? Ein schlechtes Gewissen? Ach komm! Als würde Seija so etwas wie ein schlechtes Gewissen empfinden. Nein das ist es ganz bestimmt nicht, da ist keine Schuld und auch keine Reue. Eigentlich ist das ganze viel simpler, ihr Bruder hat sie gedemütigt, hat das Mädchen dazu gezwungen ihm von dem ganzen zu erzählen und jetzt? Da plant er was weiter geschieht und will dafür sorgen, dass Enzo baumelt. Vielleicht wäre auch das jetzt ihr Plan, doch weil das der Plan ist den auch ihr Bruder hat, muss sie einen anderen haben. Also am besten das genaue Gegenteil. Enzo aus dem Kerker holen, das wäre das genaue Gegenteil. Natürlich kann sie ihm das so nicht sagen und er will einen Grund wissen. „Ich hab meine gründe, das sollte dir reichen“. Gut gerettet oder? Also sie findet schon. „ich stell nur eine Bedingung“ ha! Jetzt kommt es, Trommelwirbel. Sie ist einfach neugierig und er W I L L es ums verrecken nicht sagen, also W I L L sie genau das jetzt wissen. Denn so ist das bei Mädchen die I M M E R bekommen haben was sie wollten. Sie können es nicht leiden, wenn es dann einmal nicht so ist. „Warum stört dich der Name L O R E N Z O“ wieder betont sie jeden Buchstaben überdeutlich und zieht den Namen damit wohl auch etwas ins lächerliche. Ein Name kann indem doch nichts tun, hoffentlich ist die Geschichte dahinter spannend! Sonst wird sie am Ende wohl reichlich enttäuscht sein. Gemütlich schlägt sie nun ein Bein über das andere, insgesamt kommt sie ihm dadurch näher, doch wähnt sich noch nicht wieder in Gefahr. Nein sie wirkt vollkommen entspannt und lächelt ihm scheinbar freundlich entgegen, ein Lächeln das etwas erkaltet, wahnsinnig? Sie ihn! ER ist an allem schuld, muss ja noch einmal festgehalten werden. „Glaub mir, meine Familie will dir größere Probleme bereiten“. Wirklich, die Brüder sind nachtragend und da sie ihren Frust wegen dem ganzen nicht an Seija auslassen können, weil an der verbrennt man sich halt die Finger, wird der nächst mögliche gesucht. Mehr als den Haar Schopf sieht sie nun nicht von seinem Kopf, dann wird eben der betrachtet und man ist doch schon schadenfroh, scheinbar ist ihm dank dieser ganzen Situation schon zum Haareraufen. Vielleicht bekommt er ja Kahle stellen durch sie? Oh das würde die junge Dämonin freuen! Man kann jetzt denken sie ist immer zu gehässig und eigentlich ist sie das auch, doch was es in diesem Fall noch verschlimmert, das ist die eine kleine Tatsache. Er ist einfach weggelaufen! Wurde ja in Gedanken schon zur Genüge auseinandergenommen dieser Umstand, also zurück zum hier und jetzt.
[01:03] ₪ „Warum sollten wir Quitt sein, nur weil ich dich hier raus hole? Wenn ich das mache bist du mir noch etwas schuldig. “ Aber hallo! Wegen ihm war die Verfolgung, er ist weggelaufen, er ist überhaupt schuld an dem ganzen. Sie hat nur die kleine Lüge erzählt, welche sie vom Kerker bewahrt hat und sein laufen macht doch ganz deutlich, Lorenzo hätte nicht anders gehandelt! „Geh auf meinen Deal ein, erzähl mir was es mit dem Namen auf sich hat, ich hol dich hier raus und sollte ich einmal die Dienste eines Söldners benötigen, dann hab ich etwas gut bei dir!“ also in Sejas Augen klingt das Ganze nach einer perfekten Lösung. Was sie nun aber macht wenn er nicht darauf eingeht, nun das muss sie sich noch überlegen. Es dem Bruder zu gönnen, das sein Plan am Ende aufgehen kann, das will man ja auch nicht riskieren. Sie muss noch zu einer Entscheidung kommen, welche der beiden alternativen ihr lieber wäre, sollte Enzo sich eben weiter quer stellen. Das war doch wirklich eine Entscheidung wie zwischen Pest und Cholera!
[00:04] ₪ "Deine Gründe sind irrelevant." Keine Antwort, die Enzo akzeptierte. Dennoch eine Antwort, mit der er sich wohl vorerst zufrieden geben musste. Ganz gleich, was das Weib auf der anderen Seite der Gitter im Schilde führte, es hüllte sich in Schweigen. Schweigen, das ein unbehagliches Gefühl in ihm auslöste. Sicher, innerhalb dieser Mauern konnte das Monster vor ihm nicht jene Magie walten lassen, welche ihr auf dem vermeintlichen Schlachtfeld das hoch wohlgeborene Leben gerettet hatte. Dennoch ging von ihr eine gewisse Gefahr aus. Keine, der Enzo eine nähere Ernsthaftigkeit nachsagte. Trotzdem ließ der Mann Vorsicht walten. Und eben jene Vorsicht kam ihm wohl in diesem Moment zugute, in dem die Furie erneut das Wort erhob, um von einer Bedingung zu sprechen. "So?" Abwartend zog Enzo eine Braue in die Höhe. Eine gesunde Skepsis fand sich in seinen Augen wieder, bevor diese aufgrund der Nennung des so verhassten Namens zu engen, gequälten Schlitzen verzogen wurden. Gleichzeitig stolperte ein stockender, gedehnter Laut aus seiner Kehle, bevor er das Gesicht in seinen Händen vergrub. Das sollte die Bedingung sein? Es war lächerlich. "Das hat dich nicht zu interessieren.", fauchte er sie durch seine Finger hindurch an und nahm ihr gegenüber eine abwehrende Haltung ein. Der Grund, warum Enzo seinen vollständigen Namen nicht mochte, war simpel erklärt, jedoch kaum für ihre Ohren bestimmt. Nicht einmal seinen engsten Freunden - wenn der Söldner solche überhaupt besaß - wussten um diesen Grund. Warum sollte er ihn ihr auf die Nase binden? Einer völlig Fremden, die sich daran aufgeilte, ihn leiden zu sehen - nein, nein. Da war ihm der Strick lieber. Und genau das versuchte der Südländer ihr zu verdeutlichen. "Was wäre größer, als der Strick, mh?" Er überging ihre Frage und tat das Thema mit einem leisen Zähneknirschen und ein paar losen Worten ab. "Deine Bedingung ist lächerlich." Da er aber ein gutes Herz hatte - wer es glaubte, würde selig werden - gab er ihr eine zweite Chance. "Sprich noch eine aus." Er gab zwei Alternativen. Entweder es würde besser oder schlimmer werden. In Bezug auf ihre Person tippte er auf das größere Übel. Ach hätte er sich nur nicht zu diesem Außendienst auf der anderen Seite der Meerenge überreden lassen. Dann wäre all das nicht geschehen. Das Drama hätte auf sich warten lassen und er wäre wie eh und je seiner eintönigen, jedoch furienfreien Arbeit nachgegangen. Pfff - wäre, wäre. Nichts dergleichen war ihm vergönnt gewesen. Stattdessen musste er sich mit einem Monster höchster Klasse auseinander setzen. Wenn es wenigstens wie eines aussehen würde - das wäre schon die halbe Miete! Aber hingegen der auseinander gehenden Meinungen, er könnte sie besser hassen, zierten hässliche Narben und überdimensionale Warzen ihr Gesicht, fand er sie beinahe schon niedlich. Ernsthaft! N i e d l i c h! Allein DAS war schon fragwürdig genug! Als sie erneut auf die Schuld zu sprechen kam, schob Enzo seufzend seine Finger auseinander, um durch den frei gewordenen Spalt hindurch spähen zu können. "Bist du so dumm, oder tust du nur so?" Die Hände wurden über das Gesicht gezogen, ehe die Arme trostlos an seinem Körper herunter hingen. "Holst du mich raus, bist du mich los. Ist doch eine einfache Rechnung." Er zuckte mit den Schultern, bevor er den Körper etwas streckte. "Du musst mich nicht mehr anzicken, ich muss dich nicht mehr anzicken. Wäre das nicht herrlich?" In seinen Träumen vielleicht. Denn tief in seinem Herzen hatte er tatsächlich etwas für Furien übrig. Insbesondere für jene, deren Familienmitglieder ihn tot sehen wollten. Das brachte den perfekten Beigeschmack mit und machte die Situation erst so richtig spannend! "Wäre es..." , wiederholte er noch einmal etwas leiser und grinste dann verschmitzt. "Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass du einen Narren an mir gefressen hast." Höhöhöh - er musste sie doch nur mit ihren eigenen Waffen schlagen! Schließlich würde sie das abstreiten - sie war doch eine Lady! Doch ohne auf seine kleine Albernheit einzugehen, trötete sie erneut ihren Deal hinaus, sodass Enzo genervt von den Wiederholungen die helle Äuglein verdrehte. "Boar, du lässt echt nicht locker, oder?" Vermutlich konnte er sich nicht einmal die Möglichkeit einräumen, noch eine Nacht darüber zu schlafen. Ihm blieb einfach keine Zeit mehr! Zumindest dann nicht, wenn er diesen ganzen Schlamassel überleben wollte. Und - man glaubte es kaum - Enzo wollte tatsächlich noch nicht so schnell den Löffel abgeben. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, musste er allerdings einen Bund mit dem Teufel eingehen. Oder in diesem Fall mit der Furie. Er würde lügen, behauptete er, sie wäre das kleine Übel. "Ich habe wohl eh keine andere Wahl, mh?" Schließlich hatte ihre Familie oder zumindest einzelne Teile davon es auf ihn abgesehen.
[00:08] ₪ Also seufzte er ergebend, erhob sich von seinem steinernden Thron, um beinahe gemächlich den Abstand zur Furie zu überwinden. "Meinetwegen." Beinahe einen Meter vor den Gitterstäben blieb er stehen, um träge das Köpfchen zu neigen. "Du holst mich raus. Dann werde ich dir erzählen, was es mit meinem Namen auf sich hat." Warum er die Freiheit vorzog? Ganz einfach! Er war sich sicher, dass seine Geschichte sie nicht befriedigte. Aber das sollte im Nachhinein nicht sein Problem sein. Der letzte Meter wurde überwunden, um sich provozierend nahe gegen das Gitter zu lehnen. "Oder hat es sich unsere kleine Prinzessin noch einmal anders überlegt?"
Kilian
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